Diplomatie Westerwelle, der Türkenfreund
Ankara hat wegen Iran und Israel Ärger mit dem Westen. Da kam der Auftritt von Außenminister Westerwelle am Bosporus zur rechten Zeit.
© MUSTAFA OZER/AFP/Getty Images

Amtskollegen: die Außenminister Davutoglu und Westerwelle auf Bosporusfahrt
Mit solchen Gastgeschenken konnte Guido Westerwelle nicht konkurrieren. Auf seiner Reise nach Istanbul und Ankara traf der deutsche Außenminister überall auf die Geschenkpapierreste des neuen britischen Premierministers. David Cameron hatte den Türken vollmundig den Beitritt in Aussicht gestellt. Er wolle eine Straße nach Brüssel bauen, sagte er in Ankara, der Widerstand bestimmter EU-Länder (sprich: Frankreich und Deutschland) "ärgere" ihn geradezu. Über derlei rhetorische Mitbringsel freute man sich sehr in Ankara. Westerwelle musste bei seinem Besuch am Dienstag und Mittwoch zwischen den Distanzübungen seiner Kanzlerin und den Umarmungen des britischen Premiers den richtigen Ton treffen. Wie hat er das gemacht?
Gar nicht so schlecht. Schon vorab sendete er durch die Berliner Presse die Nachricht, dass die Türkei derzeit noch "nicht beitrittsfähig" sei. Das ist richtig und würde auch in Ankara niemand ernsthaft behaupten wollen. Aber natürlich fehlte da noch was Nettes, Erbaulicheres für die Türken. Und das lieferte Westerwelle in Istanbul nach. Vor ausgesprochen netter Bosporuskulisse sagte er: "Wir haben ein strategisches Interesse am Europakurs der Türkei", und bekräftigte dann - leicht anders akzentuiert - auf türkisch: "Die Richtung der Türkei ist Europa!". Das kam an.
Überhaupt scheint das Verhältnis von Westerwelle zu Außenminister Ahmet Davutoglu gut zu sein. Die beiden sprachen von "Freundschaft" und "vertrauensvollen Beziehungen", und wenn man sie da so vor dem Bosporus lächeln sah, dann mochte man ihnen das auch glauben. Westerwelle spricht deutsch, Davutoglu, ein Absolvent eines deutschsprachigen Gymnasiums in Istanbul, versteht mühelos; Davutoglu aber antwortet lieber auf Englisch, weil er sich darin dann doch sicherer fühlt. Westerwelle sagte: "Wir Deutsche sind sehr beeindruckt von den großen Erfolgen der Türkei in den letzten Jahren." Daraufhin lächelt Davutoglu einfach nur und lädt den Freund Guido zu einer Bosporustour ein.
Doch war nicht alles leichte Kost bei diesem Treffen. Die EU hat am Montag neue Sanktionen gegen Iran verhängt, der nicht von seinem ambitiösen und nebulösen Atomprogramm lassen will. Die Türkei hält nicht viel von Sanktionen und will lieber reden, so lange es irgend geht. Soeben brachte Davutoglu seine Amtskollegen aus Brasilien und Iran zusammen. Doch eine Neuauflage der Dreier-Vereinbarung vom 13. Mai, die in den USA für so viel Ärger gesorgt hatte, gab es nicht. Im Gegenteil: Davutoglu war sichtlich bemüht, die Bedeutung des Treffens herabzuwürdigen und die Präsenz des Iraners in den Hintergrund zu stellen. Es scheint, dass Westerwelle hier den engen Draht zu Davutoglu halten will, um ähnlichen Ärger wie im Mai künftig zu verhindern.
Zweiter heikler Punkt: Israel. Seit der Kaperung eines türkischen Hilfsschiffs und der Erschießung von neun türkischen Hilfsaktivisten am 31. Mai sind die türkisch-israelischen Beziehungen auf einem Tiefpunkt. Das Misstrauen ist riesengroß, die türkischen Forderungen nach Kompensation und Entschuldigung unerfüllt. Für die Deutschen und den Westen liegt in dieser Eiszeit am Mittelmeer eine Gefahr. Sollte die Türkei bei einem nochmaligen Zusammenstoß mit Israel in diesen oder anderen Dingen die Beziehungen zu Jerusalem abbrechen, würden sich die Gewichte im Nahen Osten verschieben. Dann hätten die beiden Demokratien, die beiden pro-westlichen Staaten in Nahost, keine Beziehungen mehr. Dann würde der Westen ständig vor die Wahl "Israel oder Türkei" gestellt. Dann würden die Reibungen zwischen dem Nato-Land Türkei und der Nato-Vormacht USA weiter wachsen. Das alles gilt es zu verhindern.
