Bürgerkrieg Somalia bittet Weltgemeinschaft um Hilfe

Islamistische Milizionäre wollen die Macht in Somalia übernehmen. Seit Tagen liefern sie sich Gefechte mit Regierungstruppen. Diese werden immer weiter zurückgedrängt.

Kampf gegen die Islamisten: Ein somalischer Soldat in Mogadischu

Kampf gegen die Islamisten: Ein somalischer Soldat in Mogadischu

Das Ziel der al-Shabab-Miliz ist klar: Sie will die vom Westen gestützte Regierung vertreiben. Um dieses Ziel zu erreichen, hatten die Islamisten mit Verbindung zum Terrornetz al-Qaida am vergangenen Montag in Mogadischu mit einer Offensive begonnen . Mindestens 100 Menschen wurden bei den Kämpfen zwischen den radikalislamischen Milizionären und Regierungssoldaten bislang getötet.

Unter den Opfern sind auch vier ugandische Soldaten der Friedenstruppe der Afrikanischen Union. Die afrikanische Mission Amisom schützt einige wenige Stadtteile gegen Angriffe der Islamisten. Allein über diese Straßenzüge hat die Regierung noch die Kontrolle. Überall sonst im Land gebietet die Miliz. Experten sehen die Rebellenoffensive als Reaktion auf die Ankündigung, dass die AU ihre Friedenstruppen von 6000 auf 8000 Mann aufstocken will.

Anzeige

Präsident Sheikh Sharif Sheikh Ahmed rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe im Kampf gegen die Angreifer auf. Trotz "magerer Ressourcen" hätten seine Truppen strategisch wichtige Einrichtungen in der Hauptstadt "mutig" gegen al-Shabab verteidigt. Um aber "den Terroristen ernsthaft die Stirn zu bieten, benötigt die Regierung die Hilfe der internationalen Gemeinschaft".

Sharif hob hervor, dass in seinem Land seit zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg herrscht . "Es ist kaum realistisch, von Somalia zu erwarten, dass es allein dem dämonischen Bündnis aus Shebab und al-Qaida Einhalt gewährt, während das Land aus 20 Jahren der Zerstörung und des Chaos hervorgeht", hieß es in einer Erklärung des Übergangspräsidenten, der früher selbst ein Islamist war.

Der Präsident warf der Staatengemeinschaft vor, den Kampf gegen den Terror nur einseitig zu führen. So erhielten Afghanistan, Pakistan und der Irak "beachtliche Hilfe in finanzieller Form, bei der Logistik und in Form gezielter Militäraktionen". Somalia bekomme solche Unterstützung nicht, obwohl es "einem ähnlichen, sogar mächtigerem Feind" gegenüber stehe.

 
Leser-Kommentare
  1. ...es war genau die Weltgemeinschaft unter Leitung der USA die aus einer Hungersnot in Somaila eine Hungersnot mit Bürgerkrieg gemacht hat...

    Dass es in Somalia besser wird ist kaum zu erwarten - zumindest nicht über die nächsten Jahre.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Afa81
    • 31.08.2010 um 0:13 Uhr

    Sie sprechen hier aber nicht auf 1993 an, oder?

    • Afa81
    • 31.08.2010 um 0:13 Uhr

    Sie sprechen hier aber nicht auf 1993 an, oder?

  2. 2. Hilfe

    Wünschen die Somalis sich wirklich so eine Hilfe wie sie der Irak und Afghanistan bekommen haben?

    Wer anfängt, sich in Bürgerkriege einzumischen, ist am Ende bloß der Feind aller Bürger und verhindert durch sein Einmischen und sein Helfen, das die Menschen dort ihre Probleme aus eigener Kraft lösen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...aber aus eigener Kraft werden sich die Probleme in Somalia nicht lösen - auch wenn die Regierung von den Warlords verdrängt würde - dann würden sich die Warlords gegenseitig bekämpfen - Friede gäbe es nicht.

    ...aber aus eigener Kraft werden sich die Probleme in Somalia nicht lösen - auch wenn die Regierung von den Warlords verdrängt würde - dann würden sich die Warlords gegenseitig bekämpfen - Friede gäbe es nicht.

  3. ...aber aus eigener Kraft werden sich die Probleme in Somalia nicht lösen - auch wenn die Regierung von den Warlords verdrängt würde - dann würden sich die Warlords gegenseitig bekämpfen - Friede gäbe es nicht.

    Antwort auf "Hilfe"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wenn die Kämpfer des Kämpfens müde sind oder wenn sie keine Waffen mehr haben oder wenn sie verhungert sind, weil sie gekämpft haben, anstatt das Land zu bestellen.
    Friede gibt es, wenn der Kämpfer durch das Siegen nichts gewinnen kann.

    wenn die Kämpfer des Kämpfens müde sind oder wenn sie keine Waffen mehr haben oder wenn sie verhungert sind, weil sie gekämpft haben, anstatt das Land zu bestellen.
    Friede gibt es, wenn der Kämpfer durch das Siegen nichts gewinnen kann.

  4. wenn die Kämpfer des Kämpfens müde sind oder wenn sie keine Waffen mehr haben oder wenn sie verhungert sind, weil sie gekämpft haben, anstatt das Land zu bestellen.
    Friede gibt es, wenn der Kämpfer durch das Siegen nichts gewinnen kann.

    Antwort auf "Wie wahr..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber eine sehr idealistische Vorstellung - wieviele Jahrzehnte planen sie denn ein dafür?
    - dieser Konflikt mit den ganzen Milizen und Islamisten läuft ja nun auch schon ne Weile

    ich höre immer, man soll den Piraten vor Somalia ohne militärischen Mitteln begegnen - stattdessen lieber den Somalis helfen.. das ist doch die Chance.. bin gespannt wer die eierlegende Wollmilchsau erfindet, die dort nun für Frieden für alle sorgt - ohne sich für eine Seite militärisch zu engagieren...
    vllt sollten wir die Islamisten unterstützen, dann wäre der Konflikt wohl schnell vorbei - aber dann gibts vllt in 10 Jahren nen neuen 9/11 von dort aus - Fragen über Fragen...

