Afghanistan Der Krieg ist noch nicht verloren

Der Kampf gegen die Taliban könne nicht gewonnen werden, heißt es. Sicherheitsexperte Dustin Dehéz hält das für einen der drei großen Mythen um den Einsatz. Ein Kommentar

Ein amerikanischer Soldat geht nach einem Mörserangriff in der afghanischen Provinz Kandahar in Deckung

Ein amerikanischer Soldat geht nach einem Mörserangriff in der afghanischen Provinz Kandahar in Deckung

Mythos Eins: Wir können nicht gewinnen, weil der Krieg asymmetrisch ist

Der Krieg in Afghanistan könne nicht gewonnen werden, weil er eben ein asymmetrischer Konflikt sei, in dem konventionelle Streitkräfte den Aufständischen unterliegen müssten. So lautet ein oft genutztes Argument, das durch den Verweis auf Vietnam noch gestärkt wird. Es stimmt zwar durchaus, dass asymmetrische Auseinandersetzungen von regulären Streitkräften einen hohen Blutzoll verlangen, der ist aber dennoch viel geringer als in konventionellen Konflikten. Dass die Taliban in Afghanistan überhaupt asymmetrisch kämpfen ist zwar gegenwärtig eine erfolgreiche Strategie, sie ist aber auch die einzige, die ihnen zur Verfügung steht. Für jede andere Form der Auseinandersetzung sind sie zu schwach.

Und so wundert es wenig, dass reguläre Armeen auch asymmetrische Konflikte gewinnen können. Die Vereinigten Staaten wendeten den Lauf des Irak-Kriegs, obwohl das 2007, vier Jahre nach dem Beginn, kaum noch ein Beobachter für möglich hielt. Aus dem ursprünglich gegen die vermeintlichen Besatzer gerichteten Aufstand war bereits ein voll entfalteter, ethnisch und religiös aufgeladener Bürgerkrieg geworden. Dennoch führten eine veränderte Strategie, Kooperation mit lokalen Milizen und eine Stärkung der Zentralgewalt zu einer überraschenden Wende.

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Diese Konflikte zeigen auch, dass die entscheidende Variable in asymmetrischen Kriegen die externe Unterstützung für den Gegner ist. Gelingt es ihm, dauerhaft Mittel von außen zu sichern und in Nachbarstaaten auszuweichen, dann können reguläre Streitkräfte in einen aussichtslosen Kampf verwickelt werden. Irgendwann müssen sie sich dann zurückziehen. In Vietnam war es die massive militärische Unterstützung der Sowjetunion und der Volksrepublik Chinas für Nordvietnam, verbunden mit den Rückzugsmöglichkeit für die Vietcong im Norden und in den Nachbarstaaten Vietnams, die es den USA unmöglich machte, die Oberhand zu gewinnen. Ob eine reguläre Armee in einen symmetrischen oder asymmetrischen Konflikt geführt wird, sagt also nichts darüber aus, ob sie den Konflikt verlieren oder gewinnen wird.

Mythos Zwei: Wir können nicht gewinnen, weil der Gegner entschlossener ist und auf vertrautem Gebiet kämpft

Verbreitet ist auch die Annahme, dass der Kampf des Westens in Afghanistan deshalb aussichtslos sei, weil die Taliban entschlossener und radikaler seien. Deswegen kämpften sie auch rücksichtsloser als westlich geprägte Streitkräfte, heißt es. Dabei offenbart bereits ein Blick in die deutsche Geschichte, dass dies keineswegs ein entscheidender Faktor ist. So ist inzwischen eindrucksvoll belegt, dass die Alliierten 1944 während der deutschen Offensive in den Ardennen auf zum Teil fanatisierte deutsche Soldaten trafen, von denen gerade die jüngeren in unmittelbarer Erwartung des Endsiegs kämpften. Genutzt hat diese Entschlossenheit der Wehrmacht und der SS nicht, übrigens genauso wenig wie die Vertrautheit mit dem Terrain, auf dem der Kampf geführt wurde. Am Ende entschied die alliierte Luftüberlegenheit über den Ausgang der Schlacht. Tatsächlich ist nicht die Radikalität und Rücksichtslosigkeit einer Kriegspartei entscheidend für den Ausgang eines Krieges, sondern etwas völlig anderes: die Lern- und Anpassungsfähigkeit einer Kriegspartei. Und besonders radikale Gegner lernen langsam.

