Entwicklungshilfe Ein Grundeinkommen für die Ärmsten der Armen
Zehn Jahre UN-Millenniumsziele 2000 bis 2010: Die Bilanz ist durchwachsen. Helfen könnten Mini-Sozialtransfers direkt an Haushalte der ärmsten Regionen. Ein Gastbeitrag
© Christopher Furlong/Getty Images

Armut in Nord-Kenia/Ostafrika: Damit die Kinder zur Schule gehen, sollte auch über die Finanzierung eines Grundeinkommens in sehr armen Regionen nachgedacht werden
In diesem Jahr werden die Millenniumsentwicklungsziele zehn Jahre alt. Sie wurden im Wesentlichen der Millenniumserklärung entnommen, die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen abgegeben wurde. Danach sollen in insgesamt acht Bereichen der Entwicklung wesentliche Verbesserungen bis 2015 erreicht werden.
Im September werden die Vereinten Nationen Bilanz über die Zielerfüllung ziehen. Sie werden feststellen, dass nur einige der acht Ziele – voraussichtlich – erreicht werden. Hierzu gehört insbesondere Ziel eins, nach dem der Anteil der Menschen mit extrem niedrigen Einkommen weltweit bis 2015 auf die Hälfte des Wertes von 1990 reduziert werden soll. Ebenso wird es vermutlich gelingen, den Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Abwasserentsorgung haben, im selben Zeitraum zu halbieren.
Bei anderen Zielen ist die Bilanz schlechter. Ziel zwei besagt, dass spätestens 2015 alle Kinder weltweit die Grundschule besuchen sollen. In den vergangenen zwanzig Jahren ist der Anteil der Kinder, die zur Grundschule gehen, weltweit lediglich von 84 auf gut 90 Prozent gestiegen, und es bleiben nur noch fünf Jahre, um die Hundertprozentmarke zu erreichen. Noch unbefriedigender ist der Fortschritt bei den Zielen, die als Indikatoren für die Gesundheit der Menschen in Entwicklungsländern gedacht sind. So sieht Ziel vier vor, dass die Kindersterblichkeit bis 2015 auf ein Drittel des Wertes von 1990 reduziert wird. Bis 2008, als drei Viertel dieses Zeitraums bereits verstrichen waren, sank die globale Kindersterblichkeitsrate aber noch nicht einmal um ein Drittel von 100 auf 72 pro 1000 Neugeborene. Und die Indikatoren von Ziel sieben, das Verbesserungen bei der ökologischen Nachhaltigkeit vorsieht, verschlechtern sich sogar seit 1990, anstatt sich zu verbessern.
Die Vereinten Nationen werden sich daher im September fragen müssen, warum die bisherige Bilanz so gemischt ausfällt, und was sie tun werden, um bis 2015 möglichst alle Millenniumsziele zu erreichen.
Der erste Teil der Frage lässt sich schon jetzt beantworten: Die großen Unterschiede bei der Umsetzung der Ziele lassen sich weitgehend durch drei Faktoren erklären.
Erstens hätte von Anfang an klar sein müssen, dass manche Ziele ambitionierter formuliert waren als andere. So sieht Ziel eins lediglich vor, dass der Anteil der Menschen in absoluter Armut zwischen 1990 und 2015 ungefähr um denselben Satz sinkt wie in den 25 Jahren vor 1990 – nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Ziel zwei hingegen fordert, dass bis 2015 alle Kinder weltweit die Grundschule abschließen können. Hierfür muss selbst ein Land wie Burkina Faso seine Grundschulbeteiligungsrate, die 1990 noch bei 26 Prozent gelegen hatte, auf 100 Prozent steigern. Eine derartig schnelle Steigerung ist vor 1990 keinem Land weltweit gelungen. Wenn überhaupt, könnte dies nur mithilfe von gewaltigen Ressourcentransfers aus den wohlhabenderen Ländern gelingen. Diese flossen aber nicht in dem Umfang, den die Regierungschefs der Geberländer den Entwicklungsländern immer wieder versprochen hatten.
Zweitens entwickelte sich das Engagement für die einzelnen Millenniumsziele sowohl bei den Entwicklungs- als auch bei den Geberländern höchst unterschiedlich. Unverändert hoch ist die Bereitschaft, einen Beitrag zur Bekämpfung von Einkommensarmut zu leisten. Eine deutliche Steigerung der Ausgaben gab es in den Bereichen Bildung und bei der Bekämpfung von HIV und AIDS. Das Engagement der Entwicklungs- und der Geberländer für den Erhalt der Basisgesundheitsversorgung ist aber kaum gewachsen, obwohl sie essenziell für die Reduktion der Kinder- und Müttersterblichkeitsraten in den Entwicklungsländern ist.
