Iran Teheran droht der Opposition mit dem Tod

Irans Hardliner haben am 21. Todestag von Staatsgründer Chomeini scharfe Drohungen gegen die Opposition gerichtet. Deren Führer fehlten bei der Jubelfeier.

Droht der Opposition: Revolutionsführer und Hardliner Chamenei (vor einem Foto von Staatsgründer Chomeini)

Droht der Opposition: Revolutionsführer und Hardliner Chamenei (vor einem Foto von Staatsgründer Chomeini)

Eine Woche vor dem ersten Jahrestag der umstrittenen Präsidentenwahl haben Irans Revolutionsführer Ali Chamenei und Mahmud Ahmadineschad scharfe Warnungen an die Opposition gerichtet. Bei einer Gedenkfeier zum 21. Todestag von Staatsgründer Ajatollah Chomeini warf Chamenei der grünen Bewegung vor, die Ideale der Islamischen Republik mit Füßen zu treten. Mit Verweis auf den Koran nannte er die Proteste "eine Rebellion" und drohte erstmals selbst den Oppositionsführern mit der Todesstrafe.

Einige der Anhänger Chomeinis, die mit ihm 1979 von Paris nach Teheran geflogen waren, seien bereits wenige Monate später wegen Verrat an der Revolution exekutiert worden, erklärte er in seiner live im Staatsfernsehen übertragenen Rede. "Die gleichen Maßstäbe gelten auch heute." Besonders den jungen Leuten wolle er sagen, alle Angriffe der letzten 30 Jahre auf die Islamische Republik hätten deren Fundamente nicht im Geringsten erschüttert.

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Ahmadineschad nannte seine Wiederwahl vor einem Jahr "hundert Prozent demokratisch". Wer von dem rechten Wege Chomeinis abweiche, den werde "das Volk verwerfen", sagte er in Anwesenheit der gesamten Führungsspitze des Landes, während die Menge "Wir lassen dich nicht allein" skandierte. Unter den Zuhörern befand sich auch Ex-Präsident Hashemi Rafsandschani, der der grünen Bewegung nahe steht, sowie Ahmadineschads konservativer Gegenkandidat Mohsen Rezai. Mehdi Karroubi, Mir Hussein Mussawi und Ex-Präsident Mohammed Chatami fehlten. Mit der Wahl im letzten Jahr "haben wir den Weltrekord in Demokratie gebrochen", fuhr Ahmadineschad fort. Die iranische Regierung sei die demokratischste der Welt.

Der Enkelsohn des Verstorbenen, Hassan Chomeini, dagegen musste wenig später seine Ansprache nach wenigen Minuten abbrechen, weil ihn die von dem Regime organisierte Menge mit "Tod Mussawi"-Sprechchören am Reden hinderte. Der 38-jährige Geistliche ist der Direktor des Mausoleums seines Großvaters vor den Toren Teherans. Er gilt als Unterstützer von Mir Hussein Mussawi. Im letzten Jahr blieben er und die gesamte Familie Chomeini demonstrativ der offiziellen Vereidigung von Ahmadineschad fern.

Zu der Jubelfeier am Freitag hatte die iranische Führung nach eigenen Angaben zwei Millionen Menschen aus dem ganzen Land zusammengeholt. Man habe knapp 50.000 Busse und Minibusse eingesetzt, erklärte der Chef der Teheraner Verkehrspolizei. Offenbar sollen Hunderttausende der mobilisierten Basidschi-Milizen bis Ende nächster Woche in der Hauptstadt bleiben, um jeden Versuch der grünen Bewegung zu unterdrücken, am 12. Juni erneut gegen die manipulierte Wiederwahl Ahmadineschads zu demonstrieren.

Am Donnerstagabend bereits war Oppositionsführer Mehdi Karroubi bei seinem Besuch am Chomeini-Schrein von Hardlinern bedroht worden. Die Angreifer skandierten nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars "Tod den Heuchlern". Karroubis Leibwächter eskortierten den Geistlichen zurück zu seinem Auto, um ihn in Sicherheit zu bringen.