Leser-Kommentare
  1. Wenn das drei Mythen sind, dann dann sollte die Umkehr sein:

    Wir gewinnen, weil der Krieg asymmetrisch ist
    Wir gewinnen, weil der Gegner nicht entschlossener ist und auf nicht vertrautem Gebiet kämpft
    Wir gewinnen, weil die Demokratisierung Afghanistans ist das richtige Ziel

    Das klingt schon wie der Glaube an den Endsieg als man keine Antwort mehr geben konnte auf die Frage nach dem WANN?

  2. Trau, schau, wem---
    Die Lage im Irak ist weit prekärer als solche Propagandameister es uns weismachen wollen, die Christen sind einer religiösen Säuberung zum Opfer gefallen, sie wohnen jetzt z.B. in München, Homosexuelle werden systematisch ermordet, wenn die Amerikaner erst wirklich abgezogen sind, bricht der Bügerkrieg aus.

  3. mit der these die afghanen haetten durch ihre wahlbeteiligung ihren demokratiewillen bestaetigt, kann ich nicht einverstanden sein. die wahl wurde durch die herrschende klasse manipuliert, die menschen ausserhalb der staette wurden durch ihre oertlichen herrscher zur wahl geschickt um eine vorab getroffene wahlstimme abzugeben.

  4. zunächst einmal muss man klarstellen, dass nicht die "heute verbreitete Auffassung (ist), islamische Gesellschaften und demokratische Normen seien unvereinbar", sondern, dass eine islamiSTISCHE gesellschaft und demokratische normen unvereinbar sind.
    um nur einen punkt zu nennen, der im artikel problematisch ist, ist die behauptung, indonesien sei ein beispiel für eine gut funktionierende demokratie in einem islamischen land. hier ein statement von human rights watch: "Continuing areas of concern in Indonesia include impunity for past human rights violations, the slow pace of military reform, conditions in Papua, imposition of the death penalty, and infringements on freedom of expression and religious freedom."
    wie einen artikel, der tatsachen so krass verdreht, in der zeit erscheinen kann, wundert mich doch sehr.
    zum schluss bleibt nur noch zu sagen: bundeswehr raus auf afghanistan! so schnell wie möglich! die mehrheit der deutschen bevölkerung will nicht, dass sich deutschland an diesem krieg beteiligt!

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    • joG
    • 14.08.2010 um 13:11 Uhr

    ....Demokratie meint. Auch wir verurteilen Reporter, die Fragen zu unserer Polizei stellen und ein Kanzler nannte Putin einen Demokraten. Natürlich ist Indonesien anders als man sich das wünschte. Auch die Türkei ist das. Aber auch die Franzosen oder Belgier verbieten, dass sich Frauen so kleiden dürfen, wie sie wollen. Wir zwingen Kinder anderer Religion unter einem Kreuz zu lernen, obwohl es Verfassungswidrig ist. Ist es "demokratisch", wenn 70% der Parlamentarier Öffentlich Bedienstete sind? Ist es eine "gute" Struktur, wenn eine Demokratie Personenidentität zwischen Legislative und Exekutive zulässt? Also, im Textbuch steht: Nein! Auch der Spielverlauf stellt dies in Frage.

    Wer sind wir, die Indonesier zu kritisieren? Wer sind Sie den Muslims die Demokratiefähigkeit abzusprechen?

    wollte auch mit dem Gröfaz bis zum Endsieg kämpfen... Also, ob "die Mehrheit" ein gutes Argument ist, weiß ich nicht. Wir haben eine representative Demokratie. Die Politiker sind gewählt. In drei Jahren können wir wieder abstimmen. Und die "Linke" ist mehr mit ihrer Mitgliederanzahlfälscherei beschäftigt als mit der Frage, wie sie die Demokratie in D weiter aufbauen könnte....

