Australien Wie ein Regierungschef am Klimaschutz scheitert
Nie war ein Premier in Australien so beliebt wie Kevin Rudd – und nie ist einer so schnell abgestürzt. Nun löste ihn seine Parteigenossin Julia Gillard ab.
Seit Monaten schon reihte sich bei Australiens Premier Kevin Rudd ein Desaster an das andere, seine Umfragewerte rutschten in den Keller. Der Mann, einst beliebtester Premier des Kontinents, schreibt nun Geschichte als erster Regierungschef Australiens, der noch während seiner ersten Amtszeit das Zepter abgeben muss. Donnerstagmorgen trat Rudd vor einer parteiinternen Kampfabstimmung von seinem Amt zurück und Julia Gillard wurde zur neuen Premierministerin ernannt.
Mittwochabend waren Rudd, Gillard und Verteidigungsminister John Faulkner von der regierenden Labor-Partei hinter verschlossenen Türen zusammengekommen. "Sie mussten eine Partei retten, die am Ausbluten war", sagt Haydon Manning, Politikwissenschaftler an der Flinders Universität in Adelaide. Der als neutral geltende Faulkner sollte dabei eine Vermittlerrolle zwischen Rudd und seiner Herausforderin Gillard spielen. Mittwochabend war Rudd noch kampfeslustig, doch Donnerstag früh gab er auf bevor die Abstimmung um den Parteivorsitz - die er selbst angesetzt hatte - zu einer Blamage für ihn werden konnte. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Als Rudd Ende 2007 zum Premierminister gewählt wurde, stand er für Erneuerung und Wandel. Die Bevölkerung hatte genug vom alten Haudegen John Howard, der in Cowboy-Manier das Land zwölf Jahre lang geführt hatte. Die Australier liebten ihren neuen Premier Rudd, seine Umfragewerte erreichten Werte, von denen andere nicht mal zu träumen wagten. Knapp drei Viertel aller Australier waren mit Rudd zufrieden - doch diese Zufriedenheit hielt nur so lange, bis sie bemerkten, dass Rudd seinen Worten keine Taten folgen ließ.
Seine vielen Versprechen vor der Wahl machte Rudd nur scheinbar umgehend wahr, indem er sich zum Beispiel im Februar 2008 bei den Aborigines für die Gräultaten der Vergangenheit entschuldigte. Doch das zweischneidige und umstrittene Notfallprogramm für die Ureinwohner im Northern Territory, das noch Howard 2007 gestartet hatte, um der desolaten Zustände bei den Aborigines im Norden Herr zu werden, ließ er nicht auslaufen, sondern weitete es sogar aus. Kindesmissbrauch, Alkoholismus und Schulverweigerung sollten eingedämmt werden. Um das Programm durchsetzen zu können, musste Howard ein Antidiskriminierungsgesetz außer Kraft setzen. Rudd wollte die Suspendierung eigentlich aufheben.
Auch in anderen Politikbereichen hat Rudd Etikettenschwindel begangen. Er nimmt für sich in Anspruch, dazu beigetragen zu haben, dass Australien nur kleinere Schäden aus der Wirtschaftskrise davongetragen hat. Indes, den größten Anteil daran hatte vermutlich eine Bankenreform der 1980er. Rudd hingegen hat lediglich versucht, durch diverse Konjunkturprogramme die Wirtschaft anzukurbeln. Doch genau jene Programme waren es, die zu seinem Untergang beitrugen.
Da gab es zum Beispiel das Home Insulation Scheme – damit wurden solche Hausbesitzer unterstützt, die ihr Dach isolieren lassen wollten. Während man sich in Deutschland nur schwer vorstellen kann, in einem nicht isolierten Haus zu wohnen, ist das in Australien die Regel. Im Sommer heizen sich die Häuser auf, im Winter kühlen sie aus, Klimaanlage und Elektroheizung werden im Wechsel betrieben. Beides ist nicht umweltfreundlich. Mit dem Home Insulation Scheme wollte Rudd zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Bauwirtschaft sollte mehr Aufträge bekommen und ganz nebenbei tat man auch etwas gegen den Klimawandel, die moralische Herausforderung der Nation.
Doch das Programm wurde viel besser angenommen als erwartet, Baufirmen stellten ungelernte Hilfskräfte an, um die Arbeit überhaupt noch bewältigen zu können. Es kam zu Unfällen. Nachdem im Frühjahr vier Todesfälle mit dem Programm in Zusammenhang gebracht werden konnten, wurde es eingestellt und der zuständige Minister, Peter Garrett, musste den Job wechseln.
- Datum 24.06.2010 - 19:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Klar, ein gaaaanz tolles Instrument, um was zu erreichen?
Nur ein neuer Bereich zur Abzocke, und auch Korruption.
