Afghanistan Karsai verbietet private Sicherheitsdienste
Präsident Hamid Karsai hat die Auflösung der umstrittenen privaten Sicherheitsdienste verfügt. Vielen dieser Firmen werden kriminelle Aktivitäten vorgeworfen.
© Massoud Hossaini/AFP/Getty Images

Afghanisches Sicherheitspersonal in einer Straße in Kabul. Die privaten Security-Dienste haben jetzt vier Monate Zeit um sich aufzulösen
Das von Karsai erlassene Dekret verfügt die Auflösung der Dienste binnen vier Monaten. Ziel sei es, "für das Leben und den Besitz der Bürger mehr Sicherheit zu schaffen, Korruption zu bekämpfen und Unregelmäßigkeiten sowie den Missbrauch von Waffen, Militäruniformen und Ausrüstung durch private Sicherheitsfirmen zu verhindern". Die afghanischen Behörden sollen den Firmen ihre Waffen abkaufen und dann die Visa der ausländischen Mitarbeiter widerrufen. Afghanischen Angestellten von Sicherheitsfirmen soll ermöglicht werden, für die staatlichen Sicherheitskräfte zu arbeiten. Bereits am Montag hatte Karsais Büro mitgeteilt, den Sicherheitsfirmen solle eine Frist bis zum 1. Januar 2011 gesetzt werden.
In Afghanistan sind mehr als 50 private Sicherheitsfirmen mit insgesamt bis zu 40.000 bewaffneten Mitarbeitern tätig. Auch das US-Verteidigungsministerium hat in Afghanistan solche Firmen unter Vertrag, ebenso wie die UNO, ausländische Botschaften, Medien und Hilfsorganisationen. Die Firmen schützen ausländisches Personal und von ihnen genutzte Gebäude, außerdem übernehmen sie die hoch riskante Überwachung von Nachschubkonvois für Stützpunkte der NATO-Truppe ISAF.
Das bisweilen martialische Auftreten der Sicherheitsfirmen sorgt aber immer wieder für Unmut in der Bevölkerung. Karsai hatte zudem kritisiert, die Firmen würden Ressourcen verbrauchen, die für den Aufbau von Polizei und Armee benötigt würden.
Die Sicherheit der Nachschubkonvois und der Gebäude der Botschaften und internationalen Organisationen sollen dem Dekret zufolge künftig die afghanischen Sicherheitskräfte unter Leitung des Innenministeriums garantieren. Die Botschaften und internationalen Organisationen dürfen demnach aber weiterhin private Sicherheitsleute auf ihren Grundstücken beschäftigen.
- Datum 17.08.2010 - 18:03 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle afp
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Die Afghanische Regierung ist ein solch korrupter Haufen und noch dazu derart dekadent, es wundert mich, dass die USA ihre Marionettentruppe nicht stärker an die Leine nehmen. Die ausländischen Sicherheitskräfte ausweisen, die unter anderem auch zivile Hilfsprojekte sichern(was das Militär nicht macht), den Nachschub sicherstellen und sämtliche Dienstleistungen erbringen, für die das Militär keine Kapazitäten hat ist in etwa so, wie der Abzug aller britischen Truppen zum 01.01.11.
Mag sein, dass sich die Privaten nicht immer gesetzeskonform verhalten, dennoch stehen diese unabdingbar auf Seiten der afghanischen Alliierten und paktieren nicht, so wie ANA und ANP zum richtigen Preis mit den Aufständischen.
Nun gut, nun, da die ANA für "richtige" Sicherheit sorgt, dürfte dem Westen endlich klar werden, wie weit Afghanistan von "selbsttragender Sicherheit" entfernt ist.
Hoffen wir, das weiterhin genügend Sprit durchkommt, um für den Abzug der geschlagenen NATO zu sorgen.
die damit auftreten:
1. die erwähnte Lücke, die sich aus dem Wegfall der Sicherheitskräfte ergibt
2. die damit arbeitslos werdenden Mitarbeiter dieser Firmen (zumindest die Afghanen unter denen) selbst sind auch ein Risikio, sind es doch wahrscheinlich überwiegend gewaltbereite, bewaffnete Exkämpfer, die dann zu den Taliban wechseln könnten
"Befürchtet wird, dass Polizei und Armee die entstehende Lücke noch nicht füllen können, wenn die privaten Sicherheitsfirmen ihre Arbeit aufgeben müssen. Afghanische Polizisten und Soldaten gelten als vielfach korrupt und schlecht ausgebildet."
