Gleichberechtigung Die Feuerwehr rettet jetzt auch Mädchen
Um die Frauenrechte ist es in Saudi-Arabien schlecht bestellt. Der König müht sich um eine Öffnung des Landes – gegen den Widerstand des Establishments. Von Martin Gehlen
© Patrick Baz/AFP/Getty Images

Strikt getrennt: Bei McDonald's in Riad gibt es Kassen nur für Männer und nur für Frauen
Eine Meldung in der Saudi Gazette brachte dieser Tage die Katastrophe an einer Mädchenschule in Mekka wieder ins Gedächtnis – angerichtet im Namen islamischer Moral. Alle Schulleiter und Wachleute hätten "die klare Anweisung", dekretierte nun ein Rundschreiben des Erziehungsministeriums, Rettern in Notfällen sofort Zugang zum Schulgelände zu gewähren – egal ob drinnen Mädchen oder Jungen lernen. In jedem anderen Land der Welt wäre dies eine Selbstverständlichkeit. Im Königreich Saudi-Arabien war das am 11. März 2002 allerdings nicht so.
Das Feuer brach damals während des Unterrichts aus. In Panik versuchten Lehrerinnen und Schülerinnen, sich ins Freie zu retten. Ihre Abayas, die dunklen körperlangen Übergewänder, die auf den Straßen Saudi-Arabiens Pflicht sind, hatten sie in der Eile in der Garderobe zurückgelassen. Was sich dann abspielte, haben später Reporterteams mehrerer saudischer Zeitungen minutengenau rekonstruiert.
Zum Entsetzen der Flüchtenden versperrten die bärtigen Wächter der Religionspolizei von außen die Türen des brennenden Gebäudes. Drei von "Allahs Männern" prügelten nach Augenzeugenberichten sogar auf Mädchen ein, die in Todesangst versuchten, ins Freie zu drängen. Flammen, Chaos, verzweifelte Schreie – viele der Eingesperrten rannten zurück in die mit Rauch gefüllten Klassenzimmer, um ihre Abayas zu suchen. Ein paar Mädchen, die durch einen nicht bewachten Ausgang entkommen waren, zwangen die Eiferer der "Behörde zur Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters" durch eine andere Tür wieder zurück in das Inferno. Sie hinderten sogar die entsetzten Feuerwehrleute zunächst am Löschen – am Ende waren 15 Mädchen tot und mehr als 50 verletzt.
Der damalige Kronprinz und heutige König Abdullah nutzte die Empörung in der Bevölkerung, um erstmals gegen die gefürchtete und allmächtige Religionspolizei durchzugreifen. Alle Mädchenschulen wurden ihrer Aufsicht entzogen und – wie die Jungenschulen – dem Erziehungsministerium unterstellt. Anfang 2009 holte der Staatschef mit Norah al Faiz die erste Frau ins Kabinett. Als stellvertretende Erziehungsministerin ist sie vor allem für die Mädchenbildung zuständig. Aus ihrem Haus stammt die jüngste "klare Anweisung" an alle Verantwortlichen.
Denn um die Rechte von Frauen ist es in Saudi-Arabien nach wie vor schlecht bestellt. Behandelt werden sie wie Minderjährige. Sie dürfen nicht wählen oder Auto fahren. Mit fünf Prozent ist der weibliche Anteil auf dem Arbeitsmarkt der niedrigste der Welt. Wer als Frau reisen, heiraten, ein Konto eröffnen oder einen Arzt aufsuchen will, braucht die Genehmigung eines männlichen Familienmitglieds. Ein Vater kann seine 12-jährige Tochter sogar zur Ehe mit einem 80-Jährigen zwingen. Schulen und Universitäten sind strikt nach Geschlechtern getrennt.
Und dennoch tut sich was in dem ölreichen Wüstenstaat, wenn auch nur im Zeitlupentempo. Vorsichtig versucht der 86-jährige reformwillige Monarch Abdullah, Frauen mehr Räume zu öffnen – gegen den erbitterten Widerstand des religiösen Establishments und konservativer Kreise in der Königsfamilie. "Wir wollen das Staatsschiff wenden, ohne dass an Deck eine Schießerei ausbricht", sagt einer seiner Berater.
- Datum 24.05.2010 - 11:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Wäre es nicht so abgundtief böse und menschenfeindlich, man könnte sich totlachen darüber, was dieses ´religiöse Establishment´ so umtreibt.
Dann wäre uns die Sache wenn möglich sogar noch gleichgültiger als jetzt.
Das ist noch die Frage. Denn diese ´konservativen Kreise in der Königsfamilie´ sind unter denen, die Al Khaida und die Terroranschläge bei uns mit finanzieren.
Das ist noch die Frage. Denn diese ´konservativen Kreise in der Königsfamilie´ sind unter denen, die Al Khaida und die Terroranschläge bei uns mit finanzieren.
