Afghanistan Angriffe auf Bundeswehrpatrouillen

Bei Kundus und bei Feisabad sind Einheiten der Bundeswehr angegriffen worden. Fünf Soldaten und ein Übersetzer wurden verletzt.

Bundeswehrpatrouille bei Feisabad (Archivbild)

Bundeswehrpatrouille bei Feisabad (Archivbild)

Der Dingo ist ein Radpanzer der Bundeswehr, angeschafft um Anschläge mit Sprengstoff und Minen zu überstehen. Wahrscheinlich verdanken die Mitglieder mehrerer Bundeswehr-Patrouillen ihm ihr Leben.

Ein "behelfsmäßiger Sprengsatz" sei am Samstag rund 60 Kilometer südlich des Feldlagers von Feisabad explodiert und habe drei Soldaten und einen Übersetzer verletzt, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Einer der Verletzten soll jedoch nach Deutschland ausgeflogen werden.

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Die Patrouille sei "angesprengt" worden, wie es in der Sprache der Bundeswehr hieß . Das Fahrzeug wurde dabei schwer beschädigt. Es muss eine große Sprengladung gewesen sein, ist der Dingo doch gebaut , um seine Insassen vor "schweren Panzerminen" mit bis zu vier Kilogramm Sprengstoff sicher zu schützen.

Ein zweiter Angriff geschah am gleichen Tag etwa 20 Kilometer westlich von Kundus. Mit Handfeuer- und Panzerabwehrwaffen wurden dort Bundeswehrsoldaten beschossen. Die Patrouille habe jedoch ausweichen können und niemand sei verletzt worden.

Ein dritter ereignete sich am Sonntag, ebenfalls bei Kundus. Durch eine Sprengfalle wurde ein Fahrzeug am Westrand der Stadt leicht beschädigt, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Als jedoch eine andere Einheit später versuchte, das Fahrzeug abzuschleppen, explodierte ein zweiter Sprengsatz und verletzte zwei Soldaten leicht. Außerdem seien die Soldaten bei der Bergung beschossen worden und hätten das Feuer erwidert, meldete die Bundeswehr . Luftunterstützung sei ebenfalls angefordert worden. Taliban bekannten sich kurz darauf zu dem Anschlag.

Kundus und Feisabad liegen im Norden Afghanistans in einem Sektor, der lange als ruhig galt. Doch nimmt die Zahl der Anschläge auch dort stetig zu. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen ist das gesamte Land noch unsicherer geworden. Die Zahl der Bombenangriffe sei in den ersten vier Monaten des Jahres um 94 Prozent höher gewesen, als in den gleichen Monaten des Vorjahres – sie hat sich also verdoppelt.

Leser-Kommentare
  1. Die nächsten Toten kommen bestimmt, wenn die Panzerung nicht weiterhin verstärkt wird.
    Besser wäre es, alle Soldaten nach Hause.

  2. Wofür unsere Soldaten sterben und die afghanische Bevölkerung in einem schon jahrzehnte langen Kriegschaos um ihr Überleben kämpfen muss, stellt sich immer mehr als verrückter Traum aller Beteiligten heraus, der immer mehr Opfer kostet, bis der Wahn der Kontrolle endlich erkannt wird, die nur in der Hand der betroffenen Menschen eine erkennbare Chance hat.
    Das Spiel der Mächtigen hat bisher nur bei den Opferraten Steigerungen erreicht und lässt die verheerende Nutzlosigkeit bewaffneter Eroberungen immer deutlicher werden.
    Die Erfolge ziviler Helfer sind das Einzige, mit dem sich hier jemand wirklich präsentieren kann und die werden durch dieses militärische Kalkül immer wieder in den Hintergrund geredet.

    • TDU
    • 20.06.2010 um 11:17 Uhr

    Er breitet sich aus der Krieg. Und zwar überall dahin, wo der Gegner seine Freiräume hat.

    Aber Deutschland ist ja scheinbar ein Ausschuss zur Untersuchung des Vergangen wichtiger, als die Untersuchung zur Bewältigung der Gegenwart.

    Geht das so weiter, darf man Berichte wie diesen bald unter "Nachrichten von der Front" einordnen, denen man (im Gegensatz zu andern Zeiten) wegen der Entfernung und der Folgenlosigkeit für die eigene Umgebung mit Gleichgültigkeit begegnen kann.

    • hirmer
    • 20.06.2010 um 11:39 Uhr

    schließlich haben die betreffenden Soldaten - mein Mitgefühl - ihre körperlichen Schäden nicht durch einen Unfall oder eine Naturkatastrophe erlitten, sondern durch KRIEG.

    Bitte dies endlich zur Kenntnis zu nehmen!

    Der Wille, die Wirklichkeit anzuerkennen, scheint gering zu sein. - - - Demnächst wird Deutschland ein "Verletzten"-Abzeichen einführen.

    Gesund übrig bleiben!

    Harald Artur Irmer

    Karlsruhe

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    Redaktion

    Sehr geehrter Herr Irmer,

    verwundet und gefallen sind - in meinen Augen - verklärende Begriffe, denn da fällt ja niemand hin. Zwar ist das der historische Ursprung des Begriffes, doch die damit verbundene Würdigung des Sterbens als etwas Großartiges ist, finde ich, unangemessen. Nüchtern betrachtet werden Menschen verletzt oder getötet und auch Soldaten sind Menschen.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Redaktion

    Sehr geehrter Herr Irmer,

    verwundet und gefallen sind - in meinen Augen - verklärende Begriffe, denn da fällt ja niemand hin. Zwar ist das der historische Ursprung des Begriffes, doch die damit verbundene Würdigung des Sterbens als etwas Großartiges ist, finde ich, unangemessen. Nüchtern betrachtet werden Menschen verletzt oder getötet und auch Soldaten sind Menschen.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

  3. 5. Warum

    bekommt die deutsche Öffentlichkeit nur Nachrichten vom Krieg, wenn Soldaten verwundet wurden?

