Der israelische Verteidigungsminister hat die "volle Verantwortung" für die Stürmung der Gaza-"Solidaritätsflotte" vor gut zwei Monaten übernommen. Vor einem internen Untersuchungsausschuss seines Landes verteidigte Barak Israels Vorgehen als "richtig und angemessen". Gleichzeitig kritisierte er nach Medienberichten die Ausführung durch die Armee.

Der Generalstabschef Gabi Aschkenasi habe in vorbereitenden Gesprächen mit Ministern gesagt, die Aufgabe sei nicht leicht, die Schiffe an der Reise in den Gaza-Streifen zu hindern, aber man werde sie ausführen. "Wenn die Entscheidung richtig war, dann liegt der Grund für die Diskrepanz zwischen dem, was wir wollten, und dem, was wir erreicht haben, in der Ausführung", sagte Barak vor dem Gremium, das von der israelischen Regierung eingesetzt worden war.

Während der Erstürmung des türkischen Hilfsschiffs Mavi Marmara durch israelische Soldaten waren am 31. Mai neun Aktivisten getötet worden. Erklärtes Ziel der Solidaritätsflotte war es, die von Israel verhängte Seeblockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montag vor dem israelischen Ausschuss ausgesagt . Er erklärte, die Soldaten hätten den Auftrag gehabt, ein Blutvergießen unter den Aktivisten zu verhindern.

Barak sagte den Angaben zufolge, in vorbereitenden Sitzungen israelischer Minister seien auch "extreme Szenarien" erwähnt worden. Es habe darüber jedoch keine tiefer gehenden Beratungen gegeben. "Es war klar, dass es mehr Gewalt geben würde als in der Vergangenheit", sagte Barak nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite ynet . "Ich denke aber nicht, dass jemand sich vorstellen konnte, dass neun Menschen dabei ums Leben kommen werden."