Nordkorea Ein Nachfolger für Kim Jong Il?

Die regierende Arbeiterpartei Nordkoreas will ihre Spitze neu besetzen. Experten gehen davon aus, dass Kim Jong Ils Sohn Kim Jong Un offiziell aufrücken könnte.

Ein undatiertes Foto zeigt den langjährigen Führer Nordkoreas, Kim Jong Il

Ein undatiertes Foto zeigt den langjährigen Führer Nordkoreas, Kim Jong Il

Zum ersten Mal seit 44 Jahren hat die regierende kommunistische Arbeiterpartei Nordkoreas einen Parteitag einberufen, auf dem die Führung neu besetzt werden soll. Das Politbüro des Zentralkomitees der Partei werde Anfang September zusammentreten, um "ihr höchstes Führungsgremium zu wählen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen könnte nach Meinung von Beobachtern dem Regime in Pjöngjang auch dazu dienen, offiziell die Nachfolge an der Spitze des Staates in die Wege zu leiten. Der gesundheitlich angeschlagene Machthaber Kim Jong Il bereitet südkoreanischen Berichten alles für seinen jüngsten Sohn, Kim Jong Un, vor. "Während dieser Konferenz wird der Norden Kim Jong Un voraussichtlich den offiziellen Status als Thronanwärter zuerkennen", sagte der südkoreanische Politikprofessor Kim Yeon Chul.

Die geplante Wahl spiegelt laut KCNA die neuen Erfordernisse der Partei wider. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Man stehe "vor den heiligen revolutionären Aufgaben", die Arbeiterpartei in eine "ewige ruhmvolle Partei" des früheren Staatschefs Kim Il Sung zu entwickeln, hieß es.

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Kim Il Sung hatte während seiner Herrschaft seinen Sohn Kim Jong Il systematisch auf die Nachfolge vorbereitet. Offiziell bekannt gemacht wurde die Machtregelung 1980, als Kim Jong Il bei einem Parteitreffen zum Leiter eines Parteiorgans ernannt wurde.

Die Gesundheit des 68-jährigen Machthabers soll seit einem Schlaganfall vor gut zwei Jahren angeschlagen sein. Kims jüngster Sohn steht nach Erkenntnissen von Nordkorea-Experten bereits seit längerem als künftiger Nachfolger fest und könnte demnach bereits jetzt hinter verschlossenen Türen ins Amt gehoben werden, was dann aber erst 2010 verkündet werden würde.
 

 
Leser-Kommentare
  1. soll ja auch nur ein neuer Fußball-Trainer gewählt werden ;)

    • se1f
    • 26.06.2010 um 12:13 Uhr

    Ein Trottel geht, ein Trottel kommt... Es ist zu bezweifeln, dass der neue alles andere als ein weiterer Terrorfürst wird.

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    • A-Town
    • 26.06.2010 um 13:11 Uhr

    Wer weiß, vielleicht verliert der Kim Jung Un sein Gedächnis und wird sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen;)

    • A-Town
    • 26.06.2010 um 13:11 Uhr

    Wer weiß, vielleicht verliert der Kim Jung Un sein Gedächnis und wird sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen;)

    • xpol
    • 26.06.2010 um 12:19 Uhr

    ... musste gehen, als er versuchte, den Koreakrieg zu gewinnen.

    Seit dem lebt das (Nord)-koreanische Volk in unsäglichem Elend.
    Die mussten unser BSE-Fleisch essen!

    Ende scheinbar nicht abzusehen.

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    Es gab vor einigen Jahren eine Lieferung von Rindfleisch aus der EU an Nordkorea.
    Dieses Fleisch war vollkommen in Ordnung. Aber es war aufgrund der BSE-Schlagzeilen auf dem EU-Markt nicht mehr verkaufbar bzw hätte den Preis zu weit gedrückt. Und so entschied man sich das Fleisch zu verschenken. Und das einzige Land auf der Welt, in dem man mit diesem Geschenk keine Schieflage im Lokalen Fleischmarkt erzeugen konnte, war Nordkorea. Denn dort gibt es schlichtweg keinen Fleischmarkt.

    Es gab vor einigen Jahren eine Lieferung von Rindfleisch aus der EU an Nordkorea.
    Dieses Fleisch war vollkommen in Ordnung. Aber es war aufgrund der BSE-Schlagzeilen auf dem EU-Markt nicht mehr verkaufbar bzw hätte den Preis zu weit gedrückt. Und so entschied man sich das Fleisch zu verschenken. Und das einzige Land auf der Welt, in dem man mit diesem Geschenk keine Schieflage im Lokalen Fleischmarkt erzeugen konnte, war Nordkorea. Denn dort gibt es schlichtweg keinen Fleischmarkt.