Sind 'Sicherheitsfirmen', Söldner in diesem Fall, nicht per Definition korrupt? Sie kämpfen, oder auch nicht, aus einem einzigen Grund: Dinero, Knete, Kohle, Dollar, € oder 13 Ziegen.
Also, wechseln sie eben zur Polizei, die Polizei wechselt auch.
Bevor man völlig verzweifelt mag man sich an die Hoffnung klammern, daß permanenter Rollentausch das gegenseitige Verstehen fördern möge.
Wär ja schon was.
"Befürchtet wird, dass Polizei und Armee die entstehende Lücke noch nicht füllen können, wenn die privaten Sicherheitsfirmen ihre Arbeit aufgeben müssen. Afghanische Polizisten und Soldaten gelten als vielfach korrupt und schlecht ausgebildet."
Sind 'Sicherheitsfirmen', Söldner in diesem Fall, nicht per Definition korrupt? Sie kämpfen, oder auch nicht, aus einem einzigen Grund: Dinero, Knete, Kohle, Dollar, € oder 13 Ziegen.
Also, wechseln sie eben zur Polizei, die Polizei wechselt auch.
Bevor man völlig verzweifelt mag man sich an die Hoffnung klammern, daß permanenter Rollentausch das gegenseitige Verstehen fördern möge.
Wär ja schon was.
"Befürchtet wird, dass Polizei und Armee die entstehende Lücke noch nicht füllen können, wenn die privaten Sicherheitsfirmen ihre Arbeit aufgeben müssen. Afghanische Polizisten und Soldaten gelten als vielfach korrupt und schlecht ausgebildet."
Sind 'Sicherheitsfirmen', Söldner in diesem Fall, nicht per Definition korrupt? Sie kämpfen, oder auch nicht, aus einem einzigen Grund: Dinero, Knete, Kohle, Dollar, € oder 13 Ziegen.
Also, wechseln sie eben zur Polizei, die Polizei wechselt auch.
Bevor man völlig verzweifelt mag man sich an die Hoffnung klammern, daß permanenter Rollentausch das gegenseitige Verstehen fördern möge.
Wär ja schon was.
Ich gebe Karsai da recht, da sich die erschreckenden Zahlen der Söldner bzw. "privaten Sicherheitsfirmen" schon in Richtung einer wirtschaftlichen, privaten Kriegsführung entwickeln.
http://www.monde-diplomat...
was dort getrieben wurde und
dass der Drogenhandel seit dem Einmarsch der NATO dort sich ver 100 facht hat (!!!!! nach UNO studien!), lenkt man jetzt um.
Und keiner wird die amerikanischen Sicherheitsfirmen je zur Rechenschaft ziehen!
Nun wird der Spass wohl weitergehen, diesmal offiziell...
Dies sind Sicherheitsfirmen, die mit brachialer Gewalt vorgehen. Sie werden eingesetzt, weil das nicht unter dem offiziellen Deckmantel der an der Besatzung beteiligten Staaten stattfinden soll. Dafür werden sie hochgradig bezahlt - für Einsätze, die man lieber nicht im Licht besieht. Genau richtig, hier Ordnung zu schaffen.
Sicherlich sind nicht alle so - aber es ist richtig, sie jetzt in afghanische Hand zu übergeben.
wahrscheinlich aber doch. oder schlimmer. was anderes anzunehmen ist eher unrealistisch. das leute sowas machen, okay, aber daß ich sowas mit meiner tabaksteuer bezahlen muss macht mich ehrlich ungehalten!
werden bald eine Regierung in Kabul bilden wollen.
Karzai will seine Autonomie gegenüber den Taliban demonstrieren.
Der Westen sollte Karzai den Geldhahn zu drehen, dann wird er 12 Stunden später abdanken und fliehen!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren