Menschenrechte Ashtiani droht nach TV-Geständnis die Hinrichtung

Die wegen Ehebruchs und Mordes zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Aschtiani hat im iranischen TV gestanden. Ihre Anwälte sind überzeugt, dass sie zuvor gefoltert wurde.

In London demonstriert ein Mitglied des Komitees gegen Steinigung für die Freilassung von Sakine Aschtiadi

In London demonstriert ein Mitglied des Komitees gegen Steinigung für die Freilassung von Sakine Aschtiadi

Ihr Schicksal hatte weltweit für Empörung gesorgt. Im Juli hatte die 43-jährige Sakineh Mohammadi Aschtiani im Iran gesteinigt werden sollen. Verurteilt worden war sie wegen Ehebruchs und der Verwicklung in die Ermordung ihres Mannes. Nach internationalen Protesten war die Vollstreckung der Strafe ausgesetzt worden. Doch nun droht Aschtiani neue Gefahr. Denn am Montagabend wurde die zweifache Mutter plötzlich im iranischen Staatsfernsehen präsentiert, wo sie ein Geständnis ablegte.

In ihrer Muttersprache Azeri bekannt sie dort, ihren Mann mit dessen Cousin betrogen zu haben. Zudem habe der Cousin sie über seine Mordabsichten informiert. "Was für ein schlechter Ehemann, ich tue das für Dich, ich werde für Dich sorgen", habe der Cousin gesagt, zitiert der US-Fernsehsender CNN aus der iranischen Fernsehsendung. Sie selbst habe dies zunächst für einen Scherz gehalten, sagt Aschtiani. Später habe sie den Cousin aber bei der Vorbereitung des Mordes beobachtet. Dieser habe ihr vor der Tat auch gesagt, sie solle die Kinder zur Großmutter schicken.

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Der iranische Staatsanwalt wirft Aschtiani in der Sendung darüber hinaus vor, ihrem Mann eine Betäubungsspritze gegeben zu haben, bevor der Cousin ihn mit einem Stromschlag tötete. 

Der Anwalt Aschtianis ist allerdings überzeugt, dass seine Mandantin dieses Geständnis nur nach zweitägiger Folter abgelegt hat. "Sie wurde gefoltert und geschlagen", sagte Houtan Kian dem britischen Guardian . Ihr 22-jähriger Sohn und ihre17-jährige Tochter hätten die Sendung gesehen und seien nun stark traumatisiert. 

Ein weiteres Zeichen dafür, dass Aschtiani nur unter Zwang gesprochen habe, sei, dass sie westlichen Medien vorwarf, sich in ihr Leben einzumischen. In einem Interview mit dem Guardian , das durch einen Mittelsmann geführt worden war, hatte Aschtiani dagegen den iranischen Behörden noch vorgeworfen, Lügen über sie zu verbreiten und die Medien zu verwirren, um die Form der Todesstrafe geheim halten zu können.

In der Fernsehaufzeichnung wirft sie außerdem ihrem früheren, mittlerweile ins Ausland geflohenen Anwalt vor, dieser spreche nicht in ihrem Auftrag.

Diese Äußerung habe seine Mandantin getan, um ihr Leben zu retten, sagte dieser CNN. Er befürchtet, dass die iranischen Behörden die Todesstrafe nun schnell vollstrecken wollen.

Auch Amnesty International verurteilte das "sogenannte" Geständnis. "Iran erfindet Verbrechen", sagte eine Mitarbeiterin des Iran-Teams der Organisation dem Guardian . Das sei eine inakzeptable Praxis und ein Schlag ins Gesicht der Justiz". Auch das iranische Komitee gegen Steinigung wandte sich gegen die Fernsehausstrahlung. "Es ist nicht das erste Mal, dass unschuldige Opfer im Fernsehen vorgeführt und dann auf der Grundlage der erzwungenen Geständnisse verurteilt werden", sagte eine Sprecherin der Organisation.

 
Leser-Kommentare
  1. In der Inquisition gab es ebenfalls reihenweise öffentliche "Geständnisse". Nur die besonders unmenschliche Methode der Steinigung war damals schon abgeschafft.

    Sorgen bereitet das beredte Schweigen der islamischen Welt zu den Methoden des iranischen Regimes.

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    Die Hexen wurden bei lebendigem Leibe verbrannt. Nennen Sie das humaner?

    Das Steinigen ist dem Islam geläufig, er steckt noch in seinen Wurzel, einer Ziegenhirten-Philosophie fest.
    Da können wir nichts daran ändern. Nur sich davon fernhalten.

    Steht doch bereits im Alten Testament, das ja wesentlicher Bestandteil der "offenbarungen des Propheten" ist

    Die Hexen wurden bei lebendigem Leibe verbrannt. Nennen Sie das humaner?

    Das Steinigen ist dem Islam geläufig, er steckt noch in seinen Wurzel, einer Ziegenhirten-Philosophie fest.
    Da können wir nichts daran ändern. Nur sich davon fernhalten.

    Steht doch bereits im Alten Testament, das ja wesentlicher Bestandteil der "offenbarungen des Propheten" ist

  2. Aber der Islam ist eine friedliche Religion. Meinen noch viele Gutmenschen in Europa.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf zynische Kommentare und bereichern Sie die Diskussion mit sachlichen Beiträgen. Danke. Die Redaktion/km

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    Keine Sorge, man darf ja nach offizieller Vorschrift bei der Steinigung nicht auf den Kopf werfen. Damit es nicht so schnell vorbei ist...

    Der Islam mag in einer der möglichen Auslegungen friedlich sein, aber letztlich zählen die Fakten, wie er praktiziert wird. Und da läuft es eben in verschiedenen Ausprägungen immer wieder auf unmenschliche Gewalttätigkeit nach hinaus.

    Es gibt hier bei der ZEIT (offensichtlich) die Linie, dass zwischen Islamist und Moslem getrennt wird. Abweichendes wird meistens zensiert.

    Es gibt Gründe, die dafür sprechen:
    - Der Koran kann friedlich ausgelegt werden
    - Muslime, die nichts mit Terrorismus zu tun haben, werden diskriminiert, wenn man unvorsichtig mit Begriffen um sich wirft
    - Wir sollten nicht provozieren, ich bin immer für den Dialog mit Vernünftigen
    - Die Begriffe sind leicht zu verwenden

    Es gibt aber auch Gründe, die dagegen sprechen (die möchte ich hier aussprechen ohne sie als Provokation zu verstehen):
    - Die Milieus Moslem zu Islamist gehen wenn dann fließend ineinander über, ich habe z.B. viele muslimische Freunde, die sich schwer tun Attentäter zu verteufeln oder gar abzulehnen, die aber nie selber Gewalt anwenden würden; andere sind für einen Gottesstaat und gegen Gewalt usw.
    - Es gibt auch nicht die zwei Gruppen Islamist und Moslem, der Islam mit seinen Richtungen ist schwerer zu verstehen als das Christentum
    - die Begriffe sind nicht streng definiert, man kann allenfalls die politische Forderung nach einem Glaubensstaat noch als "islamistische Ideologie" beschreiben;

    Meine Schlussfolgerung ist:
    In einer Debatte kann man Argumente auch zum Ausdruck bringen ohne friedliche Gläubige als Islamisten zu bezeichnen. Soziologisch sind die 2 Begriffe aber Quatsch.

    Keine Sorge, man darf ja nach offizieller Vorschrift bei der Steinigung nicht auf den Kopf werfen. Damit es nicht so schnell vorbei ist...

    Der Islam mag in einer der möglichen Auslegungen friedlich sein, aber letztlich zählen die Fakten, wie er praktiziert wird. Und da läuft es eben in verschiedenen Ausprägungen immer wieder auf unmenschliche Gewalttätigkeit nach hinaus.

    Es gibt hier bei der ZEIT (offensichtlich) die Linie, dass zwischen Islamist und Moslem getrennt wird. Abweichendes wird meistens zensiert.