Und Nutzen: keiner.
Ansonsten sind die Programme wohl durch die Gier und mangelnde Kontrolle der Bauindustrie entstanden.
> Nur ein neuer Bereich zur Abzocke, und auch Korruption.
Und Nutzen: keiner.
Das ist doch Quatsch. Bisher durfte der Umwelt (also der Gesellschaft, wenn man so will) umsonst geschadet werden und bezahlt haben alle, mit Smog, Erderwärmung, abnehmender Artenvielfalt etc.. Emissionshandel sorgt dafür, dass derjenige den Schaden bezahlt der ihn verursacht. Ich finde das gut, wer den Müll macht soll ihn auch wegräumen. Natürlich wird Benzin, Strom und anderes dadurch teurer, das ist Sinn der Sache. Profitieren werden alle durch weniger Emissionen, insbesondere ist es fairer denen gegenüber, die der Umwelt (gezwungenermaßen oder durch bewusste Entscheidung) gar nicht schaden. Welchen Nutzen weniger Emissionen haben, entscheidet erstmal die Politik, aber die kann das langfristig nur über einen gesellschaftlichen Konsens.
Wenn der Emissionshandel verkrüppelt wird durch kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten oder wenn Korruption im Spiel ist, ist das nicht Schuld des Emissionshandels sondern eins der politischen Kultur.
> Nur ein neuer Bereich zur Abzocke, und auch Korruption.
Und Nutzen: keiner.
Das ist doch Quatsch. Bisher durfte der Umwelt (also der Gesellschaft, wenn man so will) umsonst geschadet werden und bezahlt haben alle, mit Smog, Erderwärmung, abnehmender Artenvielfalt etc.. Emissionshandel sorgt dafür, dass derjenige den Schaden bezahlt der ihn verursacht. Ich finde das gut, wer den Müll macht soll ihn auch wegräumen. Natürlich wird Benzin, Strom und anderes dadurch teurer, das ist Sinn der Sache. Profitieren werden alle durch weniger Emissionen, insbesondere ist es fairer denen gegenüber, die der Umwelt (gezwungenermaßen oder durch bewusste Entscheidung) gar nicht schaden. Welchen Nutzen weniger Emissionen haben, entscheidet erstmal die Politik, aber die kann das langfristig nur über einen gesellschaftlichen Konsens.
Wenn der Emissionshandel verkrüppelt wird durch kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten oder wenn Korruption im Spiel ist, ist das nicht Schuld des Emissionshandels sondern eins der politischen Kultur.
> Nur ein neuer Bereich zur Abzocke, und auch Korruption.
Und Nutzen: keiner.
Das ist doch Quatsch. Bisher durfte der Umwelt (also der Gesellschaft, wenn man so will) umsonst geschadet werden und bezahlt haben alle, mit Smog, Erderwärmung, abnehmender Artenvielfalt etc.. Emissionshandel sorgt dafür, dass derjenige den Schaden bezahlt der ihn verursacht. Ich finde das gut, wer den Müll macht soll ihn auch wegräumen. Natürlich wird Benzin, Strom und anderes dadurch teurer, das ist Sinn der Sache. Profitieren werden alle durch weniger Emissionen, insbesondere ist es fairer denen gegenüber, die der Umwelt (gezwungenermaßen oder durch bewusste Entscheidung) gar nicht schaden. Welchen Nutzen weniger Emissionen haben, entscheidet erstmal die Politik, aber die kann das langfristig nur über einen gesellschaftlichen Konsens.
Wenn der Emissionshandel verkrüppelt wird durch kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten oder wenn Korruption im Spiel ist, ist das nicht Schuld des Emissionshandels sondern eins der politischen Kultur.
Sie verwechseln dieses mit Umweltschutz.
CO2 ist kein ausreichend wirksame Substanz für die Klimaerwärmung.
Es gibt unzählige Beweise, dass CO2-Anstieg nach einer Erwärmung folgt.
Nur kann man damit dann kein Geld aus den Menschen herauspressen.
Sie verwechseln dieses mit Umweltschutz.
CO2 ist kein ausreichend wirksame Substanz für die Klimaerwärmung.
Es gibt unzählige Beweise, dass CO2-Anstieg nach einer Erwärmung folgt.
Nur kann man damit dann kein Geld aus den Menschen herauspressen.
Da hat mal ein Regierungschef versucht, vernünftige Politik für die Bürger zu machen, bessere Häuser, bessere Schulen, Besteuerung der Bergbauprofite und keine Geldverschwendung für den Klimaunsinn.
Schon wurde er mit einer PR-Kampagne in den Medien erledigt.
Sie verwechseln dieses mit Umweltschutz.
