Homo-EheSieg für Homosexuelle in Kalifornien

Homosexuelle in Kalifornien können sich freuen: Ein Bundesgericht bewertete das Verbot der Homo-Ehe als verfassungswidrig. Doch der Streit ist noch nicht entschieden.

Unterstützer der Homo-Ehe in Kalifornien feiern das Gerichtsurteil vom Mittwoch

Unterstützer der Homo-Ehe in Kalifornien feiern das Gerichtsurteil vom Mittwoch

Das bestehende Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe ist verfassungswidrig, befand Richter Vaughn Walker an einem Bundesgericht in San Francisco. Es gebe keine "rationale Grundlage" dafür, Schwulen und Lesben die Ehe zu verwehren, schrieb der Jurist in seiner 136 Seiten starken Entscheidung. Dies verstoße gegen die Gleichstellung.

Die Gegner der Homo-Ehe kündigten an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Rechtsexperten rechnen damit, dass der Fall bis zum Obersten Gerichtshof in Washington gehen wird.

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Im Mai 2008 hatten die obersten Richter in San Francisco schwulen und lesbischen Paaren zunächst das Heiraten erlaubt. Bei einem Referendum (Proposition 8) im November 2008 hatten 52 Prozent der Wähler dann gegen die Homo-Ehe gestimmt. Die rund 18.000 Ehen, die zwischen Mai und November geschlossen wurden, blieben aber gültig. Mit der Aufhebung des Wählerreferendums am Mittwoch gab das Gericht aber nicht automatisch Erlaubnis für eine sofortige Wiederaufnahme gleichgeschlechtlicher Eheschließungen. Diese Entscheidung sollte zu einem späteren Zeitpunkt fallen.

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger begrüßte das Urteil. Es sichere Schwulen und Lesben in Kalifornien "den vollen legalen Schutz und Absicherungen zu, die meiner Meinung nach jedermann zustehen", sagte der Republikaner.

Ein lesbisches und ein schwules Paar waren im vergangenen Januar vor Gericht gegangen, weil ihnen in Kalifornien das Recht auf Eheschließung verweigert wurde. Dies sei diskriminierend, verstoße gegen die Bürgerrechte und die verfassungsmäßig festgeschriebene Gleichbehandlung. Die Gegner der Homo-Ehe argumentierten, die Ehe werde als Bindung zwischen Mann und Frau definiert und müsse als solche geschützt werden.

In fünf US-Bundesstaaten – Connecticut, Massachusetts, Iowa, Maine und Vermont – dürfen Schwule und Lesben den Bund fürs Leben schließen. Rund 30 der 50 Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, dass die Ehe ausschließlich eine Sache zwischen Mann und Frau ist. Allerdings haben in Kalifornien und einigen anderen Staaten zusammenlebende Homosexuelle ähnliche Rechte wie heterosexuelle Paare.

 
Leserkommentare
    • joG
    • 05.08.2010 um 9:41 Uhr

    ....und bedeutet, dass alle Vorteile der Ehe, die von anderen Mitgliedern der Gesellschaft bezahlt werden (Kasse, Splitting....) wegfallen müssen. Oder finden Sie es richtig, dass jemand gezwungen wird die Lusterfüllung eines Anderen zu bezahlen?

    Antwort auf "Unfug"
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    Entscheidend ist doch letztlich nur staatliche Konsequenz: Entweder es geht dem Staat um die Förderung von Kindern - dann darf es aber auch kein Ehegattensplitting für kinderlose heterosexuelle Paare mehr geben. Oder es geht dem Staat um die Förderung von Paaren als solche - dann muss er das Ehegattensplitting aber auch für homosexuelle Paare öffnen.

    Mir persönlich wäre die erste Lösung lieber. Das Splitting für kinderlose Paare gehört abgeschafft. Wollte die aktuelle Regierung denn nicht sparen?!? Hier wäre ein Vorschlag dafür...

    • snoek
    • 05.08.2010 um 11:56 Uhr

    Sie bezeichnen die Absicherung zur Zukunftsplanung also als Lusterfüllung? Zur Lusterfüllung heiratet man nicht!

    Entscheidend ist doch letztlich nur staatliche Konsequenz: Entweder es geht dem Staat um die Förderung von Kindern - dann darf es aber auch kein Ehegattensplitting für kinderlose heterosexuelle Paare mehr geben. Oder es geht dem Staat um die Förderung von Paaren als solche - dann muss er das Ehegattensplitting aber auch für homosexuelle Paare öffnen.

