Zu viele Gefallene, Ergebnisse Mangelware
"Afghanistan?", denkt Walter Sittman-Haury laut. Er sei irgendwie betrübt, dass aus der Hilfe für das Land nun ein Krieg geworden sei. Auch er spricht über Stolz und Patriotismus und über die deutsche Vergangenheit. "Wir müssen unsere deutsche Geschichte verarbeiten, ja, aber heute schreiben wir eine neue Geschichte – mit der müssen wir uns mehr beschäftigen."
Uns fällt auf, dass der überwiegende Teil unserer Interviewpartner sich über zu wenige Presseberichte über den Bundeswehreinsatz beklagt. Nur wer auch ausländische Medien nutze, könne sich eine eigene Meinung bilden. Und wir hören immer wieder, dass Politiker offenbar wenig Vertrauen bei ihren Wählern genießen.
"Jetzt dürfen wir plötzlich Krieg sagen", sagt ein Politikstudent aus Mainz, der nicht mit seinem Namen genannt und fotografiert werden möchte. "Vor dem Tanklastervorfall bei Kundus – war da etwa noch kein Krieg?" Seiner Meinung nach hat Deutschland in Afghanistan nicht zu suchen.
Wir stoßen auf unserer Tour quer durch Deutschland auch auf Soldaten, ehemalige und aktive. Thorsten aus Bremerhaven hat selbst zwölf Jahre gedient und bezeichnet sich als Angehörigen der "alten" Bundeswehr. Er hält nichts vom Afghanistaneinsatz. "Das führt doch zu nichts", zu viele Gefallene, Ergebnisse trotzdem Mangelware. Er würde die Bundeswehr lieber in ihrer alten Rolle als Verteidigungsarmee sehen. Von Afghanistan gehe keine direkte Gefahr mehr für die Bundesrepublik aus, der Krieg wäre eine regionale Angelegenheit, die uns nicht betreffe.
Nach drei Tagen und 1209 gefahrenen Kilometern ziehen wir Bilanz. Viele verschiedene Meinungen, oft sehr differenziert. Wir haben uns gewundert, wie viele Menschen zum Thema Afghanistan etwas zu sagen haben.
Obwohl unsere Umfrage nicht repräsentativ sein kann, waren wir positiv von ihren Ergebnissen überrascht. Ein Blogleser schickte nach unserer Rückkehr eine Email: "Endlich fragt mal jemand nach, wie die Deutschen wirklich so denken, gelesen habe ich so etwas noch nie. Machen Sie weiter so."
- Datum 09.09.2010 - 11:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich vermisse doch sehr auch Aussagen zum ursprünglichen Grund für den Afghanistan-Einsatz. Die Anschläge vom 11. Sept 01 in NY. Auf Grund dieser wurde der Beistandsartikel innerhalb der NATO angewendet, ein Mandat der UNO besteht nur bedingt, als die Hintermänner der Anschläge zu verfolgen seien. [...]
Verzichten Sie auf das Verbreiten von Verschwörungstheorien. Danke. Die Redaktion/sh
Bemerkenswert, dass ein recht nuechterner Verweis auf einen der moeglichen Kriegsgruende - eben der Verweis darauf, dass es sich bei 9/11 eben um einen Insiderjob gehandelt haben koennte mit dem Hinweis „Verzichten Sie auf das Verbreiten von Verschwörungstheorien.“ Zensiert wird. Und – da wird ja auch das ganze Dilemma richtig plastisch veranschaulicht – die Bevoelkerung wird ein ums andere Mal hinter’s Licht gefuehrt. Als Architekt und Staedtebauer und als jemand, der einige Jahre zudem als Brandschutzingenieur Einiges auch ueber das Verhalten baulicher Strukturen im Brand-/ Explosionsfall gelernt hat, frage ich mich, mit welcher Legitimation hier ein Informations- und Meinungsmonopol durchgesetzt wird – sicher nicht mit der erforderlichen Fach- und Sachkompetenz. Aber – natuerlich – wo kaemen wir denn dann hin, wenn solch etwas zugelassen werden wuerde. Letztlich wuerde es das Welt- und Gedankengebaeude so manchen Lesers ordentlich ins Wanken bringen.
