Nahost USA laden Israelis und Palästinenser zu Friedensgesprächen

Zwei Jahre herrschte Funkstille. Jetzt werden Israel und die Palästinenser wieder direkte Verhandlungen aufnehmen. Binnen eines Jahres sollen die Streitfragen geklärt sein.

US-Präsident Barack Obama mit dem israelischen Premierminister Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas im Jahr 2009 am Rande einer UN-Vollversammlung

US-Präsident Barack Obama mit dem israelischen Premierminister Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas im Jahr 2009 am Rande einer UN-Vollversammlung

Ein Schritt nach vorn für Nahost: Die USA und das Nahost-Quartett haben Israel und die Palästinenser zu neuen direkten Verhandlungen eingeladen. Die Gespräche seien für den 2. September in Washington geplant, teilte das Quartett in Brüssel mit. Zu der Gruppe gehören außer der EU noch die USA, Russland und die Vereinten Nationen (UN). In Washington bestätigte US-Außenministerin Hillary Clinton die Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche Israels und der Palästinenser nach knapp zweijähriger Unterbrechung.

Zum Auftakt der Gespräche will US-Präsident Barack Obama den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach Washington einladen. Ziel sei es, binnen eines Jahres eine Einigung in den Streitfragen zu erzielen. Auch der jordanische König Abdullah II. und der ägyptische Präsident Husni Mubarak sollen an dem Treffen am 2. September teilnehmen, sagte Clinton. Bereits am 1. September seien bilaterale Treffen Obamas mit Netanjahu, Abbas und Abdullah vorgesehen, mit einem anschließenden, gemeinsamen Abendessen.

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Die Gespräche sollten laut Clinton ohne Vorbedingung stattfinden. "Es gab Schwierigkeiten in der Vergangenheit, und es stehen Schwierigkeiten bevor." Sie bitte alle Seiten, durchzuhalten und weiter daran zu arbeiten, ein gerechtes Friedensabkommen zu erzielen, das von Dauer sein werde.

Israel und die Palästinenser hatten zuletzt Ende 2008 vor Beginn des Gaza-Krieges direkte Verhandlungen geführt. In den vergangenen drei Monaten sprachen sie nur unter Vermittlung des US-Nahost-Gesandten George Mitchell miteinander. Abbas hat den direkten Gesprächen mit Israel nur nach massivem internationalem Druck zugestimmt. Netanjahu hat zwar bislang alle Vorbedingungen der Palästinenser abgelehnt, aber seit mehr als einem Jahr wiederholt seine generelle Bereitschaft zu direkten Verhandlungen erklärt .

Nach einer Erklärung des Quartetts sollen alle endgültigen Status-Fragen gelöst werden. Hauptstreitpunkte in den Nahost-Verhandlungen sind die Grenzen eines künftigen Palästinenserstaates sowie Sicherheitsgarantien für Israel. Die beiden schwierigsten und emotionalsten Verhandlungspunkte betreffen das Schicksal von rund 4,8 Millionen registrierten palästinensischen Flüchtlingen sowie die Zukunft Jerusalems. Die Palästinenser wollen in dem von Israel besetzten arabischen Ostteil Jerusalems die Hauptstadt ihres eigenen Staates ausrufen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Einladung zu direkten Friedensgesprächen mit den Palästinensern begrüßt. "Den Frieden zu erreichen ist eine schwierige Herausforderung, aber es ist möglich", sagte er. "Wir gehen in die Gespräche mit dem Willen, ein Friedensabkommen zwischen beiden Völkern zu erzielen und zugleich Israels nationale Interessen und vor allem seine Sicherheit zu schützen."

Die US-Regierung, aber auch die Europäische Union haben sich mit aller Kraft dafür eingesetzt, dass die direkten Gespräche bis spätestens Anfang September beginnen. Am 26. September läuft ein einseitiger Baustopp Israels im Westjordanland aus. Sowohl die USA als auch die EU befürchten, dass ein neu aufflammender Streit über den israelischen Siedlungsbau auf lange Sicht direkte Verhandlungen torpedieren könnte.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Ich...

    ...lege meine Hand dafür ins Feuer, dass es den Palästinensern nach den Verhandlungen (wenn sie wirklich stattfinden...) noch schlechter ergeht als vorher... Diese ganzen Verhandlungen haben für die Palästinenser nie etwas positives gebracht, den Israelis aber sehr viel mehr Zeit um Siedlungen und Co. im Westjordanland auszubauen!

  2. Dann bereite ich schonmal die erste Party vor! Wer bringt Snacks mit???
    -.-
    Wir wissen doch alle wo das endet... eine Seite wird Forderungen stellen, die für die andere völlig inakzeptabel sind und dann geht wieder alles von vorne los...

  3. Der Nahe Osten, hat ein Stück weit mehr Frieden verdient.

    Dem Leser wird es jedoch schwer fallen, nach so vielen Friedensinitiativen der Amerikaner, diesem erwähnten Vorgang, noch Glauben zu schenken.

    Ich habe den Verdacht, daß bei einer Friedensverhandlung, bei der die Israelis, die Palästinenser und die Amerikaner an einem Tisch sitzten, der Nutzen schnell erschöpft ist.

    Die schlagen, schießen, sprengen sich, bis an den Sankt Nimmerleinstag in die Luft.

