SeeblockadeIranischer Roter Halbmond will Schiffe nach Gaza schicken

Die iranische Sektion der Hilfsorganisation will zwei Schiffe in den Gaza-Streifen entsenden. Frankreich schlägt vor, Hilfslieferungen von der EU kontrollieren zu lassen.

Israel hat in den vergangenen Tagen alle Schiffe, die Hilfsgüter in den Gaza-Streifen bringen wollten, gewaltsam daran gehindert. Nun will die iranische Sektion der Hilfsorganisation Roter Halbmond zwei Schiffe mit Helfern und Hilfsgütern in das Palästinensergebiet schicken. Die Schiffe würden Ende der Woche aufbrechen, sagte der internationale Leiter des iranischen Roten Halbmondes, Abdolrauf Adibsadeh, nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Eines der Schiffe werde Spenden der iranischen Bevölkerung, vor allem Medikamente und Nahrungsmittel, transportieren, das andere Helfer. Freiwillige, die im Gaza-Streifen "dem unterdrückten Volk des besetzten Palästinas" helfen wollten, könnten sich auch der Website des Roten Halbmondes registrieren lassen, sagte Adibsadeh.

Die paramilitärischen iranischen Revolutionsgarden stünden bereit, die Flottille zu eskortieren, hieß es in Teheran. Es sei die Pflicht des Irans, die unterdrückten und unschuldigen Menschen von Gaza zu verteidigen.

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Nach der Erstürmung einer internationalen Gaza -Hilfsflotte durch das israelische Militär hat der französische Außenminister Bernard Kouchner eine vermittelnde Rolle der Europäischen Union (EU) vorgeschlagen. "Wir können die Ladung von Schiffen, die Richtung Gaza fahren, sehr gut kontrollieren", sagte Kouchner nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen William Hague vor Journalisten in Paris. "Wir können das machen, wir möchten das gerne machen, wir werden das sehr gerne machen", fügte Kouchner hinzu. Die EU müsse mehr als bisher tun, um auf "dem Weg des Friedens" im Nahen Osten praktisch, politisch und "materiell" voranzukommen.

In der Vergangenheit habe sich die EU bereits um die Kontrollen am Grenzpunkt Rafah zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten gekümmert, sagte Kouchner. Dies könne die EU in Zukunft erneut übernehmen. Auch Hague sagte, die EU könne "helfen, wie sie es in der Vergangenheit bereits getan hat". Es müsse gewährleistet werden, dass Handelsgüter in den von der radikalislamischen Hamas-Bewegung kontrollieren Gaza-Streifen gelangten, aber keine Waffen. "Es kann nicht so weitergehen wie bisher", sagte Kouchner. Die Einfuhr von Waffen in den Gaza-Streifen müsse durch Kontrollen verhindert werden, zugleich aber müsse dafür Sorge getragen werden, dass normale Handelsgüter in den Gaza-Streifen gelangten.

Kouchner und Hague plädierten für eine "internationale" Untersuchung der Erstürmung der Gaza -Hilfsflotte durch die israelische Marine, bei der am vergangenen Montag acht Türken und ein türkischstämmiger US-Bürger getötet wurden. Der israelische Botschafter in Washington, Michael Oren, hatte diesen Vorschlag zurückgewiesen. Israel sei ein demokratisches Land und "braucht keine Überprüfungen", sagte Oren in Fox News. Der Angriff auf die internationale Flottille mit Hilfsgütern für die im abgeriegelten Gaza-Streifen lebenden Palästinenser hatte international für Empörung gesorgt.

Die israelische Armee hat in den Gewässern vor dem Gaza-Streifen vier Palästinenser getötet . Hubschrauber und Schiffe der Marine hätten das Boot der Palästinenser unter Beschuss genommen, berichteten Rettungskräfte und Augenzeugen.

 
Leserkommentare
    • M.M.
    • 07.06.2010 um 10:14 Uhr

    Das hätte mich doch recht gewundert, wenn die Mullahs in dieser Angelegenheit nicht das Zündelfieber gepackt hätte.
    Man ist gewillt, den Konflikt, um alles in der Welt, am Kochen zu halten.
    Und die israelische Regierung ist durch ihr Verhalten dumm genug, dabei mitzuhelfen.
    Leider !!!!!

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    ...dort besteht seit 1948...! Endlich bekommt die Öffentlichkeit wieder mit das dort Menschen in einem Freilichtgefängnis gehalten werden! Immer weiter so - am besten aus jeder Himmelrichtung. Damit hoffentlich irgendwann wieder normale Verhältnisse in Palästina herrschen und die unterdrückung durch den israelischen Staatsapparat aufhört!

    ...dort besteht seit 1948...! Endlich bekommt die Öffentlichkeit wieder mit das dort Menschen in einem Freilichtgefängnis gehalten werden! Immer weiter so - am besten aus jeder Himmelrichtung. Damit hoffentlich irgendwann wieder normale Verhältnisse in Palästina herrschen und die unterdrückung durch den israelischen Staatsapparat aufhört!

