Der neue Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, will Luftangriffe künftig erleichtern und dafür Einsatzregeln auf den Prüfstand stellen. "Es gibt Sorgen in den Reihen einiger unserer Soldaten am Boden, dass bestimmte Verfahrensweisen etwas zu bürokratisch geworden sind", sagte Petraeus nach Gesprächen mit Nato-Verbündeten. Für ihn sei der Schutz der Einsatzkräfte am Boden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ein "moralischer Imperativ".

Gleichzeitig wies Petraeus darauf hin, wie sein Vorgänger Stanley McChrystal alles daran setzen zu wollen, dass bei Nato-Luftangriffen in Afghanistan möglichst keine Zivilisten getötet werden. "Dies ist ein wichtiges Gebot beim Kampf gegen die Aufständischen", sagte der US-General. "Man muss alles Menschenmögliche tun, um die Bevölkerung zu schützen." 

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen pflichtete Petraeus bei: "Wir werden unser Möglichstes unternehmen, um die Zahl der getöteten Zivilisten zu verringern." Dies dürfe aber nicht auf Kosten der Sicherheit der eigenen Soldaten geschehen. Der neue Oberbefehlshaber genieße volles Vertrauen der 28 Nato-Staaten sowie der 18 weiteren Länder, die am Afghanistan-Einsatz beteiligt sind, sagte Rasmussen.

Der frühere Nato-Kommandeur für Afghanistan, McChrystal, war von US-Präsident Barack Obama entlassen worden , nachdem er in einem Magazin Kritik an der Afghanistan-Strategie geäußert hatte. In dem Bericht des Rolling Stone hatten sich auch mehrere Soldaten kritisch über die ihrer Meinung nach zu strengen Verhaltensregeln der Nato für Luftangriffe geäußert.