Task-Force 373 in Afghanistan Festnehmen oder töten
US-Spezialkommandos jagen in Afghanistan Terroristen und Taliban - auch im deutschen Mandatsgebiet. Die Opposition verlangt Aufklärung von Verteidigungsminister Guttenberg.
Hubschrauber knattern über die Gebäude und Zelte im Feldlager Kundus. Die Uhr zeigt kurz nach Mitternacht, draußen ist es stockdunkel. Die Maschinen landen auf dem Flughafen, der direkt neben dem deutschen Camp in der nordafghanischen Stadt liegt. Dann sind Lastwagen oder schwere Fahrzeuge in der Ferne zu hören. Nach zwei Stunden steigen die Hubschrauber wieder dröhnend in den Nachthimmel auf. So erlebte es der ZEIT-ONLINE-Reporter kürzlich während seines Besuches im deutschen Feldlager Kundus.
Das seien amerikanische Black-Hawk-Hubschrauber gewesen, die ein Spezialkommando nach Kundus gebracht hätten, berichten am nächsten Morgen deutsche Soldaten. Wer genau an Bord der Maschinen war, was ihr Auftrag im deutschen Mandatsgebiet war, weshalb die Bundeswehr nicht die Mission selbst erfüllt hat – dazu erfährt man offiziell wie so oft nichts.
Die Aktivitäten der Spezialkommandos und ihr Kampf gegen al-Qaida und Taliban unterliegen stets striktester Geheimhaltung. Doch wie die Amerikaner in Afghanistan umgehen, was die US-Soldaten am Hindukusch erleben und wie die letzte Supermacht an einen Teil ihrer Informationen gelangt, ist nun öffentlich. Die Internetplattform Wikileaks hat von einer Quelle fast 92.000 Dokumente des US-Militärs zugespielt bekommen. Nun kann jedermann sie lesen und sich ein Bild über die Mission am Hindukusch gewinnen. Und sich selber ein Bild über Erfolge und Misserfolge der Isaf machen.
Zu lesen ist, wie Zivilisten an Checkpoints erschossen werden, Waffen gefunden werden, Taliban und ihre Rekruten gefangen wurden, amerikanische Soldaten die Rettungshubschrauber anfordern, Informanten über die Bewegung von Anführern der Aufständischen berichten und wie die ausländischen Truppen mit Sprengfallen, Raketen sowie Handfeuerwaffen angegriffen werden.
New York Times , Guardian und Spiegel erhielten die Geheimakten bereits vor der Veröffentlichung im Netz. Die Redaktionen enthüllen brisante Details über Festnahmen und Tötungen von Gegnern der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan. Immer wieder fällt dabei der Name Task Force 373, die unter anderem Jagd auf Taliban macht. Die Task Force 373 besteht aus amerikanischen Eliteeinheiten wie den Delta Forces und den Navy Seals.
- Datum 27.07.2010 - 15:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wir möchten Sie bitten, strittige Tatsachenbehauptungen oder Äußerungen, die als Verschwörungstheorien gelten zu unterlassen, oder aber belastbare Quellen anzugeben. Danke, die Redaktion/fk.
"und daß der 11.9. ein inside-job war, das weiß inzwischen jeder"...
Realität an Abgrund, bitte wieder raufkommen!
....wenn man seine Meinung, so schlecht informiert und emotional sie auch sein mag, nicht äußern darf.
"und daß der 11.9. ein inside-job war, das weiß inzwischen jeder"...
Realität an Abgrund, bitte wieder raufkommen!
....wenn man seine Meinung, so schlecht informiert und emotional sie auch sein mag, nicht äußern darf.
Oder haben die USA in ihrem Wahn 9/11 rächen zu müssen endgültig die Kontrolle über sich verloren?
Offensichtlich hat man in den USA nicht verstanden, dass das Verbrechen, das mit dem Angriff auf das World Trade Center an ihnen begangen wurde, nur eine schwache Antwort auf die vielen Verbrechen war, die die USA im letzten Jahrhundert anderen Nationen angetan haben.
