Streit über Rebellen Chávez bricht Beziehung zu Kolumbien ab

Venezuelas Präsident hat im Streit den Kontakt mit dem Nachbarn abgebrochen und die Grenzer in Alarmbereitschaft versetzt. Anlass ist ein Streit über die Farc-Rebellen.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez auf einer Debatte der Vereinten Nationen, 2009  in New York

Venezuelas Präsident Hugo Chávez auf einer Debatte der Vereinten Nationen, 2009 in New York

Die gegenseitigen Vorwürfe mündeten in einer diplomatische Krise: Kolumbien hatte Venezuela offiziell bei einer Sitzung der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) in Washington vorgeworfen, kolumbianische Farc-Rebellen zu beherbergen. Chávez hielt dagegen Kolumbien vor, gemeinsam mit den USA einen Krieg gegen Venezuela anzetteln zu wollen.

"Die (kolumbianische) Regierung (des Präsidenten Álvaro) Uribe war kriegerisch, lügnerisch und aggressiv", sagte Chávez vor Kameras. Alle Beziehungen würden deshalb abgebrochen. Gleichzeitig kündigte er an, er werde die Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá schließen. An der Grenze zu Kolumbien rief der Staatschef höchste Alarmbereitschaft aus.

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Auf der Sondersitzung der OAS in Washington hatten sich die Botschafter beider Länder Wortgefechte geliefert. Der Kolumbianer Luis Alonso Hoyos forderte die Regierung in Caracas auf, sofort gegen die linken Farc-Rebellen vorzugehen, die seit mehreren Jahrzehnten Kolumbien terrorisierten. Angeblich sind 1500 Rebellen in Venezuela. Hoyos verlangte, eine internationale Kommission nach Venezuela zu entsenden.

Venezuelas Botschafter in der OAS, Roy Chaderton, wies die Beschuldigungen zurück. Er forderte seinerseits, eine Kommission zu entsenden, die US-Militärbasen in Kolumbien untersuchen soll. Diese dienen Angaben der Regierungen von Kolumbien und den USA vor allem dazu, die Drogenkriminalität in der Region zu bekämpfen. Wegen der Vorwürfe hatte Venezuela vergangene Woche seinen Botschafter aus Bogotá abgezogen, gleiches tat Kolumbien vor der Sitzung der OAS.

Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte beide Länder zum Dialog auf. Ban hoffe, dass die Streitigkeiten der beiden Regierungen durch Gespräche gelöst werden könnten, sagte sein Sprecher. Der UN-Generalsekretär rufe alle Seiten "zur Mäßigung auf, damit die Situation auf friedliche Weise gelöst werden kann".

Der Generalsekretär der OAS, José Miguel Insulza, sagte, er hoffe, beide Länder würden ihren Streit beilegen und sich "in den kommenden Tagen" verständigen. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen sei "nicht die richtige Art", mögliche Vorwürfe zu äußern.

Die Beziehungen beider Länder haben sich weiter verschlechtert, seit Kolumbien und die USA im Juli 2009 eine Militärkooperation vereinbarten, die Venezuela als Bedrohung der Sicherheit der Region betrachtet.

 


 

 
Leser-Kommentare
  1. Kolumbien und Venezuela, hier sind beide Seiten vorzügliche Säbelrassler. Einmal der Vasallenstaat der USA als taktischer Aussenstützpunkt und Hauptsitz diverser US Großkonzerne und einmal ein rotznasiger Chavez, der sicherlich an seinen diplomatischen Fähigkeiten feilen könnte und einen starken Hang zum Populismus hat.

    Ein Krieg in Südamerika wird es aber wohl nicht geben. Viel zu riskant für die USA direkt vor der Haustüre. Die USA wird es so wie immer versuchen: Geheimdienst.

    Der nächste Putschversuch wird sicher nicht mehr lange auf sich warten...vermutlich getarnt als "Volksaufstand".

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    • a.bit
    • 23.07.2010 um 10:36 Uhr

    Für einen Volksaufstand in Venezuela braucht es keinen amerikanischen Geheimdienst. Da sich Chávez' "Sozialismus des 21. Jahrhundert" für seine Untergebenen kaum vom real existierenden Sozialismus des letzten Jahrhundert unterscheidet, wird Chávez dafür schon ganz alleine sorgen.

    • a.bit
    • 23.07.2010 um 10:36 Uhr

    Für einen Volksaufstand in Venezuela braucht es keinen amerikanischen Geheimdienst. Da sich Chávez' "Sozialismus des 21. Jahrhundert" für seine Untergebenen kaum vom real existierenden Sozialismus des letzten Jahrhundert unterscheidet, wird Chávez dafür schon ganz alleine sorgen.

    • a.bit
    • 23.07.2010 um 10:36 Uhr

    Für einen Volksaufstand in Venezuela braucht es keinen amerikanischen Geheimdienst. Da sich Chávez' "Sozialismus des 21. Jahrhundert" für seine Untergebenen kaum vom real existierenden Sozialismus des letzten Jahrhundert unterscheidet, wird Chávez dafür schon ganz alleine sorgen.

    Antwort auf "Säbelrassler"
  2. 3. Chavez

    Man kann sicher sein, das die Regierungszeit von Chavez durch die USA begrenzt sein wird. Krieg vor der Haustür wird die USA nicht dulden können.

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