Tja – Nanothermit (http://de.wikipedia.org/w...) haben die Baertigen, die da den als Besatzer empfundenen Westen bekaempfen nicht – aber – sehr viel Wut.
Wie kommt’s aber, dass der erst in den 1990ern entwickelte Sprengsstoff auf Truemmerteilen des WTC nachgewiesen werden konnte und – eine Frage an die Verwalter des Begriffes der Verschwörungstheorien hier: In welchem Falle stuerzt ein Haus schneller als der Schall in sich zusammen ?
Immerhin trauen sich inzwischen die Bertelsmann-Medien wie VOX und Focus-Money am 03.09.2010 auf 5 Seiten, sehr kritische Stimmen zu 9/11 zu verbreiten.
9/11 Mysteries - Die Zerstörung des World Trade Centers lief am 04.09.2010 in VOX
Nur die ZEIT weiß alles besser und zensiert?
Irgendwann kommt die volle Wahheit doch ans Licht.
Bemerkenswert, dass ein recht nuechterner Verweis auf einen der moeglichen Kriegsgruende - eben der Verweis darauf, dass es sich bei 9/11 eben um einen Insiderjob gehandelt haben koennte mit dem Hinweis „Verzichten Sie auf das Verbreiten von Verschwörungstheorien.“ Zensiert wird. Und – da wird ja auch das ganze Dilemma richtig plastisch veranschaulicht – die Bevoelkerung wird ein ums andere Mal hinter’s Licht gefuehrt. Als Architekt und Staedtebauer und als jemand, der einige Jahre zudem als Brandschutzingenieur Einiges auch ueber das Verhalten baulicher Strukturen im Brand-/ Explosionsfall gelernt hat, frage ich mich, mit welcher Legitimation hier ein Informations- und Meinungsmonopol durchgesetzt wird – sicher nicht mit der erforderlichen Fach- und Sachkompetenz. Aber – natuerlich – wo kaemen wir denn dann hin, wenn solch etwas zugelassen werden wuerde. Letztlich wuerde es das Welt- und Gedankengebaeude so manchen Lesers ordentlich ins Wanken bringen.
Tja – Nanothermit (http://de.wikipedia.org/w...) haben die Baertigen, die da den als Besatzer empfundenen Westen bekaempfen nicht – aber – sehr viel Wut.
Wie kommt’s aber, dass der erst in den 1990ern entwickelte Sprengsstoff auf Truemmerteilen des WTC nachgewiesen werden konnte und – eine Frage an die Verwalter des Begriffes der Verschwörungstheorien hier: In welchem Falle stuerzt ein Haus schneller als der Schall in sich zusammen ?
Immerhin trauen sich inzwischen die Bertelsmann-Medien wie VOX und Focus-Money am 03.09.2010 auf 5 Seiten, sehr kritische Stimmen zu 9/11 zu verbreiten.
9/11 Mysteries - Die Zerstörung des World Trade Centers lief am 04.09.2010 in VOX
Nur die ZEIT weiß alles besser und zensiert?
Irgendwann kommt die volle Wahheit doch ans Licht.
Ich finde es schlimm, 2 Tage vor dem 11. September, dem Ursprungstag des Krieges, wie der 1. Kommentar bereits zeigt, solch einen Artikel, in dem von Stolz und vom Opferbringen die Rede ist, zu veröffentlichen.
Wieso wird nicht ein Wort darüber verloren, dass es ein Angriffskrieg und kein "Verteidigungskrieg" zum lösen von Sicherheitsproblemen ist.
Gibt es niemanden, den sie fragten, der das weiß?
Weiß die Redaktion der Zeit nicht über den Ursprung des Krieges und den fragwürdigen Hintergründen Bescheid?
Wenn ja, finde ich es, mit meinen jungen Jahren, schlimm, dass Leute (in den Videos) mit soviel Lebenserfahrung, so einen Stuss reden. Genauso, wie das Militär. Wie dumm sind Soldaten bitte, die nichts über den Grund, weshalb wir Krieg führen (und das schon seit mehreren Jahren) wissen oder wissen wollen. Tunnelblick?!
zum Afghanistan Krieg finden Sie hier
http://www.ag-friedensfor...
zum Afghanistan Krieg finden Sie hier
http://www.ag-friedensfor...