Guido Westerwelles Bosporus-Diplomatie kommt da zur rechten Zeit und auch in der rechten Intensität. Mit Davutoglu traf er sich eine Nacht und einen halben Tag, Mittwochmittag traf er dann noch mit Premier Erdogan zusammen. Wenn Westerwelle diesen Draht nun weiter gut pflegt, kann er eine Lücke besetzen, die allein mit David Camerons EU-Versprechungen nicht gefüllt wird. Die Deutschen haben wesentlich bessere Beziehungen zu Israel als die Briten, sie sind zugleich viel entscheidender für den künftigen EU-Beitritt der Türkei als London. Wenn ein EU-Land glaubhaft Vermittler-Botschaften nach Ankara senden kann, wenn ein Land der Türkei in der EU etwas anzubieten hat, dann ist es Deutschland.
Viele CDU-Politiker sind sich der Schlüsselrolle Deutschlands gegenüber der Türkei leider nur in negativer Hinsicht bewusst: "Kein Beitritt!" Guido Westerwelle scheint auch die positive Seite zu sehen: Dass die Türkei für Europa sehr wichtig ist, und dass Deutschland für die Türkei der zentrale Ansprechpartner in der EU ist. Nur daraus kann gute Außenpolitik werden.
- Datum 29.07.2010 - 13:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Ausnahmsweise bin ich mit Guido Westerwelle einer Meinung. Ich glaube auch, dass es für die Zukunft der Region und für die Machtkonstellationen im Nahen Osten wichtig ist, dass die Türkei und übrigens auch Israel möglichst eng an Europa gehalten werden. Im schlechtesten Fall bleibt Israel isoliert und die Türkei heftet sich an den Iran. Das wäre gefährlich.
Ein privilegierte Partnerschaft ist auch eine besondere Bindung an Europa.
Wenn die EU nur noch ein einziges Land aufnähme (neben Island, das ist ja wohl nur noch eine Formsache), sollte dies Israel sein. Einen "europäischeren" Staat wird man außerhalb der geografischen Grenzen Europas nicht finden, schon gar nicht in der Türkei. Problematisch ist, dass die Regierung Netanjahu bei solch einem Vorhaben mehr Ablehnung als Zustimmung in Europa auslösen würde. Dies würde sicherlich auch dazu beitragen, den Konflikt mit den Palästinensern zu entschärfen, weil man Israel mehr Rücksicht auch auf EU-Belange aufzwänge. Ob es entsprechende EU-Befürworter in Israel gibt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
"Ausnahmsweise bin ich mit Guido Westerwelle einer Meinung. Ich glaube auch, dass es für die Zukunft der Region und für die Machtkonstellationen im Nahen Osten wichtig ist, dass die Türkei und übrigens auch Israel möglichst eng an Europa gehalten werden. Im schlechtesten Fall bleibt Israel isoliert und die Türkei heftet sich an den Iran. Das wäre gefährlich."
Für wen wäre das Gefährlich ? Es ist nicht unsere Aufgabe die Türkei in die EU zu holen, nur damit Israel nicht isoliert wird. Denn isarel hat sich die aktuelle Situation selber zuzuschreiben.
Wenn die Türkei auf Subventionen für ihr unterentwickeltes Hinterland verzichted , kann man über einen Beitritt nachdenken , vorher nicht.
Ein privilegierte Partnerschaft ist auch eine besondere Bindung an Europa.
