Angriff auf Hilfskonvoi Ägypten öffnet Grenze zum Gaza-Streifen

Die Blockade des Gaza-Streifens ist gelockert. Die Grenze ist bis auf weiteres geöffnet. Derweil wartet die Welt auf eine Entschuldigung von Israel – bislang vergebens.

Einen Tag nach dem gewaltsamen Militäreinsatz Israels gegen eine Schiffsflotte mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen hat Ägypten seine Grenze zum schmalen Palästinensergebiet überraschend geöffnet. Nach Angaben von ägyptischen und palästinensischen Behördenvertretern können Menschen die Grenze nun am Grenzübergang Rafah ungehindert passieren. Der ägyptische Grenzübergang ist der einzige, der nicht vollständig von der israelischen Armee kontrolliert wird.

Damit ist die von Israel verhängte Blockade des Küstenstreifens gelockert. Seit der Machtübernahme der radikalen Hamas in Gaza vor drei Jahren hat Ägypten den Übergang nur selten geöffnet. Allerdings ist die Grenze durch zahlreiche unterirdische Tunnelsysteme unterhöhlt. Viele lebensnotwendige Güter, aber auch Waffen sollen so in den Gaza-Streifen geschmuggelt werden. 

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Die Grenzöffnung – eine Frist, wie lange sie gelten soll, wurde zunächst nicht gesetzt – folgt unmittelbar auf das Abfangmanöver einer israelischen Spezialeinheit, die am frühen Montagmorgen eine Flottille pro-palästinensischer Hilfsorganisationen aufgebracht hatten. Mindestens neun Aktivisten wurden dabei getötet, etwa 30 verletzt. 

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Gewalt und forderte eine unparteiische Untersuchung, die "unabhängig, glaubwürdig und transparent" sein müsse. Um den Wortlaut hatten die USA, der Libanon als Ratsvorsitzender im Mai sowie die Türkei knapp zwölf Stunden miteinander gerungen. Am Ende enthielt sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einer Verurteilung Israels und verurteilte nur das Vorgehen, das zu Toten und Verletzten führte. Israel wird im Text der Erklärung nicht namentlich genannt.

Die Militäraktion löste weltweit einen Sturm der Entrüstung aus. Selbst enge Verbündete Israels äußerten Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes . Andere halten Israel vor, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, um die Flottille zu stoppen. Auch in Israel selbst gibt es starke Kritik an der Vorbereitung und Durchführung der Militäraktion. Allerdings wird die Schuld an der blutigen Eskalation ganz überwiegend den Aktivisten zugeschrieben.

Dennoch sieht Israel keinerlei Grund für eine Entschuldigung. "Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir uns selbst verteidigt haben", sagte Vizeaußenminister Danny Ajalon nach Angaben seines Büros in Jerusalem. Ajalon bezeichnete die sechs Schiffe der "Gaza-Solidaritätsflotte" als eine "Armada des Hasses und der Gewalt". Sie sei nur ein Beispiel für die "ständigen Provokationen, denen Israel ausgesetzt" sei. Der stellvertretende Außenminister fällte auch ein vernichtendes Urteil über die rund 700 pro-palästinensischen Aktivisten an Bord der Schiffe . "Bitte sagen Sie mir, welche Friedensaktivisten haben lange Messer und Schlagstöcke aus Metall dabei und versuchen andere umzubringen", sagte er.

 
Leser-Kommentare
    • 2M
    • 01.06.2010 um 18:33 Uhr

    Künftig möchte ich nur noch von der "ägyptisch-israelischen" Blockade des Gazastreifens lesen.

    • Fifty4
    • 10.06.2010 um 23:39 Uhr

    Endlich ein Lichtstreifen am Horiont. Gaza wird geöffnet, die Ägypter machen jetzt das Geschäft. Für die Israelis wirds zu teuer, das Gefängnis Gaza. Dann müssen sie verhandeln. Gut so. Der Frieden rückt näher.

    • Fifty4
    • 11.06.2010 um 11:01 Uhr

    Wo sind die Kommentare der Gefängniswärter? Sind die alle schon getürmt? Sonst schwingen die doch immer die AS-Keule!

    Sind wir jetzt wieder Freunde?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die gucken vermutlich noch fussball...

    egal, jedenfalls sind die gefängnistore jetzt offen.
    hoffentlich begreifen die betonköpfe (auf allen seiten <--- muss man ja hier dazuschreiben) jetzt endlich mal ihre chance auf frieden...

    grüsse

    die gucken vermutlich noch fussball...

    egal, jedenfalls sind die gefängnistore jetzt offen.
    hoffentlich begreifen die betonköpfe (auf allen seiten <--- muss man ja hier dazuschreiben) jetzt endlich mal ihre chance auf frieden...

    grüsse

  1. die gucken vermutlich noch fussball...

    egal, jedenfalls sind die gefängnistore jetzt offen.
    hoffentlich begreifen die betonköpfe (auf allen seiten <--- muss man ja hier dazuschreiben) jetzt endlich mal ihre chance auf frieden...

    grüsse

    Antwort auf "WO WO WO!"

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