Kernkraft Teheran feiert sein erstes Atomkraftwerk
Das AKW wurde mit russischer Hilfe gebaut. Als Leichtwasserreaktor birgt es weniger Gefahr, für ein Atomwaffenprogramm genutzt zu werden.
© Abedin Taherkenareh/dpa

Das erste iranische Atomkraftwerk in Bushehr, 1200 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran
Iranische und russische Techniker haben am Samstag den Start des ersten iranischen Atomkraftwerks in Buschehr eingeleitet. Nach Angaben der iranischen Atomenergiebehörde setzten sie bereits erste Brennstäbe ein. Mit diesem Schritt erhöht Teheran den Druck im Streit um das iranische Atomprogramm.
Der jetzt fertiggestellte erste Reaktorblock wird im November an das Stromnetz angeschlossen, nachdem er mit 165 Brennstäben aus Russland bestückt wurde. Der Leichtwasserreaktor wird eine Maximalleistung von 1000 Megawatt erreichen. Ein solcher Reaktor birgt weniger Gefahr, für ein Atomwaffenprogramm genutzt zu werden, als andere Reaktoren. Buschehr unterliegt seit Beginn der Bauarbeiten regelmäßigen Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde IAEA. Für den Bau einer Bombe müsste Teheran Nuklearbrennstoff aus dem Reaktor entnehmen und weiter anreichern. Eine Entwendung von Brennstoff würde der IAEA jedoch sofort auffallen.
Der Iran steht im Verdacht, das erworbene Wissen über Kerntechnik für den Bau einer Atombombe zu nutzen. Die internationale Gemeinschaft verlangt seit Jahren von der Islamischen Republik, ihr Atomprogramm vollständig offenzulegen und damit ihre Bedenken auszuräumen. Zuletzt hat der UN-Sicherheitsrat wiederholt seine Sanktionen gegen das Land verschärft. Der Bau des Reaktors könnte vor allem eine militärische Reaktion von Israel provozieren. Im Irak hat Israel 1981 eine Baustelle für einen Atomreaktor bombardiert. Israel fühlt sich durch das Atomprogramm des Irans in seiner Sicherheit bedroht.
Der erste Reaktorblock ist ein Mix aus westlicher und russischer Technik. 1974 hatten vor allem deutsche Ingenieure mit dem Bau der Anlage im Auftrag des Schah begonnen. 1995 beauftragte der Iran die russische Firma Atomstroiexport für eine Milliarde US-Dollar mit dem Weiterbau. Die Kombination unterschiedlicher Reaktortechniken gilt als aufwendig. Im ersten Block besteht ein Viertel der Ausrüstung aus deutschen Teilen.
- Datum 21.08.2010 - 11:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, afp
- Kommentare 11
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Warum setzt der Iran auf Atomkraft?
Ist Atomkraft nun doch "billiger" als bspw. Solarenergie?
Dabei sagen Studien ja, dass sich schon bei uns Solaranlagen gegenüber Atomkraft lohnen würden.
Dann müsste das im Iran ja erst recht der Fall sein.
Aber nahezu ALLE Länder außer uns setzen zur Zeit verstärkt auf Atomkraft (Selbst Schweden z.B.)
Also scheint Atomenergie die zur Zeit wirtschaftlichste Methode der Energiegewinnung zu sein?
Ich gehe mal nicht davon aus, dass der Iran die Atombombe anstrebt.
Zudem gehe ich mal nicht davon aus, dass der Iran einen Krieg provozieren möchte.
Weiter gehe ich mal davon aus, dass die Iraner nicht dumm sind und unnötig Geld zum Fenster rauswerfen...
Schließt man die 3 Fälle aus, so bleibt mir nur die Schlussfolgerung, dass Atomenergie die zur Zeit wirtschaftlichste Energiequelle ist?
Oder kennt jemand eine weitere Möglichkeit?
Also mir fällt es schwer zu glauben, dass wir als nahezu einziges Land die Weisheit gepachtet haben und nahezu alle anderen falsch liegen.
Kann mir jemand weiterhelfen?
... um im Land einen so großen Nationalstolz zu erzeugen, dass die Bevölkerung die Repressalien weiter erdulden? ....
... um im Land einen so großen Nationalstolz zu erzeugen, dass die Bevölkerung die Repressalien weiter erdulden? ....
und der Ausstieg aus dieser Technologie gilt als Motivation an die Industrie und Forschung, eine bessere Methode der Energiegewinnungsmethode zu finden.
Da lustige Fragen wie Endlagerung nicht gelöst sind, war wohl der Atomausstieg der beste Weg die Industrie wachzurütteln.