    • A-Town
    • 26.06.2010 um 13:11 Uhr

    Wer weiß, vielleicht verliert der Kim Jung Un sein Gedächnis und wird sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen;)

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    "Nach Berichten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung [3] besuchte Kim Jong-un die International School of Berne in Gümligen (Schweiz), eine Privatschule. Sie liegt nur 10 km von der nordkoreanischen Botschaft entfernt. Ein ehemaliger Direktor erzählte der Zeitung, Kim Jong-un sei immer von einem als Schüler getarnten Leibwächter begleitet gewesen. Er habe die Schule im Jahr 1998 ohne Abschluss verlassen. Kim Jong-un habe auch Freunde unter amerikanischen Diplomatenkindern gehabt, spreche gut Englisch (die Unterrichtssprache) und vermutlich auch Deutsch. Von 1998 bis 2000 soll er die 6. bis 8. Klasse der Volksschule in Köniz bei Bern besucht haben. Bei der Schule war er allerdings als Sohn eines Fahrers der nordkoreanischen Botschaft in Muri bei Bern angemeldet. Nach Aussagen eines früheren Mitschülers begeistere er sich für Basketball und Filme mit Jean Claude van Damme. Er sei intelligent und ehrgeizig gewesen und habe sich gut in der Klasse integriert."

    http://de.wikipedia.org/w...

    Warum schicken Diktatoren ihren Nachwuchs immer auf europäische Schulen?

    "Nach Berichten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung [3] besuchte Kim Jong-un die International School of Berne in Gümligen (Schweiz), eine Privatschule. Sie liegt nur 10 km von der nordkoreanischen Botschaft entfernt. Ein ehemaliger Direktor erzählte der Zeitung, Kim Jong-un sei immer von einem als Schüler getarnten Leibwächter begleitet gewesen. Er habe die Schule im Jahr 1998 ohne Abschluss verlassen. Kim Jong-un habe auch Freunde unter amerikanischen Diplomatenkindern gehabt, spreche gut Englisch (die Unterrichtssprache) und vermutlich auch Deutsch. Von 1998 bis 2000 soll er die 6. bis 8. Klasse der Volksschule in Köniz bei Bern besucht haben. Bei der Schule war er allerdings als Sohn eines Fahrers der nordkoreanischen Botschaft in Muri bei Bern angemeldet. Nach Aussagen eines früheren Mitschülers begeistere er sich für Basketball und Filme mit Jean Claude van Damme. Er sei intelligent und ehrgeizig gewesen und habe sich gut in der Klasse integriert."

    http://de.wikipedia.org/w...

    Warum schicken Diktatoren ihren Nachwuchs immer auf europäische Schulen?

  2. Es gab vor einigen Jahren eine Lieferung von Rindfleisch aus der EU an Nordkorea.
    Dieses Fleisch war vollkommen in Ordnung. Aber es war aufgrund der BSE-Schlagzeilen auf dem EU-Markt nicht mehr verkaufbar bzw hätte den Preis zu weit gedrückt. Und so entschied man sich das Fleisch zu verschenken. Und das einzige Land auf der Welt, in dem man mit diesem Geschenk keine Schieflage im Lokalen Fleischmarkt erzeugen konnte, war Nordkorea. Denn dort gibt es schlichtweg keinen Fleischmarkt.

    Antwort auf "McArthur ..."
  3. "Nach Berichten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung [3] besuchte Kim Jong-un die International School of Berne in Gümligen (Schweiz), eine Privatschule. Sie liegt nur 10 km von der nordkoreanischen Botschaft entfernt. Ein ehemaliger Direktor erzählte der Zeitung, Kim Jong-un sei immer von einem als Schüler getarnten Leibwächter begleitet gewesen. Er habe die Schule im Jahr 1998 ohne Abschluss verlassen. Kim Jong-un habe auch Freunde unter amerikanischen Diplomatenkindern gehabt, spreche gut Englisch (die Unterrichtssprache) und vermutlich auch Deutsch. Von 1998 bis 2000 soll er die 6. bis 8. Klasse der Volksschule in Köniz bei Bern besucht haben. Bei der Schule war er allerdings als Sohn eines Fahrers der nordkoreanischen Botschaft in Muri bei Bern angemeldet. Nach Aussagen eines früheren Mitschülers begeistere er sich für Basketball und Filme mit Jean Claude van Damme. Er sei intelligent und ehrgeizig gewesen und habe sich gut in der Klasse integriert."

    http://de.wikipedia.org/w...