- Datum 12.07.2010 - 16:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Diese Diskussion um ein Grundeinkommen, und sei es nur in der sogenannten Dritten Welt, wird in Deutschland so leidvoll geführt, wie die Krankenkassendiskussion in den USA. Sogar die Argumente gleichen sich. Wer hat eine Leistung verdient, die er nicht vorher selbst erarbeitet hat?
Der größte Unterschied ist, dass wir bei der einen Sache nicht mehr an der Richtigkeit zweifeln, wohl aber am Verstand der Amerikaner.
Mal schauen, wann sich in der Entwicklungs-, Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs-, Sozialpolitik unser Denken wandelt. Die Amis haben bekanntlich 130 Jahre gebraucht.
Entfernt wegen Werbung. Die Redaktion/sh
Zitat: "Drittens sollte ernsthaft über die Finanzierung eines Grundeinkommens in Entwicklungsländern auch durch die Geber nachgedacht werden. Hierunter sind kleinste Sozialtransfers zu verstehen, die ohne weitere Prüfung an Haushalte in sehr armen Regionen ausgezahlt werden, damit diese ihre Kinder zur Schule anstatt zur Erwerbsarbeit schicken können und sich eine gute Ernährung, medizinische Versorgung und ein gesundheitsbewusstes Verhalten leisten und dadurch in die Zukunft der nächsten Generation investieren können."
Ich würde ein solches Grundeinkommen absolut befürworten, auch wenn dabei in den Industrieländern eine Sondersteuer erhoben werden müsste. Es kann nicht sein, dass im 21. Jahrhundert Milliarden von Menschen keinerlei Perspektiven haben und Hunger leiden.
Allerdings würde ich trotz allem eine Bedingungen an die Auszahlung stellen: Die Beschränkung auf ma. zwei bis drei Kinder pro Familie. Solange in den Entwicklungsländern keine funktionierende Geburtenkontrolle existiert, werden wir trotz aller gutgemeinter Maßnahmen keine nachhaltigen Erfolge bei der Verbesserung der Lebensbedingungen erzielen.
Sie haben völlig Recht, wenn Sie die Verbindung zw. Globalem Grundeinkomen und Bevölkerungspolitik herstellen.
Der EPIKUR-Projektlohn wird so ausgestaltet, dass es für die Frauen finanziell lohnt, wenige Kinder zu haben. Sie bekommen z.B. 300 € pa und die Männer z.B. nur 100 € pa. Wenn Frauen mehr Kinder bekommen, dann sinkt ihr lebenslanges Grundeinkommen auf das der Männer.
Wichtig ist, dass das Grundeinkommen energie- und sachkapital-steuerfinanziert ist, d.h. dass die Fremdleistung inform von Energie- und Sachkapitaleinsatz strukturell verteuert wird – besonders gegenüber der menschlichen Selbstleistung. Der EPIKUR-Lohn ist in dieser evolutionsprozess-logischen Variante ein LEISTUNGSEINKOMMEN für Menschen, die Fremdleistung durch Selbstleistung ersetzen, d.h. einen ‚alternativen‘ Lebensstil pflegen.
Der evolutionäre Grundeinkommens-Ansatz ist ein kulturrevolutionärer Ansatz. Er muß den kulturellen Evolutionsprozess in jeglicher Hinsicht – institutionell wie den menschlichen Fortschritt - sicher weiterführen. Deshalb kann er nur auf der Grundlage einer Evolutionsprozess-Theorie diskutiert und gestaltet werden. Es gibt national wie global, abertausend Möglichkeiten für seine Ausstattung – extrem falsch, wie die ‚existenzssichernde‘ des Oberphantasten Götz Werner – aber auch eine evolutionsprozess-logisch geniale Variante, die ich hier vorstelle.
Sie haben völlig Recht, wenn Sie die Verbindung zw. Globalem Grundeinkomen und Bevölkerungspolitik herstellen.
Der EPIKUR-Projektlohn wird so ausgestaltet, dass es für die Frauen finanziell lohnt, wenige Kinder zu haben. Sie bekommen z.B. 300 € pa und die Männer z.B. nur 100 € pa. Wenn Frauen mehr Kinder bekommen, dann sinkt ihr lebenslanges Grundeinkommen auf das der Männer.
Wichtig ist, dass das Grundeinkommen energie- und sachkapital-steuerfinanziert ist, d.h. dass die Fremdleistung inform von Energie- und Sachkapitaleinsatz strukturell verteuert wird – besonders gegenüber der menschlichen Selbstleistung. Der EPIKUR-Lohn ist in dieser evolutionsprozess-logischen Variante ein LEISTUNGSEINKOMMEN für Menschen, die Fremdleistung durch Selbstleistung ersetzen, d.h. einen ‚alternativen‘ Lebensstil pflegen.