CO2 ist kein ausreichend wirksame Substanz für die Klimaerwärmung.
Es gibt unzählige Beweise, dass CO2-Anstieg nach einer Erwärmung folgt.
Nur kann man damit dann kein Geld aus den Menschen herauspressen.
Na dann tischen Sie doch mal einige dieser "unzähligen Beweise" auf!
Aber das ist ja klar: Sobald klar wird, das die Menschheit etwas von ihrem Lebensstandard für den Klimaschutz opfern muß, ist die Zustimmung zum Umweltschutz dahin!
Na dann tischen Sie doch mal einige dieser "unzähligen Beweise" auf!
Aber das ist ja klar: Sobald klar wird, das die Menschheit etwas von ihrem Lebensstandard für den Klimaschutz opfern muß, ist die Zustimmung zum Umweltschutz dahin!
legst du dich mit der Lobby an wird das Leben schwer. Und in Australien hat man es wohl mit einer der stärksten der Welt zu tun. Und danach weiter gehen!
Ich finde ja schoen, dass es in D jetzt waermer ist als
hier ist, aber hier ist erstmal Winterpause. Brrrr.
bzgl. Kevin07:
Australien ist in der Macht der Grosskonzerne. Politiker
sind schwach, handeln wie Marionetten, was sie duerfen
bestimmen nicht sie. Sie machen alles nach (bes. der USA),
es gibt noch wenig richtig Australisches (ich meine ausser
Vegemite, Lamingtons, Aussie Rules, Pavlova).
[...]
Teilweise entfernt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Äußerungen und beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/km
Was Sie da geschrieben haben ist doch total uninformiert und unhoeflich. Ich finde das sehr offensive und es betrachtet einfach Ihr eigenes beschraenktes Weltbild.
[...]
Bitte wo anders so eine offensive Meinung ausdrucken.
Der von Ihnen zitierte Beitrag wurde in der Zwischenzeit moderiert. Danke. Die Redaktion/km
Was Sie da geschrieben haben ist doch total uninformiert und unhoeflich. Ich finde das sehr offensive und es betrachtet einfach Ihr eigenes beschraenktes Weltbild.
[...]
Bitte wo anders so eine offensive Meinung ausdrucken.
Der von Ihnen zitierte Beitrag wurde in der Zwischenzeit moderiert. Danke. Die Redaktion/km
Die Macht der Industrie zeigt sich tatsaechlich im Fall von Kevin Rudd mehr noch als sonst ueblich. Alle vom Autor des Textes beschriebenen Rueckschlaege der Regierung sind tatsaechlich so passiert und wurden von den hiesigen Medien, die groesstenteils eher der Bildzeitung als der FAZ aehneln, hinreichend ausgeschlachtet. Trotzdem stimmt gerade die Ueberschrift des Artikels so nicht: Obwohl das Home Insulation Scheme, die MySchool website, und auch die National Health Reform allesamt erfolglos verlaufen sind, von dem Emissions Trading Scheme ganz zu schweigen, hielt sich die Regierung doch ziemlich gut. Vermutlich auch da die oppositionellen (und konservativen) Liberals ebenfalls eine Blamage nach der naechsten erlebten. Die Umfragewerte fielen erst drastisch und rapide als sich die Regierung mit der Grossindustrie anlegte durch die sogenannte Super Profits Tax, also eine Zusatzsteuer auf exorbitant Gewinne, vor allem in Primaerwirtschaftszweigen, da hier das Potential (die Kohle/ das Uranium) ja irgendwann ausgeschoepft ist. Es ist mir unbegreiflich, wie die Industrie es geschafft hat so viel Angst und Zweifel in der Bevoelkerung heraufzubeschwoeren, dass diese Steuer nun auf breite Ablehnung in den Medien und im Wahlvolk trifft. Australia waehlt dieses Jahr - anstatt sich die Regierung nun als Primat ueber die Industrie profiliert ist eine weitere Schlacht mit Symbolwirkng verloren gegangen. Die Herren der Wirtschaft weltweit werden sich auch dieses Einknicken merken.
"Doch das Programm wurde viel besser angenommen als erwartet, Baufirmen stellten ungelernte Hilfskräfte an, um die Arbeit überhaupt noch bewältigen zu können. Es kam zu Unfällen. Nachdem im Frühjahr vier Todesfälle mit dem Programm in Zusammenhang gebracht werden konnten, wurde es eingestellt und der zuständige Minister, Peter Garrett, musste den Job wechseln."
Das könnte der Kluge ja mit einer Budgetierung in den Griff bekommen. Man fängt sich einen Volkswirt, einen Wirtschaftmathematiker und sperrt die solange in ein Zimmer bis sie ein vernünftiges Quartals- oder gar Monatsbudget errechnet haben.
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