Nahost-Konflikt Israel lockert Gaza-Blockade – Westerwelle will mehr

Israel hat angekündigt, die Isolation des Gaza-Streifens umfassend zu lockern. Dem Bundesaußenminister reicht das nicht. Und in Jerusalem rebelliert die Opposition.

Ladungscheck im palästinensischen Rafah. Israel hat beschlossen, die Blockade der Lieferungen nach Gaza weitgehend aufzuheben

Ladungscheck im palästinensischen Rafah. Israel hat beschlossen, die Blockade der Lieferungen nach Gaza weitgehend aufzuheben

Die Grenze zwischen Israel und Gaza wird nach drei Jahren Blockade wieder durchlässiger. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, es seien 150 Lastwagen mit bislang verbotenen Gütern in das Palästinensergebiet gelassen worden. Innerhalb der nächsten zwei Wochen solle der Warenverkehr täglich um etwa 30 Prozent wachsen. Ziel seien 400 Lastwagen täglich. Der Seeweg in das Küstengebiet soll dagegen laut Medienberichten weiterhin verschlossen bleiben.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hält die von Israel verfügte Lockerung der Blockade nicht für ausreichend. Zwar begrüße er den Politikwechsel Israels als Signal, "dass wir mit unserem Wirken Fortschritte erzielen", sagte der FDP-Politiker. Zugleich forderte er aber die vollständige Öffnung des Gaza-Streifens. "Die Abriegelung führt nur dazu, dass die Fundamentalisten gestärkt und die Menschen geschwächt werden ", sagte der Minister. "Der Gaza-Streifen muss komplett wieder geöffnet werden. Das ist in unserem Interesse einer vernünftigen Sicherheitspolitik."

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Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Entscheidung Israels ebenfalls. Die Bundesregierung sei aber für eine "schnelle Umsetzung" der Lockerung, sagte ein Regierungssprecher.

Der israelische Plan sieht vor, künftig wieder die Einfuhr aller zivilen Güter zu erlauben. Zuvor will die Regierung von Premier Benjamin Netanjahu noch eine Liste verbotener Waren veröffentlichen. Darauf sollen Waffen, Kampfmittel und "problematische Mehrzweckwaren" stehen, die sowohl militärisch als auch zivil nutzbar sind. Auch Dünger und Metalle dürfen die Grenze voraussichtlich nicht passieren.

Zudem will Israel die Kapazitäten an den Warenübergängen nach Gaza erheblich verbessern, um einen höheren Umschlag zu ermöglichen. Zudem soll der Grenzverkehr für  Dringlichkeitsfälle erweitert und mehr Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen in das Gebiet eingelassen werden. Falls notwendig, könne man auch mehr Grenzübergänge öffnen, hieß es. 

Auch Baumaterialien für zivile Zwecke sollen wieder nach Gaza kommen. Sie müssten jedoch Projekten dienen, die die Palästinenserführung unter Mahmud Abbas gebilligt hat und die internationaler Kontrolle unterstehen. Israel hatte die Einfuhr von Zement und anderen Baumaterialien nach Gaza verhindert, weil es einen Missbrauch durch die dort herrschende radikal-islamische Hamas-Organisation fürchtete, beispielsweise für den Bunkerbau. Das Verbot hatte die Aufbauarbeiten in den vom Gaza-Krieg zerstörten Gebieten erheblich behindert.

Mit dem gegenüber der Ankündigung vom vergangenen Donnerstag noch einmal aufgebesserten Kabinettsbeschluss dürfte Israel vor allem dem wachsenden Druck durch die internationale Gemeinschaft begegnen wollen. Die jüngste Kritik hatte sich an dem opferreichen Einsatz gegen eine internationale Hilfsflotte für das Palästinensergebiet entzündet, bei dem während des Einsatzes einer israelischen Eliteeinheit neun Menschen starben. Auch enge Verbündete Israels hatten sich gegen die Blockade ausgesprochen.