    @5 eventuell haben sie damit Recht - wobei m.M.n. bzgl. Afg das Rohstoffargument weniger zutrifft.. aber selbst im Irak weiss ich nicht mehr, warum die Amis da nun waren, nachdem die meisten Ölfelder mittlerweile in chinesischer Hand sind...

    aber eine sehr idealistische Vorstellung - wieviele Jahrzehnte planen sie denn ein dafür?
    - dieser Konflikt mit den ganzen Milizen und Islamisten läuft ja nun auch schon ne Weile

    ich höre immer, man soll den Piraten vor Somalia ohne militärischen Mitteln begegnen - stattdessen lieber den Somalis helfen.. das ist doch die Chance.. bin gespannt wer die eierlegende Wollmilchsau erfindet, die dort nun für Frieden für alle sorgt - ohne sich für eine Seite militärisch zu engagieren...
    vllt sollten wir die Islamisten unterstützen, dann wäre der Konflikt wohl schnell vorbei - aber dann gibts vllt in 10 Jahren nen neuen 9/11 von dort aus - Fragen über Fragen...

    @5 eventuell haben sie damit Recht - wobei m.M.n. bzgl. Afg das Rohstoffargument weniger zutrifft.. aber selbst im Irak weiss ich nicht mehr, warum die Amis da nun waren, nachdem die meisten Ölfelder mittlerweile in chinesischer Hand sind...

    • paul12
    • 30.08.2010 um 21:06 Uhr

    In Somalia waren schonmal die Us Armee stationiert. Voller Demütigung haben Sie das Land im Jahre 93 verlassen. Sie haben nichts erreichen können.

    Dem Präsidenten ist nicht klar, dass Afghanistan und der Irak weitaus bessere geostrategische Vorteile bietet als Somalia. Außerdem sind Irak und Afghanistan reich an Bodenschätzen. Die "Weltgemeinschaft" hilft nicht, sie investiert.

    MFG

  5. Man muss bedenken das die Somalische Regierung nicht gerade ein Kind de Unschuld ist.Sie zu unterstützen ist nicht gerade die beste Idee.Sie hat sich ebenfalls durch Blut vergießen an die Macht gebracht. Statt in den Irak einzufallen hätte man Somalia stabilisieren müssen. Die Menschen haben dort einfach nichts außer Waffen. Die Kinder lernen schon praktisch mit der Geburt mit der Waffe umzugehen. Sie hat sich ebenfalls durch Blut vergießen an die Macht gebracht. Erst ließ man Somalia im Stich und 20 jahre Später bemerkt man aufeinmal wieder , dass in Somalia noch immer Bürgerkrieg herrscht. Der Norden Somalia-Land , welches ein relatives Stabiles Land geworden ist , wird vom Rest der Welt nicht anerkannt . Stattdessen unterstützt man die so "tolle" Regierung in Mogadischu

  6. "Warum kriegen Afghanistan und Pakistan so viele Milliarden Dollar, und ich nicht?" denkt sich der Präsident, und fordert erstmal "beachtliche Hilfe in finanzieller Form, bei der Logistik und in Form gezielter Militäraktionen" - die Amerikaner ziehen doch gerade aus dem Irak ab, haben die nicht vielleicht wieder einen Kriegsschauplatz frei? Da lacht das Präsidentenherz: Flugs den islamistischen Teufel an die Wand gemalt - ein ähnlicher, sogar mächtigerer Feind als die Taliban - und schon fließt das Geld, kämpft der Westen mit aller Macht für den Präsidenten.

    Dabei war er früher auch mal Islamist. Da kämpfte er noch um die Macht, jetzt hat er sie. Aber an derselben hält sich nur, wer den Westen hinter sich weiß, und der mag keine Islamisten. Ergo wird jeder Präsident seine Gegner als "Islamisten" bezeichnen - und leise verschämt hinzufügen, daß er ja früher auch mal einer war... Für wie blöd hält der uns eigentlich?

    Lassen wir die Leute da unten das mal auskämpfen. Wenn dann alle Kämpfer gefallen sind, gibt es Frieden. Da haben Heinsohns Thesen viel für sich:

    http://www.zeit.de/2002/1...

    Das Winken mit dem Islamismus erinnert ein wenig an die "Domino-Theorie", nach der man in Südostasien keinen Staat den Kommunisten in die Hände fallen lassen durfte. Damals gerieten die Kategorien durcheinander. Wir können das wiederholen, müssen es aber nicht.

    Mal sehen, wer der nächste Präsident von Somalia wird - und der nächste, und der nächste...

    • Tera
    • 31.08.2010 um 0:11 Uhr

    ...wir haben eigene Probleme. Anstatt mit der Gießkanne jedem mal hier 500 UN-Leute zu schicken, sollten wir unser eigenes Land auf- und weiterbauen.
    Und gezielt einzelenen Staaten Hilfe bieten, zB den direkten Nachbarländern, um eine starke EU zu formen, die dann weiteren Ländern helfen kann.

    Es ist eben so, dass wir nicht die ganze Welt erhalten können. Und die beste Möglichkeit diese Verrückten zu vernichten, ist sie zu isolieren. Mit der Vernichtung unserer Feine (Islamisten, Kommunisten usw.) habe ich nämlich kein Problem...

    Besser ein paar Mal richtig zugepackt, als überall mal einen Stein angehoben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service