    Warum schicken Diktatoren ihren Nachwuchs immer auf europäische Schulen?

    Antwort auf "Hoffnung?"
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    Ich denke, die meisten Diktatoren ahnen, dass es in der nächsten Generation ganz schnell wieder aus ist mit der Familienherrschaft, wenn der Junior zu sehr vom heimischen Hofstaat verhätschelt wurde und auch nur die Propaganda und nicht die Wirklichkeit kennt.

    Ich denke, die meisten Diktatoren ahnen, dass es in der nächsten Generation ganz schnell wieder aus ist mit der Familienherrschaft, wenn der Junior zu sehr vom heimischen Hofstaat verhätschelt wurde und auch nur die Propaganda und nicht die Wirklichkeit kennt.

  4. Ich denke, die meisten Diktatoren ahnen, dass es in der nächsten Generation ganz schnell wieder aus ist mit der Familienherrschaft, wenn der Junior zu sehr vom heimischen Hofstaat verhätschelt wurde und auch nur die Propaganda und nicht die Wirklichkeit kennt.

    Antwort auf "Kim Jong Un"
  5. Ohne China mit seinen geostrategischen Interessen im Rücken gäbe es dank der auch in Nordkorea bewiesenen kommunistischen Ineffizienz ein Regime nicht, in dem das Volk nichts zu sagen hat, sein Universalvormund, die Kommunisten, aber alles.

    Eine Variante kommunistischen Totalitarismus gibt es in Nordkorea aber doch. Die Macht geht dort, trotz behaupteter Volksdemokratie, Volksherrschaft und Volksrepublik wie in den Erbfolgen absolutistischer Monarchien vom Vater auf den Sohn und von diesem auf den Enkel über. Die Frauen haben dabei nichts zu sagen und das Volk schon gar nichts. Dafür dürfen sie aber etwas sehr Schönes tun: Sie dürfen ihre Vormünder, alles große helle 'Sonnen' und mit unvorstellbarer Weisheit ausgestattet, bejubeln und sich für den Hunger bedanken, den ein völlig irres Kommunistensystem, wie überall in der Geschichte, im Lande anrichtet: Hunger nach Brot und Hunger nach Freiheit.
    .
    Wer - aus freien Stücken - Kommunisten wählt, sollte sich immer klar sein, daß er die Selbstentmündigung wählt und nicht besonders gescheit handelt. Die Tschechoslowaken z.B. haben dies 1946 vorgemacht und dann mehr als 40 Jahre durchexerzieren müssen, was Kommunisten mit der Freiheit ihrer Bürger anzustellen pflegen. Am Ende wurden sie, wie man es auch den Nordkoreanern wünschen möchte, frei. In Europa sind Kommunisten überall an ihrer erbärmlichen, alles umfassenden und alles umlügenden Verkommenheit gescheitert. Kläglich gescheitert.

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    • ztc77
    • 27.06.2010 um 5:53 Uhr

    Die Zeitschrift Internationale Politik redet von 43 Diktaturen, davon nennen sich nur 2 "kommunistisch".
    Autonomos Versuch von Angstmache gegenüber dem Fetisch "Kommunismus" soll von der riesigen Gefahr der "defekten Demokratie" ablenken, die wir dann erleben, wenn Gruppen, die sich "deutsch, konservativ, liberal, christlich" nennen, mithilfe verdummender Sprüche die eigene Macht unter dem Deckmantel der Demokratie sicherstellen wollen.

    • ztc77
    • 27.06.2010 um 5:53 Uhr

    Die Zeitschrift Internationale Politik redet von 43 Diktaturen, davon nennen sich nur 2 "kommunistisch".
    Autonomos Versuch von Angstmache gegenüber dem Fetisch "Kommunismus" soll von der riesigen Gefahr der "defekten Demokratie" ablenken, die wir dann erleben, wenn Gruppen, die sich "deutsch, konservativ, liberal, christlich" nennen, mithilfe verdummender Sprüche die eigene Macht unter dem Deckmantel der Demokratie sicherstellen wollen.

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  • Quelle AFP, dpa
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  • Schlagworte Kim Jong-il | Kim Jong-un | Nordkorea | Kim Jong | Pjöngjang
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