Afrika Westerwelles Geste auf dem RugbyfeldSeite 2/2

Just am Donnerstag stellt die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen den Verdacht in den Raum, die Europäer würden Kindersoldaten ausbilden. Das weist Westerwelle zurück. Einige Soldaten seien sogar zurückgewiesen worden, weil sie bei der Eingangsuntersuchung als zu jung befunden worden seien. Allerdings verliert er kein Wort der Kritik über die Rekrutierungspraxis der Übergangsregierung, die offenkundig sehr junge Männer und auch ein paar Frauen anwirbt.

In Kampala trifft der Minister auf eine kleine Gruppe somalischer Soldaten. Eine Frau, sechsfache Mutter, deren Mann bei einem Anschlag der Islamisten getötet wurde, sagt, sie wolle ihre Familie verteidigen. Ein junger Mann sieht im Kampf für die Übergangsregierung eine Chance, aus dem seit 20 Jahren überfüllten Flüchtlingslager Dadab im Norden Kenias zu entkommen. Westerwelle hält sich damit allerdings nicht allzu lange auf. Lieber weist er darauf hin, dass Deutschland mit seinen derzeit sechs Ausbildern – Ende August sollen es 13 sein – seinen Beitrag zur Stabilisierung der Lage in Somalia leiste. Denn es könne "nicht im Interesse einer Exportnation wie Deutschland sein", wenn das Land weiter zerfalle.

Die Anschläge in Uganda haben die Afrikaner, aber auch die Europäer aufgeschreckt. Doch angesichts der Aussichtslosigkeit des somalischen Konflikts will niemand mehr Geld oder politisches Kapital einsetzen als unbedingt notwendig. Westerwelle drückt das so aus: "Immer öfter werden für afrikanische Probleme afrikanische Lösungen gefunden."

Erschienen im Tagesspiegel, 24.7.2010

 
Leser-Kommentare
    • Harzer
    • 24.07.2010 um 17:51 Uhr

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Beiträgen an der Diskussion. Die Redaktion/cs

  1. Legt einen Kranz für Opfer nieder.
    Riesenstaatsmann!

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    Alle Außenminister, von Scheel über Genscher und Kinkel zu Fischer und Westerwelle haben doch im Grunde genommen dasselbe gemacht: Sie sind mit der Geldtasche des deutschen Steuerzahlers um die Welt gereist, haben da und dort Millionen verteilt und haben auch Kränze niedergelegt. Das gab und gibt immer schöne Fernsehbilder und ist auch ein Grund, weswegen die Außenminister meistens die beliebtesten Politiker sind. Kunststück!
    So what!

    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:31 Uhr

    Wieder mal nur Geld Geld Geld in den Topf? Ausserdem hat er geholfen, die Begegungsstätte wieder zu öffnen. Ist für Sie vermutlich nichts. Und wenn Museveni um Soldaten bitten würde und Westerwelle zusagen würde, wäre das vermutlich auch nichts. Und wenn er lauthals die Anschläge samt Urheber, nebst der Rolle Chinas, kritisieren würde, vermutlich auch nicht.

    Man kann kann über Westerwelle sagen, was man will, auch die Opposition. Die ständige pauschale Kritik wird aber langsam zum Vorwand für eigene Konzeptionslosigkeit.

    Alle Außenminister, von Scheel über Genscher und Kinkel zu Fischer und Westerwelle haben doch im Grunde genommen dasselbe gemacht: Sie sind mit der Geldtasche des deutschen Steuerzahlers um die Welt gereist, haben da und dort Millionen verteilt und haben auch Kränze niedergelegt. Das gab und gibt immer schöne Fernsehbilder und ist auch ein Grund, weswegen die Außenminister meistens die beliebtesten Politiker sind. Kunststück!
    So what!