Wenn die EU nur noch ein einziges Land aufnähme (neben Island, das ist ja wohl nur noch eine Formsache), sollte dies Israel sein. Einen "europäischeren" Staat wird man außerhalb der geografischen Grenzen Europas nicht finden, schon gar nicht in der Türkei. Problematisch ist, dass die Regierung Netanjahu bei solch einem Vorhaben mehr Ablehnung als Zustimmung in Europa auslösen würde. Dies würde sicherlich auch dazu beitragen, den Konflikt mit den Palästinensern zu entschärfen, weil man Israel mehr Rücksicht auch auf EU-Belange aufzwänge. Ob es entsprechende EU-Befürworter in Israel gibt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
"Ausnahmsweise bin ich mit Guido Westerwelle einer Meinung. Ich glaube auch, dass es für die Zukunft der Region und für die Machtkonstellationen im Nahen Osten wichtig ist, dass die Türkei und übrigens auch Israel möglichst eng an Europa gehalten werden. Im schlechtesten Fall bleibt Israel isoliert und die Türkei heftet sich an den Iran. Das wäre gefährlich."
Für wen wäre das Gefährlich ? Es ist nicht unsere Aufgabe die Türkei in die EU zu holen, nur damit Israel nicht isoliert wird. Denn isarel hat sich die aktuelle Situation selber zuzuschreiben.
Wenn die Türkei auf Subventionen für ihr unterentwickeltes Hinterland verzichted , kann man über einen Beitritt nachdenken , vorher nicht.
in der EU. Und das beruht auf dem Wissen der massenhaften Zuwanderung von Türken in unser Land!
Gründe sind jedem bekannt, müssen daher nicht noch extra ausgeführt werden.
Wenn `Great Britain` den €uro eingeführt und das Schengen-Abkommen unterzeichnet hätte, gäbe es auch eine andere Betrachtung um den Beitrittswunsch der Türkei!
So aber ist es eine geopolitische Befürwortung der angloamerikanischen Verbände aufgrund der für sie ausbleibenden sozialpolitischen und fiskalischen Auswirkungen!
Mag Cameron doch erst mal die vollständige Integration Großbritanniens in die EU vollziehen, dann kann er fordern; und von mir aus auch ärgerlich sein!!
Bis dahin aber soll er einfach nur weiter den Amis dienen!!
Ein EU-Beitritt der Türkei führt nicht automatisch zeitnah zu einer Zuwanderungswelle in die EU bzw. nach Deutschland. Zwar würde dann die Freizügigkeit gemäß Art. 39 EG-Vertrag gelten; in der Vergangenheit gab es aber für ehemalige Ostblockstaaten Übergangsfristen von 7 Jahren. Bei einem EU-Beitritt der Türkei ab 2015 etwa würde die volle Freizügigkeit erst 2022 eintreten. Und wer weiß, wie dann die Situation auf den Arbeitsmärkten ist.
Ihre unzureichende Ausführung uns allen bekannten Gründe reichen eben nicht aus. Integrationsprozesse einer Minderheit innerhalb eines Staates und supranationale Integrationsprozesse sind zwei Dinge unterschiedlicher Natur. Natürlich können wir uns der Stammtischpöbelei hingeben und "die Türken" über einen Kamm scheren, allerdings werden damit keinesfalls der postmodernen Aufgabe Europas, nämlich neben Sicherheit auch wirtschaftlichen Fortschritt nicht gerecht. Beides kann von der Türkei erfüllt werden, allerdings unter Vorbehalt. Das Land ist tatsächlich noch nicht reif für einen Beitritt. Allerdings läßt ihre Darstellung der Türken in Deutschland und den "ihnen" bekannten" Gründen nur auf eine Einfältigkeit schließen wie sie in Deutschalnd leider zu oft vor kommt. Ich rate ihnen eine Reise nach Istanbul und sich ein Bild von einer Metropole zu machen, welche sich weder vor London, Berlin oder Paris verstecken braucht. Ihre darstellung allerdings erinnert an einen gewissen Frankfurter Bundesbänker, der es sich auch zu einfach macht. Der wesentlichere Kern der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geht inzwischen über die eigentlichen Ziele der EU (siehe oben) hinaus. Durch die anhaltende vertröstende Haltung der EU sinkt das Interesse der Türkei sich der EU anzuschließen. Folglich werden Alternativen attraktiver. Dies hat zur Folge das sich die EU auf eine Pattsituation bewegt und zwischen dem minderen Übel wählen muss: Beitritt in die EU oder steigende Distanz zu Europa?
