Hariri-Mord Libanon droht neues Blutvergießen
2005 wurde Libanons Premier Hariri ermordet. Ein UN-Tribunal in Den Haag macht offenbar Mitglieder der Hisbollah für den Mord verantwortlich. Deren Anführer droht nun.
© JOSEPH BARRAK/AFP/Getty Images

Hariri-Anhänger in Beirut: Der ermordete Rafiq Hariri (r.) und sein Sohn, der aktuelle Premier Saad Hariri
Der bärtige Scheich wirkte fahrig und nervös. Libanons Premierminister Saad Hariri habe ihn persönlich darüber informiert, dass das Tribunal in Den Haag "einige undisziplinierte Mitglieder der Hisbollah" anklagen werde, erklärte Hassan Nasrallah, Chef der schiitischen "Partei Gottes". Der Libanon gehe einer "ganz kritischen Phase" entgegen, fügte er hinzu. "Aber wir haben keine Angst und wissen uns zu verteidigen" – eine kaum bemäntelte Drohung, notfalls wieder zu den Waffen zu greifen.
Seit dem ungewöhnlichen Presseauftritt per Videoverbindung aus seinem Versteck heraus machte Nasrallahs brisante Nachricht in Beirut die Runde. Bis spätestens Dezember will das "Sondertribunal für den Libanon" die Anklagen für den Mord an Ex-Premier Rafik Hariri auf den Tisch legen. In dem fragilen Zedernstaat könnten die Namen für neue schwere Turbulenzen sorgen. Im Mai 2008 starben über hundert Menschen bei Straßengefechten zwischen Hisbollah und sunnitischen Milizen.
In der südlichen Grenzregion kam es kürzlich sogar zu Scharmützeln zwischen Dorfbewohnern und UN-Blauhelmen. Und zwischen Israel und der Hisbollah schaukelt sich die Kriegsrhetorik jetzt schon seit Monaten hoch. Eilens rief Libanons Präsident Michel Sleiman dann auch die politischen Führer seines Landes zusammen wegen "der heraufziehenden Gefahren, die Ruhe und Stabilität zerstören könnten".
Nach dem Bombenanschlag auf den 61-jährigen libanesischen Ex-Premier am 14. Februar 2005 galt Syrien zunächst als Hauptverdächtiger, auch wenn Damaskus die Vorwürfe stets zurückwies. Erstmals im Sommer 2006 berichtete dann die französische Zeitung Le Figaro , die Ermittler zögen auch eine Täterschaft der Hisbollah in Betracht. Im Mai 2009, zwei Wochen vor den libanesischen Parlamentswahlen, legte der Spiegel mit einer umfangreichen Dokumentation nach. Jedes Mal bestritt die Hisbollah vehement jede Verwicklung, sprach von bösartigen Verleumdungen und beschimpfte den Gerichtshof als "israelisches Projekt".
Doch die Ermittler in Den Haag ließen sich nicht beirren. Im Frühjahr verhörten sie ein erstes Dutzend Hisbollah-Mitglieder. Mitte September nach Ende des Ramadan soll eine zweite Serie von Vernehmungen folgen. Denn nach Angaben von Le Figaro und Spiegel war es libanesischen Spezialermittlern gelungen, aus Millionen von Handydaten zwei Ringe von verdächtigen Mobiltelefonen herauszufiltern. Acht Handys, intern auch "der erste Kreis der Hölle" genannt, seien in den Tagen vor dem Anschlag sowie am Tattag selbst immer nur in der Nähe Hariris verwendet worden. Alle diese Geräte waren sechs Wochen zuvor in der nordlibanesischen Stadt Tripolis gekauft worden und gehörten offenbar den direkten Bombenlegern. Der "zweite Kreis" bestand laut Spiegel aus zwanzig Handys, die auffällig oft in der Nähe des ersten Mobilrings geortet werden konnten. Ihre Besitzer waren offenbar die Hintermänner, welche die Planung der Mordtat steuerten.
Auf die Spur der Hisbollah kamen die Fahnder, weil sie einen Täter identifizieren konnten, der von seinem Anschlagshandy aus ein einziges privates Gespräch mit seiner Freundin geführt hatte. Dieser Mann war im Iran trainiert worden und ist seither verschwunden. Seine Identität führte dann laut Spiegel zum eigentlichen Drahtzieher des Hariri-Mordes, dem Hisbollah-Kommandeur Hajj Salim. Dieser habe direkt an Hisbollah-Chef Nasrallah und den iranischen General Kassim Sulaimani berichtet, der die Al-Quds-Brigaden der Revolutionären Garden kommandiert. Der verantwortliche findige libanesische Polizeioffizier allerdings hat seinen Spürsinn mit dem Leben bezahlt. Im Januar 2008 kam er bei einem Anschlag ums Leben – ausgeführt von einem Terrorkommando der Hisbollah.
Ein Beitrag aus dem Tagesspiegel
- Datum 23.07.2010 - 17:13 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
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Das UN-Tribunal in Den Haag ist der Vertreter der NATO in der Legislative. Da die UN als Friedenstauben angesehen werden, haben sie einen positiven Einfluss auf die Menschen in den Industriestaaten.
Sie dient im Interesse der NATO. Alle haben gemeinsame Feinde definiert. So ist Hisbollah auch ein Dorn im Auge der NATO. Und das UN-Tribunal schürt einen Krieg. Wieso kritisiert das UN-Tribunal in Den Haag nie das Vorgehen der USA? Oder der Türkei ? Weil sie vielleicht Nato-Mitglieder sind ? Die USA bricht tagtäglich die sowieso absurden Kriegsrechte usw. .Die Türkei ermordet weiter kurdische Kinder, führt einen psychischen Genozid durch ,ermordet Kritiker des Staates, verhaftet Politiker und Kinder ... WIeso wird das nie angeprangert ? Wenn Russland oder Serbien Kritiker einsperren,ermorden werden sofort die Stimmen laut ... Schon komisch oder ? Woran kann das blos liegen ?Das UN-Tribunal in Den Haag ist ein Teil der neuen Weltordnung ,dass eine Intrige ist .
[Können Sie Quellen zu Ihrer These einer intriganten Verbindung zwischen dem UN-Tribunal in Den Haag und den Interessen der NATO liefern? Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
Hallo La Rage, Sie sollten dabei aber auch erwähnen, dass sich die UN überproportional häufig mit der Verurteilung Israels befassen. Mit den Stimmen der arabischen Staaten wurden in Vollversammlungen so viele Resolutionen gegen Israel erlassen wie zu keinem anderen Thema. Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt werden dagegen nur äußerst selten thematisiert.
Hallo La Rage, Sie sollten dabei aber auch erwähnen, dass sich die UN überproportional häufig mit der Verurteilung Israels befassen. Mit den Stimmen der arabischen Staaten wurden in Vollversammlungen so viele Resolutionen gegen Israel erlassen wie zu keinem anderen Thema. Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt werden dagegen nur äußerst selten thematisiert.
Hariri, ein Saudi-Araber, welcher der IDF ein Dorn im Auge war, wurde von den IDF beseitigt. Diese IDF-Piste ist kaum
Thema der Untersuchung:
http://news.bbc.co.uk/2/s...
Haben das Hamburger Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" und "Le Figaro"[z.B. ?] in der Vergangenheit ebenso Nasrallah persönlich, wie interne CIA-Berichte falsch behaupten, für einen Angriff weit weg mit
sekundengenauen Hin- und Rückreiseroutendaten
von Beyrouth aus dem Libanon nach Argentinien
in Buenos Aires auf ein Botschaftsgebäude gemacht ?
RE:"Passage DER SPIEGEL" "Seine Identität führte dann laut Spiegel zum eigentlichen Drahtzieher des Hariri-Mordes, dem Hisbollah-Kommandeur Hajj Salim"(Tagesspiegel Berlin).
Tsahal nennt man die israelischen Verteidigungskräfte.IDF ist die englische Abkürzung.
Persönlich bin ich gegen die Hisbollah,aber den Mord in die Schuhe der Hisbollah zu schieben um später einen Krieg zu legitimieren , befürworte ich kaum.
@ k2: Die Untersuchung ist von der UN angeordnet. Und die UN wurde von der NATO beauftragt ,diese Untersuchung zu machen. Wer dem Glauben schenkt ,dann möge der gesunde Menschenverstand helfen.
" Islam bedeutet Frieden "
und einige Islamisten werden nicht müde
uns das tagtäglich vorzuführen.
Es wäre wünschenswert, Sie beteiligten sich mit Kommentaren die Bezug zum Artikel nehmen und sich dazu sachlich und argumentativ äußern. Danke, die Redaktion/fk.
Hallo La Rage, Sie sollten dabei aber auch erwähnen, dass sich die UN überproportional häufig mit der Verurteilung Israels befassen. Mit den Stimmen der arabischen Staaten wurden in Vollversammlungen so viele Resolutionen gegen Israel erlassen wie zu keinem anderen Thema. Menschenrechtsverletzungen in der arabischen Welt werden dagegen nur äußerst selten thematisiert.
[entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
Die Mossad Komponente wird total ausgeklammert.
Wem nützt es?
Wenn man diese Frage stellt, ist man schnell bei Israel. Dem Staat, dem die letzte Geheimdienst-Operation in Dubai vollens in die Hose ging.
Die Antwort auf "Cui bono" darf man nicht als Beweismittel ansehen, sondern allenfalls als schwaches Indiz.
Sonst könnte man jedweden Mord im arabischen Raum Israel in die Schuhe schieben. Ok, nicht wenige machen das tatsächlich.
Wenn man schon "Wem nützt es" fragt, so frage man auch, wem die Ermordung Hariris genützt hat. Israel jedenfalls nicht.
Für Israel wäre es ein Traum, wenn sich im Libanon ein stabiles, unabhängiges, prowestliches Regime etablieren könnte, das die Hisbollah (deren Zweck die Vernichtung Israels ist) aus dem Land jagen könnte.
Wem nützen hingegen politische Instabilität und die Hisbollah im Libanon? Syrien, Iran, Palästina.
Wem nützt also auch, die etwaige Täterschaft der Hisbollah bei der Ermordung eines populären Politikers zurückzuweisen, und die übliche jüdische Weltverschwörung zu behaupten?
Denselben.
Die Antwort auf "Cui bono" darf man nicht als Beweismittel ansehen, sondern allenfalls als schwaches Indiz.
Sonst könnte man jedweden Mord im arabischen Raum Israel in die Schuhe schieben. Ok, nicht wenige machen das tatsächlich.
Wenn man schon "Wem nützt es" fragt, so frage man auch, wem die Ermordung Hariris genützt hat. Israel jedenfalls nicht.
Für Israel wäre es ein Traum, wenn sich im Libanon ein stabiles, unabhängiges, prowestliches Regime etablieren könnte, das die Hisbollah (deren Zweck die Vernichtung Israels ist) aus dem Land jagen könnte.
Wem nützen hingegen politische Instabilität und die Hisbollah im Libanon? Syrien, Iran, Palästina.
Wem nützt also auch, die etwaige Täterschaft der Hisbollah bei der Ermordung eines populären Politikers zurückzuweisen, und die übliche jüdische Weltverschwörung zu behaupten?
Denselben.
Nach dem Holland seine Verpflichtung die menschen in Bosnien zu schützen nicht nachkam und es kam zu einem Genozid gegen die bosnische Muslime und dies alles unter der Aufsicht der holländische Soldaten- hat man schnellst diese Tribunal in Den-Haag eröffnet, um ihr eigene hand ins Unschuld zu waschen. Vor 1-2 Jahren reichten einige Bosnier genau diesbezüglich gegen Holländische Blauhelme eine Klage ein. Dies wurde von Den-Haag sofort abgelehnt und das Verfahren einfach eingestellt. Klar wenn die judikative und legislative in die Hände einer Organisation liegt, dann sind solche Urteile und Klagen zu erwarten.
Im Falle Hariri, wurde zuerst Syrien (Ein vordefinierte Fein vom Israel und Nato) als Täter bezeichnet. Nur in der Taz würde in Frage gestellt, was die Ermordung von Hariri für Syrien überhaupt außer Ärger bringen würde? Und nun ist es ja wiedermal eine Lachnummer, dass Hisbollah (der zweite Feind von Israel und Nato) als Täter in Frage käme. Klar- es gibt ja auch schweinegrippe!
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