Staatenkonflikt Seoul bietet Nordkorea Hilfe an
Erstmals seit der Versenkung eines südkoreanischen Schiffs hat Seoul dem Nachbarland Hilfe angeboten. Lebensmittel und Medikamente sollen Flutopfern zugute kommen.
Südkorea hat seinem kommunistischen Nachbarland ein Angebot von Hilfsgütern im Wert von mehreren Millionen Euro gemacht. Zum ersten Mal seit der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffs ging die Regierung in Seoul damit auf Nordkorea zu. Wie ein Vertreter des südkoreanischen Ministeriums für Wiedervereinigung sagte, sollen die Lebensmittel und Medikamente den Opfern der Überschwemmungen im Grenzgebiet zu China zugute kommen. Es geht um Güter im Wert von zehn Milliarden Won (etwa 6,6 Millionen Euro).
Dabei ist der jüngste Konflikt zwischen beiden Staaten noch nicht lange her. Südkorea wirft dem Norden vor, ein Kriegsschiff im März mit einem Torpedo versenkt zu haben. Nordkorea bestreitet dies, obwohl der Vorfall in einem internationalen Gutachten bestätigt wurde. Nach dem Vorfall hatte Südkorea seine Hilfe für den armen aber hochgerüsteten Norden faktisch eingestellt. Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern gelten seitdem als sehr angespannt.
Zugleich drängte China als wichtigster Verbündeter Nordkoreas seine Nachbarländer zur Wiederaufnahme von Abrüstungsgesprächen mit dem kommunistischen Land. Nordkorea steht besonders wegen seines Atomwaffenprogramms international in der Kritik. Chinas Unterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen, Wu Dawei, traf seinen japanischen Kollegen in Tokyo. Dabei sprachen sie über den Plan, die Länder wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. Nordkorea hatte zuvor mitgeteilt, es hoffe auf die Wiederaufnahme der Gespräche über das Nuklearprogramm.
Die Atomverhandlungen mit Nordkorea, an denen neben China auch Südkorea, Japan, Russland und die USA teilnahmen, liegen auf Eis, seit Nordkorea im April des vergangenen Jahres die Gespräche platzen ließ und die Reaktivierung seines Atomprogramms ankündigte. Das international isolierte und wirtschaftlich zerrüttete Nordkorea hat bei den Gesprächen immer wieder hoch gepokert, um weitgehende Zugeständnisse vor allem der USA zu erreichen.
Experten werteten die jetzt geäußerte Bereitschaft Nordkoreas zu Abrüstungsgesprächen als ein Zeichen dafür, dass die Strafmaßnahmen gegen das Land Wirkung zeigten. Die USA hatten am Montag ihre Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. Präsident Barack Obama unterzeichnete zu Wochenbeginn eine Anordnung, durch die das US-Vermögen mehrerer Personen und Unternehmen aus Nordkorea eingefroren wird. So sollen illegale Geschäfte unterbunden werden, die letztlich die Regierung in Pjöngjang unterstützen. Es geht den Angaben aus Washington zufolge um den Handel mit Waffen, Luxusgütern und Falschgeld sowie Geldwäsche und Drogenschmuggel.
- Datum 31.08.2010 - 15:21 Uhr
- Quelle Reuters
- Kommentare 1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Es sind schließlich Koreaner, die im Norden unter der Katastrophe leiden.
Der Bürgerkrieg ist 60 Jahre her und was auch immer es für Spannungen gab und gibt, so ist dieses stolze Volk der beste Beweis dafür, dass Blut dicker ist als Wasser.
Was den Atomstreit betrifft, so sollten wir anfangen umzudenken.
Der Machthaber Kim Jong Il ist nicht verrückt. Er ist genauso gefangen in der Chuche Doktrin seines toten Vaters, die den Konfuzianismus beinhaltet, wie alle Nordkoreaner. So abstrakt das klingen mag, aber er muss mit Atomwaffen drohen (Zeichen von Stärke), um auf sich, bzw. das Land aufmerksam zu machen (eine Art Hilferuf), um anschließend über Hilfen verhandeln zu können.
Zudem dient die Drohung auch dazu einen Status Quo in der Weltpolitik zu erreichen, die dem Regime Ruhe von Außen beschert, denn die Machthaber in Nordkorea haben eine Heidenangst vor einem Angriff durch die USA.
Unter Clinton und den Bemühungen Carters und Albrights gab es ja Entspannung, die Bush jr. wieder zunichte machte als er zu Beginn seiner Amtszeit gleich gegen Nordkorea polterte und drohte. Prompt suchte sich NK wieder zu A-versichern.
Es ist einfach so, dass man NK gegenüber viel mehr erreichen kann, wenn man ihnen entgegenkommt, was die Koreaner übrigens nicht als Zeichen von Schwäche betrachten.
Was Nordkorea vor allem braucht ist ein Weg aus dieser Chuche-Ideologie ohne bei den Nordkoreanern das Ansehen Kim Il Sung's (des heiligen Vaters nach dem Konfuzianismus) zu beschädigen.
MfG
AoM
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren