Konflikt mit Russland Weißrussland gibt im Gasstreit nach

Weißrussland hat im Streit um russische Gaslieferungen eingelenkt: Die Regierung in Minsk kündigte an, unbezahlte Rechnungen in Kürze zu begleichen.

Die Regierung in Minsk kündigte die Zahlung ihrer Schulden in den kommenden zwei Wochen an. Zugleich hielt sie jedoch ihre Forderung nach ausstehenden Transitgebühren aufrecht.

In dem Konflikt um offene Energierechnungen hatte zuvor der Kremlchef Dmitrij Medwedjew den russischen Gasmonopolisten Gasprom angewiesen, die Lieferungen an den Nachbarn von 8 Uhr MESZ an schrittweise einzustellen. Moskau drossele die Lieferungen auf höchstens 15 Prozent, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller.

Moskau fordert von Weißrussland 192 Millionen US-Dollar (155 Millionen Euro). Die Führung in Minsk hatte vorgeschlagen, die Schulden mit der Lieferung von Maschinen und anderen Waren zu bgeleichen. Dies hatte Russland abgelehnt. Medwedjew sagte, dass Russlands Gasrechnungen in "harter Währung" zu begleichen seien.

Ein Sprecher des weißrussischen Gasversorgers Beltransgas kritisierte, Gazprom spreche nur von den Schulden der Gegenseite und habe damit Medwedjew "getäuscht". Der Staatskonzern schulde Weißrussland auch Geld, und zwar für den Transit von russischem Gas. Der weißrussische Vize-Energieminister Eduard Towpinez hatte vor kurzem gesagt, dass Russland dem Nachbarland etwa 200 Millionen US-Dollar (162 Millionen Euro) schulde. Seinen Vorschlag, die Summen zu verrechnen, hatte Moskau allerdings abgelehnt.

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Durch Weißrussland führt eine der wichtigen Pipelines für russische Gaslieferungen an den Westen . In der vergangenen Woche hatte Gasprom angekündigt, die Lieferungen um 85 Prozent zu drosseln. Daraufhin drohte Weißrussland am Wochenende mit einem Anzapfen der Transitleitungen nach Westen.

Der Gasversorgung des Westeuropas sei dadurch aber nicht gefährdet, sagte eine Sprecherin des weißrussischen Energieministeriums in Minsk. "Der Gastransit durch Weißrussland funktioniert ohne Unterbrechung." Auch Gasprom-Chef Miller versicherte, sein Unternehmen werde die Verträge mit den westlichen Kunden erfüllen. Notfalls soll das Gas unter Umgehung Weißrusslands durch die Ukraine nach Polen gepumpt werden.

Anfang des Jahres hatten Minsk und Moskau einen neuen Liefervertrag für Gas vereinbart, den Weißrussland aus Sicht des mächtigen Nachbarn nicht erfüllt. Der neue Streit gilt auch als politisch motiviert. Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte den Kreml immer wieder mit politischen Angriffen gereizt.

 
Leser-Kommentare
  1. Wieder einmal beweist sich, daß die im Bau befindliche Ostsee- Pipeline eine gute Lösung ist, denn durch die Transitleitungen durch Weißrußland, Polen, Ukraine etc. werden Lieferung gefährdet und verteuert, da diese Länder z. T. entweder blockieren, anzapfen oder höhere Transitgebühren gefordert haben.
    Leider wird Rußland dann dafür verantwortlich gemacht, weil es für sein Öl oder Gas die Unverschämtheit besitzt seine Zahlungs- Forderungen durch Konsequenzen wie Lieferstopp einzufordern.
    Ein kaufmännisch rechtlicher Vorgang wird damit propagandistisch politisch verzerrt.

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    Wieso nennen Sie hier Polen. Durch Polen läuft zwar die Jamal-Gaspipeline, aber seitens Polen gab es meines Wissens NIE eine Sperrung des Transitgases. Also bitte schmeißen Sie nicht alle in einen Topf. Transitstopps gab es nur seitens der Ukraine und Belarus. Und ein rein kaufmännischer Vorgang ist dies auch nicht. Russland hat Belarus (ebenso wie der Ukraine) lange zu stark reduzierten Preisen Gas (als auch Öl) geliefert. Dies war klar politisch motiviert. Eine Erhöhung des Gaspreises, bzw. Veränderung der Zahlungsmodalitäten ist ebenso klar politisch motiviert.