    Es gibt Gründe, die dafür sprechen:
    - Der Koran kann friedlich ausgelegt werden
    - Muslime, die nichts mit Terrorismus zu tun haben, werden diskriminiert, wenn man unvorsichtig mit Begriffen um sich wirft
    - Wir sollten nicht provozieren, ich bin immer für den Dialog mit Vernünftigen
    - Die Begriffe sind leicht zu verwenden

    Es gibt aber auch Gründe, die dagegen sprechen (die möchte ich hier aussprechen ohne sie als Provokation zu verstehen):
    - Die Milieus Moslem zu Islamist gehen wenn dann fließend ineinander über, ich habe z.B. viele muslimische Freunde, die sich schwer tun Attentäter zu verteufeln oder gar abzulehnen, die aber nie selber Gewalt anwenden würden; andere sind für einen Gottesstaat und gegen Gewalt usw.
    - Es gibt auch nicht die zwei Gruppen Islamist und Moslem, der Islam mit seinen Richtungen ist schwerer zu verstehen als das Christentum
    - die Begriffe sind nicht streng definiert, man kann allenfalls die politische Forderung nach einem Glaubensstaat noch als "islamistische Ideologie" beschreiben;

    Meine Schlussfolgerung ist:
    In einer Debatte kann man Argumente auch zum Ausdruck bringen ohne friedliche Gläubige als Islamisten zu bezeichnen. Soziologisch sind die 2 Begriffe aber Quatsch.

  3. Entfernt. Bitte erläutern Sie Ihre Thesen und achten Sie auf sachliche und konstruktive Beiträge, um diffamierende Äußerungen zu vermeiden. Danke. Die Redaktion/km

  4. und die Nachbarstaaten wissen das - und haben Angst!

    Iran wird bald über Atomwaffen verfügen - der Geheimdienst Irans und die offenkundige materielle Unterstützung des Terrors aller Schattierungen durch den Exekutive Irans laufen auf einen Zugriff auf das atomare Potential Pakistans hinaus.

    Eine beängstigende Zukunft - und der besondere Anlaß für die USA, sich weiterhin in Afghanistan in Bereitschaft zu halten!

  5. Keine Sorge, man darf ja nach offizieller Vorschrift bei der Steinigung nicht auf den Kopf werfen. Damit es nicht so schnell vorbei ist...

    Der Islam mag in einer der möglichen Auslegungen friedlich sein, aber letztlich zählen die Fakten, wie er praktiziert wird. Und da läuft es eben in verschiedenen Ausprägungen immer wieder auf unmenschliche Gewalttätigkeit nach hinaus.

  6. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es so etwas noch in zivilisierten Ländern, wie im Iran, gibt.
    Möglicherweise liegt hier eine falsche Berichterstattung vor
    oder Druckfehler?
    Sollte es wahr sein - entsetzlich!

  7. "Iran erfindet Verbrechen" - ja, Iran lernt von dem Westen!
    Die westlichen Medien sind aber nicht besser als die iranischen, beide instrumentalisieren die Frau um ihre Propagandamaschine zu füttern. Für die einen um dem Westen eines auszuwischen, für die anderen um der Welt zu zeigen wie schlimm der Iran ist und weshalb dort die Demokratie umbedingt durchgesetzt werden muss.

  8. Warum werden eigentlich in den Westlichen Medien über sämtliche Hinrichtungen im Iran berichtet wohingegen Saudi Arabien selber jeden Freitag in einem Öffentlichem Stadion Steinigungen vollzieht? Warum wird nicht auch über unsere Verbündeten gesprochen z.B Amerika? Sogar über China wird eine solche Propaganda nicht vollzogen.

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    • TDU
    • 13.08.2010 um 12:25 Uhr

    Also ist die Kritik an Einem nicht gut, wenn man nicht alle gleichzeitig kritisiert. Also sollte quasi immer nur pauschale Kritik äussern oder wie darf man sie verstehen?.

    • mik28
    • 13.08.2010 um 13:08 Uhr

    weil man in Ländern, die ihr Öl schon immer gerne in Dollar gehandelt haben, Steinigungen als Tradition oder Kultur bezeichnet.

    Oder war das eine rhetorische Frage?

    • TDU
    • 13.08.2010 um 12:25 Uhr

    Also ist die Kritik an Einem nicht gut, wenn man nicht alle gleichzeitig kritisiert. Also sollte quasi immer nur pauschale Kritik äussern oder wie darf man sie verstehen?.

    • mik28
    • 13.08.2010 um 13:08 Uhr

    weil man in Ländern, die ihr Öl schon immer gerne in Dollar gehandelt haben, Steinigungen als Tradition oder Kultur bezeichnet.

    Oder war das eine rhetorische Frage?

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