Menschenrechte Russlands dunkle SeiteSeite 2/2
Vertreter der Unsrigen verbreiteten bereits ihre Freude über Pamfilowas Rücktritt. Zuletzt hatten sie wegen des Radio-Interviews eine Klage gegen Pamfilowa angekündigt, um "den tadellosen Ruf" ihrer Organisation zu verteidigen. Sie handeln mit der Rückendeckung eines Teils der Machtelite. "Wenn zynische junge Leute sich alles erlauben und die Menschen verhetzen", erklärt Pamfilowa, "dann tun sie es, weil sie wissen, dass erwachsene, hochgestellte Onkel sie verteidigen. Das ist schrecklich und gefährlich für das Land".
Manche Menschenrechtler klammerten sich noch an die Hoffnung, dass Präsident Medwedjew den Rücktritt ablehnen und Pamfilowa zum Bleiben bewegen würde. Aber Pamfilowa ist angeschlagen, ihr Amt beschädigt und der Sinn und Einfluss des Rates infrage gestellt. Ein Rücktritt schafft immerhin Klarheit. Pamfilowas Rückkehr als Vorsitzende eines machtlosen Pseudorats für Menschenrechte dagegen hätte die Probleme erneut verschleiert.
Eine veränderte Politik zur Wahrung der Menschenrechte, für mehr gesellschaftliche Offenheit und Toleranz kann nur die Führung des Landes erwirken. Das ist die Aufgabe des Präsidenten Medwedjew. Er spricht gerne in gewählten Worten davon. Ob er es ernst meint, hat er noch nicht bewiesen.
- Datum 30.07.2010 - 15:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Bemühen Sie sich um artikelbezogene Komentare. Die Redaktion / mh
Dann hoffe ich, dass Se inden nächsten Tagen keinen Besuch und keine Ermahnung kriegen, da Sie doch so schlecht über Deutschland sprechen. Nach den neuseten MFS Gestzen wäre das erlaubt. Und natürlich ist der von Ihnen geschilderte Fall nur die Spitze eines Eisbergs.
Und eigentlich ist Deutschland und die Sahara auch dasselbe. In beiden Gebieten regnet es nämlich.
Dann hoffe ich, dass Se inden nächsten Tagen keinen Besuch und keine Ermahnung kriegen, da Sie doch so schlecht über Deutschland sprechen. Nach den neuseten MFS Gestzen wäre das erlaubt. Und natürlich ist der von Ihnen geschilderte Fall nur die Spitze eines Eisbergs.
Und eigentlich ist Deutschland und die Sahara auch dasselbe. In beiden Gebieten regnet es nämlich.
Dann hoffe ich, dass Se inden nächsten Tagen keinen Besuch und keine Ermahnung kriegen, da Sie doch so schlecht über Deutschland sprechen. Nach den neuseten MFS Gestzen wäre das erlaubt. Und natürlich ist der von Ihnen geschilderte Fall nur die Spitze eines Eisbergs.
Und eigentlich ist Deutschland und die Sahara auch dasselbe. In beiden Gebieten regnet es nämlich.
Wenn ich die Geschichte Russlands recht vor Augen habe, dann gab es in dem Land zu keiner Zeit so etwas wie politische Toleranz, so etwas wie Respekt vor der Kreativität Andersdenkender, so etwas wie Neugierde auf das, was passieren kann, wenn man einen Sachverhalt ausdiskutiert. Nikolaus II. hat noch zu Beginn des 20. Jhd. auf seinem Gottesgnadentum bestanden - und die, die nach ihm kamen, lassen sich wohl kaum als aufgeklärte Demokraten bezeichnen. Bis heute.
Bis heute? Naja, fast. Wenn man sich die Geschichte dieses Landes anschaut, ist das, was da jetzt passiert, in der Sicht des Landes immer noch sehr fortschrittlich. Auch wenn es auf uns noch so barbarisch, noch so hinterwäldlerisch wirkt.