Ich möchte bezweifeln, dass US-Politiker und Sicherheitsbehörden ihr eigenes Land als eines unter vielen betrachten. Wie wohl kaum eine patriotische Nation. Und die freiheitlichen Prinzipien ihres Hortes der Freiheit sehen viele in Sicherheitspolitischen Entscheidungspositionen spätestens seit dem 11.9.01 gefährdet. Wohl auch nicht ganz zu unrecht. Vielleicht haben sie verstanden, dass der Krieg in Afghanistan mit legalen Mitteln (im Sinne der internationalen Gemeinschaft) nicht zu gewinnen ist. Ein Konservativer Charakter kann sich da leicht vor die Wahl gestellt sehen - die oder wir! Die dann getroffene Entscheidung steht in Wikileaks...
Zur Einschätzung der Bundesregierung zur Geltung der Haager Landkriegsordnung:
Sie gilt auch in Afghanistan: http://berlin2011.wordpre...
Wieso aber dann ein Bundeswehrgeneral am "Targeting" der ISAF-Truppen, das gegen die Rechtsauffassung der Bundesregierung verstößt, mitwirken konnte, mögen andere mal erklären!
Ich möchte bezweifeln, dass US-Politiker und Sicherheitsbehörden ihr eigenes Land als eines unter vielen betrachten. Wie wohl kaum eine patriotische Nation. Und die freiheitlichen Prinzipien ihres Hortes der Freiheit sehen viele in Sicherheitspolitischen Entscheidungspositionen spätestens seit dem 11.9.01 gefährdet. Wohl auch nicht ganz zu unrecht. Vielleicht haben sie verstanden, dass der Krieg in Afghanistan mit legalen Mitteln (im Sinne der internationalen Gemeinschaft) nicht zu gewinnen ist. Ein Konservativer Charakter kann sich da leicht vor die Wahl gestellt sehen - die oder wir! Die dann getroffene Entscheidung steht in Wikileaks...
Zur Einschätzung der Bundesregierung zur Geltung der Haager Landkriegsordnung:
Sie gilt auch in Afghanistan: http://berlin2011.wordpre...
Wieso aber dann ein Bundeswehrgeneral am "Targeting" der ISAF-Truppen, das gegen die Rechtsauffassung der Bundesregierung verstößt, mitwirken konnte, mögen andere mal erklären!
So ist das also.
Da kann die Regierung eine Namensliste ausfüllen, sich ganz nach gusto "capture" oder "kill" wünschen - und ab damit ans Pentagon.
Die schicken dann ihre Auftragsmörder, pardon Elitesoldaten, los und erledigen den schmutzigen Job. Im Zweifelsfall gilt vor Ort die Devise "kill them all".
So führen also Demokratien Krieg.
Ich bin ja gespannt, was wir via Wikileaks demnächst über das Treiben des KSK erfahren werden.
Ob die auch Leute ermorden gehen oder dürfen die nur Schmiere stehen.
Ich vermute ja, die machen nur die Hiwi-Dienste. Richtig morden dürfen letztlich nur Amerikaner und mit Abstrichen Briten. Und natürlich Israelis - aber die haben ihre eigenen Baustellen.
...gegen gezielte Tötungen? Könnten Sie das ausformulieren?
Und wie es aussieht, waren Bundeswehrangehörige auch an diesen Operationen beteiligt:
http://berlin2011.wordpre...
...gegen gezielte Tötungen? Könnten Sie das ausformulieren?
Und wie es aussieht, waren Bundeswehrangehörige auch an diesen Operationen beteiligt:
http://berlin2011.wordpre...
sollten froh sein, dass es gemäßigte Politiker, wie unsere hier aus Deutschland gibt, die Namen nicht direkt auf die Kill-Liste setzen, sondern auf die sicher mit Mehr-kosten verbundene Capture-Liste. [...]
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf menschenverachtenden Zynismus. Danke. /Die Redaktion pt.]
genau, wir, die Deutschen, töten lieber afghanische Zivilisten! Können die dortigen Kämpfer (ich mag die willkürliche und rein vom politischen Standpunkt abhängige Unterscheidung in Terroristen und Soldaten nicht) wirklich mal froh sein. Ein hoch auf die deutschen gemäßigten Politiker!
genau, wir, die Deutschen, töten lieber afghanische Zivilisten! Können die dortigen Kämpfer (ich mag die willkürliche und rein vom politischen Standpunkt abhängige Unterscheidung in Terroristen und Soldaten nicht) wirklich mal froh sein. Ein hoch auf die deutschen gemäßigten Politiker!