Das ist noch die Frage. Denn diese ´konservativen Kreise in der Königsfamilie´ sind unter denen, die Al Khaida und die Terroranschläge bei uns mit finanzieren.
... im Namen der Toleranz so manchen (in meinen Augen) Unsinn durchgehen zu lassen - bestimmt denken Leute ähnlich über so manches das ich glaube/mache - aber eine brennende Schule verriegel nur weil darin Mädchen sind, das ist ganz weit oben auf der Idiotieskala.
Hätte ich das irgendwo anders als in der Zeit gelesen, hätte ich es für eine schlechte Räuberpistole gehalten.
>>- aber eine brennende Schule verriegel nur weil darin Mädchen sind, das ist ganz weit oben auf der Idiotieskala.<<
...ist diese Bezeichnung. Was diese Religionspolizei 2002 getan hat, ist schlicht Mord.
Und ich betrachte jedwede Moralvorstellung, die das gutheißt, als verbrecherische Ideologie, ähnlich den Wertvorstellungen des Nationalsozialismus.
>>- aber eine brennende Schule verriegel nur weil darin Mädchen sind, das ist ganz weit oben auf der Idiotieskala.<<
...ist diese Bezeichnung. Was diese Religionspolizei 2002 getan hat, ist schlicht Mord.
Und ich betrachte jedwede Moralvorstellung, die das gutheißt, als verbrecherische Ideologie, ähnlich den Wertvorstellungen des Nationalsozialismus.
...bisher 36 Millarden €uro, um in Afghanistan Taliban zu jagen...
Jeden Cent, den wir in nicht ölbasierte Energien stecken, mindert die Macht dieses Landes, macht uns unabhängig und gräbt dem Fundamentalismus das Wasser ab.
Jeder Cent, den wir in den sinnlosen Krieg stecken, fehlt uns für diese Aufgabe.
ist eine gar schreckliche Entwicklung der Evolution. Das was mich immer wieder an solchen Narichten am meisten erschüttert, ist das ich selber dabei nichts fühle. Es muss der Horror für die Mädchen gewesen sein. Wie kann man nur....
So gehe ich nun gefühlslos in diesen schrecklich verregneten Montag der mir nichts bedeutet und frage mich wie so offt : Warum ist meine Rasse so unglaublich dumm...
seine Natur selbst zu formen, sei es zum Besseren oder zum Schlechteren hin. Natürlich fühlen die meiste Menschen etwas bei solchen Nachrichten; überwiegende ist es ein Gefühl der Ohnmacht.
Es ist ja auch eigentlich kein Wunder : Die Zeit seit der man an das Wohl der Bürger auch nur einen Gedanken verschwendet ist historisch gesehen gerade erst angebrochen. Es kann unter Umständen noch sehr lange dauern bis man herausfindet, wie sich dieser Gedanke exportieren lässt.
So lange rate ich Ihnen zu einem anderen Gefühl : Geduld!
Dieser Aspekt ist meiner Meinung nach die Kehrseite der ständigen Informationsflut aus dem Globalen Dorf. Die Abstumpfung und Gefühlskälte.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Menschlichkeit und das Mitgefühl daran zu Grunde gehen.
seine Natur selbst zu formen, sei es zum Besseren oder zum Schlechteren hin. Natürlich fühlen die meiste Menschen etwas bei solchen Nachrichten; überwiegende ist es ein Gefühl der Ohnmacht.
Es ist ja auch eigentlich kein Wunder : Die Zeit seit der man an das Wohl der Bürger auch nur einen Gedanken verschwendet ist historisch gesehen gerade erst angebrochen. Es kann unter Umständen noch sehr lange dauern bis man herausfindet, wie sich dieser Gedanke exportieren lässt.
So lange rate ich Ihnen zu einem anderen Gefühl : Geduld!
Dieser Aspekt ist meiner Meinung nach die Kehrseite der ständigen Informationsflut aus dem Globalen Dorf. Die Abstumpfung und Gefühlskälte.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Menschlichkeit und das Mitgefühl daran zu Grunde gehen.
Andere Staaten sind aus geringeren Gründen mit Sanktionen überzogen worden.
seine Natur selbst zu formen, sei es zum Besseren oder zum Schlechteren hin. Natürlich fühlen die meiste Menschen etwas bei solchen Nachrichten; überwiegende ist es ein Gefühl der Ohnmacht.
Es ist ja auch eigentlich kein Wunder : Die Zeit seit der man an das Wohl der Bürger auch nur einen Gedanken verschwendet ist historisch gesehen gerade erst angebrochen. Es kann unter Umständen noch sehr lange dauern bis man herausfindet, wie sich dieser Gedanke exportieren lässt.
So lange rate ich Ihnen zu einem anderen Gefühl : Geduld!
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