Hindukusch Wie Iran auf Afghanistan Einfluss nimmtSeite 2/2

Seine Finger im Spiel hat das iranische Regime auch in anderen afghanischen Problemfeldern  – und das keineswegs in stabilisierender Hinsicht.

Da ist zu einen der Opiumanbau in Afghanistan. Offiziell beteuert Teheran, bei der effektiven Drogenbekämpfung helfen und die Einfuhr von Drogen aus Afghanistan nach Iran eindämmen zu wollen. Gleichzeitig sind Teile der Revolutionsgarden in den Drogenhandel in Iran involviert. Drogen sind dort billiger als ein Päckchen Kaugummis.

Zudem instrumentalisiert Teheran den Umstand, dass sich rund zweieinhalb Millionen afghanische Flüchtlinge in Iran aufhalten. Sie sind in einer desolaten Lage. Den Kindern wird der Zugang zum Schulunterricht verwehrt, den Erwachsenen werden nötige Dokumente verweigert. Die gemeinsamen historisch-kulturellen Wurzeln von Iranern und Afghanen schert die Regierung Ahmadineschad nicht. Für sie sind die Flüchtlinge ein Faustpfand, um den Westen zur Kooperation zu zwingen. Weder ist das Regime an einer Verbesserung ihrer Situation interessiert, noch konnten die Vereinten Nationen und die internationale Staatengemeinschaft das Elend dieser Menschen beenden.

Immerhin gibt es von afghanischer Seite inzwischen einige Versuche, sich gegen die iranische Einflussnahme zu wehren. Ein Auslöser dafür war die Hinrichtung mehrerer Afghanen in Iran. Präsident Karsai verlangte die Aussetzung weiterer Hinrichtungen. Viel wichtiger aber: Zahlreiche Afghanen demonstrierten an mehreren aufeinander folgenden Tagen vor der iranischen Botschaft in Kabul. Sie riefen "Tod dem faschistischen System", verbrannten Puppen von Ahmadineschad und dem Revolutionsführer Khamenei. Auch die iranische Freiheitsbewegung hat sich der Einmischung des Regimes angenommen. "Ihr gehört zu den Taliban" war ihre Parole auf manchen Protestkundgebungen.

Oft wird behauptet, Afghanistan könne nur stabilisiert werden, wenn der Nachbar Iran einbezogen werde. So wie das Regime am Hindukusch aber agiert, behindert es die Stabilität dort mehr. In die westliche Afghanistanpolitik ist diese Erkenntnis bislang noch nicht eingeflossen.

 
Leser-Kommentare
    • FahadA
    • 08.08.2010 um 20:01 Uhr

    "Taliban werden von Iran mit Waffen und Geld versorgt. Das Foto vom April 2010 zeigt Aufständische in Nordafghanistan vor einem ausgebrannten Bundeswehrfahrzeug."

    ;-)

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    • ilot
    • 09.08.2010 um 23:02 Uhr

    Die Wahrheit ist ziemlich platt:
    Hier wurde dieser Umstand einmal künstlerisch illustriert.

    "What will the ignorant masses say, when World War Three begins?" ... "Sieg H...!, probably."

    "And the media is useless. We get fear and fiction from morons."

    "Are you ready for Iran?" ... "Iran...kaboom!"

    ...

    Mein Tipp:
    DIESER MANN sollte doch einmal durch ZEIT-Redakteure interviewt werden. Oder etwa doch nicht in 100 Jahren?

    Und manchmal sagen Bilder mehr als 1000 Worte.

    Es frage sich, wer den Frieden schätzt, was er ganz konkret für diesen tun kann. Sie (die Kriegstreiber auf diesem Planeten) sind nicht allmächtig. Friedensstifter brauchen ein wenig Unterstützung; natürlich auch Geldmittel, persönliche Unterstützung (vielleicht sogar durch >mutige(!) Journalisten), durch Demonstranten auf den Friedensdemos, und das Ganze gewürzt mit einer guten Portion positiver Zuversicht!

    http://www.friedensfestiv...

    • ilot
    • 09.08.2010 um 23:02 Uhr

    Die Wahrheit ist ziemlich platt:
    Hier wurde dieser Umstand einmal künstlerisch illustriert.

    "What will the ignorant masses say, when World War Three begins?" ... "Sieg H...!, probably."

    "And the media is useless. We get fear and fiction from morons."

    "Are you ready for Iran?" ... "Iran...kaboom!"

    ...

    Mein Tipp:
    DIESER MANN sollte doch einmal durch ZEIT-Redakteure interviewt werden. Oder etwa doch nicht in 100 Jahren?

    Und manchmal sagen Bilder mehr als 1000 Worte.

    Es frage sich, wer den Frieden schätzt, was er ganz konkret für diesen tun kann. Sie (die Kriegstreiber auf diesem Planeten) sind nicht allmächtig. Friedensstifter brauchen ein wenig Unterstützung; natürlich auch Geldmittel, persönliche Unterstützung (vielleicht sogar durch >mutige(!) Journalisten), durch Demonstranten auf den Friedensdemos, und das Ganze gewürzt mit einer guten Portion positiver Zuversicht!

    http://www.friedensfestiv...

