Ölpest im Golf Obama strebt Kurswechsel in der Energiepolitik an
Der US-Präsident will aus der Ölkatastrophe am Golf Lehren ziehen: Die Energiebranche soll umweltfreundlicher werden. Und Steuervorteile für Ölmultis stellt er infrage.
© Mandel Ngan/AFP/Getty Images

US-Präsident Obama will Konsequenzen aus der Öl-Katastrophe ziehen
Der wegen seines Krisenmanagements in die Kritik geratene Präsident Barack Obama versucht, wieder in die Offensive zu kommen. Bei einer Rede an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh kündigte er Konsequenzen aus der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko an. So forderte Obama zum Beispiel ein Ende der Steuererleichterungen für die Öl-Branche.
Wegen der Risiken bei der Ölförderung aus der Tiefsee müssten sich die USA zudem stärker sicheren und umweltfreundlicheren Energien zuwenden. Das Auslaufen des Öls im Golf sei entweder auf menschliches Versagen zurückzuführen – oder aber darauf, dass die Konzerne möglicherweise Sicherheitsvorschriften umgangen hätten.
Vizepräsident Joe Biden nahm Obama unterdessen gegen Kritik in Schutz. Wenn es einen Fehler gegeben habe, dann den, nicht deutlich genug kommuniziert zu haben, wie stark sich der Präsident von Beginn an im Kampf gegen die Ölpest eingesetzt habe, sagte Biden im Fernsehen.
Nach dem gescheiterten Versuch, das Bohrleck mit dem Einspritzen von Schlamm und Geröll zu verschließen, stieß der Ölkonzern BP auch bei einem erneuten Anlauf auf Probleme. Das Sägeblatt eines Unterwasser-Roboters verhakte sich beim Durchschneiden eines beschädigten Außenrohres am Bohrloch.
Mehrere Stunden später gelang es aber, das Blatt freizubekommen, um die Arbeiten fortzusetzen, wie aus Kreisen der Einsatzkräfte verlautete. Wenn es gelingt, das Rohr zu kappen, soll eine Art Glocke zum Absaugen des Öls installiert werden.
Das neue Verfahren gilt als riskant, weil sich der Öl-Austritt durch das Kappen des Rohres zunächst um etwa 20 Prozent erhöhen kann. BP setzt mittelfristig vor allem auf Entlastungsbohrungen, die das Austreten des Öls stoppen sollen. Die zwei Kanäle, mit denen Ende Mai begonnen worden war, gelten als verlässliches, aber zeitaufwendiges Verfahren, den Ölfluss ins Meer zu stoppen. Experten rechnen damit, dass das Leck aber erst im August so endgültig gestopft sein kann.
Der Konzern hat mittlerweile eingeräumt, nicht ausreichend auf die Gefahr einer Ölkatastrophe vorbereitet gewesen zu sein. "Es ist ohne Zweifel klar, dass wir nicht die Werkzeuge hatten, die man in seinem Werkzeugkasten haben will", sagte BP-Chef Tony Haywardder Financial Times . In der vergangenen Woche hatte er noch erklärt, BP habe die Technologie, um die Folgen der Explosion der Bohrinsel zu beherrschen.
Gleichzeitig entschuldigte sich Hayward für seine umstrittene Äußerung, er wolle sein altes Leben zurück. Die Worte waren insbesondere bei Angehörigen der elf Arbeiter auf Empörung gestoßen, die bei der Explosion der Öl-Plattform umgekommen waren. "Ich habe eine verletzende und gedankenlose Bemerkung gemacht", erklärte Hayward.
Die Bohrplattform
Deepwater Horizon
war am 20. April im Golf von Mexiko nach einer Explosion gesunken. Seitdem strömen aus einem defekten Bohrloch jeden Tag bis zu drei Millionen Liter Öl ins Meer. Die USA stehen nach Einschätzung von Fachleuten vor der größten Umweltkatastrophe ihrer Geschichte.
- Datum 03.06.2010 - 11:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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für einen Präsidenten, der weiß, dass hier politischer Selbstmord der Preis der Vernunft ist. Wenn er sich mit Big Oil anlegt, kann er gleich gehen, und sollte das auch, solange er es noch ehrenhaft kann - irgendeinen Knopf wird man ihm schon an die Backe nähen.
Oder weiß er's vielleicht gar nicht? Harvard-Rechtstheoretiker im Glauben an das Gute im Menschen?