Ein Beitrag aus dem Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. Ich wollte mal fragen, ob die Wahlbeobachter eigentlich damals festgestellt haben, dass die Wahl gefälscht war? Wird das nur als Tatsache hingestellt oder gibt es Nachweise dafür?

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    • FahadA
    • 04.06.2010 um 19:38 Uhr

    Die Ergebnisse aller einzelner 45000 Wahlurnen (!), aller Wahlkreise und aller Provinzen sind frei im Internet zugänglich (dank Prof. Mebane, Ann Arbor, der wohl am umfangreichsten die Wahl analysiert hatte). Sie finden sich z.B. hier: http://thomaslotze.com/ir...

    Jeder (!) kann sie sich herunterladen und selber analysieren. Wäre das gefälscht worden, hätte man tatsächlich bei den einzelnen Urnen anfangen müssen.

    Eine, wie manche meinen, abschließende Analyse findet sich hier: http://iran2009presidenti...

    • FahadA
    • 04.06.2010 um 19:38 Uhr

    Die Ergebnisse aller einzelner 45000 Wahlurnen (!), aller Wahlkreise und aller Provinzen sind frei im Internet zugänglich (dank Prof. Mebane, Ann Arbor, der wohl am umfangreichsten die Wahl analysiert hatte). Sie finden sich z.B. hier: http://thomaslotze.com/ir...

    Jeder (!) kann sie sich herunterladen und selber analysieren. Wäre das gefälscht worden, hätte man tatsächlich bei den einzelnen Urnen anfangen müssen.

    Eine, wie manche meinen, abschließende Analyse findet sich hier: http://iran2009presidenti...

    • TDU
    • 04.06.2010 um 17:56 Uhr

    Woanaders herrscht eben eine andere Auffassung von Demokratie. Man darf wählen, aber nicht das Falsche. Opposition ist Angriff, selbst wenn sie gewaltlos daher kommt.

    Wäre nicht so schlimm, wenn man nicht das Gefühl haben müsste, dass hierzulande wegen allgemeiner Unzufriedenheit diese Form von Demokratie scheinbar eine Menge Anhänger hat. Und sei es nur, weil ihnen die hiesige Form einfach zu kompliziert ist.

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    • joG
    • 05.06.2010 um 1:36 Uhr

    ...was Demokratie ist. Andererseits gibt es eine wissenschaftliche Theorie dessen, wie Demokratie funktionieren müsste. Lesen sie zur Einführung Calculus of Consent von Buchanen und Tullock.

    • joG
    • 05.06.2010 um 1:36 Uhr

    ...was Demokratie ist. Andererseits gibt es eine wissenschaftliche Theorie dessen, wie Demokratie funktionieren müsste. Lesen sie zur Einführung Calculus of Consent von Buchanen und Tullock.

  2. es wurden auch mal wieder aus gegebenen Anlass ein paar Israelflaggen verbrannt.

    Einfach sympatisch dieser Iran

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    da könnten die Iraner ja mal bei den drei vor ihrer Küste liegenden, israelischen U-booten nachfragen, ob die welche dabei haben.

    da könnten die Iraner ja mal bei den drei vor ihrer Küste liegenden, israelischen U-booten nachfragen, ob die welche dabei haben.

    • peto1
    • 04.06.2010 um 18:07 Uhr

    Ob Iran oder Ahmadineschad können der Welt gestohlen bleiben weder die Iraner noch die Araber oder die Welt wollen nicht weiter diese verstaubten alten Männer und ihre Ideen ertragen,
    schiebst sie zum Mond.