"und daß der 11.9. ein inside-job war, das weiß inzwischen jeder"...
Realität an Abgrund, bitte wieder raufkommen!
Da hat die deutsche Öffentlichkeit wieder einen schönen neuen Knochen hingeworfen bekommen, in den sie sich verbeissen kann. An dem ist zwar nicht wirklich viel Neues dran, aber einer Bevölkerung, die Krieg für eine Art Open Air mit Hubschraubern hält, kann man auch mit kleinen Dingen viel Freude bereiten.
Ohnehin scheinen die Deutschen nicht bereit zu sein, weder den Preis des Krieges noch den des Rückzugs wirklich zu bezahlen. Gegen ersteren wehren sich zwar manche verbal, haben dafür aber auch ein paar Jahre gebraucht. Letzterer wird komplett ignoriert nach der Devise, "Was ich nicht sehe, betrifft mich nicht". Aber warum sollten sie auch besser sein als ihre Politiker? Diese waren offenbar auch der Ansicht, dass Krieg die Fortführung der Bürokratie mit anderen Mitteln sei, und dass man einen derartigen Konflikt erfolgreich beendet, indem man die Bundeswehr Löcher in den Boden graben und den Verkehr regeln lässt.
Am Beispiel des deutschen Afghanistaneinsatzes sieht man sehr schön in Echtzeit - und weitaus authentischer als anhand der wikileaks-Dokumente - wie man heutzutage in einer von Indifferenz und Bürokratie beherrschten Gesellschaft auf politisch korrekte Weise einen Krieg verliert. Aber über die ach so dummen Amerikaner und ihr Vietnam lästern.
Anyway, wenn das Ganze vorbei ist, werden in einigen Jahren ein paar schöne Magister- oder sogar Doktorarbeiten dabei herauskommen.
"An dem ist zwar nicht wirklich viel Neues dran, aber einer Bevölkerung, die Krieg für eine Art Open Air mit Hubschraubern hält, kann man auch mit kleinen Dingen viel Freude bereiten."
Das ist so nicht richtig. Der Bevölkerung war ziemlich früh klar, dass es sich um Krieg handelt und war mehrheitlich gegen diesen Einsatz, der ihr als Friedensjob verkauft wurde. Die Politiker, nicht die Bevölkerung, haben sich geweigert, das Wort "Krieg" zu verwenden. Was bleibt da als Bürger, wenn alle etablierten Parteien - mit Ausnahme der Linke - gegen den Willen der Bevölkerung, ins gleiche Horn stoßen und verkünden: Die Freiheit Deutschlands muss am Kindukusch verteidigt werden?
"Was bleibt da als Bürger, wenn alle etablierten Parteien - mit Ausnahme der Linke - gegen den Willen der Bevölkerung, ins gleiche Horn stoßen und verkünden: Die Freiheit Deutschlands muss am Kindukusch verteidigt werden?"
Das, was auch in anderen Fällen - als einziges - bleibt. Druck auszuüben auf jene Politiker, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Denn erst dann, wenn diese sich darüber im klaren sind, dass Sie für ihre Entscheidungen zur Verantwortung gezogen werden, besteht eine reelle Chance, dass das Nachdenken vor dem Aktionismus kommt. Das Sich-Hineinschleichen in diesen Krieg war - unabhängig davon wie sinnvoll oder unsinnig ihn halten mag - bereits der erste Schritt in Richtung Niederlage. Denn dass eine Bevölkerung, der man diesen Einsatz untergeschoben hat, sich bei beginnenden Schwierigkeiten sperren wird, war eigentlich absehbar.
All das bietet natürlich keine Erfolgsgarantie, aber ist der einzig mögliche Weg. Und auch wenn die Deutschen in vielem indifferent erscheinen mögen, so sind sie doch lernfähig. Als Zivilgesellschaft haben sie m.E. ein sehr grosses Potential. Sie müssten einfach nur aktiver werden.
wie sollte sich das Volk verhalten? Wir haben nunmal nur diese Informationen. Wir können nicht alle 81 Mio. jetzt nach Afghanistan reisen um uns selbst überzeugen...