Das selbst ein Pressesprecher der Bundeswehr nicht eindeutig bei einem Interview sagen kann, was das Ziel und der Zweck dieses bewaffneten Einsatzes ist...ist schon ausschlaggebend und zudem sehr traurig...
was soll denn da der normale Bundesbürger dann wissen? Soll er sich wirklich selbst eine Meinung bilden, dass würde dann ja bedeuten, dass jede Meinung dann auch stimmt (Meinungsfreiheit)...
Wo ist die offizielle Präambel die hier von der Politik vertreten wird und eindeutig klar macht um was es sich bei diesen Einsatz handelt? Also mal dies mal das. Mal primär humanitär, dann primär Kampfeinsatz gegen eine radikal islamische Terrorgruppe...!
Ist doch deshalb verständlich, dass das Gross der Bevölkerung desinteressiert ist, weil es ja die Wahrheit und die aktuelle militärische Gesamtaktion nicht kennt und sich hinters Licht geführt fühlt.
Dieser Einsatz ist unrechtmäßig und falsch solange er nicht wirklich benannt wird und mal so und so ausgelegt wird.
Und ein Bürger, der sich wirklich informieren möchte, stösst doch in Presse und Internet ständig auf Widersprüche sonders gleichen. Als vernünftiger, kritischer und also skeptischer Bürger muss er dann ja wirtschaftspolitische Interessen, Verschwörungstheorien usw. ernst nehmen und es wäre eine Aufgabe der Staatengemeinschaft und Amerikas dies zu widerlegen und Ziele und Erfolge beim Namen zu nennen und auch Ursachen dieses Einsatzes klar und rechtens zu Veröffentlichen bis ins kleinste Detail so das keine Zweifel bleiben!
Der Artikel ist sehr interessant: Es wird ein Meinungsbild der Deutschen aufgezeigt, dass - obwohl uns allen die gleichen Informationsquellen zur Verfügung stehen - differenzierter nicht sein könnte.
Zu Kommentar 1: Ich finde es viel mehr beschämend, dass zum Jahrestag von 9/11 die immer wieder gleichen Verschwörungsszenarien ausgepackt werden. Diese "erdrückenden Indizien und Beweise" sind nichts anderes als Halbwahrheiten, die in den Tiefen des World Wide Web eine Eigendynamik entwickeln. Wenn sie eine wirklich fundierte Argumentation hätten, dann würden sie nicht diese butterweichen Formulierungen benutzen. Verschwörungstheoretiker kann man in der Regel nicht von ihrem Glauben abbringen - aber verschwören sie doch bitte daheim in aller Ruhe für sich selbst.
Belegen Sie solche Aussagen bitte mit seriösen Quellenangaben. Die Redaktion / mh
Belegen Sie solche Aussagen bitte mit seriösen Quellenangaben. Die Redaktion / mh
Die Interviews sind bestimmt nicht repräsentativ, wir waren aber erstaunt, wie sehr manche im Thema sind und eine Meinung haben. Und darum geht es: um Meinung!! Sich interessieren, sich in eine Debatte einmischen. Jetzt fragt endlich jemand in der Gesellschaft nach und läßt die Menschen reden...anscheinend passt das vielen anderen auch wieder nicht. Man kann es auch keinem Recht machen ;-)
Belegen Sie solche Aussagen bitte mit seriösen Quellenangaben. Die Redaktion / mh
das ist erforderlich. Geschieht jedoch nicht. Sicherheitsbedenken etc. So wird man jedoch schnell zum ineffizienten Besatzer.
Artikel und Art der Fragestellung in den Interviews sind sehr gut.Die Informationsdefizite werden gut beschrieben. Das Interview mit dem Oberstleutnant und Pressereferenten jedoch verdeutlicht,welche gigantischen Informationsdefizite diese Leute haben,die da letztlich einen massgeblichen Teil der Informationspolitik von/aus und ueber Afghanistan zu verantworten haben- einfach, weil sie viel zu wenig bei den Menschen selbst dort sind.
Ein US-Hubschrauberpilot, der die ersten Angriffsfluege 2001 mitgeflogen ist und letztes Jahr wieder in der ISAF-Flugschule in Kabul eingesetzt war sagte mir damals bei unserem Treffen auch,dass man eben die Uniform viel haeufiger mit dem Peron tombon- also traditioneller afghanischer Maennerkleidung vertauschen sollte, um eben- im weitesten Sinne- ungeschuetzt "unter's Volk" zu gehen.