Es gilt zweifellos eine Menge nachzuholen in Russland in Punkto Aufklärung und Menschenrechte, und ganz gewiss hat die aktuell herrschende Kaste dort mehr Dreck am Stecken als vergleichbare Leute bei uns. Aber es ist auch sehr bequem, vom bequemen deutschen Sofa zu raunzen über Zustände, die uns nicht einmal im Traum persönlich tangieren.
Lassen wir dem Land doch bitte die Zeit, sich zu finden! Wir blicken auf eine Entwicklung zurück, die 1789 (spätestens) begann - und in dieser Entwicklung war der Faschismus auch nicht nur ein Ausrutscher. Wie die aktuellen Verhältnisse in Deutschland ja zeigen. Wir können von Russland nur Toleranz erwarten, wenn wir es in seiner Historie respektieren.
"Wenn man sich die Geschichte dieses Landes anschaut, ist das, was da jetzt passiert, in der Sicht des Landes immer noch sehr fortschrittlich. Auch wenn es auf uns noch so barbarisch, noch so hinterwäldlerisch wirkt."
Leider hat man sehr schnell die kommunistischen Zeiten vergessen. Die chaotischen Jelzin-Jahre, als die Bevölkerung verarmte, der Staat nichts mehr zu sagen hatte und die Oligarchen und die Mafia regierten, werden dagegen bewußt als demokratische Phase verklärt. Die russische Bevölkerung, die das damals am eigenen Leib durchmachen mußte, ist mit solchen Parolen logischerwese nicht mehr zu gewinnen.
"Wir blicken auf eine Entwicklung zurück, die 1789 (spätestens) begann - und in dieser Entwicklung war der Faschismus auch nicht nur ein Ausrutscher. Wie die aktuellen Verhältnisse in Deutschland ja zeigen."
Wollen Sie etwa das heutige Deutschland ernsthaft in die Nähe des Faschismus rücken?
"Wir können von Russland nur Toleranz erwarten, wenn wir es in seiner Historie respektieren."
Vor allem müssen wir die realen innenpolitischen Gegebenheiten und Bedingungen respektieren, unter denen russischen Politiker agieren müssen. Weiterhin gilt es, die Beziehungen zu Rußland, die derzeit so gut sind wie nie zuvor, im eigenen Interesse auszubauen und sie nicht aufs Spiel zu setzen, nur weil dem großen Bruder in Übersee diese Zusammenarbeit ein Dorn im Auge ist, weil er seinen Einfluß in Europa gefährdet sieht.
"Wenn man sich die Geschichte dieses Landes anschaut, ist das, was da jetzt passiert, in der Sicht des Landes immer noch sehr fortschrittlich. Auch wenn es auf uns noch so barbarisch, noch so hinterwäldlerisch wirkt."
Leider hat man sehr schnell die kommunistischen Zeiten vergessen. Die chaotischen Jelzin-Jahre, als die Bevölkerung verarmte, der Staat nichts mehr zu sagen hatte und die Oligarchen und die Mafia regierten, werden dagegen bewußt als demokratische Phase verklärt. Die russische Bevölkerung, die das damals am eigenen Leib durchmachen mußte, ist mit solchen Parolen logischerwese nicht mehr zu gewinnen.
"Wir blicken auf eine Entwicklung zurück, die 1789 (spätestens) begann - und in dieser Entwicklung war der Faschismus auch nicht nur ein Ausrutscher. Wie die aktuellen Verhältnisse in Deutschland ja zeigen."
Wollen Sie etwa das heutige Deutschland ernsthaft in die Nähe des Faschismus rücken?
"Wir können von Russland nur Toleranz erwarten, wenn wir es in seiner Historie respektieren."
Vor allem müssen wir die realen innenpolitischen Gegebenheiten und Bedingungen respektieren, unter denen russischen Politiker agieren müssen. Weiterhin gilt es, die Beziehungen zu Rußland, die derzeit so gut sind wie nie zuvor, im eigenen Interesse auszubauen und sie nicht aufs Spiel zu setzen, nur weil dem großen Bruder in Übersee diese Zusammenarbeit ein Dorn im Auge ist, weil er seinen Einfluß in Europa gefährdet sieht.