Im Prinzip ist es wie mit dem Verbot der "normalen" Glühbirne - bis diese nicht abgeschafft wurde, hat sich kein Hersteller Mühe gemacht die vorhandenen Energiesparlampen zu verbessern - kaum hat die EU den Verbot beschlossen, strengt sich jede Firma an, eine bessere Energiesparlampe auf den Markt zu bringen. Seltsam, oder? ;)
Viele Kommentatoren sind jetzt ganz sicher stolz auf "ihren" Iran, weil er den phösen USA und Israel die nukleare Stirn zeigt. Die Frage stellt sich nur, ob unter den richtigen Voraussetzungen argumentiert wird:
Mit grösster Wahrscheinlichkeit besitzt Israel Atomwaffen, aber stellt sich jemand vor, diese würden ohne allergrösste Not einfach mal so eingesetzt? Beim Iran wüsste es aber wirklich keiner so richtig.
Klar sind die USA das einzige Land, welches die A-Waffe je im Krieg eingesetzt hat...aber aus der heutigen Froschperspektive die damaligen Umstände zu berücksichtigen, ist vielen Hobby-Historikern zu mühsam.
USA und Israel-Bashing ist ein neuer Trendsport. Klar sind beide Länder keine aussenpolitischen Chorknaben, aber beide Nationen haben einigermassen voraussehbare sicherheitspolitische Handlungsmuster.
Sich aus falsch verstandenem Solidaritätsinstinkt mit den iranischen Mullahs leichtfertig (auch nur verbal) ins ideologische Lotterbett zu legen, ist ein fragwürdiger Handlungsansatz.
Die Iraner letztendlich sind auch nicht auf den
Kopf gefallen; erst recht die Leute von der grünen Seite nicht. Aber auch der geistlich-politischen Führung müsste aufgefallen sein, dass sie sich mit ihrem Muskelspiel auch bei den eigenen muslimischen Nachbarn nur verhasst machen.
Ob da dann Nordkorea oder Venezuela die richtigen Allianpartner sind, ist fraglich. Zumindest Brasilien wird rasch wieder freundschaftlich abspringen, denn die haben's nicht wirklich nötig...
Besser Nord Korea , Venezuela , Türkei , Bolivien , Kuba , Nicaragua und die NAM-Staaten ( 114 Länder ) , als überhaupt KEINE Freunde.
[...]
Bitte verzichten Sie auf zynische und diffamierende Kommentare. Danke. Die Redaktion/km
Besser Nord Korea , Venezuela , Türkei , Bolivien , Kuba , Nicaragua und die NAM-Staaten ( 114 Länder ) , als überhaupt KEINE Freunde.
[...]
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... um im Land einen so großen Nationalstolz zu erzeugen, dass die Bevölkerung die Repressalien weiter erdulden? ....
@Betrachter
Weniger Irgendwelche Leere wort Hulsen von ich geben und mehr auf Fakten und Statistiken achten.
im Gegenstz zu US/Israel
Iran hat kein Land Überfallen und Kein and bedroht.
Busher AKW das rein zivil ist trägt eher zu Prestige bei als zu Angst machen.
Iran ist keineswegs verhasst uner Seine Nachbarn, die letzte Umfragen Zeigen je mehr das Ansehen der Obama desto mehr, steigt das Ansehen von Iran.
http://uskowioniran.blogs...
mag sein, dass es andere metoden gibt um effizienter energie zu gewinnen, aber hier dreht sich alles um macht, geld, einfluss und unabhengigkeit.
staaten werden eingeschüchtert und einige wollen sich nicht einschüchtern lassen.
Atomkraft ist unwirtschaftlich, nur dass ein durchschnittlicher Politiker die meisten Faktoren nicht kennt. Das Problem ist, dass unheimlich viele verschiedene Kosten für Atomkraft anfallen. Das Uran muss abgebaut, angereichtert und transportiert werden, die Kernspaltung muss mit heftigen und sehr teuren Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden, der Atommüll muss transportiert und entsorgt werden, ebenfalls mit heftigen teuren Sicherheitsvorkehrungen sowie erheblichen Kosten für die Behebung der dennoch verbleibenden Gesundheitsfolgen. Durch die radioaktiven Ableitungen aus Atomanlagen werden heute künstlich erhebliche Gesundheitskosten erzeugt, was die Wirtschaft viel Geld kostet. Das, was in die Flüsse und Meere geht, nehmen Menschen durch den Konsum von Fischen, Muscheln etc. sowie beim Schwimmen auf. Das, was in die Luft geht, nehmen Menschen beim Atmen und beim Konsum von Pflanzen und Tieren, die die Gifte aufnehmen, auf. Man kann sich dem nicht entziehen, man muss ja atmen und was essen. Deshalb hat jeder ein stark erhöhtes Krankheitsrisiko durch Atomkraft. Hinzu kommen die Kosten bei AKW- Supergaus. Das ist ein zunehmendes Problem, auch in Deutschland. Qualifiziertes AKW- Personal ist immer schwerer zu finden, die AKWs selbst werden älter und auf Sicherheit wird zunehmend weniger Wert gelegt, da Tschernobyl mittlerweile lange her ist. Zudem wird der Atommüll durch die steigende Masse sowie das geringe Sicherheitsbewusstsein (siehe Asse) zunehmend zum Problem.
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