Der Europarat, die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der Sondergesandte des Nahost-Quartetts, Tony Blair, begrüßten daher die israelische Entscheidung. Auch aus Washington kamen positive Reaktionen.

Leser-Kommentare
  1. Jetzt haben die Israelis den Niebel nicht nach Gasa hineingelassen und müssen sich nun den Westerwelle anhören.

    • sbot
    • 21.06.2010 um 16:30 Uhr

    Die Gaza-Blockade muss beendet werden und in Gaza muss ein internationaler Hafen errichtet werden, so wie es die UN vorschreibt. Alles andere ist ein Bruch des Völkerrechts und eine Verhöhnung der UN.
    Die billigen Listen, die Israel da herausgibt, werden sowieso nach Belieben verändern und selbst dann kaum befolgt.
    Alles Wertvolle konfisziert Israel sowieso und verwendet es für den Bau neuer illegaler Siedlungen.

    • Debatz
    • 21.06.2010 um 16:40 Uhr

    Welle soll erstmal froh über den kleinen Schritt sein und sehen ob das funktioniert oder nicht. Und nicht gleich wie ein Baby dem man einen Löffel voll Brei hinhält sofort nach dem ganzen Glas grapschen.

    Wie wirkt das denn auf die Israelis? Dann hätte ich auch keine Lust mehr, wenn ständig einer mehr fordert.

    Ruhig Blut sag ich da, es wäre an der Zeit erwachsene Gespräche zu führen, freundschaftlich als Vermittler aufzutreten und nicht immer nur zu fordern. Dann klappt das auch mit den Nachbarn.

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    an nummer 3: wenn isral sich wie jedes andere demokratische land auf der welt verhält, nicht gegen menschenrechte verstößt, keine anderen länder angreift oder besetzt, keine zivilisten auf internationalem gewässern tötet, die menschen in gaza freilässt und zulässt daß sie wirklich wie "menschen" leben dürfen, wenn sie nie wieder gegen UN resolutionen verstoßen usw...... dann wird bestimmt NIE WIEDER JEMAND VON ISRAEL ETWAS FORDERN!

    an nummer 3: wenn isral sich wie jedes andere demokratische land auf der welt verhält, nicht gegen menschenrechte verstößt, keine anderen länder angreift oder besetzt, keine zivilisten auf internationalem gewässern tötet, die menschen in gaza freilässt und zulässt daß sie wirklich wie "menschen" leben dürfen, wenn sie nie wieder gegen UN resolutionen verstoßen usw...... dann wird bestimmt NIE WIEDER JEMAND VON ISRAEL ETWAS FORDERN!

  2. endlich kein stupider Meinungskommentar, sondern eine neutrale, faktisch belegte Aeusserung !

    Illegale Siedlungen
    Illegale Besetzung palist. Gebietes
    Illegale Abriegelung

    Menschrechtsverletzungen, soweit das Auge reicht !

    ps: Wieso redet die ganze Welt ueber den Iran, was ist denn mit Israel !?

  3. War doch zu erwarten: Egal, was Israel an Kompromissen macht, es kann nie genug sein.

    Demnächst wird es wohl noch eine Entschließung des Bundestages, des Europaparlaments und eine Aufforderung heimischer Spitzenpolitiker geben, im Sinne der Wissenschaftsfreiheit die Hamas nicht mehr daran zu hindern, Reichweite und Wirkung von Kassam-Raketen auszutesten.

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    • tower
    • 22.06.2010 um 9:56 Uhr

    wenn die Israelies nun wieder Schockolade, Chips und anderen Krims-Krams zulassen,aber wichtiges Baumaterial wie Zement und Eisen nicht zulassen.Diese ganzen Beschränkungen kann man getrost Schikane nennen und die Begründungen dafür sind wenig glaubhaft,tragen aber dazu bei, weitere Spannungen zu erzeugen.Das Elend im Gazastreifen und die Aufforderung der Weltgemeinschaft die Blockade zu beenden ,schert sie anscheinend einen Dreck,sonst würden sie nicht so handeln.

