Bundeswehr Die vergessene Mission im Libanon
Mit drei Kriegsschiffen und 240 Soldaten beteiligt sich die Marine an der Unifil-Mission vor dem Libanon. In Deutschland bekommt das kaum jemand mit.
© Sean Gallup/Getty Images

Deutsche Kriegsschiffe im Hafen Limassol auf Zypern
Der Auftrag klingt nach einem spannenden Agenten-Thriller. Inmitten einer der konfliktreichsten Regionen der Welt, in der radikale Islamisten von Hamas und der Hisbollah im Konflikt mit Israel stehen, in der Iran nach Atomwaffen strebt, Israel droht, Syrien eine undurchsichtige Rollte spielt – inmitten dieser Region soll eine kleine internationale Mission den Waffenschmuggel in den Libanon unterbinden. Mit dabei sind die deutschen Minenjagdboote Kulmbach und Auerbach , das Versorgungsschiff Main und insgesamt 240 Soldaten. Israelische Kampfjets griffen zum Beginn der Mission ein Unifil-Schiff an. Ein Versehen, hieß es später. Darüber berichtete die Weltpresse.
Aber seitdem ist es recht still geworden um Unifil, die United Nations Interim Force in Lebanon . In den Meldungsspalten der Tageszeitungen taucht jährlich die kurze Notiz auf, dass der Bundestag das Mandat verlängert hat. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der diese Woche die deutschen Schiffe im Hafen von Limassol auf Zypern besuchte, fordert mehr Unterstützung von der Heimat für die Soldaten. Doch was die deutsche Marine auf Zypern, vor der Küste des Libanon und in Beirut macht, das weiß in Deutschland kaum jemand.
"Unsere Kernaufgabe ist längst die Ausbildung der libanesischen Marine", sagt Fregattenkapitän Martin Kübel, Kontingentführer der Deutschen bei Unifil. Er hält einen Vortrag für den Minister und dessen Tross. Der Libanon solle in der Lage versetzt werden, selber für die Überwachung seiner Küste zu sorgen. Der Wille dazu in der libanesischen Armee da, versichert Fregattenkapitän Thorsten Eidam. Er arbeitet als Verbindungsoffizier und Leiter des Ausbildungsprogramms eng mit der libanesischen Militärführung zusammen. Der Offizier berichtet: Die libanesische Marine wolle mehr tun, allerdings fehle ihr die Ausrüstung. Sie sei komplett unterfinanziert.
Die Marine des Mittelmeerstaats verfügt über 43 kleine Boote. Sie sind meist alt und miserabel ausgestattet. Keines ist so seefest, dass es bei schlechtem Wetter auslaufen kann – was die Waffenschmuggler natürlich wissen. Rund 1200 Mann dienen auf den Schiffen oder an Land für die Logistik. Zudem befindet sich die Radarüberwachung der Hoheitsgewässer erst im Aufbau, es gibt immer noch große Lücken.
Den Auftrag die Küstengewässer zu kontrollieren, den Unifil am 11. August 2006 durch eine Resolution des Weltsicherheitsrats erhalten hat, wird der Libanon in den kommenden Jahren nicht allein übernehmen können. In den USA baut eine Werft momentan ein größeres Boot für die Libanesen, die damit dann auch bei rauer See auslaufen können. Doch auch bei der Ausbildung der Soldaten ist noch viel zu tun.
- Datum 26.06.2010 - 17:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...könnte es ja ein gutes Zeichen sein, wenn man von einer Friedensmission nicht viel hört. Keine Nachricht heisst: es herrscht Frieden. Und das heisst: Mission erfolgreich.
Hier liegt der Fall aber wohl etwas anders. Die Ruhe im Fall der Unifil-Mission sagt uns viel über ihre Wirkungslosigkeit. Wieviel Waffen hat die Mission tatsächlich von der Hisbollah ferngehalten? Null, gar nichts. Das könnte mit der Tatsache zusammenhängen, dass man gar kein Mandat für echte Kontrollen hat. Viel wichtiger ist aber wohl, dass man AN DER FALSCHEN SEITE DER GRENZE operiert.
Als die Details der Mission bekanntgegeben wurden, blieb bei Hisbollah sicher kein Auge trocken. Die schmuggeln ja bekanntermassen eher auf dem Landweg über die syrische Grenze.
Würde man Unifil auf Deutschland übertragen, dann sähe das ungefähr so aus: "Um den Zigarettenschmuggel aus Osteuropa nach Deutschland einzudämmen haben die deutschen Behörden beschlossen, an der Grenze zu den Niederlanden Durchleuchtungsanlagen zu installieren. Die Geräte werden aber wegen des Schengen-Abkommens nicht eingesetzt."
"Waffenschmuggel in den Libanon unterbinden" durch "Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen unterbinden" und deutsche Marine durch Heil HaYam HaYisraeli und schon müsste man eine Freedom-Flotilla senden, man kann Libanon auch durch Horn Afrikas ersetzen.
Unsere Soldaten haben da unten nichts zu suchen. Unser Militär hat für die nächsten hundert Jahre ausreichend vorgearbeitet, so dass keinerlei Auslandseinsätze mehr zu fahren sind. Abzug - und zwar dalli ! Die tatsächlichen oder selbst ernannten Grossmächte sollen sich kümmern: USA, Frankreich, Vereintes Königreich. Ende.
Israel hat zu Beginn der Mission ein Unifil-Schiff angegriffen mit Flugzeugen, damit es nacher "ein Irrtum war". Oder wars eher als Drohung für die "dummen" Onu-Soldaten?
Und welches Irrtum soll denn da vorliegen, hat die Hizbullah mittlerweile auch noch Kriegsschiffe, so dass man diese Verwechseln könnte?
Unglaublich was die sich erdreisten! Und die Welt schaut zu!
Hizbollahs Waffen? Klar haben die welche, aber setzen sie diese denn ein? Wenn Israel nicht alle 10-15 Jahre dort einfallen würde (um letztlich eine konkurrierende Volkswirtschaft zu zerstören), dann haette Hizbollah auch nicht diesen Zulauf. Man sollte die Kausalitaeten nicht vergessen!
Wer wird eigentlich mit dieser Mission für Dumm verkauft??
Ein Blick auf die Landkarte:
Das Land grenzt an einer schmalen Grenze im Süden an Israel, ist jedoch ansonsten von Syrien umschlossen.
Die Waffen kommen aus Syrien, auf dem Landweg.
Nur ein Trottel würde dies von See aus versuchen, und es tut keiner.
Im Endeffekt geht es um Nato Militärpräsenz in der Levante und man kann nur erahnen um was sonst noch hinter den Kulissen.
Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sh
Wenn die Marine von nun 17.500 auf nur noch 9000 Mann zusammen gestrichen wird schippert da bald eh keiner mehr rum.
Das Sparpaket beginnt mir Freude zu bereiten.
Das Sparpaket beginnt mir Freude zu bereiten.
Entfernt. Bitte bedienen Sie sich einer weniger provokanten Ausdrucksweise, um die Diskussion möglichst konstruktiv zu halten. Danke. Die Redaktion/sh
Die Redaktion/sh hat da wohl ein bisschen ueberreagiert, oder?
Sind sie immer so etepetete, oder passt Ihnen vielleicht meine Meinung nicht?
Oder ist "etepetete" auch schon zu provokant?
Ich schreibe halt aus Israel, und wir sind hier alle ein bisschen ruede, um den deutschen Medien zu glauben ...
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