US-Finanzmarktreform Die wichtigsten EckpunkteSeite 2/2

Abschnitt VII: OTC-Derivatehandel

Erstmals überhaupt wird der Derivate-Handel im außerbörslichen Geschäft, also Over the Counter (OTC), reguliert. Damit sind auch Credit Default Swaps (Papiere für die Kreditausfallversicherung) reguliert, die zum Ausfall von AIG geführt hatten. Ein großer Teil des Derivate-Handels muss künftig über Clearingstellen oder Börsen abgewickelt werden, um mehr Transparenz über Preise und Spekulationsblasen zu ermöglichen.

Abschnitt IX: Schutz von Investoren

Bei der SEC wird ein Büro eingerichtet, das die Rating-Agenturen regulieren soll. Die SEC soll sich das Gebaren der stark in die Kritik geratenen Branche zunächst zwei Jahre lang genauer ansehen.

Abschnitt X: Verbraucherschutz

Die Interessen der Kunden werden künftig von einer Verbraucherschutzbehörde geschützt. Sie wird Vorgaben für Hypotheken und Kreditkarten erlassen. Die Gebühren fürs Bezahlen per Kreditkarte werden gesenkt.

Abschnitt XI: Federal Reserve

Die Krisen-Hilfen der US-Notenbank Fed werden einer externen Überprüfung unterzogen, nicht aber ihre Zinspolitik.

Abschnitt XIII: Finanzierung

Die Kosten des Reformgesetzes sollen durch Einnahmen aus der Schließung des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungstopfes TARP gedeckt werden. Zudem müssen Banken mehr bezahlen für die Sicherung ihrer Einlagen. Die eigentlich geplante Bankenabgabe wurde auf Druck einiger Senatoren gekippt.

Abschnitt XIV: Hypotheken-Reform

Gläubiger müssen die Bonität von möglichen Kreditnehmern bei Hypotheken analysieren, bevor sie Geld verleihen.

 
Leser-Kommentare
  1. Super, jetzt muß Europa nur noch nachziehen,

    Lob:"Obama zeigt das er ein Mann der Tat ist"

  2. 2.000 Seiten interpretierbaren Gesetzestextes können nicht wirken, vor allem, da eine gewisse populistische Tendenz vorherrscht.

    Fangen wir doch bei Punkt 1 an:
    Systemisches Risiko: Die FED hat in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium die Zinsen gesenkt, gesenkt, gesenkt und niedrig gehalten. Greenspan und Bernanke haben mit allen Mitteln für Liquidität gesorgt, um den Wähler (Consumer) per Konjunktur bei Laune zu halten. Bernanke hat noch Tage vor dem Crash öffentlich gesagt, dass er keine Immobilienblase erkennen könne. FED und Finanzministerium SIND das systemische Risiko.

    Und und und. Das gibt ein Mammutwirrwar. Interessant der Verbraucherschutz: Die Chinesen haben schon gehandelt. Deren Rating Agentur Dagong hat die USA von dem bisher üblichen AAA um 2 Stufen heruntergestuft auf AA, Tendenz negativ. Ob Obama das gefallen wird?

    Weniger und präziser wäre viel mehr gewesen als dieses Bürokratiemonster, welches natürlich ein Konjunkturschub für Rechtsanwälte ist.

  3. Ein schöner Versuch die Tradition wieder aufleben zu lassen. Der Glass-Steagall-Act 1999 wegen Überholtheit abgeschafft und jetzt -über 2000 Seiten stark- wieder zurück. Fortschritt sieht anders aus.

    Es ist wahrscheinlich einfacher ein desolates System neu zu erschaffen, aber aus Sicht der lobbyistischen Demokratie bei weitem nicht so lukrativ.

    Es ist schwer sich vorzustellen, dass es diese Mal auf Dauer funktionieren wird. Am Ende des Tages ein Schritt, eine Richtung, ein Weg, solange es funktioniert.

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