Karachi Mord löst tödliche Unruhen in Pakistan aus
Die Ermordung eines Politikers hat in der pakistanischen Millionenstadt Karachi schwere Unruhen ausgelöst. Mindestens 40 Menschen starben.
© Asif Hassan/AFP/Getty Images

Während Unruhen in der Stadt Karachi kamen mehrere Menschen ums Leben. Viele wurden verletzt
Viele Schulen und Geschäfte in Karachi blieben wegen der Unruhen geschlossen. In der größten Stadt des Landes wurden nach Polizeiangaben 40 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt, Dutzende Autos und Geschäfte wurden beschädigt. Auslöser der Gewalt war offenbar der Tod des Abgeordneten Raza Haider, der am Montag von Unbekannten auf einem Motorrad erschossen wurde. Die Polizei teilte zudem mit, sie habe Hinweise, dass bei der für Dienstag geplanten Beisetzung Haiders ein Selbstmordanschlag durch Extremisten geplant sei.
Haider vertrat den urdu sprechenden Teil der Bevölkerung, der nach der Gründung Pakistans 1947 aus Indien zugewandert war. Der Politiker war Mitglied der Muttahida-Quami-Movement (MQM). Seine Partei ist Koalitionspartner in der Zentralregierung und in der Provinzregierung in Sindh.
Die pakistanische Regierung machte radikal-islamische Taliban sowie die verbotene Gruppe Sipah-e-Sahaba Pakistan (SSP) für den Mord verantwortlich. Ein MQM-Parteisprecher sagte, dass nach jahrelangen Untersuchungen heute jedem klar sei, dass die beiden radikalen Gruppen in Karachi seien. Auch Experten gehen davon aus, dass sich viele Anhänger der Taliban nach dem massiven militärischen Vorgehen gegen die Gruppe im Nordwesten des Landes in die Stadt im Süden geflüchtet haben.
Die MQM bekräftigte nach den Ereignissen ihre Forderung nach einem harten Vorgehen gegen Extremisten in dem Land. Anhänger Haiders machten die in der paschtunischen Bevölkerungsgruppe verankerte Awami National Party für den Mord verantwortlich.
Der Angriff auf den Politiker schürt Ängste vor neuen ethnisch und religiös motivierten Auseinandersetzungen. In Karachi ereignen sich immer wieder blutige Unruhen zwischen Anhängern der MQM und der PPP auf der einen Seite sowie den Parteien der paschtunischen Bevölkerungsgruppe auf der anderen Seite.
Insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA war die Stadt Ziel von Extremisten gewesen. Damals hatte sich Pakistan offiziell als Verbündeter der USA deren Kampf gegen den Terrorismus angeschlossen. Auch Ausländer wurden mehrfach zum Ziel von Angreifern. Seit Jahresbeginn wurden nach offiziellen Angaben 193 Menschen getötet. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher ist.
In Karachi befinden sich der wichtigste Aktienmarkt des Landes, die Zentralbank und zwei große Häfen. Der Aktienhandel sollte wegen der Gewalt eine Stunde früher beendet werden.
- Datum 03.08.2010 - 14:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 4
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wirkt durch die Umweltkatastrophen sowie die politisch motivierten Morde sehr instabil und das Vertrauen der Bürger in die Regierung sinkt. Hoffen wir, dass alsbald eine Stabilisierung der Lage und keine Machtübernahme durch radikale Kräfte stattfindet. Radikale mit Atomwaffen ist das letzte, was die Weltgemeinschaft zur Zeit bruachen kann.
...mit Atombomben gebe ich Ihnen recht, da gibts schon genug auf dieser Welt.
Allerdings befürchte ich eher, dass aufgrund der Instrumentalisierung der Wikipedia-"Informationen", wenn man's denn so nennen mag, wohl bald ein paar andere Parteien in diesem Land mitmischen werden.
...mit Atombomben gebe ich Ihnen recht, da gibts schon genug auf dieser Welt.
Allerdings befürchte ich eher, dass aufgrund der Instrumentalisierung der Wikipedia-"Informationen", wenn man's denn so nennen mag, wohl bald ein paar andere Parteien in diesem Land mitmischen werden.
...mit Atombomben gebe ich Ihnen recht, da gibts schon genug auf dieser Welt.
Allerdings befürchte ich eher, dass aufgrund der Instrumentalisierung der Wikipedia-"Informationen", wenn man's denn so nennen mag, wohl bald ein paar andere Parteien in diesem Land mitmischen werden.
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und führen Ihre Thesen oder Behauptungen bitte argumentativ und differenziert aus. Danke, die Redaktion/fk.
Warum müssen sie gleich jeden Kommentar, der eigene Gedanken oder eine "nicht politisch korrekte" Formulierung oder den tiefere Zusammenhänge aufzeigt, zensieren?
Das stört ungemein und läßt eine offene Diskussion kaum noch zu.
Auf der anderen Seite werden natürlich die (für Leser der ZEIT größtenteils absurden) Vorwürfe "Nazi", "rassistisch" immer erlaubt.
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