Das US-Militär hat den Soldaten Bradley Manning angeklagt, Geheimdokumente und ein Video an die Internetplattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Das Video zeigte einen Hubschrauberangriff im Irak bei dem 12 Zivilisten zu Tode kamen. Unter dem Titel Collateral Murder erregte es internationales Aufsehen.

Bei den Aufnahmen handelte es sich um vertrauliche Informationen, teilte die Armee mit. Die Anklage wurde unter Militärrecht erhoben, damit landet das Verfahren vor einem Kriegsgericht. Der 22-jährige Soldat war in Bagdad stationiert. Zuletzt hieß es, er befinde sich in Kuwait in Untersuchungshaft.

Die Anklageschrift gegen Manning ist inzwischen im Internet nachzulesen. Dem amerikanischen Blog BoingBoing gelang es, den Lieutenant Colonel Eric Bloom aus dem Büro für öffentliche Angelegenheiten zu dem Fall zu befragen. Laut der Anklageschrift hat Mannings gegen den Espionage Act verstoßen. Die Todesstrafe müsse Manning dafür zwar nicht fürchten, als maximales Strafmaß gab der Militärsprecher allerdings eine Zahl von 52 Jahren an.

Das an Wikileaks weitergereichte Video stammt aus dem Jahr 2007 und wurde von der Zielerfassungskamera eines Kampfhubschraubers aufgezeichnet. Im April dieses Jahres wurde es auf der Whistleblower-Website Wikileaks veröffentlicht. Die Seite veröffentlichte in den letzten Jahren mehrfach Geheimdokumente. Im Video wird eine Gruppe von Zivilisten in Bagdad angegriffen, die US-Soldaten kommentieren den Angriff zynisch. Unter den Toten waren auch ein Reuters-Journalist und sein Fahrer. Das US-Militär hat erklärt, die amerikanischen Soldaten hätten eine Kamera für einen Granatenwerfer gehalten. Die Aufnahme erregte weltweit Aufsehen.

Der Soldat wurde Anfang Juni verhaftet , nachdem er sich mit einem bekannten, ehemaligen Hacker namens Adrian Lamo über seine Tat hatte austauschen wollen. Der Hacker gab die Gesprächskontrolle jedoch an das FBI weiter.

Wikileaks weist über Twitter unter anderem auf eine Facebook-Gruppe hin, die sich zum Ziel gesetzt hat, Manning zu helfen. Und bemerkt, dass zwar Manning angeklagt werde, die Flieger des besagten Kampfhubschraubers jedoch nicht. Auf Facebook sind die Fans des Lobes voll für die mutige Tat des 22-Jährigen.