    • WuDang
    • 04.06.2010 um 18:53 Uhr

    "Der Enkelsohn des Verstorbenen, Hassan Chomeini, dagegen musste wenig später seine Ansprache nach wenigen Minuten abbrechen, weil ihn die von dem Regime organisierte Menge mit "Tod Mussawi"-Sprechchören am Reden hinderte." wird mit Sicherheit stimmen.
    Immerhin ist der Lieblingsoppositionelle des Westens derjenige, der im Laufe seiner Amtszeit jeden Mann ermorden lies, der einen säkularen Staat gefordert hatte, und jede Frau forderte, es sei denn, sie schwor ab, dann wurde sie nur ausgepeitscht.
    Mussawis Regierungszeit war die blutigste in der bisherigen Geschichte der Islamischen Republik.
    Den will keiner mehr - außer der Westen!

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    Geerhter WuDang , Ihre Analyse ist fundiert und reflektiert die Wahrheiten .
    Sicherlich weiss man , dass Iran die 2.grössten Öl und Gasreserven der Welt besitzt , und es geht dem Westen einzig und ALLEIN um die Tatsache den Iran in altgewohnte und bewährte Knechtschaft zurückzuführen , jedes Mittel ist inzwischen erlaubt. Iran ist mittlerweile in die TOP 16 des Weltwirtschaftsranking aufgestiegen und sollten die Gaslieferungen aus dem SOUTH PARS Project bis zum Jahr 2015 auf Hochtouren laufen, würde dies zusätzliche Deviseneinkommen von 200 Mrd. $ / Jahr bedeuten. So einen 'Dukatenesel' lässt man doch nicht auf sich allein gestellt .

    Geerhter WuDang , Ihre Analyse ist fundiert und reflektiert die Wahrheiten .
    Sicherlich weiss man , dass Iran die 2.grössten Öl und Gasreserven der Welt besitzt , und es geht dem Westen einzig und ALLEIN um die Tatsache den Iran in altgewohnte und bewährte Knechtschaft zurückzuführen , jedes Mittel ist inzwischen erlaubt. Iran ist mittlerweile in die TOP 16 des Weltwirtschaftsranking aufgestiegen und sollten die Gaslieferungen aus dem SOUTH PARS Project bis zum Jahr 2015 auf Hochtouren laufen, würde dies zusätzliche Deviseneinkommen von 200 Mrd. $ / Jahr bedeuten. So einen 'Dukatenesel' lässt man doch nicht auf sich allein gestellt .

  3. Ist doch tolle dieses Regime, nimmt es einem doch die berühmte "Qual der Wahl" ab. Dieses erfolgreiche Konzept muss importiert worden sein. Damit keine Verwirrung aufkommt darf nur einer gewählt werden, und damit man nicht durcheinander kommt (und dann leider hingerichtet werden muss) sagt einer wer da die beste Wahl ist. Und damit dann nach der Wahl kein Frust aufkommt bringt man alle um die für die schlechte Laune verantwortlich sind. Toll!

    Bin mal gespannt wann dieses Erfolgskonzept hier nach Deutschland kommt. Einiges an Erfahrung und Personal wäre als Stamm vorhanden, nur müsste man noch etwas aktuellere Techniken mit Kuba, Zentralafrika oder eben dem Iran austauschen. Und natürlich brächten wir eine griffigere Ideologie oder besser noch Religion. Der Katholizismus hat ja leider an realer (öffentlicher) Anwendbarkeit verloren.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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    ...im Unterschied zu anderen Ländern ist Deutschland ein säkularer Staat...funktionierte selbst ohne Ihre Katholizismusthese wohl noch einwandfrei.

    http://de.wikipedia.org/w...

    ...im Unterschied zu anderen Ländern ist Deutschland ein säkularer Staat...funktionierte selbst ohne Ihre Katholizismusthese wohl noch einwandfrei.

    http://de.wikipedia.org/w...

    • FahadA
    • 04.06.2010 um 19:38 Uhr

    Die Ergebnisse aller einzelner 45000 Wahlurnen (!), aller Wahlkreise und aller Provinzen sind frei im Internet zugänglich (dank Prof. Mebane, Ann Arbor, der wohl am umfangreichsten die Wahl analysiert hatte). Sie finden sich z.B. hier: http://thomaslotze.com/ir...