    • tuxman
    • 07.06.2010 um 10:34 Uhr

    Jetzt weiß wohl jeder, was von vornherein der Sinn dieser Aktion war, da ging es wohl niemandem ernsthaft um das Leid der Palästinenser.

    Israel muss seine Zivilisten schützen und darf auf keinen Falldie Schiffe dieses Terrorregimes durchlassen, es wäre ja nicht das erste mal, das der Iran die Hamas mit Waffen unterstützt.

  1. ...den Iran-Krieg wollen.

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    ...ist unter anderen selbst unser "hochgeschätzter" Verteidigungsminister ein Zuchtvieh dieser Organisation bzw. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

    ...ist unter anderen selbst unser "hochgeschätzter" Verteidigungsminister ein Zuchtvieh dieser Organisation bzw. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

    • TDU
    • 07.06.2010 um 10:46 Uhr

    Das ist reine Provokation. Die allzu bereiten Unterstützer auch dieser Aktion sollten nicht ausser acht lassen, dass der Iran ihre Interesessn und Motive nun gar nicht im Sinn hat und jede ernsthafte Konfrontation aus dieser Aktion sie auch nicht unbeschadet lassen könnte.

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    So wie jede Aktion des Roten Kreuzes auch politisch provokant ist. Eine wirklich souveräne Demokratie liesse sich nicht fortwährend durch nichts provozieren. EU durchsucht Schiffe und gut ist's...kein Stress, kein Blut...nur halt Hilfsgüter....oder will man das dann doch eher nicht?

    • TDU
    • 07.06.2010 um 11:47 Uhr

    Der Vergleich mit dem Roten Kreuz greift erstens nicht, weil die Hilfsgüter auch anders geliefert werden können. Zweitens sind die Hilfsbedürftigen auch ein wenig selbst für Ihre Lage verantwortlich und drittens verhandelt auch das Rote Kreuz und ist gegenüber den Parteien politisch neutral.

    Kann man wohl vom Iran nicht sagen, denn ohne dessen Segen ginge das doch nicht.

    So wie jede Aktion des Roten Kreuzes auch politisch provokant ist. Eine wirklich souveräne Demokratie liesse sich nicht fortwährend durch nichts provozieren. EU durchsucht Schiffe und gut ist's...kein Stress, kein Blut...nur halt Hilfsgüter....oder will man das dann doch eher nicht?

    • TDU
    • 07.06.2010 um 11:47 Uhr

    Der Vergleich mit dem Roten Kreuz greift erstens nicht, weil die Hilfsgüter auch anders geliefert werden können. Zweitens sind die Hilfsbedürftigen auch ein wenig selbst für Ihre Lage verantwortlich und drittens verhandelt auch das Rote Kreuz und ist gegenüber den Parteien politisch neutral.

    Kann man wohl vom Iran nicht sagen, denn ohne dessen Segen ginge das doch nicht.

  2. So wie jede Aktion des Roten Kreuzes auch politisch provokant ist. Eine wirklich souveräne Demokratie liesse sich nicht fortwährend durch nichts provozieren. EU durchsucht Schiffe und gut ist's...kein Stress, kein Blut...nur halt Hilfsgüter....oder will man das dann doch eher nicht?

    Antwort auf "Reine Provokation"
  3. Bisher haben sich die Drahtzieher in Teheran im Hintergrund gehalten und sich hinter der armen Bevölkerung im Südlibanon und in Gaza versteckt. Jetzt suchen sie also den direkten Konflikt mit Israel. Das ist entlarvend, aber auch strategisch dumm.

    Was die EU betrifft, so ist sie doch schon mit ihrer Beteiligung an der UNIFIL überfordert. Unter den Augen der europäischen Soldaten hat die Hizbollah massiv aufgerüstet und ihre Stellungen ausgebaut, was über kurz oder lang zu einem neuen Libanon-Krieg führen wird. Ich glaube kaum, dass Israel diesen Versagern nun auch noch die Kontrolle über den zweiten iranischen Satelliten in der Region zugestehen wird.

  4. ...ist unter anderen selbst unser "hochgeschätzter" Verteidigungsminister ein Zuchtvieh dieser Organisation bzw. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

    • knuham
    • 07.06.2010 um 11:14 Uhr

    praktisch, ggf. mit Kanonenbooten von Seiten der EU oder UNO eingegriffen wird (als Geleitschutz für die iranischen Schiffe nach Gaza), wird der Konflikt nicht, wie ein Forist weiter oben meinte, "am Kochen gehalten", sondern der Konflikt muss zwangsläufig eskalieren (wenn man unterstellt, dass Israel resistent gegen Lernzuwächse ist und im Zweifel auf das eigene Militärpotential vertraut).

    Ich denke, die Azubi Catherine Ashton braucht hier ganz schnell (!) professionellen Beistand, um das Thema in diplomatische Bahnen zu lenken. Hat Herr WW noch Zeit sich hier zu engagieren oder muss er sich um seine Landesverbände kümmern?

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