Vor Jahren hätte ich vielleicht noch ähnlich argumentiert, was GB betrifft. Das hat sich geändert. Ich wünsche mir, daß GB die EU verläßt. Was die Anlässe betrifft: WW mag einen niedrigen EQ haben.
Cameron ist für mich als Deutscher arrogant. Siehe auch die jüngsten Kommentare.
...Argumenten begründen können, wieso die Türkei nicht Mitglied der EU werden sollte, wenn sie die Kriterien erfüllt.
Ein EU-Beitritt der Türkei führt nicht automatisch zeitnah zu einer Zuwanderungswelle in die EU bzw. nach Deutschland. Zwar würde dann die Freizügigkeit gemäß Art. 39 EG-Vertrag gelten; in der Vergangenheit gab es aber für ehemalige Ostblockstaaten Übergangsfristen von 7 Jahren. Bei einem EU-Beitritt der Türkei ab 2015 etwa würde die volle Freizügigkeit erst 2022 eintreten. Und wer weiß, wie dann die Situation auf den Arbeitsmärkten ist.
Ihre unzureichende Ausführung uns allen bekannten Gründe reichen eben nicht aus. Integrationsprozesse einer Minderheit innerhalb eines Staates und supranationale Integrationsprozesse sind zwei Dinge unterschiedlicher Natur. Natürlich können wir uns der Stammtischpöbelei hingeben und "die Türken" über einen Kamm scheren, allerdings werden damit keinesfalls der postmodernen Aufgabe Europas, nämlich neben Sicherheit auch wirtschaftlichen Fortschritt nicht gerecht. Beides kann von der Türkei erfüllt werden, allerdings unter Vorbehalt. Das Land ist tatsächlich noch nicht reif für einen Beitritt. Allerdings läßt ihre Darstellung der Türken in Deutschland und den "ihnen" bekannten" Gründen nur auf eine Einfältigkeit schließen wie sie in Deutschalnd leider zu oft vor kommt. Ich rate ihnen eine Reise nach Istanbul und sich ein Bild von einer Metropole zu machen, welche sich weder vor London, Berlin oder Paris verstecken braucht. Ihre darstellung allerdings erinnert an einen gewissen Frankfurter Bundesbänker, der es sich auch zu einfach macht. Der wesentlichere Kern der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geht inzwischen über die eigentlichen Ziele der EU (siehe oben) hinaus. Durch die anhaltende vertröstende Haltung der EU sinkt das Interesse der Türkei sich der EU anzuschließen. Folglich werden Alternativen attraktiver. Dies hat zur Folge das sich die EU auf eine Pattsituation bewegt und zwischen dem minderen Übel wählen muss: Beitritt in die EU oder steigende Distanz zu Europa?
Vor Jahren hätte ich vielleicht noch ähnlich argumentiert, was GB betrifft. Das hat sich geändert. Ich wünsche mir, daß GB die EU verläßt. Was die Anlässe betrifft: WW mag einen niedrigen EQ haben.
Cameron ist für mich als Deutscher arrogant. Siehe auch die jüngsten Kommentare.
...Argumenten begründen können, wieso die Türkei nicht Mitglied der EU werden sollte, wenn sie die Kriterien erfüllt.
Ein privilegierte Partnerschaft ist auch eine besondere Bindung an Europa.
Welche zusätzlichen Rechte beinhaltet eine privilegierte Partnerschaft? Hab gerade unter Wiki nachgeguckt, aber da steht nur:
"Die privilegierte Partnerschaft gehe weit über die zwischen der EU und der Türkei eingegangene Zollunion hinaus; so könne eine alle Gütergruppen umfassende Freihandelszone geschaffen werden. Weiterhin könne die Zusammenarbeit vertieft werden – insbesondere zur Stärkung der Zivilgesellschaft, des Umweltschutzes, zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, im Gesundheits- sowie im Bildungsbereich. Zudem könne die Türkei verstärkt in die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und in die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik einbezogen werden. Schließlich könne zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Organisiertem Verbrechen die Zusammenarbeit der Behörden und Institutionen im Innen- und Justizbereich sowie der Geheimdienste deutlich intensiviert werden."
Also, alles kann, nichts muss - genauso wie ohne privilegierte Partnerschaft.
Bedeutet das jetzt, dass wir die Türkei mehr mögen also andere?