    Jeder (!) kann sie sich herunterladen und selber analysieren. Wäre das gefälscht worden, hätte man tatsächlich bei den einzelnen Urnen anfangen müssen.

    Eine, wie manche meinen, abschließende Analyse findet sich hier: http://iran2009presidenti...

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    Ich weiß nicht, ob und wie man tatsächlich überprüfen kann, ob die Wahlen gefälscht waren. Mir ist der Autor Ihrer "abschließenden Analyse", Eric A. Brill, allerdings als Sympathisant der Islamischen Republik Iran bekannt, deshalb begegne ich ihm mit gewissen Vorbehalten.
    Bei den Wahlen von 2005 lag die Wahlbeteiligung bei rund 50%; 2009 bei 85%. Ich halte es jedenfalls für ziemlich unwahrscheinlich, dass diese enorm gestiegene Wahlbeteiligung dem Amtsinhaber Ahmadineschad zugute gekommen sein soll. Wenn diese Regierung, wie sie behauptet, wirklich fast zwei Drittel der Wähler hinter sich hätte, müsste sie nicht auf ihren Repressionsapparat setzen, Zeitungen verbieten, Demonstrationen verbieten, Tausende von Leuten verhaften, ihre Gegner mit dem Tod bedrohen.

    Ich weiß nicht, ob und wie man tatsächlich überprüfen kann, ob die Wahlen gefälscht waren. Mir ist der Autor Ihrer "abschließenden Analyse", Eric A. Brill, allerdings als Sympathisant der Islamischen Republik Iran bekannt, deshalb begegne ich ihm mit gewissen Vorbehalten.
    Bei den Wahlen von 2005 lag die Wahlbeteiligung bei rund 50%; 2009 bei 85%. Ich halte es jedenfalls für ziemlich unwahrscheinlich, dass diese enorm gestiegene Wahlbeteiligung dem Amtsinhaber Ahmadineschad zugute gekommen sein soll. Wenn diese Regierung, wie sie behauptet, wirklich fast zwei Drittel der Wähler hinter sich hätte, müsste sie nicht auf ihren Repressionsapparat setzen, Zeitungen verbieten, Demonstrationen verbieten, Tausende von Leuten verhaften, ihre Gegner mit dem Tod bedrohen.

  4. 8. Tja...

    ...im Unterschied zu anderen Ländern ist Deutschland ein säkularer Staat...funktionierte selbst ohne Ihre Katholizismusthese wohl noch einwandfrei.

    http://de.wikipedia.org/w...

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    doch seien sie ehrlich: Das ist doch nicht mehr Zeitgemäß!
    Bereits im Mittelalter hat es gut funktioniert. Mit der Einheit von Kirche und Staat ließen sich hervorragende Ergebnisse erzielen.
    Hier könnte man nun in gesunde Konkurrenz zu anderen Konzepten treten. Es darf auch gerne etwas neues sein, z.B. ein Personenkult oder dergleichen.

    (Bitte nehmen Sie mir den "Scherz" mit der katholischen Kirche nicht übel, sie dürfen da frei nach belieben alles einsetzen was Ihnen wie mir gerade einfällt.)

    doch seien sie ehrlich: Das ist doch nicht mehr Zeitgemäß!
    Bereits im Mittelalter hat es gut funktioniert. Mit der Einheit von Kirche und Staat ließen sich hervorragende Ergebnisse erzielen.
    Hier könnte man nun in gesunde Konkurrenz zu anderen Konzepten treten. Es darf auch gerne etwas neues sein, z.B. ein Personenkult oder dergleichen.

    (Bitte nehmen Sie mir den "Scherz" mit der katholischen Kirche nicht übel, sie dürfen da frei nach belieben alles einsetzen was Ihnen wie mir gerade einfällt.)

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