    "zunächst einmal muss man klarstellen, dass nicht die "heute verbreitete Auffassung (ist), islamische Gesellschaften und demokratische Normen seien unvereinbar", sondern, dass eine islamiSTISCHE gesellschaft und demokratische normen unvereinbar sind."

    um es einmal ganz philosophisch anzugehen:

    wenn sie eine mathematik Aufgabe lösen z.B. 1 1=2

    können sie von einer wahren (endgültigen) Erkenntnis sprechen da die Aufgabe (also die Einsen und die Nullen)genau deffiniert ist

    Wenn sie aber von Islam und Demokratie sprechen, können sie nicht von einer wahren Erkenntnis sprechen, da wie zuvor bereits erwähnt, diese Begriffe nicht genau deffiniert sind.

    • joG
    • 14.08.2010 um 13:11 Uhr

    ....Demokratie meint. Auch wir verurteilen Reporter, die Fragen zu unserer Polizei stellen und ein Kanzler nannte Putin einen Demokraten. Natürlich ist Indonesien anders als man sich das wünschte. Auch die Türkei ist das. Aber auch die Franzosen oder Belgier verbieten, dass sich Frauen so kleiden dürfen, wie sie wollen. Wir zwingen Kinder anderer Religion unter einem Kreuz zu lernen, obwohl es Verfassungswidrig ist. Ist es "demokratisch", wenn 70% der Parlamentarier Öffentlich Bedienstete sind? Ist es eine "gute" Struktur, wenn eine Demokratie Personenidentität zwischen Legislative und Exekutive zulässt? Also, im Textbuch steht: Nein! Auch der Spielverlauf stellt dies in Frage.

    Wer sind wir, die Indonesier zu kritisieren? Wer sind Sie den Muslims die Demokratiefähigkeit abzusprechen?

    wollte auch mit dem Gröfaz bis zum Endsieg kämpfen... Also, ob "die Mehrheit" ein gutes Argument ist, weiß ich nicht. Wir haben eine representative Demokratie. Die Politiker sind gewählt. In drei Jahren können wir wieder abstimmen. Und die "Linke" ist mehr mit ihrer Mitgliederanzahlfälscherei beschäftigt als mit der Frage, wie sie die Demokratie in D weiter aufbauen könnte....

    "zunächst einmal muss man klarstellen, dass nicht die "heute verbreitete Auffassung (ist), islamische Gesellschaften und demokratische Normen seien unvereinbar", sondern, dass eine islamiSTISCHE gesellschaft und demokratische normen unvereinbar sind."

    um es einmal ganz philosophisch anzugehen:

    wenn sie eine mathematik Aufgabe lösen z.B. 1 1=2

    können sie von einer wahren (endgültigen) Erkenntnis sprechen da die Aufgabe (also die Einsen und die Nullen)genau deffiniert ist

    Wenn sie aber von Islam und Demokratie sprechen, können sie nicht von einer wahren Erkenntnis sprechen, da wie zuvor bereits erwähnt, diese Begriffe nicht genau deffiniert sind.

  5. 'Es stimmt zwar durchaus, dass asymmetrische Auseinandersetzungen von regulären Streitkräften einen hohen Blutzoll verlangen,...' Meines Wissens gibt es noch nicht mal eine gesicherte Zahl der seit 2001 getöteten Afghanen - ich fand lediglich mediale Schätzungen (Guardian) von zwischen 10 und 40.000 getöteten Afghanen. Bis November 09 starben 1267 der ISAF-Soldaten - DARIN besteht die Asymmetrie dieses Kriegs.

    '...verbunden mit den Rückzugsmöglichkeit für die Vietcong im Norden und in den Nachbarstaaten Vietnams, die es den USA unmöglich machte, die Oberhand zu gewinnen.'
    Dabei bleibt unerwähnt, welche Verheerungen die USA durch die illegale Bombadierung und die Verseuchung mit Agent Orange auch in den Nachbarstaaten Laos und Kambodscha anrichteten, die bis zum heutigen Tag zu Totgeburten und Mißbildungen führt - die USA hat an keinen der drei Staaten auch nur einen müden Dollar Reparationen bezahlt. Ebenfalls unerwähnt bleibt die weitere Entwicklung Kambodschas, nämlich das schreckliche Regime der Khmer Rouge, zu dem die USA mit der Verwicklung Kambodschas in den Vietnamkrieg ihren Beitrag leisteten, wie sie auch die mit ihnen kollaborierenden Khmer den Khmer Rouge preisgaben, indem in Phnom Penh noch weniger evakuiert wurde als in Saigon. Schande!

    Mir ist auch unverständlich, wenn schon der Vergleich mit Vietnam gezogen wird, warum Pakistan als Rückzugsgebiet keine Erwähnung findet.

    Den Widerlegungen von Mythos zwei und drei kann ich etwas eher zustimmen.

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    • joG
    • 14.08.2010 um 13:20 Uhr

    ...anders als Sie. Warum ist es schlimm, dass mehr Afghanen sterben als Amerikaner, Polen oder Holländer? Finden Sie das wirklich schlimm? Sie sind mir ja ein feiner Alliierter.

    Auch scheinen Sie wenig Kenntnisreich oder aber nur unpräzise, wenn sie Andere übel nachreden: "Verheerungen die USA durch die illegale Bombadierung...". Ein deutsches Gericht hat kürzlich zwei Reporter für eine weitaus geringere Verleumdung verurteilt. Sind Sie nun daher Krimineller? Natürlich nicht. Bestenfalls dürfte man darüber mutmaßen.

    • -Ziet-
    • 14.08.2010 um 21:49 Uhr

    [entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair und verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/ew]

    Natürlich haben die Taliban viel RÜCKZUGSGEBIET - von den einsamen Bergtälern, die Bündnisse mit lokalen Warlords, die Sympathie bei Strenggläubigen, über das Untertauchen in der Bevölkerung bis hin zu Pakistan (samt Geheimdienst teilweise 'unterspült') als Rückzugsgebiet sowie die 'Unterstützung' aus anderen Nachbarstaaten:
    IRAN spielt eine doppelbödige Rolle und freut sich auf eine Niederlage der USA.
    CHINA befürwortet ein instabiles Afghanistan, um so billig an deren Rohstoffe zu gelangen.
    TURKMENEN und USBEKEN haben eigene Interessen für ihre Drogen-Connections und somit auch kein Interesse an einem stabilen Kabul.

    Indirekt haben die Taliban also viele Verbündete rund um Afghanistan - auf Dauer nicht gut für USA Co!

    • joG
    • 14.08.2010 um 13:20 Uhr

    ...anders als Sie. Warum ist es schlimm, dass mehr Afghanen sterben als Amerikaner, Polen oder Holländer? Finden Sie das wirklich schlimm? Sie sind mir ja ein feiner Alliierter.

    Auch scheinen Sie wenig Kenntnisreich oder aber nur unpräzise, wenn sie Andere übel nachreden: "Verheerungen die USA durch die illegale Bombadierung...". Ein deutsches Gericht hat kürzlich zwei Reporter für eine weitaus geringere Verleumdung verurteilt. Sind Sie nun daher Krimineller? Natürlich nicht. Bestenfalls dürfte man darüber mutmaßen.

