Kirgistan Zehntausende fliehen vor Unruhen
Wegen der Unruhen in Kirgistan fliehen Zehntausende über die Grenze nach Usbekistan. Moskau fliegt Truppen zum Schutz russischer Militäranlagen ein.
©Reuters

Ein brennendes Haus in der Stadt Osh im Süden von Kirgistan. Über 100 Menschen wurden bei den Unruhen bereits getötet
Es sind die schwersten Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Volksgruppen in Kirgistan seit zwei Jahrzehnten: Trotz Ausgangssperre setzten vermummte Jugendliche auch am Sonntag, dem dritten Tag der jüngsten Gewaltexzesse, in der Stadt Osch und erneut Gebäude in Brand. Die Lage nach den neuen gewaltsamen ethnischen Auseinandersetzungen zwischen Kirgisen und Usbeken war weiter unübersichtlich, wie kirgisische Medien meldeten. Der Konflikt hatte sich zuletzt auch auf Dschalal-Abad und andere Orte in dem zentralasiatischen Land ausgeweitet.
Aufgrund der Krawalle flohen bereits zehntausende Menschen über die Grenze nach Usbekistan. In der Region Andidschan im Osten Usbekistans seien 32.000 Grenzübertritte allein von Erwachsenen registriert worden, sagte der zuständige Vertreter des usbekischen Katastrophenschutzministeriums, Abror Kossimow. Hinzu kämen tausende Kinder, die aber nicht einzeln erfasst würden. In der Ortschaft Jorkischlok wurden demnach drei Flüchtlingslager eingerichtet. Es handele sich bei den meisten Flüchtlingen um Frauen und Kinder sowie um ältere Angehörige der usbekischen Minderheit in Kirgistan.
Seit Donnerstag kamen bei den Straßenschlachten nach offiziellen Angaben bis zu 100 Menschen ums Leben. Mehr als 1000 weitere wurden verletzt. Das Militär errichtete in Osch und Dschalal-Abad zahlreiche Posten mit Soldaten. Tausende usbekische Flüchtlinge versuchten, die Grenze nach Usbekistan zu überqueren. Die kirgisische Übergangsregierung bat Russland erneut um militärischen Beistand und Ausrüstung, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.
Moskau hatte es zuerst abgelehnt , Truppen in die Krisenregion zu senden. Wie die Agentur Interfax berichtete, wurden am Sonntag jedoch Hunderte zusätzlicher Soldaten zum Schutz eines russischen Militärstützpunktes in Nordkirgistan entsandt. Drei schwere Militärmaschinen vom Typ Iljuschin Il-76 mit einem Bataillon russischer Fallschirmjäger seien bereits auf der Basis in Kant eingetroffen. Die Flugzeuge hätten auch Munition transportiert.
Am Samstag hatte die Übergangsregierung in Kirgistan die Teilmobilmachung der Armee verkündet. Soldaten und Polizisten waren kurz zuvor bereits per Dekret ermächtigt worden, ohne Vorwarnung zu schießen. Der "Einsatz tödlicher Waffen" sei erlaubt, um Angriffe auf Polizei und Armee zu erwidern, die Regierung, Zivilisten und Privateigentum zu schützen, erklärte die Regierung.
Die Behörden begannen unterdessen damit, Verletzte aus der Region auszufliegen. Auch in Moskau landete ein Rettungsflugzeug mit Schwerverletzten aus Osch. Beobachter sprachen von einer "humanitären Katastrophe" und Zuständen "wie im Krieg". Es drohe eine Hungerkatastrophe. Beobachter machen Anhänger des gestürzten Präsidenten Bakijew für das Blutvergießen verantwortlich. Die Unruhe-Region ist die Heimat von Bakijew, der nach einem Volksaufstand mit vielen Toten in Weißrussland Asyl erhalten hatte.
Bakijew
dagegen beschuldigte die Übergangsregierung, für die Unruhen verantwortlich zu sein. "Heute steht die kirgisische Republik am Rande ihres Zusammenbruchs. Es sterben Menschen, und niemand von den derzeitigen Machthabern ist in der Lage, ihr Leben zu schützen", sagte Bakijew am Sonntag der Agentur Interfax.
Bakijew hatte nach seinem Sturz Anfang April im autoritär geführten Weißrussland Asyl bekommen. Zugleich wies der Ex-Präsident Vorwürfe der Interimsführung zurück, er und sein Clan hätten die ethnischen Auseinandersetzungen zwischen Kirgisen und Usbeken entfacht. "Das ist eine Lüge", sagte Bakijew in Minsk.
- Datum 13.06.2010 - 19:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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Es wäre doch sehr erfreulich, wenn man mal über die wahren Konfliktlinien in Kirgisistan berichten würde.
Denn auch hier handelt es sich um einen Konflikt im Rahmen der islamistischen Weltrevolution an einem Ausbreitungsrand des Islam.
Die sunnitisch geprägte Bevölkerungsmehrheit versucht gerade, die russisch-orthodoxe Minderheit zu ermorden bzw. zu vertreiben. Nebenbei will man sich auch das Eigentum der christlichen Minderheit unter den Nagel reißen.
In den 1990iger Jahren hatte Deutschland ja bereits zehntausende Mennoniten aufgenommen, hier meist Spätaussiedler genannt, die vor den ethnischen und religiösen Pogromen in ihrer kirgisischen Heimat flohen. Diese Migrantengruppe ist im Übrigen heute meist super integriert, hat Wohneigentum aufgebaut, arbeitet viel. Oft hat man schon seine mennonitischen Kirchen in deutschen Gemeinden gebaut, grenzt sich aber trotzdem nicht ab. Würden sich unsere islamischen Migranten aufführen, wie die kirgisischen Mennoniten, hätten wir kein Integrationsproblem.
Hat denn unter den heutigen Schreiberlingen tatsächlich keiner auch nur einen Hauch Ahnung, was da in Zentralasien seit Jahren abgeht?
Oder passt die Archaik der Konfliktursachen einfach nicht ins eigene vermeintlich ach so moderne Weltbild?
PS: Hier sollte der Kommentar hin ...
Beides Turkvölker,
die URsache liegt woanders und net in der Religion !
Also den Ball flachhalten
und wieder einmal überschlagen Sie sich mit Pauschalisierungen die den Islam als die Wurzel allen Übels identifizieren. Lernen Sie endlich zu differnzieren anstatt endlos zeit.online mit ihren pseudo-aufklärerischen Kommentaren zu belegen. Wie so oft werfen Sie alle Muslime über einen Haufen und mokieren sich im selben Atemzug über die ach so inkompetenten "Schreiberlinge". Haben Sie eigentlich in Ihrem Leben jemals Muslime kennengelernt? Außer in dem Medien darüber gelesen oder gesehen zu haben, meine ich. Wenn Ihre Ausführungen nicht so himmelschreiend ungerecht und verleumderich wären, könnte man diese getrost belächeln.
Beides Turkvölker,
die URsache liegt woanders und net in der Religion !
Also den Ball flachhalten
und wieder einmal überschlagen Sie sich mit Pauschalisierungen die den Islam als die Wurzel allen Übels identifizieren. Lernen Sie endlich zu differnzieren anstatt endlos zeit.online mit ihren pseudo-aufklärerischen Kommentaren zu belegen. Wie so oft werfen Sie alle Muslime über einen Haufen und mokieren sich im selben Atemzug über die ach so inkompetenten "Schreiberlinge". Haben Sie eigentlich in Ihrem Leben jemals Muslime kennengelernt? Außer in dem Medien darüber gelesen oder gesehen zu haben, meine ich. Wenn Ihre Ausführungen nicht so himmelschreiend ungerecht und verleumderich wären, könnte man diese getrost belächeln.
in Vorurteilen verrannt haben.Laut Medienberichten handelt es sich eher um einen Konflikt zwischen Kirigisen und Usbeken.
Wahrscheinlich glauben Sie auch an den Weihnachtsmann...
Wahrscheinlich glauben Sie auch an den Weihnachtsmann...
Beides Turkvölker,
die URsache liegt woanders und net in der Religion !
Also den Ball flachhalten
ganz von der Hand zu weisen ist das nicht.
s. hier
http://www.kleinezeitung....
Laut Auswaertiges Amt heißt es Kirgisistan und nicht wie hier im Artikel als Kirgistan.
http://www.auswaertiges-a...
Kirgistan oder Kirgisistan - beides ist richtig, auch Kirgisien ist zulässig. Die Kirgisen selbst nennen ihr Land Kirgisstan. So ungefähr jedenfalls, das Transskript hat immer Mängel. Und auf Russisch heisst es Kirgisija. Wunschkonzert...
Kirgistan oder Kirgisistan - beides ist richtig, auch Kirgisien ist zulässig. Die Kirgisen selbst nennen ihr Land Kirgisstan. So ungefähr jedenfalls, das Transskript hat immer Mängel. Und auf Russisch heisst es Kirgisija. Wunschkonzert...
@ 2 und 3: julia hat doch recht!3/4 aller bewaffneten Konflikte laßen sich auf Religion zurückführen!
Wahrscheinlich glauben Sie auch an den Weihnachtsmann...
aber sind zeit.online Leser? Es dürfte recht schwer sein, auch nur über die Staumeldungen in Österreich informiert zu sein, wenn man keinem Medium glaubt. Aber bitte.
aber sind zeit.online Leser? Es dürfte recht schwer sein, auch nur über die Staumeldungen in Österreich informiert zu sein, wenn man keinem Medium glaubt. Aber bitte.
Kirgistan oder Kirgisistan - beides ist richtig, auch Kirgisien ist zulässig. Die Kirgisen selbst nennen ihr Land Kirgisstan. So ungefähr jedenfalls, das Transskript hat immer Mängel. Und auf Russisch heisst es Kirgisija. Wunschkonzert...
Ich komme aus dieser Gegend und kenne mich mit allen umliegenden Ländern und deren Namen aus. "istan" heißt soviel wie Land und das finden Sie bei den Uzbeken, Tadjiken, Afghanen, etc... Kirgisen sind das Volk und ihr heißt Land dementsprechend Kirgisistan.
Ich komme aus dieser Gegend und kenne mich mit allen umliegenden Ländern und deren Namen aus. "istan" heißt soviel wie Land und das finden Sie bei den Uzbeken, Tadjiken, Afghanen, etc... Kirgisen sind das Volk und ihr heißt Land dementsprechend Kirgisistan.
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