    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:31 Uhr

    Wieder mal nur Geld Geld Geld in den Topf? Ausserdem hat er geholfen, die Begegungsstätte wieder zu öffnen. Ist für Sie vermutlich nichts. Und wenn Museveni um Soldaten bitten würde und Westerwelle zusagen würde, wäre das vermutlich auch nichts. Und wenn er lauthals die Anschläge samt Urheber, nebst der Rolle Chinas, kritisieren würde, vermutlich auch nicht.

    Man kann kann über Westerwelle sagen, was man will, auch die Opposition. Die ständige pauschale Kritik wird aber langsam zum Vorwand für eigene Konzeptionslosigkeit.

  2. Alle Außenminister, von Scheel über Genscher und Kinkel zu Fischer und Westerwelle haben doch im Grunde genommen dasselbe gemacht: Sie sind mit der Geldtasche des deutschen Steuerzahlers um die Welt gereist, haben da und dort Millionen verteilt und haben auch Kränze niedergelegt. Das gab und gibt immer schöne Fernsehbilder und ist auch ein Grund, weswegen die Außenminister meistens die beliebtesten Politiker sind. Kunststück!
    So what!

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    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:44 Uhr

    Sollte mal in Deutschland ein Attentat beim Public Viewing im Berlin verübt werden, werden wir uns jeglichen Ausdruck des Mitgefühls durch andere Länder verbitten.

    Wir werden sagen, alles nur Schein, Geld wäre besser usw.usw. Denn wir Deutschen mit unserem unglaublichen rationalen Durchblick haben solche Gesten ja nicht nötig.

    Ist so, wie dem Nachfolger die Tür aufhalten. Bloß nicht umschauen. Aber dennoch sind wir natürlich die umweltbewusstesten klimachonensten Menschen der Welt.

    Da ist das zwischenmenschliche Klima irgendwie nicht so wichtig.

    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:44 Uhr

    Sollte mal in Deutschland ein Attentat beim Public Viewing im Berlin verübt werden, werden wir uns jeglichen Ausdruck des Mitgefühls durch andere Länder verbitten.

    Wir werden sagen, alles nur Schein, Geld wäre besser usw.usw. Denn wir Deutschen mit unserem unglaublichen rationalen Durchblick haben solche Gesten ja nicht nötig.

    Ist so, wie dem Nachfolger die Tür aufhalten. Bloß nicht umschauen. Aber dennoch sind wir natürlich die umweltbewusstesten klimachonensten Menschen der Welt.

    Da ist das zwischenmenschliche Klima irgendwie nicht so wichtig.

  3. Lieber frank 12-13,
    lesen Sie mal diesen Kommentar hier http://www.myheimat.de/be... und den zugehörigen Artikel. Ich habe eher den Eindruck, Westerwelle beschäftigt sich noch immer mit dem Abarbeiten der Spendenliste der FDP.

    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:31 Uhr

    Wieder mal nur Geld Geld Geld in den Topf? Ausserdem hat er geholfen, die Begegungsstätte wieder zu öffnen. Ist für Sie vermutlich nichts. Und wenn Museveni um Soldaten bitten würde und Westerwelle zusagen würde, wäre das vermutlich auch nichts. Und wenn er lauthals die Anschläge samt Urheber, nebst der Rolle Chinas, kritisieren würde, vermutlich auch nicht.

    Man kann kann über Westerwelle sagen, was man will, auch die Opposition. Die ständige pauschale Kritik wird aber langsam zum Vorwand für eigene Konzeptionslosigkeit.