    • -Ziet-
    • 14.08.2010 um 21:49 Uhr

    [entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair und verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/ew]

    Natürlich haben die Taliban viel RÜCKZUGSGEBIET - von den einsamen Bergtälern, die Bündnisse mit lokalen Warlords, die Sympathie bei Strenggläubigen, über das Untertauchen in der Bevölkerung bis hin zu Pakistan (samt Geheimdienst teilweise 'unterspült') als Rückzugsgebiet sowie die 'Unterstützung' aus anderen Nachbarstaaten:
    IRAN spielt eine doppelbödige Rolle und freut sich auf eine Niederlage der USA.
    CHINA befürwortet ein instabiles Afghanistan, um so billig an deren Rohstoffe zu gelangen.
    TURKMENEN und USBEKEN haben eigene Interessen für ihre Drogen-Connections und somit auch kein Interesse an einem stabilen Kabul.

    Indirekt haben die Taliban also viele Verbündete rund um Afghanistan - auf Dauer nicht gut für USA Co!

    • joG
    • 14.08.2010 um 13:00 Uhr

    .... Präjudizen zu falscher Logik verleiten lassen: "Wir gewinnen, weil der Krieg asymmetrisch ist" ist keineswegs die logische Folge aus der Falsifizierugn der Aussage: "Wir können nicht gewinnen, weil der Krieg asymmetrisch ist". Das seiht dann aus, als könne man nicht klar denken und stellt Ihre Meinungen in Frage.

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    Sehr richtig. Viele Kommentatoren haben die Logik des Artikels nicht verstanden. Es geht nicht darum einen Sieg in Afghanistan zu prognostizieren, sondern bestimmte einzelne Aussagen in der Diskussion über den Bundeswehreinsatz als falsch zu entlarven.

    Heute wird vom DIAS über einen doch noch möglichen Endsieg fabuliert ("Krieg noch nicht verloren ..."). Vom DIAS werden "Mythen" falsifiziert & haarsträubenden Vergleiche aufgetischt (zB "Fanatische SS in der Ardennenoffensive" -> Was hat das mit Talibanterror in A zu tun?). Was besagt das?

    Vor 9 Jahren wurde die Bundeswehr nach Afghanistan geschickt, um den zivilen Aufbau abzusichern. Da war nicht vom KRIEGSEINSATZ die Rede! Und nicht von einem GEWINNEN auf dem Schlachtfeld und "Luftüberlegenheit". Die USA intervenierten, um Terroristen zu fangen, die in Camps ausgebildet wurden. Es war damals nicht erklärtes Ziel, dieses islamisch geprägte Land vom Mittelalter zu befreien, von Korruption zu säubern und eine westl Demokratie unter Waffengewalt zu errichten.

    Nach dem IRAKKRIEG und dem AFGHANISTANKRIEG bleibt heute festzustellen: Krieg wurde als legitimes Mittel in der Strategie zur Durchsetzung der westlich-hegemonistischen Politik wiederbelebt, und Deutschland hat den von BUSH geschaffenen Realitäten nichts entgegen zu setzen. Mit den MYTHEN werden jetzt vom DIAS aufgeräumt. Anzumerken bleibt noch, dass das BMiV Partner des Institutes ist, das "Entscheidern, Meinungsbildnern ... umfassende Beratung über außen- und sicherheitspolitische, völkerrechtliche und (außen)wirtschaftliche Entwicklungen" anbietet. Ein Beitrag aus einer kleiner deutschen Propagandafabrik, in den Fußstapfen des US Geostrategen Brzezinski, der die Talibanisierung Afghanistans auslöste?

    Sehr richtig. Viele Kommentatoren haben die Logik des Artikels nicht verstanden. Es geht nicht darum einen Sieg in Afghanistan zu prognostizieren, sondern bestimmte einzelne Aussagen in der Diskussion über den Bundeswehreinsatz als falsch zu entlarven.

    Heute wird vom DIAS über einen doch noch möglichen Endsieg fabuliert ("Krieg noch nicht verloren ..."). Vom DIAS werden "Mythen" falsifiziert & haarsträubenden Vergleiche aufgetischt (zB "Fanatische SS in der Ardennenoffensive" -> Was hat das mit Talibanterror in A zu tun?). Was besagt das?

    Vor 9 Jahren wurde die Bundeswehr nach Afghanistan geschickt, um den zivilen Aufbau abzusichern. Da war nicht vom KRIEGSEINSATZ die Rede! Und nicht von einem GEWINNEN auf dem Schlachtfeld und "Luftüberlegenheit". Die USA intervenierten, um Terroristen zu fangen, die in Camps ausgebildet wurden. Es war damals nicht erklärtes Ziel, dieses islamisch geprägte Land vom Mittelalter zu befreien, von Korruption zu säubern und eine westl Demokratie unter Waffengewalt zu errichten.

    Nach dem IRAKKRIEG und dem AFGHANISTANKRIEG bleibt heute festzustellen: Krieg wurde als legitimes Mittel in der Strategie zur Durchsetzung der westlich-hegemonistischen Politik wiederbelebt, und Deutschland hat den von BUSH geschaffenen Realitäten nichts entgegen zu setzen. Mit den MYTHEN werden jetzt vom DIAS aufgeräumt. Anzumerken bleibt noch, dass das BMiV Partner des Institutes ist, das "Entscheidern, Meinungsbildnern ... umfassende Beratung über außen- und sicherheitspolitische, völkerrechtliche und (außen)wirtschaftliche Entwicklungen" anbietet. Ein Beitrag aus einer kleiner deutschen Propagandafabrik, in den Fußstapfen des US Geostrategen Brzezinski, der die Talibanisierung Afghanistans auslöste?

  6. der endlich auch einmal aufzeigt, was der teil der Bevölkerung denkt, der nicht gegen den Krieg ist. Ob es klug war, nach Afghanistan zu gehen sei dahin gestellt, RICHTIG war es auf jeden Fall.
    Man verweise dabei auf die Fortschritte, die das Land in Sachen Menschenrechte und Sicherheit gemacht hat. Ja, es gibt Terror, und ja es gibt Krieg. Aber die Taliban waren ja auch kein beliebtes Regime. Diese Dinge lassen sich auch in Berichten aus Afghanisten nachlesen (denen, die nicht die westlichen Toten zählen).
    Der Artikel ist auch nicht ausgewogen, muss er aber auch nicht sein, nachdem die große Mehrheit der Berichterstattung unausgewogen der Gegenmeinung ist.

    Schade nur, dass sobald deutsche Soldaten sterben der große Aufschrei kommt - ja, das tun sie, und ja sie kämpfen, und ja, sie töten. Das ist ihr Beruf und wir sollten ihnen dankbar sein, dass sie es für uns tun.

    Die ganze Sache ist etwas schmuddelig, was bei Konflikten mit komplexer Interessenlage oft der Fall ist und kein Grund sie nicht zu führen. Wir sollten nur ehrlich mit uns selbst sein. Afghanistan zu verlieren ist im Moment unsere schlechteste Option, Pakistan muss unterstützt werden und man könnte ja auch dem Iran ein paar Streicheleinheiten geben, sollten die gegen die Taliban vorgehen (so etwas wie zivile Nukleartechnik?).

    Wer das Afghanistan-Abenteuer vorschnell abbricht, muss die Verantwortung für das Regime übernehmen

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    einem Land, daß bereits durch runde 20 Jahre Krieg gemartert war, weitere 10 Jahre Krieg aufzuzwingen?
    Was ist richtig daran, die Taliban gegen die Russen mit Stinger Raketen und Geld auszustatten, sie also überhaupt erst groß zu machen, um sie dann als Feind zu bekämpfen? Was ist richtig an diesem extrem kurzen Gedächtnis der USA bei der Wahl ihrer Verbündeten: 'Sicherlich ein Schweinehund, aber unser Schweinehund'?
    Was ist richtig am Führen eines Kriegs, den Sie selbst als 'schmuddelige Sache' und als 'komplexe Interessenlage' bezeichnen?
    Und was ist 'Streicheleinheiten' daran, dem Iran selbstverständlich die zivile Nutzung von Nukleartechnik zuzugestehen? Ist Ihnen wirklich nicht bekannt, daß der Iran, im Gegensatz zu Israel, Pakistan, Indien, China den Atomwaffensperrvertrag ratifiziert hat?

