Frankreich Hunderttausende protestieren gegen Sarkozys Rentenpläne
Streiks und Demonstrationen legen das öffentliche Leben in ganz Frankreich lahm. Die Gewerkschaften schätzten die Zahl der Demonstranten auf zwei Millionen.
© Gerard Julien/AFP/Getty Images

People demonstrate in the streets of the French southern city of Marseille during a nationwide day of strike called by unions to protest against the pension overhaul on June 24, 2010. The bill raising the retirement age from 60 to 62 is due to be voted on in September. AFP PHOTO / GERARD JULIEN (Photo credit should read GERARD JULIEN/AFP/Getty Images)
Mit massiven Streiks und Kundgebungen im ganzen Land haben die französischen Gewerkschaften gegen die geplante Erhöhung des Rentenalters demonstriert. Wie der Chef des Gewerkschaftsbunds CGT, Bernard Thibault, sagte, kamen insgesamt zwei Millionen Menschen, doppelt so viele wie beim vorherigen Protesttag im Mai. Laut Bahngesellschaft SNCF streikten 40 Prozent des Personals.
Die Streiks behinderten den Bahn- und Flugverkehr im ganzen Land. Etwa jeder zweite Hochgeschwindigkeitszug TGV und jeder vierte Regionalzug fielen aus. Anders als bisher war auch der Schnellverkehr nach Deutschland stark betroffen. In Paris und 65 anderen Städten war der Nahverkehr teilweise lahm gelegt. Auch Schulen, Kindergärten und Behörden wurden bestreikt. Ungewöhnlich teilnahmefreudig war die Privatindustrie. In vielen Großbetrieben ruhte die Arbeit.
Die Protest richten sich gegen Pläne von Nicolas Sarkozy. Der französische Präsident will das Mindestalter für den Renteneintritt bis 2018 schrittweise von 60 auf 62 Jahre erhöhen. Dabei sollen viele Franzosen ihre Sonderansprüche auf Rente verlieren.
Zusätzlich will der Staat den Mindestzeitraum für Beitragszahlungen heraufsetzen. Die Gewerkschaften rechnen vor, dass die Hälfte der Defizite in der Rentenkasse eine Folge der Wirtschaftskrise ist. Sie wollen nicht, dass die Arbeitnehmer alleine die Folgen tragen, und fordern unter anderem, die Kapitaleinkünfte stärker für die Renten zu besteuern.
Nach einer Umfrage für die regierungsnahe Pariser Zeitung Le Figaro akzeptieren 58 Prozent der Franzosen die Erhöhung des Rentenalters. Die Regierung hat mehrfach betont, dass sie den Konflikt durchstehen will, weil die Sozialkassen anders nicht zu sanieren seien.
Die Rentenreform gilt als die entscheidende Reform, an deren Erfolg Sarkozy bei seiner möglichen Wiederwahl 2012 gemessen werden dürfte.
- Datum 24.06.2010 - 16:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
- Kommentare 10
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Was sind wir Deutschen doch pflegeleicht! Alle regen sich einmal kräftig auf und schlucken dann die Kröte.
Vielen Dank und tiefsten Respekt für das soziale Bewußtsein unserer westlichen Nachbarn.
die südlichen Nachbarn schlucken zwar keine Kröten, aber das Schema ist genauso pflegeleicht... Nachdem sich die Schweizer aufgeregt haben, noch ein paar der üblichen Arbeitsplatzbelehrungen über sich ergehen liessen... dann machen Sie schimpfend "die Faust im Sack" und grummeln vor sich hin. Ich frag mich ab und zu wo der Geist von 1291 der Helvetischen Geschichtsschreibung geblieben ist?
Dabei ist eigentlich fast egal wo man den Schweizer Arbeitnehmern das Geld aus der Tasche zupft, Renten, Pensionen, Versicherungen, Wohnungsmieten, Gesundheitskosten, Bildung usw. Besonders stolz ist man auch wenn man es dem Staat mal wieder gezeigt hat und ein weiteres Projekt privatisiert und/oder liberalisiert hat. Besäuselt zeigt man sich auch ob solcher Aussagen wie "...der Souverän weiss am besten was richtig ist..." und fühlt sich in seiner Meinung bestätigt obwohl im gleichen Moment das Geld aus der Portemonaie gezogen wird...
Die Arbeitsverlängerungsschemas sind auch hier auf dem Weg... und man glaubt kaum wieviele Leute die Sage der Demoskopie zu Gunsten der privaten Unternehmen glauben... dabei zwacken die privaten Rentensysteme der 2ten Säule ca. 3-5 Mrd. Franken pro Jahr an reinen Verwaltungskosten für sich ab. Da sind dann die überschüssigen Renditen die sich aus den Renteneinzahlungen ergeben, also alles über 3.5% nicht mal dabei.
Vielen Dank und tiefsten Respekt für das soziale Bewußtsein unserer westlichen Nachbarn.
die südlichen Nachbarn schlucken zwar keine Kröten, aber das Schema ist genauso pflegeleicht... Nachdem sich die Schweizer aufgeregt haben, noch ein paar der üblichen Arbeitsplatzbelehrungen über sich ergehen liessen... dann machen Sie schimpfend "die Faust im Sack" und grummeln vor sich hin. Ich frag mich ab und zu wo der Geist von 1291 der Helvetischen Geschichtsschreibung geblieben ist?