  1. Die Unterstützung der Taliban durch den Iran war ja eines der wirklichen "Neuigkeiten" aus den Wikileak Dokumenten

    Wikileaks Afghanistan: Iran accused of supporting Taliban attacks
    http://www.telegraph.co.u...

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    • joG
    • 09.08.2010 um 8:32 Uhr

    .....bekannt, dass das Regime im Iran die Taliban unterstützen. Man hat dies lediglich hier weniger beleuchtet, stellt sich doch der Iran damit als direkter Feind (die Art Mensch, die unsere Bürger tötet) der Bundesrepublik da. Was will man da sagen, wenn man in China ist zB? "Nett, dass ihr Leute unterstützt, die unsere Soldaten töten. Machen wir doch Geschäft!"
    http://www.google.com/sea... support taliban&hl=en&prmd=n&sa=X&ei=OJ9fTKqsJ96XOP-noL0J&ved=0CA0QpwU&source=lnt&tbs=cdr:1,cd_min:5/3/2004,cd_max:6/1/2010

    • joG
    • 09.08.2010 um 8:32 Uhr

    .....bekannt, dass das Regime im Iran die Taliban unterstützen. Man hat dies lediglich hier weniger beleuchtet, stellt sich doch der Iran damit als direkter Feind (die Art Mensch, die unsere Bürger tötet) der Bundesrepublik da. Was will man da sagen, wenn man in China ist zB? "Nett, dass ihr Leute unterstützt, die unsere Soldaten töten. Machen wir doch Geschäft!"
    http://www.google.com/sea... support taliban&hl=en&prmd=n&sa=X&ei=OJ9fTKqsJ96XOP-noL0J&ved=0CA0QpwU&source=lnt&tbs=cdr:1,cd_min:5/3/2004,cd_max:6/1/2010

  2. Schön, dass sich die Zeit an der Propaganda-Schlacht beteiligt.
    Außerdem passt doch wunderbar: Iraner unterstützen wahhabitische Terroristen in Afghanistan um Afghanistan zu destabilisieren, die Amis unterstützen wahhabitische Terroristen im Iran um den Iran zu destabilisieren. Das ist schon eine Scheiß-Welt in der wir leben!

  3. Es sollte niemanden überraschen, dass Iran andere Interessen in Afghanistan hat als die von den USA angeführte Allianz.

    Eine wirkliche Neuigkeit und Überraschung wäre es, wenn mal berichtet werden könnte, dass irgendeine involvierte Partei tatsächlich das afghanische Volk im Sinne hätte.

    Aber dass wird wohl nicht passieren ... :(

  4. Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion /ft

  5. Leider ist der Artikel viel zu einseitig und liefert keine Beweise. Drogen so billig wie Kaugummis, eine radikale Koranschule, die es zu Hauf im mittleren Osten gibt und die Tatsache, dass der Verfasser des Artikels Hasstiraden und die üblichen einseitigen Forderungen der iranischen Opposition befürwortet, zeugt nicht gerade von Seriösität des Autors und des Artikels.

    [...] Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft

    • WiKa
    • 08.08.2010 um 20:48 Uhr

    Und wenn es denn zutreffend wäre, dann dürfte doch fragen was daraus zu lernen sei. Ist die Politik der Amerikaner schon geheilt und vergessen die kaum irgendwelche grenzlegalen Vereinigungen bei ihren Förderungen ausgelassen hat und damit stets einen entsprechenden Beitrag zur Steigerung von Gewalt geleistet hat.

    Wenn sich jetzt andere Gruppen dieses Beispiels bedienen, dann ist sowas verwerflich. Da kann ich nur sagen, dann muss man es nicht vormachen, wenn man es nicht selber ausdrücklich billigen möchte. Beklagt sich jetzt also die Allianz der Guten an dieser Stelle, dass ihre Taten imitiert werden. Beachtlich.

    Persönlich neige ich dazu diese Form der Berichterstattung ebenfalls in die Nähe der von Kriegsvorbereitung zu rücken. Könnte ja sein, dass aus unerfindlichen Gründen die Truppen aus dem Irak jetzt ein wenig weiter nach Osten verlegt werden müssen, da böte sich die mediale Vorbereitung schließlich an (http://qpress.de/2010/08/...). Und aus der Geschichte darf man auch noch lernen, dass sich Gruppen, die sich für unterdrückt halten, schnell mal den Schulterschluss üben, denn dann ist man bekanntlich stärker, siehe auch das Rudel der Nato. Ob man deshalb allerdings mehr Recht hat oder näher an der Wahrheit liegt, dass dürfte dabei im Raume stehen bleiben.

  6. von Frau Farzan in der Zeit.

    Rest entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Die Redaktion /ft

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