    Die Berichterstattung müsste massiv ausgebaut werden. Warum ist das bei anderen Nationen möglich? Hat die Regierung etwa Angst, dass Protestwellen unbequem werden könnten?

    Normalerweise sollten Reporter die Truppe ständig begleiten und täglich eine Sondersendung von 15 Minuten Länge über die Arbeit der Soldaten ausgestrahlt werden.

    Ich kann mich nicht mit dieser Truppe identifizieren, zudem ist der ganze Einsatz in Afghanistan eine undurschaubare Sache.

  4. Von Afghanistan hört man in Medien nur bei Verwundeten und
    Gefallenen,sonst wird der Krieg ausgeblendet!Wer was erfah-
    ren will,muss CNN gucken oder andere TV-Sender.Für mich hat
    die Politik selber Schuld,wenn alle den Krieg ablehnen,es
    wird daraus eine Geheimniskrämerei gemacht und erklärt wird
    auch nichts.Von der Politik hört man nur vom heroischem Kam-
    pf gegen die Taliban,den meistens die Taliban gewinnen,wo
    sind unsere Erfolge oder wird ausweichen mit weglaufen ver-
    wechselt?Solange die BW in der Defensive operiert,wird man
    keine Erfolge haben,die Sichtbar werden!Was will ich in AGN,
    wenn die Anwesenheit der Nato nichts bewirkt?Die Politik
    redet leider um den heissen Brei herum,ich hätte mal gerne
    die Gründe und Erfolge von ihr erklärt bekommen!

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    Nach den Bodenschatzfunden und Karsais Erklärung, man werde natürlich zuerst an jene denken, die das Land unterstützen, lohnt sich dieser Krieg doch endlich.
    Das Märchen von der uneigennützigen Hilfe ist doch damit ganz einfachen Wahrheiten gewichen.
    Es geht doch um wirtschaftliche Interessen. Köhler hatte also recht.
    Zum Thema Taliban, steht ja nun auch noch die Frage, ob unsere Soldaten da nicht auch jenen gegenüberstehen, die während des sowjetischen Engagements von der GSG 9 ausgebildet wurden. Eine Frage, die wohl niemand beantworten kann und wenn doch, nicht beantworten möchte.

    Nach den Bodenschatzfunden und Karsais Erklärung, man werde natürlich zuerst an jene denken, die das Land unterstützen, lohnt sich dieser Krieg doch endlich.
    Das Märchen von der uneigennützigen Hilfe ist doch damit ganz einfachen Wahrheiten gewichen.
    Es geht doch um wirtschaftliche Interessen. Köhler hatte also recht.
    Zum Thema Taliban, steht ja nun auch noch die Frage, ob unsere Soldaten da nicht auch jenen gegenüberstehen, die während des sowjetischen Engagements von der GSG 9 ausgebildet wurden. Eine Frage, die wohl niemand beantworten kann und wenn doch, nicht beantworten möchte.

  5. Redaktion

    Sehr geehrter Herr Irmer,

    verwundet und gefallen sind - in meinen Augen - verklärende Begriffe, denn da fällt ja niemand hin. Zwar ist das der historische Ursprung des Begriffes, doch die damit verbundene Würdigung des Sterbens als etwas Großartiges ist, finde ich, unangemessen. Nüchtern betrachtet werden Menschen verletzt oder getötet und auch Soldaten sind Menschen.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

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    Aber man bedient sich in diesen Fällen doch viel lieber der Begriffe, die in nicht allzuferner Vergangenheit sehr wohl als Zeichen des Ruhmes verwendet wurden. Und das für Volk und Vaterland.

    das man in Deutschland langsam abschied nehmen sollte vom Goebbelsschen Kriegsjargon.
    „Die Zeit“ geht in diesem Punkt lobenswerter weise voran.

    • ribera
    • 20.06.2010 um 16:34 Uhr

    Wenn man international gebräuchliche Begriffe meint, nicht mehr anwenden zu müssen oder semantisch umzudeuten, so ist das natürlich eine privat zulässige Entscheidung.
    In einem Artikel aber, der informieren soll, stellt das Einbringen einer subjektiven Meinung dar und ist meiner Auffassung nach journalistisch unseriös.

    Aber man bedient sich in diesen Fällen doch viel lieber der Begriffe, die in nicht allzuferner Vergangenheit sehr wohl als Zeichen des Ruhmes verwendet wurden. Und das für Volk und Vaterland.

    das man in Deutschland langsam abschied nehmen sollte vom Goebbelsschen Kriegsjargon.
    „Die Zeit“ geht in diesem Punkt lobenswerter weise voran.

    • ribera
    • 20.06.2010 um 16:34 Uhr

    Wenn man international gebräuchliche Begriffe meint, nicht mehr anwenden zu müssen oder semantisch umzudeuten, so ist das natürlich eine privat zulässige Entscheidung.
    In einem Artikel aber, der informieren soll, stellt das Einbringen einer subjektiven Meinung dar und ist meiner Auffassung nach journalistisch unseriös.

  6. Aber man bedient sich in diesen Fällen doch viel lieber der Begriffe, die in nicht allzuferner Vergangenheit sehr wohl als Zeichen des Ruhmes verwendet wurden. Und das für Volk und Vaterland.

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