Nach Anschlägen der Taliban Afghanische Sicherheitspolitiker zurückgetreten
Der Innenminister und Geheimdienstchef Afghanistans sind zurückgetreten. Sie zogen damit die Konsequenz aus den Anschlägen auf die Friedensversammlung in Kabul.
Wie der Präsidentenpalast in Kabul mitteilte, übernehmen der afghanische Innenminister Mohammad Hanif Atmar und der Geheimdienstchef Amrullah Salah mit ihrem Rücktritt die Verantwortung dafür, dass es den Sicherheitskräften nicht gelungen war, Angriffe der Taliban auf die so genannte Friedens-Dschirga zu verhindern.
Während der Eröffnungsrede von Präsident Hamid Karsai am Mittwoch war etwa 150 Meter neben dem Versammlungszelt mit mehr als 1600 Delegierten eine Rakete eingeschlagen . Später hatten sich Sicherheitskräfte und Taliban-Kämpfer heftige Schusswechsel geliefert. Delegierte oder Zivilisten waren jedoch nicht verletzt worden. Wenige Stunden vor den Rücktritten hatte das Innenministerium noch erklärt, weitere Anschläge verhindert zu haben.
Ein Ministeriumssprecher sagte in Kabul, vor und während der dreitägigen Friedens-Dschirga seien 15 Taliban-Kämpfer festgenommen worden, die Angriffe geplant hätten. Zudem seien 700 Raketen sichergestellt worden, die auf das Versammlungsgelände abgefeuert werden sollten. Die Informationen seien zunächst zurückgehalten worden, um den Erfolg des Treffens nicht aufs Spiel zu setzen. Die Delegierten hatten am Freitag in einer Abschlusserklärung Regierung und Taliban zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen.
Karsai reagierte unterdessen auf die Beschlüsse der Dschirga und verfügte eine Überprüfung aller Verfahren gegen inhaftierte Taliban-Kämpfer. Damit solle der Weg für die Freilassung von Personen geebnet werden, die möglicherweise ohne ausreichende Beweise festgehalten würden. Unklar war zunächst, ob auch Häftlinge in Gefängnissen unter US-Kontrolle betroffen sind. Allein auf dem Militärstützpunkt Bagram werden hunderte mutmaßliche Aufständische festgehalten.
- Datum 06.06.2010 - 16:59 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Man denkt anscheinend in der Führungsrige das man sich für die Zeit wo die Amerikaner abziehen sich schon mal gut mit den Taliban stellt und lieber früh zurücktritt um dann sich noch ein paar Posten unter den Taliban sichern zu können.
Es wäre zwar zu schön wenn es klappt und der Frieden einzug hält, aber dazu hat sich die REgirung wohl zu frech bereichtert und zu weit vom Volk in der Fläche entfernt als das das Volk nach den abzug der Amerikaner das nicht vergessen würde.
Villeicht würde ein wirkliches Rechtssystem helfen bei den auch der Kleine Mann sein recht einklagen kann, und bei dem die Koppupten beamten angeklagt und verurteilt werden um den Volk zu zeigen das sich was geändert hat.
Warum sollten die Taliban sich jetzt der REgirung anschleisen wenn die amerikaner doch eigentlich schon gehen wollen ? Solche initiativen hätten vor 6-7 Jahren komen müssen.
und das faule Obst dann zum halben Preis kriegen.
Militärisch ist Afghanistan nicht zu befrieden, sehen sie es ein. Je früher diese Erkenntnis durchsickert, desto mehr Milliarden werden gespart. Assymetrische Kriege sind einfach nicht zu gewinnen, evtl. Ausnahme : Sri Lanka (aber mit zehntausenden Toten).
Interessant ist der Rücktritt vom Geheimdienstchef, denn er pflegte seit Anfang der amerikanischen Invasion den engen Kontakt mit CIA. Gerüchten zur Folge besteht der afghanische Geheimdienst meistens aus dem Clan, dem auch Saleh und andere Mitglieder von Jamiat-Islami - die größte Partei der Nordallianz - gehören.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren