Bürgerkrieg : Ugandas Rebellenarmee verschleppt Hunderte Kinder in den Kongo

Zum Töten gezwungen: Die Lord's Resistance Army hat Hunderte Kinder entführt, die sie als Soldaten und Sexsklaven missbraucht.

Die ugandische Rebellenorganisation Widerstandsarmee des Herrn (LRA) hat in den vergangenen Monaten rund 700 Menschen entführt, unter ihnen mindestens ein Drittel Kinder. "Die LRA setzt ihre brutale Kampagne fort, Kinder aus ihren Dörfern zu entführen und zum Töten zu zwingen", sagte Anneke Van Woudenberg, Afrika-Expertin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zu einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Die Opfer stammten aus dem nördlichen Kongo, wo sich die LRA-Kämpfer mit ihrem Kommandeur Joseph Kony verschanzt haben, aber auch aus der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan. Bei den Entführungen handele es sich um eine organisierte Kampagne, die in den vergangenen Wochen noch intensiviert worden sei und die von Konys Stellvertreter geleitet werde.

Kony, der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag als Kriegsverbrecher gesucht wird, führte fast 20 Jahre lang einen brutalen Bürgerkrieg in Norduganda. Vor fast fünf Jahren zogen sich die Rebellen wegen des zunehmenden Drucks und Erfolgs der ugandischen Regierungstruppen in den Kongo zurück. Die LRA hat seit Beginn des Bürgerkriegs Schätzungen zufolge 30.000 Kinder und Jugendliche entführt und als Soldaten, Sexsklavinnen und Träger missbraucht.

Für den nun veröffentlichten Bericht interviewte HRW mehr als 520 Menschen im Nordkongo und der Zentralafrikanischen Republik, unter ihnen 90 LRA-Opfer, die entweder fliehen konnten oder frei gelassen wurden.
 

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Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Was ist der Kern

dieses Artikels? Er steht so zusammenhangslos im Raum, dass ich mich frage, warum er hier steht. Welchen Nachrichtenwert hat er? Denn es werden nur dürftig Hintergrundinformationen zum Bericht selbst gegeben und auch über die Ziele der Rebellentruppe wird keine Auskunft gegeben. Was hat die Zunahme der Kindesentführungen also zu bedeuten, in welchen Zusammenhang sind sie zu setzen? Was wird geschlussfolgert, ausser dass es gräßlich ist? Spitzt sich die Lage zu? Schwächt sie sich ab?

@ 1 Der Kern

Fragen Sie sich das auch immer bei einer Meldung über Misstände hierzulande oder vermissen Sie, das "der Westen aber auch". Aber das kommt sicher noch.

Kindersoldaten sind lange bekannt. Eine Ausweitung in Form einer systematischen Ausnutzung mit Entführungen, ist schon eine Entwicklung. Die Ursache Armut reicht da alleine nicht aus.nicht. Aber vielleicht sind sie ja auch nur besorgt, dass der Ruf von Oragisationen mit guten Absichten nicht beschädigt wird.

warum wohl

Hier können wir wieder sehen wie gleichgültig es für die leitenden Maechte ist was mit den Menschen passiert.
Wenn es in Uganda die gleichen Rohstoffe wie im Iran oder Irak gaebe waeren schon laengst die " Friedenstruppen " eingetroffen, um den Meschen zu " helfen ".

Aber da es dort diese nicht gibt, ist es den anderen ja egal....

Afrika es endet nie

Afghanistan soll Bodenschaetze haben, genau das was fuer die E Autos gebraucht wird.
Ausserdem hat die Soviet Armee da versagt, da will US zeigen, das sie uebeerlegen sind.
So eine Sache ging schonmal in Vietnam schief.

Afrika, was ist da zu holen ??
Journalisten berichetn schon seit 20 Jahren darueber. Ohne Karten Ausschnitt und Hintergrundwissen zu so einem Artikel, wer soll da durchblicken....

Nur weil ...

... jeder Verschwörungstheoretiker gerne behauptet, der Westen würde alleine der Rohstoffe wegen in Länder einmarschieren, muss das noch lange nicht stimmen.

Mit Gaddafi machte man ganz hervorragende Geschäfte, 80% des libyschen Öles gingen nach Europa. Alle Verträge mit den Rebellen wieder neu aushandeln zu müssen wird Shell & Co eher lästig als willkommen sein.

"Afrika, was ist da zu holen ??"

Bei dem Kommentar fragt man sich, in welcher Zeit sie leben. ALLES ist dort zu holen, Bauxit in Guinea, Massen an Kupfer im Kongo und eine ganze Menge mehr. Die Chinesen investieren nicht umsonst Abermilliarden in den Kontinent ...