Die Tuerkei gehoert in die EU!! Sie ist ein demokratisches Land und sorgt fuer Stabilitaet in der Region. Uebrigens, die Tuerkei hat die Demokratie nicht beigebracht und aufgezwungen bekommen. Sie hat sich selbst demokratisiert. Die Friedensaktivisten, auch aus der Tuerkei, haben sich erfolgreich dafuer eingesetzt, dass der Freiluft-Gefaengnis (Gaze) in den Blickpunkt der Weltoeffentlichkeit rueckt. Jezt bekommen 1,5 Millionen Menschen mehr Nahrungsmittel und die Kinder koennen hoffentlich jetzt mit vollem Bauch schlafen.
Welche zusätzlichen Rechte beinhaltet eine privilegierte Partnerschaft? Hab gerade unter Wiki nachgeguckt, aber da steht nur:
"Die privilegierte Partnerschaft gehe weit über die zwischen der EU und der Türkei eingegangene Zollunion hinaus; so könne eine alle Gütergruppen umfassende Freihandelszone geschaffen werden. Weiterhin könne die Zusammenarbeit vertieft werden – insbesondere zur Stärkung der Zivilgesellschaft, des Umweltschutzes, zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, im Gesundheits- sowie im Bildungsbereich. Zudem könne die Türkei verstärkt in die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und in die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik einbezogen werden. Schließlich könne zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Organisiertem Verbrechen die Zusammenarbeit der Behörden und Institutionen im Innen- und Justizbereich sowie der Geheimdienste deutlich intensiviert werden."
Also, alles kann, nichts muss - genauso wie ohne privilegierte Partnerschaft.
Bedeutet das jetzt, dass wir die Türkei mehr mögen also andere?
Die Tuerkei gehoert in die EU!! Sie ist ein demokratisches Land und sorgt fuer Stabilitaet in der Region. Uebrigens, die Tuerkei hat die Demokratie nicht beigebracht und aufgezwungen bekommen. Sie hat sich selbst demokratisiert. Die Friedensaktivisten, auch aus der Tuerkei, haben sich erfolgreich dafuer eingesetzt, dass der Freiluft-Gefaengnis (Gaze) in den Blickpunkt der Weltoeffentlichkeit rueckt. Jezt bekommen 1,5 Millionen Menschen mehr Nahrungsmittel und die Kinder koennen hoffentlich jetzt mit vollem Bauch schlafen.
Vermeiden Sie hetzerische Kommentare und belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellenangaben. Die Redaktion / mh
Welche zusätzlichen Rechte beinhaltet eine privilegierte Partnerschaft? Hab gerade unter Wiki nachgeguckt, aber da steht nur:
"Die privilegierte Partnerschaft gehe weit über die zwischen der EU und der Türkei eingegangene Zollunion hinaus; so könne eine alle Gütergruppen umfassende Freihandelszone geschaffen werden. Weiterhin könne die Zusammenarbeit vertieft werden – insbesondere zur Stärkung der Zivilgesellschaft, des Umweltschutzes, zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, im Gesundheits- sowie im Bildungsbereich. Zudem könne die Türkei verstärkt in die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und in die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik einbezogen werden. Schließlich könne zur Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Organisiertem Verbrechen die Zusammenarbeit der Behörden und Institutionen im Innen- und Justizbereich sowie der Geheimdienste deutlich intensiviert werden."
Also, alles kann, nichts muss - genauso wie ohne privilegierte Partnerschaft.
Bedeutet das jetzt, dass wir die Türkei mehr mögen also andere?
Wenn Sie sich nun auch noch kundig machen, was eine Voll-Mitgliedschaft in der EU bedeutet, und dass ins Verhältnis zur privilegierten Partnerschaft setzen, dann ist es Ihnen ohne weiteres möglich, die jeweiligen Vor -und Nachteile für die EU und Türkei zu erfahren.
Hieraus können Sie ja dann einen eigenen Standpunkt entwickeln.
Vielleicht. Auf jeden Fall gibt es gemeinsame Interessen und Probleme
besonders durch die türkische Community in der BRD (siehe die Beiträge von z.B. moral_majority und hthschwarz .
Wenn Sie sich nun auch noch kundig machen, was eine Voll-Mitgliedschaft in der EU bedeutet, und dass ins Verhältnis zur privilegierten Partnerschaft setzen, dann ist es Ihnen ohne weiteres möglich, die jeweiligen Vor -und Nachteile für die EU und Türkei zu erfahren.
Hieraus können Sie ja dann einen eigenen Standpunkt entwickeln.
Vielleicht. Auf jeden Fall gibt es gemeinsame Interessen und Probleme
besonders durch die türkische Community in der BRD (siehe die Beiträge von z.B. moral_majority und hthschwarz .
Ein EU-Beitritt der Türkei führt nicht automatisch zeitnah zu einer Zuwanderungswelle in die EU bzw. nach Deutschland. Zwar würde dann die Freizügigkeit gemäß Art. 39 EG-Vertrag gelten; in der Vergangenheit gab es aber für ehemalige Ostblockstaaten Übergangsfristen von 7 Jahren. Bei einem EU-Beitritt der Türkei ab 2015 etwa würde die volle Freizügigkeit erst 2022 eintreten. Und wer weiß, wie dann die Situation auf den Arbeitsmärkten ist.
"Ein EU-Beitritt der Türkei führt nicht automatisch zeitnah zu einer Zuwanderungswelle in die EU bzw. nach Deutschland. Zwar würde dann die Freizügigkeit gemäß Art. 39 EG-Vertrag gelten; in der Vergangenheit gab es aber für ehemalige Ostblockstaaten Übergangsfristen von 7 Jahren. Bei einem EU-Beitritt der Türkei ab 2015 etwa würde die volle Freizügigkeit erst 2022 eintreten. Und wer weiß, wie dann die Situation auf den Arbeitsmärkten ist."
Das wirkt ja ungemein beruhigend. Die Bevölkerung von Deutschland hätte in der Beziehung etwas verläßlichere Angaben. Es ist beunruhigend, wie hier manche Leute das Schicksal Deutschlands, immerhin der größte Nation und Wirtschaftsmöchte Europas, an vage Vorstellungen und Versprechungen heften. Die innenpolitische Stabilität im Land ist ein kostbares Gut. Das scheinen viele Leute mit Vorliebe zur Disposition stellen zu wollen, weil es gerade PC ist, daß die Türkei Mitglied der EU zu sein hat, wo sie nicht hingehört.
"Ein EU-Beitritt der Türkei führt nicht automatisch zeitnah zu einer Zuwanderungswelle in die EU bzw. nach Deutschland. Zwar würde dann die Freizügigkeit gemäß Art. 39 EG-Vertrag gelten; in der Vergangenheit gab es aber für ehemalige Ostblockstaaten Übergangsfristen von 7 Jahren. Bei einem EU-Beitritt der Türkei ab 2015 etwa würde die volle Freizügigkeit erst 2022 eintreten. Und wer weiß, wie dann die Situation auf den Arbeitsmärkten ist."
Das wirkt ja ungemein beruhigend. Die Bevölkerung von Deutschland hätte in der Beziehung etwas verläßlichere Angaben. Es ist beunruhigend, wie hier manche Leute das Schicksal Deutschlands, immerhin der größte Nation und Wirtschaftsmöchte Europas, an vage Vorstellungen und Versprechungen heften. Die innenpolitische Stabilität im Land ist ein kostbares Gut. Das scheinen viele Leute mit Vorliebe zur Disposition stellen zu wollen, weil es gerade PC ist, daß die Türkei Mitglied der EU zu sein hat, wo sie nicht hingehört.