Es wir schwer werden mit der Demokratisierung und Öffnung der russischen Gesellschaft.
Und man sieht, dass es bei uns anders zugeht. Auch hier veklagen sich Gruppen und Verbände. Aber die Diskussion und die Auseinanderstezung ist offen und die Macht muss es tolerieren. Wegen der Gewaltenteilung und der damit verbundenen Kontrolle.
Im Übrigen hatte Russland wohl seit Jahrhnderten keine Phase, in der es nicht mit harter Hand von oben geführt wurde. Selbst Katahrina die Große hatte es schwer, den Intrigantenstadel der an ihren Posiitonen klebenden Kleinfürsten zu durchdringen. Und gegen einflusshaften Druck von aussen konnte sich Russland immer wehren und diesen verhindern, allein durch seine schiere Größe.
Irgendwie ist Russland immer noch eine Insel, politisch gesehen.
klingt ja auf den ersten Blick wie eine Antilopenbeauftragte im Löwenrudel.
Drücken wir die Daumen
...zugleich ein neuses Gesetz in Russland in Kraft.
Dieses Gesetz erlaubt es dem Geheimdienst jetzt, auch ohne Beweise und nur auf Verdacht schon auf russische Staatsbürger losgehen zu können.
Das steht in dem Artikel nicht.
MfG,
T.
"Wenn man sich die Geschichte dieses Landes anschaut, ist das, was da jetzt passiert, in der Sicht des Landes immer noch sehr fortschrittlich. Auch wenn es auf uns noch so barbarisch, noch so hinterwäldlerisch wirkt."
Leider hat man sehr schnell die kommunistischen Zeiten vergessen. Die chaotischen Jelzin-Jahre, als die Bevölkerung verarmte, der Staat nichts mehr zu sagen hatte und die Oligarchen und die Mafia regierten, werden dagegen bewußt als demokratische Phase verklärt. Die russische Bevölkerung, die das damals am eigenen Leib durchmachen mußte, ist mit solchen Parolen logischerwese nicht mehr zu gewinnen.
"Wir blicken auf eine Entwicklung zurück, die 1789 (spätestens) begann - und in dieser Entwicklung war der Faschismus auch nicht nur ein Ausrutscher. Wie die aktuellen Verhältnisse in Deutschland ja zeigen."
Wollen Sie etwa das heutige Deutschland ernsthaft in die Nähe des Faschismus rücken?
"Wir können von Russland nur Toleranz erwarten, wenn wir es in seiner Historie respektieren."
Vor allem müssen wir die realen innenpolitischen Gegebenheiten und Bedingungen respektieren, unter denen russischen Politiker agieren müssen. Weiterhin gilt es, die Beziehungen zu Rußland, die derzeit so gut sind wie nie zuvor, im eigenen Interesse auszubauen und sie nicht aufs Spiel zu setzen, nur weil dem großen Bruder in Übersee diese Zusammenarbeit ein Dorn im Auge ist, weil er seinen Einfluß in Europa gefährdet sieht.
Die eingeforderte Geduld mit Russland bezüglich der nach wie vor katastrophalen Menschenrechtslage setzte voraus, dass es immerhin Bemühungen gäbe die Situation zu verbessern. Genau dies ist aber nicht der Fall. Es wird lediglich so getan, als ob man etwas verändern wollte, gehandelt wird nie, die Machtelite hat erkennbar kein Interesse an Veränderungen, da sie dann ihre Macht teilen müsste. Alle Rhetorik zum Thema Menschenrechte ist nur Beruhigungslyrik für den Westen, ernstgemeint ist da gar nichts. Erkennbar ist dies u.a. daran, daß führende Politiker Russlands sich immer wieder abfällig über Menschenrechtler äußern, staatliche Stellen die Menschenrechtsorganisationen schikanieren und Menschenrechtler allgemein Freiwild sind, freigegeben zum Abschuss durch jeden, der sich als sog. Patriot berufen fühlt die "Netzbeschmutzer" zu beseitigen.
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