    Man müßte eine Million UNO-Soldaten für 25 Jahre entsenden, die beide Volksgruppen entmilitarisieren. Und dann jeden Tag, die ganzen Häuser (beider Seiten) nach Waffen durchsuchen. Und wenn dann eine neue Generation in Frieden nachgewachsen ist, wird diese den Krieg schon zu verhindern wissen. Aber wer hat so viel Soladten? Soviel Zeit? Und so viel Geld?

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    "Man müßte eine Million UNO-Soldaten für 25 Jahre entsenden, die beide Volksgruppen entmilitarisieren."

    Warum? Israel geht mit seiner militärischen Macht doch sehr verantwortungsbewußt um. Und wie sollen UN-Soldaten, die nicht einmal die Hizbullah im Südlibanon in Schach halten können, die Sicherheit Israels garantieren?

    Vor dem Libanonkrieg 2006 waren bereits UN-Beobachter im Südlibanon stationiert. Sie konnten nicht verhindern, daß die Hizbullah dort befestigte militärische Stellungen inmitten ziviler Wohngebiete errichtete, von dort aus einen Angriff auf israelisches Territorium startete und mehrere Soldaten tötete und entführte.

    Was hat die UN in diesem Teil der Welt schon erreicht? Sithu U Thant hat die UN-Friedenstruppen auf Bitte von Ägypten sofort aus dem Sinai zurückgezogen, ohne Israel davon zu informieren. Nicht zuletzt dies hat schließlich zum Ausbruch des Sechs-Tage-Kriegs geführt.

    Wieviel Vertrauen hätten Sie als Israeli nach all diesen Erfahrungen in UN-Truppen?

    "Man müßte eine Million UNO-Soldaten für 25 Jahre entsenden, die beide Volksgruppen entmilitarisieren."

    Warum? Israel geht mit seiner militärischen Macht doch sehr verantwortungsbewußt um. Und wie sollen UN-Soldaten, die nicht einmal die Hizbullah im Südlibanon in Schach halten können, die Sicherheit Israels garantieren?

    Vor dem Libanonkrieg 2006 waren bereits UN-Beobachter im Südlibanon stationiert. Sie konnten nicht verhindern, daß die Hizbullah dort befestigte militärische Stellungen inmitten ziviler Wohngebiete errichtete, von dort aus einen Angriff auf israelisches Territorium startete und mehrere Soldaten tötete und entführte.

    Was hat die UN in diesem Teil der Welt schon erreicht? Sithu U Thant hat die UN-Friedenstruppen auf Bitte von Ägypten sofort aus dem Sinai zurückgezogen, ohne Israel davon zu informieren. Nicht zuletzt dies hat schließlich zum Ausbruch des Sechs-Tage-Kriegs geführt.

    Wieviel Vertrauen hätten Sie als Israeli nach all diesen Erfahrungen in UN-Truppen?

    • Fifty4
    • 20.08.2010 um 19:31 Uhr

    Ich wünschte ich könnte es glauben! Innerhalb von einem Jahr soll alles geklärt sein. Zeit genug wäre das.

    Ich hoffe es scheitert nicht wieder alles an den "paranoiden Sicherheitsinteressen" der israelischen Regierung.

    Erfreulich ist zu sehen, wie bereits vorausgesagt, dass nach der Öffnung des Gaza-Streifens und den daraus sich ergebenden finanziellen Mindereinnahmen für die Israelis, diese an den Verhandlungstisch zurückgekehrt sind.

    Nur so funktioniert es. Die Besatzung muß zu teuer werden, dann lenken sie ein.

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    Die Besatzung wird nicht zu teuer werden, solange das Land mit Waffen-Geschenken überhäuft wird und keine bzw. verminderte Zölle für den Export der Produkte Israels gelten!

    • Fifty4
    • 21.08.2010 um 19:30 Uhr

    Also muß die Besatzung noch teurer werden. Im Süd-Libanon hat es doch auch funktioniert.

    Die Besatzung wird nicht zu teuer werden, solange das Land mit Waffen-Geschenken überhäuft wird und keine bzw. verminderte Zölle für den Export der Produkte Israels gelten!

    • Fifty4
    • 21.08.2010 um 19:30 Uhr

    Also muß die Besatzung noch teurer werden. Im Süd-Libanon hat es doch auch funktioniert.

  4. Bitte achten Sie auf eine gepflegtere Wortwahl. Die Redaktion / mh

  5. Die Besatzung wird nicht zu teuer werden, solange das Land mit Waffen-Geschenken überhäuft wird und keine bzw. verminderte Zölle für den Export der Produkte Israels gelten!

    Antwort auf "Schön wärs!"
    • Gafra
    • 20.08.2010 um 20:30 Uhr

    'Angst vor dem Frieden' gelesen hat und Shlomo Sand und Avraham Burg
    hat man wenig Hoffnung, dass vor allem Israel mehr als Scheinverhandlungen führt.

  6. "Verhandlungen ohne Vorbedingungen"! Mit anderen Worten ohne das Völkerrecht. Wie es sich gehört für Landräuber, die das Geraubte nicht (oder fast nicht) aus der Hand geben wollen. Netanyahu hat sich voll durchgesetzt. Vielleicht wird er zu Verhandlungsbeginn großzügig für einige weitere Monate ein Moratorium der Siedlungen (natürlich nicht in Jerualem) verkünden - und unsere Mainstreammedien werden dies als ein Zeichen des guten Willens Netanyahus feiern.
    Na, mal sehen, wie weich sie Abbas kochen können. Die Saudis haben ihm ja bereits der Folterwerkzeuge gezeigt, indem sie gerade die Geldzuwendungen für Abbas Bürokratenschar kürzten.

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