Sparkurs in Frankreich Sarkozy verzichtet auf die Gartenparty

Für Frankreichs Regierung ist es mit dem süßen Leben erst einmal vorbei: Präsident Sarkozy streicht Jagdtouren, die Fete zum Nationalfeiertag und Kurztrips der Minister.

Im vergangenen Jahr luden Sarkozy und seine Frau Carla Bruni am 14. Juli noch zur Gartenparty auf dem Gelände des Elysée-Palasts. Damit ist es nun vorbei

Im vergangenen Jahr luden Sarkozy und seine Frau Carla Bruni am 14. Juli noch zur Gartenparty auf dem Gelände des Elysée-Palasts. Damit ist es nun vorbei

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat seiner Regierung einen strikten Sparkurs verordnet. Bis 2013 will er unter anderem 10.000 Fahrzeuge und 7000 Wohnungen abschaffen. Flugreisen von Regierungsbeamten sollen nur noch dann genehmigt werden, wenn das Ziel nicht in drei Stunden mit dem Zug erreichbar ist. Auch Sarkozy selbst ist zum Verzicht bereit: Der Staatschef sagte bereits seine traditionelle Gartenparty im Élysée-Palast ab. Auch präsidentielle Jagdausflüge soll es vorerst nicht mehr geben.

In Zeiten, in denen die Mitbürger unter der Krise litten , müsse der Staat mehr als je zuvor Vorbild sein, schrieb Sarkozy in einem Brief an Premierminister François Fillon. Die Suche nach Möglichkeiten, wie in der Verwaltung gespart werden könne, sei wichtig, um die öffentlichen Ausgaben wieder in den Griff zu bekommen.

Anzeige

Zuvor hatte es mehrere Skandale um den mutmaßlichen Missbrauch von Steuergeldern gegeben. Beispielsweise soll ein Staatssekretär eine subventionierte Billig-Wohnung genutzt haben. Ein anderer reichte Zigarrenrechnungen für 12.000 Euro ein. Für den Fall, dass Ausgaben für private Zwecke künftig trotz der neuen Verordnungen in Rechnung gestellt würden, hat Sarkozy Sanktionen angekündigt.

 
Leser-Kommentare
  1. dafür sollte der H. Sarkozy auch mal gelobt werden als Vorbild für die, die ständig im Schatten stehen müssen. Hier tönt ein SPD-Mann namens Gabriel, dass man das Gartenfest des Bundespräsidenten auch aus Steuergeldern bezahlen könnte, obwohl es bisher von Unternehmen gesponsert wurde. Da zahlen wir ja auch etwas mit, aber nicht soviel wie direkt aus der Steuerkasse.

  2. und dass es ihm nicht nur um Schau-Effekte geht.
    Ob das auch etwas auf die deutschen Prollitiker abfärbt?

  3. Während bei uns aktuell gerade im unteren Bereich der Arbeitnehmer schwere Einsparungen beschlossen worden sind, haben sich die Abgeordneten des niedersächsischen Landtages - mit Billigung von WULFF !! - erstmal noch schnell die Diäten erhöht. Unser zukünftiger Bundespräsident ist dann in der Tat ein Mann des Volkes - des Volkes der besonders besonders Begüterten jedenfalls! Wie peinlich!

  4. "Der Staatschef sagte bereits seine traditionelle Gartenparty im Élysée-Palast ab. Auch präsidentielle Jagdausflüge soll es vorerst nicht mehr geben." Das ist doch soundso Dekadenz hoch 3. Natürlich sind seine Maßnahmen richtig im Ansatz, aber es handelt sich nur um Peanuts und um Selbstverständlichkeiten. Die Staatsdiener leisten sich gerade auch bei uns Gehälter und Privilegien, die könnten von 1500 aus dem Mittelalter stammen von Königs und Co. Hier müsste vor allem auch bei uns mit eisernem Besen gekehrt werden. Von der Feierrepublik (für wenige) zur schlanken straffen Verwaltung und Agieren des Staates. Da ist absolut kein Platz für jede Art von Verschwendung mit der sich Merkel und Co Präsident und (viele)Beamte es gut gehen lassen und dabei lediglich demonstrieren, dass sie den Bürger jederzeit verhöhnen können. Wir brauchen die totale Entfettung der Republik. Schließlich sind sie als "Staatsdiener" gewählt und nicht, um sich und ihren Familien Fettgürtel anzumästen. Das scheint aber in so ein Politikergehirn nicht hineingehen zu wollen. Die Made im Speck ist (noch) taub für Fressverbote. Ich bin mir sicher, dass wir 5 Milliarden sparen könnten pro Jahr, wenn man die gleichen strengen Regeln anwenden würde, die sich der Normalbürger auferlegen muss. Auch, weil er den Überfluss der "Oberen" mitbezahlt und dieser Betrag bei ihm in der Kasse fehlt.

    • jwenz
    • 29.06.2010 um 9:31 Uhr

    scheint es kappiert zu haben, oder er hat einfache hat einen besseren Instinkt als Stasi-Angie und ihre Abzocker- und Verschwender-Truppe.

  5. ... in der letzte Zeit von sovielen und so schlimmen Skandale erschüttert, dass es höchste Zeit für eine symbolische PR-Aktion war.
    Ob es ausreichen wird, um die katastrophalen Umfragewerte aufzupeppeln, wird sich zeigen.
    Laszlo

  6. Das ganze ist doch verachtend zu werten - wie sagte doch damals die Königin auf das gemeine Volk gemünzt:

    " Wenn sie kein Brot zu essen haben, dann sollen sie doch Kuchen essen "

    Nichts hat sich getan auf diesem Globus - gar nix!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service