Der evolutionäre Grundeinkommens-Ansatz ist ein kulturrevolutionärer Ansatz. Er muß den kulturellen Evolutionsprozess in jeglicher Hinsicht – institutionell wie den menschlichen Fortschritt - sicher weiterführen. Deshalb kann er nur auf der Grundlage einer Evolutionsprozess-Theorie diskutiert und gestaltet werden. Es gibt national wie global, abertausend Möglichkeiten für seine Ausstattung – extrem falsch, wie die ‚existenzssichernde‘ des Oberphantasten Götz Werner – aber auch eine evolutionsprozess-logisch geniale Variante, die ich hier vorstelle.
Entfernt wegen unsachlicher Behauptungen und beleidigender Bemerkungen. Die Redaktion/sh
Ihnen, werter Herr (?) mfgreinhard, würde ein evolutionsprozess-logischer Erkenntnisschritt guttun.
Wer in Ordnungsübergängen denken kann, und das ist in dieser Systemkrise des ancien régime sehr zu empfehlen, der wird vom ‚kritischen’, alles Neue niedermachenden Scheuklappen-Beckmesser zum gelassenen KREATIVEN, mit dem man gern weiterdiskutieren möchte.
Ihnen, werter Herr (?) mfgreinhard, würde ein evolutionsprozess-logischer Erkenntnisschritt guttun.
Wer in Ordnungsübergängen denken kann, und das ist in dieser Systemkrise des ancien régime sehr zu empfehlen, der wird vom ‚kritischen’, alles Neue niedermachenden Scheuklappen-Beckmesser zum gelassenen KREATIVEN, mit dem man gern weiterdiskutieren möchte.
organisatorisch halte ich das nicht für machbar. Meine Erfahrungen aus einigen Entwicklungsländern sagen: Das wird nichts.
Und die probleme der Entwicklungsländer haben so garnicht mit
dem Bevölkerungswachstum zu tun ?
Wenn beispielsweise Deutschland ähnliche Zuwachs Raten gehabt hätte wären wir jetzt ca. 400 Millionen Deutsche ich denke dann wäre vieles auch bei uns knapp inclusive Nahrung etc.
Und was soll das langfristige sinnvolle Ziel sein 10 Milliarden oder besser 20 Milliarden Menschen ?
Sie haben völlig Recht, wenn Sie die Verbindung zw. Globalem Grundeinkomen und Bevölkerungspolitik herstellen.
Der EPIKUR-Projektlohn wird so ausgestaltet, dass es für die Frauen finanziell lohnt, wenige Kinder zu haben. Sie bekommen z.B. 300 € pa und die Männer z.B. nur 100 € pa. Wenn Frauen mehr Kinder bekommen, dann sinkt ihr lebenslanges Grundeinkommen auf das der Männer.
Wichtig ist, dass das Grundeinkommen energie- und sachkapital-steuerfinanziert ist, d.h. dass die Fremdleistung inform von Energie- und Sachkapitaleinsatz strukturell verteuert wird – besonders gegenüber der menschlichen Selbstleistung. Der EPIKUR-Lohn ist in dieser evolutionsprozess-logischen Variante ein LEISTUNGSEINKOMMEN für Menschen, die Fremdleistung durch Selbstleistung ersetzen, d.h. einen ‚alternativen‘ Lebensstil pflegen.
Der evolutionäre Grundeinkommens-Ansatz ist ein kulturrevolutionärer Ansatz. Er muß den kulturellen Evolutionsprozess in jeglicher Hinsicht – institutionell wie den menschlichen Fortschritt - sicher weiterführen. Deshalb kann er nur auf der Grundlage einer Evolutionsprozess-Theorie diskutiert und gestaltet werden. Es gibt national wie global, abertausend Möglichkeiten für seine Ausstattung – extrem falsch, wie die ‚existenzssichernde‘ des Oberphantasten Götz Werner – aber auch eine evolutionsprozess-logisch geniale Variante, die ich hier vorstelle.
Ihnen, werter Herr (?) mfgreinhard, würde ein evolutionsprozess-logischer Erkenntnisschritt guttun.
Wer in Ordnungsübergängen denken kann, und das ist in dieser Systemkrise des ancien régime sehr zu empfehlen, der wird vom ‚kritischen’, alles Neue niedermachenden Scheuklappen-Beckmesser zum gelassenen KREATIVEN, mit dem man gern weiterdiskutieren möchte.
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