    Mir persönlich wäre die erste Lösung lieber. Das Splitting für kinderlose Paare gehört abgeschafft. Wollte die aktuelle Regierung denn nicht sparen?!? Hier wäre ein Vorschlag dafür...

    • snoek
    • 05.08.2010 um 11:56 Uhr

    Sie bezeichnen die Absicherung zur Zukunftsplanung also als Lusterfüllung? Zur Lusterfüllung heiratet man nicht!

    • joG
    • 05.08.2010 um 9:45 Uhr

    ....muss? Weil die Leute das wollen und das ist eigentlich ok. Warum sollten sie einen Vertragstyp nicht "Ehe" nennen sollen? Auf das Bisschen Ungenauigkeit kommt es eigentlich auch nicht an, wenn man wenigstens die Subventionierungen der Ehen abschafft, wäre mir das genug. Dann können die Buben und Mädels mit oder ohne Vertrag rammeln wie sie wollen.

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    Pardon, aber nur, weil jemand etwas will, spricht das noch lange nicht für die Sache.

    "Partnervertrag" usw. gerne.

    Aber "Ehe", darunter stellt man sich etwas anderes vor. Und das soll und wird auch so bleiben.

    Auch wenn jetzt einige schrill aufschreien werden:

    Das Herkömmliche, als Mann und Frau geboren zu sein und in diesem Sinn eine natürlich Verbindung einzugehen, das ist und bleibt noch immer schlicht das Normale.

    Trotz CSD und rosa Emanzipation...

    Pardon, aber nur, weil jemand etwas will, spricht das noch lange nicht für die Sache.

    "Partnervertrag" usw. gerne.

    Aber "Ehe", darunter stellt man sich etwas anderes vor. Und das soll und wird auch so bleiben.

    Auch wenn jetzt einige schrill aufschreien werden:

    Das Herkömmliche, als Mann und Frau geboren zu sein und in diesem Sinn eine natürlich Verbindung einzugehen, das ist und bleibt noch immer schlicht das Normale.

    Trotz CSD und rosa Emanzipation...

  1. ... ...haben Mitkommentatoren ja schon gesagt.
    Die Ehe, die Verbindung zwischen zwei Menschen, ist tausende Jahre älter als die abrahamischen Religionen. Die haben kein Anrecht darauf diese Verbindung als eine von ihnen erfundene und damit patentierte Idee zu sehen.

    Eine Leserempfehlung
  2. Pardon, aber nur, weil jemand etwas will, spricht das noch lange nicht für die Sache.

    "Partnervertrag" usw. gerne.

    Aber "Ehe", darunter stellt man sich etwas anderes vor. Und das soll und wird auch so bleiben.

    Auch wenn jetzt einige schrill aufschreien werden:

    Das Herkömmliche, als Mann und Frau geboren zu sein und in diesem Sinn eine natürlich Verbindung einzugehen, das ist und bleibt noch immer schlicht das Normale.

    Trotz CSD und rosa Emanzipation...

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    ...eine homosexuelle Verbindung ist "unnatürlich"? Dieser Duktus kommt mir bekannt vor.
    Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass ca. 10% der Menschheit als homosexuell bezeichnet werden können? D.h., dass 700.000.000 Menschen auf diesem Planeten das Bedürfnis haben, "unnatürliche" Verbindungen einzugehen? O.o

    Biologische? Statistische? Moralische? Relgiöse?

    Sie benützen das Wort Normalität ohne es zu hinterlegen.

    Eine rechsreaktionäre Konotation ist allerdings nicht zu übersehen.

    ...eine homosexuelle Verbindung ist "unnatürlich"? Dieser Duktus kommt mir bekannt vor.
    Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass ca. 10% der Menschheit als homosexuell bezeichnet werden können? D.h., dass 700.000.000 Menschen auf diesem Planeten das Bedürfnis haben, "unnatürliche" Verbindungen einzugehen? O.o

    Biologische? Statistische? Moralische? Relgiöse?

    Sie benützen das Wort Normalität ohne es zu hinterlegen.

    Eine rechsreaktionäre Konotation ist allerdings nicht zu übersehen.

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