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    und die Argumente für die Kritiker liefert er selbst. Ein Staatsmann sollte halt kein polemischer Agitator sein. Die Auswüchse die Westerwelle in der Sozialneiddebatte hervor gebracht hat, kann und will ich ihm nicht nachsehen. Dass er jetzt für das Niederlegen eines Kranzes als weltgrößter Staatsmann gefeiert werden soll, erschliesst sich mir auch in keinster Weise. Auch kann ich nicht sehen, wie mir ein Politiker oder eine Partei sympathisch werden soll, deren ausschließliche Leistung, nach fast einem Jahr regieren, in Klientelpolitik liegt. Um es deutlich zu sagen käufliche Politik von käuflichen Politikern.
    Im Gegensatz zu den ausschliesslich polemischen und inhaltslosen Angriffen der neo-liberalen FDP darf Herr Westerwelle sich ja wenigstens noch konstruktiver Kritik erfreuen. Da weder er noch seine Partei kritik- oder gar lernfähig ist, liegen sie in der Wählergunst ja zum Glück auch bei nur noch 4% und werden hoffentlich für immer in dieser Bedeutungslosigkeit verschwinden.

    und die Argumente für die Kritiker liefert er selbst. Ein Staatsmann sollte halt kein polemischer Agitator sein. Die Auswüchse die Westerwelle in der Sozialneiddebatte hervor gebracht hat, kann und will ich ihm nicht nachsehen. Dass er jetzt für das Niederlegen eines Kranzes als weltgrößter Staatsmann gefeiert werden soll, erschliesst sich mir auch in keinster Weise. Auch kann ich nicht sehen, wie mir ein Politiker oder eine Partei sympathisch werden soll, deren ausschließliche Leistung, nach fast einem Jahr regieren, in Klientelpolitik liegt. Um es deutlich zu sagen käufliche Politik von käuflichen Politikern.
    Im Gegensatz zu den ausschliesslich polemischen und inhaltslosen Angriffen der neo-liberalen FDP darf Herr Westerwelle sich ja wenigstens noch konstruktiver Kritik erfreuen. Da weder er noch seine Partei kritik- oder gar lernfähig ist, liegen sie in der Wählergunst ja zum Glück auch bei nur noch 4% und werden hoffentlich für immer in dieser Bedeutungslosigkeit verschwinden.

  4. Westerwilli punktet mit Opfer-Kranz in Uganda. Hurra.
    Wenn er doch nur das reden lassen wuerde:
    ... es könne "nicht im Interesse einer Exportnation wie Deutschland sein", wenn das Land weiter zerfalle.
    oder: "Immer öfter werden für afrikanische Probleme afrikanische Lösungen gefunden."
    Nach Aussen-Politik hoert sich das nicht an, eher nach "Guido mit Sosse".

    Aber vielleicht muss man schon froh sein wenn's nicht peinlich(er) wird.
    Wenigstens wurde niemand verletzt. Auch was schoenes.

  5. hier ein Kränzchen, da ein Händeschütteln, noch ein paar hohle Solidaritätsphrasen und gut ist's.
    Sogar für ein paar zusätzliche Euronen war er sich nicht zu schade...

    Ich denke mal ein paar Monate zurück: Wie viele hundert Milliarden Euro hat Europa - insbesondere Deutschland nun zur Rettung seiner Banken verpulvert? - ohne zu zögern, nebenbei bemerkt!

    Mit dem Geld hätte man ganz Somalia aufkaufen und von Grund an neu aufbauen können. Selbst ein Bruchteil hätte vermutlich gereicht, die Lage der Menschen dort erheblich zu verbessern...

    Aber nein, solange alle Prioritäten so offensichtlich im monetären Bereich liegen ist sämtliches Gequatsche von Menschenwürde einfach nur verlogen.

    Was war das? 45 Mio für den Flotteneinsatz aber nur 2 für die Menschen dort? Andersrum würde es mehr Sinn machen. Jaja, die Wurzel des Übels... Der Herr Westerwelle ist ein miserabler Gärtner!

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    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:48 Uhr

    Ist die Sonnatagsmesse noch nicht zu Ende und die Kneipe noch zu oder warum sind sie noch nicht am Stammtisch?

    • TDU
    • 25.07.2010 um 10:48 Uhr

    Ist die Sonnatagsmesse noch nicht zu Ende und die Kneipe noch zu oder warum sind sie noch nicht am Stammtisch?

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