    Für mich stirbt nicht ein einziger Soldat, ich sehe überhaupt gar keinen Grund, jemandem dafür dankbar zu sein. Laut GG haben wir eine reine Verteidigungsarmee, mir wäre neu, daß 'der Taliban' vor München steht.

    Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Es wird nämlich ganz oft vergessen, welche Parteien sich da gegenüberstehen und wofür sie stehen... Die herkömmlichen Meinungen, man könne die Kriege nur unter der Bedingung führen, dass keine Zivilisten, ja auch keine Soldaten dabei umkommen - das klingt sehr schön und edel, ist aber völlig aus der Luft gegriffen, aus vornehmem Wunsch sozusagen.
    Die Leute haben jeglichen Sinn für elementare Einstellungen verloren, was kleineres und was größeres Übel ist.

    ist die zutreffend gewählte Formulierung; Abenteuer, nichts weiter

    Das gleiche hab ich mir auch gedacht,
    zu den anderen Leuten:
    wer sagt, dass die Taliban, wenn sie Afghanistan unter Kontrolle haben nicht noch weiter gehen?
    Das ist gefährliches Wunschdenken.

    einem Land, daß bereits durch runde 20 Jahre Krieg gemartert war, weitere 10 Jahre Krieg aufzuzwingen?
    Was ist richtig daran, die Taliban gegen die Russen mit Stinger Raketen und Geld auszustatten, sie also überhaupt erst groß zu machen, um sie dann als Feind zu bekämpfen? Was ist richtig an diesem extrem kurzen Gedächtnis der USA bei der Wahl ihrer Verbündeten: 'Sicherlich ein Schweinehund, aber unser Schweinehund'?
    Was ist richtig am Führen eines Kriegs, den Sie selbst als 'schmuddelige Sache' und als 'komplexe Interessenlage' bezeichnen?
    Und was ist 'Streicheleinheiten' daran, dem Iran selbstverständlich die zivile Nutzung von Nukleartechnik zuzugestehen? Ist Ihnen wirklich nicht bekannt, daß der Iran, im Gegensatz zu Israel, Pakistan, Indien, China den Atomwaffensperrvertrag ratifiziert hat?

    Für mich stirbt nicht ein einziger Soldat, ich sehe überhaupt gar keinen Grund, jemandem dafür dankbar zu sein. Laut GG haben wir eine reine Verteidigungsarmee, mir wäre neu, daß 'der Taliban' vor München steht.

    Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Es wird nämlich ganz oft vergessen, welche Parteien sich da gegenüberstehen und wofür sie stehen... Die herkömmlichen Meinungen, man könne die Kriege nur unter der Bedingung führen, dass keine Zivilisten, ja auch keine Soldaten dabei umkommen - das klingt sehr schön und edel, ist aber völlig aus der Luft gegriffen, aus vornehmem Wunsch sozusagen.
    Die Leute haben jeglichen Sinn für elementare Einstellungen verloren, was kleineres und was größeres Übel ist.

    ist die zutreffend gewählte Formulierung; Abenteuer, nichts weiter

    Das gleiche hab ich mir auch gedacht,
    zu den anderen Leuten:
    wer sagt, dass die Taliban, wenn sie Afghanistan unter Kontrolle haben nicht noch weiter gehen?
    Das ist gefährliches Wunschdenken.

  7. ...lange noch nicht weil der Krieg in Afghanistan in mehreren Länder der NATO ziemlich unpopulär ist.Die Heimatfront zerbröckelt bereits und das ist erwiesenermassen keine Hilfe bei der Kriegsführung,das zeigt die ganze Kriegsdebatte in den deutschen Medien,die uns weismachen wollen,dass der politisch korrekte Krieg möglich ist.

    Wieso soll ausgerechnet die NATO dort ein neues Luxemburg schaffen wo das britische Empire und die Sowjets so derart kläglich gescheitert sind?

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