Dabei ist eigentlich fast egal wo man den Schweizer Arbeitnehmern das Geld aus der Tasche zupft, Renten, Pensionen, Versicherungen, Wohnungsmieten, Gesundheitskosten, Bildung usw. Besonders stolz ist man auch wenn man es dem Staat mal wieder gezeigt hat und ein weiteres Projekt privatisiert und/oder liberalisiert hat. Besäuselt zeigt man sich auch ob solcher Aussagen wie "...der Souverän weiss am besten was richtig ist..." und fühlt sich in seiner Meinung bestätigt obwohl im gleichen Moment das Geld aus der Portemonaie gezogen wird...
Die Arbeitsverlängerungsschemas sind auch hier auf dem Weg... und man glaubt kaum wieviele Leute die Sage der Demoskopie zu Gunsten der privaten Unternehmen glauben... dabei zwacken die privaten Rentensysteme der 2ten Säule ca. 3-5 Mrd. Franken pro Jahr an reinen Verwaltungskosten für sich ab. Da sind dann die überschüssigen Renditen die sich aus den Renteneinzahlungen ergeben, also alles über 3.5% nicht mal dabei.
Vielen Dank und tiefsten Respekt für das soziale Bewußtsein unserer westlichen Nachbarn.
So geht Demokratie, Deutschland.
Wenn ich dagegen an die traurigen 20.000 Menschen denke, die bei der deutschen "Massendemonstration" "Wir zahlen nicht für Eure Krise" teilgenommen haben, bin ich wirklich bestürzt.
Auch wenn Frau Merkel die Chefredaktionen der Leitmedien angewiesen hat, nicht die Wahrheit über die Krise und die Konsequenzen zu schreiben, kann ich als aufgeklärter Bürger aber doch etwas mehr Journalismus erwarten:
Wenn bei unserem wichtigsten europäischen Partner das öffentliche Leben still steht, dann gehört das auf "Seite 1", an die Spitze der Nachrichten und nicht der unzähligste Gauck Kommentar. Und wenn 2 Millionen Menschen demonstrieren, dann sind nicht "Hunderttausende auf der Straße", wie Sie schreiben, sondern Millionen.
Offensichtlich hat das Establishment Angst vor Nachahmung in Deutschland.
Zu Recht.
die südlichen Nachbarn schlucken zwar keine Kröten, aber das Schema ist genauso pflegeleicht... Nachdem sich die Schweizer aufgeregt haben, noch ein paar der üblichen Arbeitsplatzbelehrungen über sich ergehen liessen... dann machen Sie schimpfend "die Faust im Sack" und grummeln vor sich hin. Ich frag mich ab und zu wo der Geist von 1291 der Helvetischen Geschichtsschreibung geblieben ist?
Dabei ist eigentlich fast egal wo man den Schweizer Arbeitnehmern das Geld aus der Tasche zupft, Renten, Pensionen, Versicherungen, Wohnungsmieten, Gesundheitskosten, Bildung usw. Besonders stolz ist man auch wenn man es dem Staat mal wieder gezeigt hat und ein weiteres Projekt privatisiert und/oder liberalisiert hat. Besäuselt zeigt man sich auch ob solcher Aussagen wie "...der Souverän weiss am besten was richtig ist..." und fühlt sich in seiner Meinung bestätigt obwohl im gleichen Moment das Geld aus der Portemonaie gezogen wird...
Die Arbeitsverlängerungsschemas sind auch hier auf dem Weg... und man glaubt kaum wieviele Leute die Sage der Demoskopie zu Gunsten der privaten Unternehmen glauben... dabei zwacken die privaten Rentensysteme der 2ten Säule ca. 3-5 Mrd. Franken pro Jahr an reinen Verwaltungskosten für sich ab. Da sind dann die überschüssigen Renditen die sich aus den Renteneinzahlungen ergeben, also alles über 3.5% nicht mal dabei.
Erst die Griechen haben dem dusseldeutschen vor Augen geführt, das alle im paradies leben- nur die Deutschen eben nicht. Stillschweigend haben wir es hingenommen, dass die Rente auf 67 Jahre angehoben wurde. Etwas murren der Gewerkschaften( oder besser der letzten paar Mitglieder). Einige Buhrufe- das war es. 67!!! Und in Frankreich? Da wird das Rentenalter auf sage und schreibe 62 Jahre angehoben- und das Land bäumt sich auf.
Hallo Deutschland- oder besser: Hallo Dusseldeutscher?
Die Zeit hat diesen Artikel schnell von der Titelseite verschwinden lassen. Andere Medien berichten überhaupt nicht.
Das kommt schon einem New Black Out gleich.
Wenn eine derartige Massendemonstration bei unseren Nachbarn von den deutschen Medien so gezielt unterdrückt wird, dann sehe ich schwarz, für unsere Demokratie.
das an dieser Artikel abgeändert worden ist ? Ich glaube das ich am anfang etwas von mehr als 2 Millionen Demonstranten gelesen habe, jetzt sollen es nur noch hunderttausende sein. Bitte um bestätigung warum oder ob ich falsch liege.
Es soll natürlich heißen : Kann es sein da an diesem Artikel etwas geändert worden ist ?
Es soll natürlich heißen : Kann es sein da an diesem Artikel etwas geändert worden ist ?
Es soll natürlich heißen : Kann es sein da an diesem Artikel etwas geändert worden ist ?
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