Nahost-Konflikt Gaza-Hilfsschiff dreht nach Ägypten ab

Ein erneuter Konflikt mit Israels Militär ist vorerst abgewendet. Ein Schiff mit libyschen Hilfsgütern für den Gaza-Streifen steuert nun Ägypten an.

Hilfe für Gaza: Speiseöl-Kanister werden im griechischen Lavrio an Bord der "Amalthea" gebracht

Hilfe für Gaza: Speiseöl-Kanister werden im griechischen Lavrio an Bord der "Amalthea" gebracht

Die Amalthea wird den Gaza-Streifen nun doch nicht direkt ansteuern. Der Kapitän des mit libyschen Hilfsgütern beladenen Frachters hat nach Angaben der israelischen Armee zugesagt, den ursprünglichen Kurs zu ändern und den ägyptischen Hafen Al-Arish anzulaufen. Ähnlich äußerten sich die ägyptischen Behörden.

Israelische Boote verfolgten das Schiff bei seiner Fahrt. Eine Armeesprecherin wies jedoch die Darstellung zurück, der unter moldawischer Flagge fahrende Frachter sei eingekreist worden. Man folge nur in sichtbarer Entfernung, sagte sie.

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An Bord sind bisherigen Informationen nach 10 bis 15 propalästinensischen Aktivisten und etwa 2000 Tonnen Lebensmittel und Medikamente. Der genaue Standort der Amalthea ist bislang unklar. Israel hat palästinensischen Organisationen zufolge im Gaza-Streifen den Funk- und Datenverkehr zu dem Schiff gestört.

In der Nacht hatte sich die das Schiff über Stunden nur mit geringer Geschwindigkeit von rund 1,8 Kilometer pro Stunde bewegt. Der Kapitän nannte einen Maschinenschaden als Grund.

Durch die neue Entwicklung scheint ein erneuter gewaltsamer Konflikt um Gaza-Hilfslieferungen auf dem Seeweg gegenwärtig unwahrscheinlich. Im Mai waren neun türkische Staatsbürger während eines Einsatzes der israelischen Armee ums Leben gekommen, als eine Hilfsflotte versuchte, die Gaza-Blockade zu durchbrechen.

Auch jetzt hatte die Regierung in Jerusalem angekündigt, keine Passiererlaubnis zu erteilen. Israel werde nicht zulassen, dass seine Souveränität leide, sagte Außenminister Avigdor Lieberman. "Ich sage ganz klar: Kein Schiff wird den Gaza-Streifen erreichen."

Die für die Hilfslieferungen verantwortliche libysche Stiftung Gadhafi International Charity and Development Foundation Association und der Kapitän der Amalthea hatten israelische Forderungen nach einer Kurskorrektur zunächst zurückgewiesen.

Das vom griechischen Lavrio aus gestartete Schiff werde wie geplant nach Gaza fahren, hatte es noch am Wochenende geheißen.

 
Leser-Kommentare
  1. Bekanntermaßen beteiligt sich Ägypten auch an der Blockade des von der Hamas beherrschten Ghasa-Gebiets.

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    Die Ägypter lassen ausschließlich Medikamente in den Gaza-Streifen! Die wissen genau, was sie von der Hamas zu halten haben!

    Die Ägypter lassen ausschließlich Medikamente in den Gaza-Streifen! Die wissen genau, was sie von der Hamas zu halten haben!

  2. Da bisher nicht bekannt ist, wer für die - vernünftige - Entscheidung verantwortlich ist, nicht Gaza, sondern den ägyptischen Hafen anzulaufen, können nur Vermutungen angestellt werden.

    Sollte der die betreffende Hilfsorganisation leitende Sohn Gadhafis diese Entscheidung getroffen haben, und vielleicht sogar mit Zustimmung seines Vaters, dann könnte diese anfangs leicht als Provokation Israels zu verstehende Aktion zusätzlich etwas Positives mit sich bringen:
    Statt einer Eskalation des Nahost-Konfliktes bietet sich hier - vielleicht - die Chance, dass sich Libyen aus der selbst verschuldeten Isolation löst, sich von der Unterstützung von Islamisten und Terroristen lossagt, und sich denen anschließt - und mit ihnen Frieden schließt -, die eine bessere und vor allem friedlichere Welt wollen.

    Wie gesagt, die Hoffnung besteht - und stirbt zuletzt!

    • joG
    • 14.07.2010 um 11:16 Uhr

    ....im Gegensatz zu jene, die mit "Privatpersonen" in ein Kampfgebiet fuhren und sich an laufenden Kampfhandlungen beteiligten.

  3. wurde hier abgewendet? Mit dem israelischen Militär?
    Es ist doch vielmehr so, dass hier porovoziert werden sollte- Israel ist ein souveräner Staat und befindet sich weiterhin im von der Hamas erklärten Kriegszustand - hat also das international anerkannte Recht, eine Blockade gegen Hamas- Einrichtungen auszusprechen um Waffenlieferungen entsprechend der UN- Resolution zu verhindern.
    Wenn hier provoziert wird, dann die zivilisierte Weltordnung durch kriegslüsterne Aufpeitscher
    natürlich gefahrlos aus dem Hintergrund - Freiwillige als Kanonenfutter nach vorne - also auch ganz klar Hamas- Handschrift.
    Darf sich jetzt jeder Kriegstreiber unter islamischer Hilfsflagge gen Israel aufmachen um angekündigte Reaktionen zu provozieren um dann auf das israelische Militär als ordnungsdurchsetzende Organ eines legal agierenden Staates zu hetzen?
    Wer sich in die Reihen der Verharmloser solcher Kriegstreiber einreiht als Verfechter von "Hilfsorganisationen" der zwielichtigsten Art oder überhaupt ist mehr als Verharmloser - er ist agent provocateur de guerre, in diesem Fall gegen Israel!
    Israel handelt nicht anders als jeder sich im vom Gegner erklärten Kriegszustand befindliche Staat auf dieser Welt handeln würde - nur: bei Israel meinen die islamischen Staaten mittlerweile gefahrlos drauf einschlagen zu können - gegen den Islam will keiner Feder lassen und Israel kaum noch jemand, zumindest offen, beistehen. Wegen der "Friedfertigkeit" der offen mit Gewalt drohenden Islamisten?!

  4. [Entfernt, bitte bemühen Sie sich um sachliche und konstruktive Diskussionsbeiträge. Danke. /Die Redaktion pt.]

  5. Die Ägypter lassen ausschließlich Medikamente in den Gaza-Streifen! Die wissen genau, was sie von der Hamas zu halten haben!

    Antwort auf "Al-Arish – und dann?"
  6. Provokateure ist ein hartes und konsequentes Vorgehen unabdingbar. [...] Wenigstens ist der letztes mal an Bord gewesene Schriftsteller erheblich kleinlauter geworden. Anscheinend hat er bemerkt dass er lediglich als Kanonenfutter verbraucht wurde.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine neutrale Wortwahl. Danke. Die redaktion/vn

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