    • tower
    • 22.06.2010 um 9:56 Uhr

    wenn die Israelies nun wieder Schockolade, Chips und anderen Krims-Krams zulassen,aber wichtiges Baumaterial wie Zement und Eisen nicht zulassen.Diese ganzen Beschränkungen kann man getrost Schikane nennen und die Begründungen dafür sind wenig glaubhaft,tragen aber dazu bei, weitere Spannungen zu erzeugen.Das Elend im Gazastreifen und die Aufforderung der Weltgemeinschaft die Blockade zu beenden ,schert sie anscheinend einen Dreck,sonst würden sie nicht so handeln.

    • sbot
    • 21.06.2010 um 16:53 Uhr
    6. Babys?

    Aha, die Palästinenser sind also kleine Babys, während man mit den erwachsen israelischen Faschisten ruhig reden soll.

    Ich denke man sollte endlich mit dieser Apeasement-Politik aufhören, das israelische Apartheid-Regime ist genauso glaubwürdig wie die Hamas.

    Mit dem Unterschied das das israelische Terrorregime über 300 atomare Massenvernichtungswaffen besitzt und damit regelmässig droht alle "Terroristen" und "Andersdenkende" in Reichweite anzugreifen.

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    Kamerad, es ist schon ok, dass Du von der "Deutschen Stimme" abschreibst, wenn Dir selbst nichts mehr einfällt. Aber schreibe bitte zumindest die Rechtschreibfehler nicht mit ab...

    Schlagen Sie Begriffe wie "Apartheid" -vor unzutreffender Verwendung- bitte erstmal nach. Danke.

    Kamerad, es ist schon ok, dass Du von der "Deutschen Stimme" abschreibst, wenn Dir selbst nichts mehr einfällt. Aber schreibe bitte zumindest die Rechtschreibfehler nicht mit ab...

    Schlagen Sie Begriffe wie "Apartheid" -vor unzutreffender Verwendung- bitte erstmal nach. Danke.

  4. Herr Westerwelle hat nun ein Thema entdeckt um Wählerstimmen an sich zu ziehen.
    Wenn, er ein wirklicher Freund Israels ist sollte er ruhig Zurückhaltung üben, wie es unter Freunden üblich ist.

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    • lepkeb
    • 21.06.2010 um 17:48 Uhr

    der als dt. Aussenminister lieber die Interessen Polens und China gegenüber dem deutschen Volke vertritt, als sich um das Wohl des dt. Volkes zu kümmern.
    Man erinnere sich noch daran wie Herr Niebel die Entwicklungshilfe abschaffen wollte.
    Man hat halt ein Thema entdeckt, mit dem man hofft am inneren rechten Rand und bei den Passdeutschen Wählerstimmen zu gewinnen.

    • lepkeb
    • 21.06.2010 um 17:48 Uhr

    der als dt. Aussenminister lieber die Interessen Polens und China gegenüber dem deutschen Volke vertritt, als sich um das Wohl des dt. Volkes zu kümmern.
    Man erinnere sich noch daran wie Herr Niebel die Entwicklungshilfe abschaffen wollte.
    Man hat halt ein Thema entdeckt, mit dem man hofft am inneren rechten Rand und bei den Passdeutschen Wählerstimmen zu gewinnen.

    • lepkeb
    • 21.06.2010 um 17:48 Uhr

    der als dt. Aussenminister lieber die Interessen Polens und China gegenüber dem deutschen Volke vertritt, als sich um das Wohl des dt. Volkes zu kümmern.
    Man erinnere sich noch daran wie Herr Niebel die Entwicklungshilfe abschaffen wollte.
    Man hat halt ein Thema entdeckt, mit dem man hofft am inneren rechten Rand und bei den Passdeutschen Wählerstimmen zu gewinnen.

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