Ihre unzureichende Ausführung uns allen bekannten Gründe reichen eben nicht aus. Integrationsprozesse einer Minderheit innerhalb eines Staates und supranationale Integrationsprozesse sind zwei Dinge unterschiedlicher Natur. Natürlich können wir uns der Stammtischpöbelei hingeben und "die Türken" über einen Kamm scheren, allerdings werden damit keinesfalls der postmodernen Aufgabe Europas, nämlich neben Sicherheit auch wirtschaftlichen Fortschritt nicht gerecht. Beides kann von der Türkei erfüllt werden, allerdings unter Vorbehalt. Das Land ist tatsächlich noch nicht reif für einen Beitritt. Allerdings läßt ihre Darstellung der Türken in Deutschland und den "ihnen" bekannten" Gründen nur auf eine Einfältigkeit schließen wie sie in Deutschalnd leider zu oft vor kommt. Ich rate ihnen eine Reise nach Istanbul und sich ein Bild von einer Metropole zu machen, welche sich weder vor London, Berlin oder Paris verstecken braucht. Ihre darstellung allerdings erinnert an einen gewissen Frankfurter Bundesbänker, der es sich auch zu einfach macht. Der wesentlichere Kern der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geht inzwischen über die eigentlichen Ziele der EU (siehe oben) hinaus. Durch die anhaltende vertröstende Haltung der EU sinkt das Interesse der Türkei sich der EU anzuschließen. Folglich werden Alternativen attraktiver. Dies hat zur Folge das sich die EU auf eine Pattsituation bewegt und zwischen dem minderen Übel wählen muss: Beitritt in die EU oder steigende Distanz zu Europa?
"Durch die anhaltende vertröstende Haltung der EU sinkt das Interesse der Türkei sich der EU anzuschließen. Folglich werden Alternativen attraktiver. Dies hat zur Folge das sich die EU auf eine Pattsituation bewegt und zwischen dem minderen Übel wählen muss: Beitritt in die EU oder steigende Distanz zu Europa"
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Das angeblich sinkende Interesse der Türkei an der EU dürfte doch wohl eher einer Strategie der Verschleierung folgen.
Ein Fehlen der Türkei würde die EU schon verkraften. Umgekehrt sieht es da schon deutlich anders aus.
Auch wenn es hier so mancher suggerieren will, aber so gut ist die Türkei lang nicht. Ohne die jahrzehntelange Unterstützung, insbesondere der deutschen, wäre die Türkei noch nicht einmal da, wo sie sich jetzt befindet!
Und zudem sei Ihnen gesagt, daß auch die europäische Bevölkerung in ihrer ablehnenden Haltung zu respektieren ist. Niemand muß den Beitritt der Türkei befürworten, nur um ein Recht auf Ansprüche zu besitzen!
Dagegen zu sein ist legitim!!
So weit sind wir noch nicht, daß ausschließlich derjenige ein guter Europäer ist, der Ihrer Auffassung folgt!
"Durch die anhaltende vertröstende Haltung der EU sinkt das Interesse der Türkei sich der EU anzuschließen. Folglich werden Alternativen attraktiver. Dies hat zur Folge das sich die EU auf eine Pattsituation bewegt und zwischen dem minderen Übel wählen muss: Beitritt in die EU oder steigende Distanz zu Europa"
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Das angeblich sinkende Interesse der Türkei an der EU dürfte doch wohl eher einer Strategie der Verschleierung folgen.
Ein Fehlen der Türkei würde die EU schon verkraften. Umgekehrt sieht es da schon deutlich anders aus.
Auch wenn es hier so mancher suggerieren will, aber so gut ist die Türkei lang nicht. Ohne die jahrzehntelange Unterstützung, insbesondere der deutschen, wäre die Türkei noch nicht einmal da, wo sie sich jetzt befindet!
Und zudem sei Ihnen gesagt, daß auch die europäische Bevölkerung in ihrer ablehnenden Haltung zu respektieren ist. Niemand muß den Beitritt der Türkei befürworten, nur um ein Recht auf Ansprüche zu besitzen!
Dagegen zu sein ist legitim!!
So weit sind wir noch nicht, daß ausschließlich derjenige ein guter Europäer ist, der Ihrer Auffassung folgt!
Wenn die EU nur noch ein einziges Land aufnähme (neben Island, das ist ja wohl nur noch eine Formsache), sollte dies Israel sein. Einen "europäischeren" Staat wird man außerhalb der geografischen Grenzen Europas nicht finden, schon gar nicht in der Türkei. Problematisch ist, dass die Regierung Netanjahu bei solch einem Vorhaben mehr Ablehnung als Zustimmung in Europa auslösen würde. Dies würde sicherlich auch dazu beitragen, den Konflikt mit den Palästinensern zu entschärfen, weil man Israel mehr Rücksicht auch auf EU-Belange aufzwänge. Ob es entsprechende EU-Befürworter in Israel gibt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
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