    Wieso nennen Sie hier Polen. Durch Polen läuft zwar die Jamal-Gaspipeline, aber seitens Polen gab es meines Wissens NIE eine Sperrung des Transitgases. Also bitte schmeißen Sie nicht alle in einen Topf. Transitstopps gab es nur seitens der Ukraine und Belarus. Und ein rein kaufmännischer Vorgang ist dies auch nicht. Russland hat Belarus (ebenso wie der Ukraine) lange zu stark reduzierten Preisen Gas (als auch Öl) geliefert. Dies war klar politisch motiviert. Eine Erhöhung des Gaspreises, bzw. Veränderung der Zahlungsmodalitäten ist ebenso klar politisch motiviert.

  2. Ich denke der Gasprom und der Russischen Regierung ist es sche... egal wer die neuen Gasleitungen finanziert. Ein Teil der Versorgung über die Ostsee, übrigens unter massiven Verstössen gegen geltendes internationales Recht, so die Meinung der Schweden, wird auch mit unseren Steuergeldern mitfinanziert. Solange wir vom Putingas abhängig sind, sind wir auch erpressbar.
    Die Merkel Regierung streicht die Förderung alternativer Energieprojekte zusammen. Unter den o.g. Gesichtspunkten ist das fatal. Wenn die so weiter regieren kann es uns genauso passieren - wie den Weisrussen - wir können das Putingas nicht mehr bezahlen. Was dann Frau Merkel?

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    • jw_s
    • 21.06.2010 um 11:03 Uhr

    werden Sie mal locker! Schon an dem Ausdruck 'Putingas' wird deutlich, wie Ihre politische Voreingenommenheit Sie in Ihrer Fähigkeit objektiv zu argumentieren einschränkt.

    • jw_s
    • 21.06.2010 um 11:03 Uhr

    werden Sie mal locker! Schon an dem Ausdruck 'Putingas' wird deutlich, wie Ihre politische Voreingenommenheit Sie in Ihrer Fähigkeit objektiv zu argumentieren einschränkt.

  3. Die Schafskälte ist vorbei, heute ist Sommeranfang, da wird man es in Deutschland wohl verschmerzen können, sollte Gazprom auch die Durchleitung durch die Transitleitungen in Weißrussland reduzieren. Hoffentlich ist bis zum Winter wieder alles im Lot.

  4. Staaten über die Energieversorgung, stellt eine Einmischung in vertragliche Vereinbarungen Westeuropas mit Rußland dar.

    Eine Einmischung, die so typisch ist für das Grundverhalten dieser desolaten Volkswirtschaften, weil sie so ihr Unvermögen zum Aufbau eines gewinnbringenden Gemeinwesens mit Erpressung kompensieren wollen.

    Insofern leiten diese osteuropäischen Staaten weiter:
    Eigene Unfähigkeit!

    • jw_s
    • 21.06.2010 um 11:03 Uhr

    werden Sie mal locker! Schon an dem Ausdruck 'Putingas' wird deutlich, wie Ihre politische Voreingenommenheit Sie in Ihrer Fähigkeit objektiv zu argumentieren einschränkt.

  5. Ich kann Ihnen nur zustimmen.

    Deutschland ist abhängig von Öl und Gas und damit erpressbar.

    Statt jedes Dach, jeden Garten usw. in Deutschland zum potentiellen Energielieferanten zu machen, wird die Förderung in erneuerbare Energien zusammengestrichen.

    Es zeigt sich immer mehr, dass dieser Regierung der Weitblick fehlt.

    • TDU
    • 21.06.2010 um 11:10 Uhr
  6. Wieso nennen Sie hier Polen. Durch Polen läuft zwar die Jamal-Gaspipeline, aber seitens Polen gab es meines Wissens NIE eine Sperrung des Transitgases. Also bitte schmeißen Sie nicht alle in einen Topf. Transitstopps gab es nur seitens der Ukraine und Belarus. Und ein rein kaufmännischer Vorgang ist dies auch nicht. Russland hat Belarus (ebenso wie der Ukraine) lange zu stark reduzierten Preisen Gas (als auch Öl) geliefert. Dies war klar politisch motiviert. Eine Erhöhung des Gaspreises, bzw. Veränderung der Zahlungsmodalitäten ist ebenso klar politisch motiviert.

    Antwort auf "Ostsee- Pipeline"

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