Oder ist das alles am Ende wieder nur eine publikumswirksame Show? Hat es zuvor geheime "Sondierungsgespräche" gegeben im Stil von: "Liebe Ölbosse, verzeiht, jetzt muss ich euch verbal abwatschen, damit das Volk und das Ausland beruhigt sind, aber seid beruhigt, am Ende wird der Berg von Initiativen nur eine Maus gebären"?
Fragen über Fragen...
Glauben Sie nicht auch, dass gerade jetzt der beste Zeitpunkt ist, um die öffentliche und auch überparteiliche Unterstützung für eine Auseinandersetzung mit "Big Oil" zu gewinnen?
Im Übrigen: Es ist der einzig denkbare, offensive Schritt, den Obama in der gegenwärtigen Lage überhaupt gehen kann, um die Aufmerksamkeit von Medien und Wahlvolk vom Desaster abzulenken. In meinen Augen ist die Ankündigung daher strategisch die beste Wahl. Sachlich richtig ist sie sowieso.
Glauben Sie nicht auch, dass gerade jetzt der beste Zeitpunkt ist, um die öffentliche und auch überparteiliche Unterstützung für eine Auseinandersetzung mit "Big Oil" zu gewinnen?
Im Übrigen: Es ist der einzig denkbare, offensive Schritt, den Obama in der gegenwärtigen Lage überhaupt gehen kann, um die Aufmerksamkeit von Medien und Wahlvolk vom Desaster abzulenken. In meinen Augen ist die Ankündigung daher strategisch die beste Wahl. Sachlich richtig ist sie sowieso.
Glauben Sie nicht auch, dass gerade jetzt der beste Zeitpunkt ist, um die öffentliche und auch überparteiliche Unterstützung für eine Auseinandersetzung mit "Big Oil" zu gewinnen?
Im Übrigen: Es ist der einzig denkbare, offensive Schritt, den Obama in der gegenwärtigen Lage überhaupt gehen kann, um die Aufmerksamkeit von Medien und Wahlvolk vom Desaster abzulenken. In meinen Augen ist die Ankündigung daher strategisch die beste Wahl. Sachlich richtig ist sie sowieso.
in einem Interview, es gebe im Golf von Mexiko immer noch mehr Wasser als Öl.
Mit Öl kann man gute Geschäfte machen. Da lohnt es sich auch gelegentlich die CIA oder reguläre Truppen auf die Reise zu schicken. Windenergie und Fotovoltaik stellen für die Ölkonzerne keine Gefahr dar, sie verbrauchen bei Installation und Betrieb mehr Energie als sie einsparen. Außerdem kann man mit Ihnen Steuergelder einstreichen und die Strompreise erhöhen. Eine Konkurrenz wären Kernkraftwerke. Da war ein Unfall bei Three Miles Island am 28. März 1979 ein willkommener Anlass, um in den USA keine neuen KKW zu bauen. Die deutschen "Linken" unterstützen in diesem Sinne die Ölkonzerne, indem sie sich (freiwillig?)aus Kernwaffengegnern zu Kernkraftwerksgegener verwandelten. Damit helfen sie Obama in keiner Weise. Da man Ölpreise gut beinflussen lassen, haben auch die Banken ihren Vorteil mit Ihnen.
Wenn diese Katastrophe für irgendetwas "gut" sein könnte, dann dafür, zumindest einigen Amerikanern die Augen zu öffnen, wohin ihre Abhängigkeit vom Öl führt.
Wenn sie schon den Klimawandel für eine Erfindung von Al Gore und die Kriege im Nahen Osten für den Kampf des Guten gegen das Böse halten, so werden dieses Desaster und seine Ursachen noch über lange Jahre offensichtlich bleiben.
Ich wünsche Obama eine glückliche Hand und drücke die Daumen.
... müssten wir uns darüber klar werden, dass dies ein globales Problem ist. Und irgendwann haben alle Umwelt-Katastrophen Auswirkungen auf alle - auch auf die Guys in den Teppich-Etagen von Big Oil zum Beispiel. Sogar Milliardäre sind auf saubere Atemluft angewiesen.
Zehn Jahre in Florida haben mich mit etlichen Hurricanes bekannt gemacht. Die halten sich an keine Landesgrenzen, manchmal auch nicht an meteorologischen Prognosen.
Es soll ja schon vorgekommen sein, dass karibische Fische über West-Europa vom Himmel fielen. Oel-Tröpfchen dürften das auch wohl schaffen.
Tina aus der Schweiz.
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