Frankreich Staatssekretäre treten wegen Zigarren-Affäre ab

Zigarren auf Steuerzahlerkosten: Weil sie den Staat als Selbstbedienungsladen betrachteten, mussten zwei französische Staatssekretäre nun zurücktreten.

Zigarrenrechnungen von mehr als 12.000 Euro sowie eine Immobilien- und Flugaffäre haben zwei französischen Regierungsmitgliedern den Job gekostet. Die Staatssekretäre Christian Blanc und Alain Joyandet reichten Rücktrittsgesuche ein, wie der Élyséepalast mitteilte. Präsident Nicolas Sarkozy nahm diese an.

Der für die Entwicklung der Hauptstadtregion zuständige Staatssekretär Blanc hatte für negative Schlagzeilen gesorgt, weil er innerhalb eines knappen Jahres auf Staatskosten für 12.000 Euro Zigarren gekauft hatte. Erst als die Sache bekannt wurde, überwies der Fan teurer Rauchwaren einen Teil zurück.

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Sein Parteifreund Joyandet sorgte für Unmut, weil er mit einem Privatjet für 117.000 Euro zu einer Haiti-Konferenz nach Martinique flog. Zudem soll der für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Staatssekretär ein Privathaus illegal erweitert haben.

Vermutlich sind die beiden Politiker mit dem Rücktritt ihrer Entlassung zuvorgekommen. Sarkozy hatte in der vergangenen Woche für Oktober eine Kabinettsumbildung angekündigt. Bei dieser sollten die Konsequenzen aus dem Verhalten einiger Regierungsmitglieder gezogen werden, hieß es. Die Aufgaben von Joyandet übernimmt zunächst Außenminister Bernard Kouchner, die von Blanc der Minister für den ländlichen Raum und Raumordnung, Michel Mercier.
 

 
Leser-Kommentare
    • M.M.
    • 05.07.2010 um 9:58 Uhr
    1. Frage

    Gäbe es so etwas im Zweifel bei uns auch ????
    Haben wir so viele Reserve-Staatssekretäre ??

  1. Wurde Klaus ZumWinkel damals entlassen? Wäre mir neu!

    Bei uns werden die entlassen, die Maultaschen von der Arbeitsstelle mit nach Hause nehmen, die ohnehin im Mülleimer gelandet wären (Recycling).

    Das weiß doch nun wirklich jeder!

  2. "Abgeordnete kauften Luxus-Füller für 68.000 Euro"
    denn da, wo alles etwas davon haben, da beschwert sich keiner.

  3. Es ist schon kurios, was wir in Frankreich gerade über die Attitüden der Regierungsvertreter lernen. Doch wieso erzählt die ZEIT nur einen Teil der Geschichte? So mag es dem Leser klingen, als hätten sich zwei bestenfalls zweitrangige Amtsinhaber vergriffen und wurden von Sarkozy prompt getadelt.

    Dabei gehört zur Skandalserie auch, dass einige Minister, wie Christian Estrosi (Industrie) und Fadela Amara (Stadtentwicklung) ihre ganze Familie auf Kosten des Steuerzahlers mit gleich mehreren teuren Dienstwohnungen in Paris ausgestattet haben.

    Und natürlich auch, dass mehrere Minister, darunter Roselyne Bachelot (Gesundheit) und Michèle Alliot-Marie (Justiz), sowie Abgeordnete und Staatssekretäre wie Henri de Raincourt, Patrick Devedjian und Jean-Marie Bockel neben ihrem Doppeleinkommen aus Abgeordneten- und Ministerdiäten in Zeiten der Krise bereits gleichzeitig ihre Renten einforderten.

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    Und vor allem die Affäre Bettencourt, dass die Frau Eric Woerths (Finanzminister und Buchhalter der Regierungspartei UMP) die superreiche Frau Bettencourt in Steuerangelegenheiten berät, die per nicht gemeldetem Inselkauf in den Seychellen etc. die Versteuerung ihres Reichtums in Millionenhöhe umgangen hat. Und dass Frau Woerth natürlich diesen Job der Beihilfe zur Steuerhinterziehung nur dank der Vermittlung Herrn Woerths, des französischen Finanzministers, erhielt.

    Die Entlassungen von Blanc und Joyandet sind daher nur eine taktische Maßnahme, um von der Mitnahmementalität der ganzen Regierung abzulenken sowie von der Affäre Woerth. Ganz zu schweigen vom Gehalt des Präsidenten selbst: 240.000 Euro, dank einer großzügigen Gehaltserhöhung um 140%... auf Wunsch Sarkozys selbst.

    Auch in Frankreich muss nicht jeder den Gürtel enger schnallen.

    Und vor allem die Affäre Bettencourt, dass die Frau Eric Woerths (Finanzminister und Buchhalter der Regierungspartei UMP) die superreiche Frau Bettencourt in Steuerangelegenheiten berät, die per nicht gemeldetem Inselkauf in den Seychellen etc. die Versteuerung ihres Reichtums in Millionenhöhe umgangen hat. Und dass Frau Woerth natürlich diesen Job der Beihilfe zur Steuerhinterziehung nur dank der Vermittlung Herrn Woerths, des französischen Finanzministers, erhielt.

    Die Entlassungen von Blanc und Joyandet sind daher nur eine taktische Maßnahme, um von der Mitnahmementalität der ganzen Regierung abzulenken sowie von der Affäre Woerth. Ganz zu schweigen vom Gehalt des Präsidenten selbst: 240.000 Euro, dank einer großzügigen Gehaltserhöhung um 140%... auf Wunsch Sarkozys selbst.

    Auch in Frankreich muss nicht jeder den Gürtel enger schnallen.

  4. Und vor allem die Affäre Bettencourt, dass die Frau Eric Woerths (Finanzminister und Buchhalter der Regierungspartei UMP) die superreiche Frau Bettencourt in Steuerangelegenheiten berät, die per nicht gemeldetem Inselkauf in den Seychellen etc. die Versteuerung ihres Reichtums in Millionenhöhe umgangen hat. Und dass Frau Woerth natürlich diesen Job der Beihilfe zur Steuerhinterziehung nur dank der Vermittlung Herrn Woerths, des französischen Finanzministers, erhielt.

    Die Entlassungen von Blanc und Joyandet sind daher nur eine taktische Maßnahme, um von der Mitnahmementalität der ganzen Regierung abzulenken sowie von der Affäre Woerth. Ganz zu schweigen vom Gehalt des Präsidenten selbst: 240.000 Euro, dank einer großzügigen Gehaltserhöhung um 140%... auf Wunsch Sarkozys selbst.

    Auch in Frankreich muss nicht jeder den Gürtel enger schnallen.

  5. Wie bitte Rauchwaren?

    Schaun sie doch mal im Lexikon nach was man in der deutschen Sprache als Rauchwaren bezeichnet.

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