"An dem ist zwar nicht wirklich viel Neues dran, aber einer Bevölkerung, die Krieg für eine Art Open Air mit Hubschraubern hält, kann man auch mit kleinen Dingen viel Freude bereiten."
Das ist so nicht richtig. Der Bevölkerung war ziemlich früh klar, dass es sich um Krieg handelt und war mehrheitlich gegen diesen Einsatz, der ihr als Friedensjob verkauft wurde. Die Politiker, nicht die Bevölkerung, haben sich geweigert, das Wort "Krieg" zu verwenden. Was bleibt da als Bürger, wenn alle etablierten Parteien - mit Ausnahme der Linke - gegen den Willen der Bevölkerung, ins gleiche Horn stoßen und verkünden: Die Freiheit Deutschlands muss am Kindukusch verteidigt werden?
"Was bleibt da als Bürger, wenn alle etablierten Parteien - mit Ausnahme der Linke - gegen den Willen der Bevölkerung, ins gleiche Horn stoßen und verkünden: Die Freiheit Deutschlands muss am Kindukusch verteidigt werden?"
Das, was auch in anderen Fällen - als einziges - bleibt. Druck auszuüben auf jene Politiker, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Denn erst dann, wenn diese sich darüber im klaren sind, dass Sie für ihre Entscheidungen zur Verantwortung gezogen werden, besteht eine reelle Chance, dass das Nachdenken vor dem Aktionismus kommt. Das Sich-Hineinschleichen in diesen Krieg war - unabhängig davon wie sinnvoll oder unsinnig ihn halten mag - bereits der erste Schritt in Richtung Niederlage. Denn dass eine Bevölkerung, der man diesen Einsatz untergeschoben hat, sich bei beginnenden Schwierigkeiten sperren wird, war eigentlich absehbar.
All das bietet natürlich keine Erfolgsgarantie, aber ist der einzig mögliche Weg. Und auch wenn die Deutschen in vielem indifferent erscheinen mögen, so sind sie doch lernfähig. Als Zivilgesellschaft haben sie m.E. ein sehr grosses Potential. Sie müssten einfach nur aktiver werden.
wie sollte sich das Volk verhalten? Wir haben nunmal nur diese Informationen. Wir können nicht alle 81 Mio. jetzt nach Afghanistan reisen um uns selbst überzeugen...
Ich möchte bezweifeln, dass US-Politiker und Sicherheitsbehörden ihr eigenes Land als eines unter vielen betrachten. Wie wohl kaum eine patriotische Nation. Und die freiheitlichen Prinzipien ihres Hortes der Freiheit sehen viele in Sicherheitspolitischen Entscheidungspositionen spätestens seit dem 11.9.01 gefährdet. Wohl auch nicht ganz zu unrecht. Vielleicht haben sie verstanden, dass der Krieg in Afghanistan mit legalen Mitteln (im Sinne der internationalen Gemeinschaft) nicht zu gewinnen ist. Ein Konservativer Charakter kann sich da leicht vor die Wahl gestellt sehen - die oder wir! Die dann getroffene Entscheidung steht in Wikileaks...
genau, wir, die Deutschen, töten lieber afghanische Zivilisten! Können die dortigen Kämpfer (ich mag die willkürliche und rein vom politischen Standpunkt abhängige Unterscheidung in Terroristen und Soldaten nicht) wirklich mal froh sein. Ein hoch auf die deutschen gemäßigten Politiker!
Soldaten sind (wie Polizisten) legitimierte Organe staatlicher Gewalt. Aufständische oder Terroristen sind Menschen, die die staatliche Gewalt gewaltsam bekämpfen, um selbst die Herrschaft zu erringen. Das ist insbesondere dann problematisch, wenn die staatliche Gewalt durch Wahlen legitimiert und der Herrschaftsanspruch der Aufständischen ein totalitärer ist.
Soldaten sind (wie Polizisten) legitimierte Organe staatlicher Gewalt. Aufständische oder Terroristen sind Menschen, die die staatliche Gewalt gewaltsam bekämpfen, um selbst die Herrschaft zu erringen. Das ist insbesondere dann problematisch, wenn die staatliche Gewalt durch Wahlen legitimiert und der Herrschaftsanspruch der Aufständischen ein totalitärer ist.
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