Da ich selbst seit zwei Monaten zurueck bin - habe als Architekt und Stadtplaner an einem Regenerationsprojekt fuer einen Teil der Altstadt gearbeitet, nie eine Waffe oder Splitterschutzweste getragen habe in meinen bisher 1 1/2 Jahren dort kann ich diese Aussage nur unterstuetzen. Ich habe mich selten unsicher dort gefuehlt- auch wenn mir auch diverse Male ein paar Kugeln um die Ohren geflogen sind und mancher Raketeneinschlag recht nahe war.
Aber- deutsche Autobahnen sind auch voller Verrueckter mit zu viel Testosteron auf dem Gaspedal.
Letztlich - und das ist der grosse Fehler westlicher - durchweg im neoliberalistischen Geiste gefuehrter Politik dort – hat man maechtige Maenner noch maechtiger gemacht – Warlords sind nun Landlords, die jederzeit wieder Warlords werden koennen. Diese Menschen haben das Land – die Bevoelkerung im Griff und als potentielle Feudalherren haben sie nicht das geringste Interesse an Fortschritt – geschweige denn Wiederaufbau. Ich waere eigentlich noch in Kabul, gaebe es nicht die Unfaehigkeit der westlichen Politik auch in den NGO’s dort, die letztlich durch das Hofieren der War- oder Landlords bewirkt, dass sich nichts bewegt. Dem neoliberalistische Geist, in den auch die meisten jungen „Manager“ westlicher NGO’s - egal, ob UN oder die vielen hundert Kleineren Organisationen dort hineingeboren sind – diesem Geist ist der Besitz des Besitzenden heilig – auch wenn dieser sich diesen widerrechtlich angeeignet hat – aber – was heisst das schon in einem erneut scheinbar zum Scheitern verurteilten totalen Macht- und Gesetzesvakuum. Die Bevoelkerung darbt deswegen und sieht und spuert mit Entsetzen, dass die Despoten, die sie vorher unterdrueckt und ausgebeutet haben immer maechtiger werden. Welch Wunder, dass die Baertigen also immer mehr Zulauf bekommen und die Frauen in dem Slum - also jenen vier Hektar zerstoerte Altstadt, in dem ich zuletzt eben gearbeitet habe immer heftiger hoerbar und nachher auch sichtbar geschlagen wurden.
Letztlich - und das ist der grosse Fehler westlicher - durchweg im neoliberalistischen Geiste gefuehrter Politik dort – hat man maechtige Maenner noch maechtiger gemacht – Warlords sind nun Landlords, die jederzeit wieder Warlords werden koennen. Diese Menschen haben das Land – die Bevoelkerung im Griff und als potentielle Feudalherren haben sie nicht das geringste Interesse an Fortschritt – geschweige denn Wiederaufbau. Ich waere eigentlich noch in Kabul, gaebe es nicht die Unfaehigkeit der westlichen Politik auch in den NGO’s dort, die letztlich durch das Hofieren der War- oder Landlords bewirkt, dass sich nichts bewegt. Dem neoliberalistische Geist, in den auch die meisten jungen „Manager“ westlicher NGO’s - egal, ob UN oder die vielen hundert Kleineren Organisationen dort hineingeboren sind – diesem Geist ist der Besitz des Besitzenden heilig – auch wenn dieser sich diesen widerrechtlich angeeignet hat – aber – was heisst das schon in einem erneut scheinbar zum Scheitern verurteilten totalen Macht- und Gesetzesvakuum. Die Bevoelkerung darbt deswegen und sieht und spuert mit Entsetzen, dass die Despoten, die sie vorher unterdrueckt und ausgebeutet haben immer maechtiger werden. Welch Wunder, dass die Baertigen also immer mehr Zulauf bekommen und die Frauen in dem Slum - also jenen vier Hektar zerstoerte Altstadt, in dem ich zuletzt eben gearbeitet habe immer heftiger hoerbar und nachher auch sichtbar geschlagen wurden.
Letztlich - und das ist der grosse Fehler westlicher - durchweg im neoliberalistischen Geiste gefuehrter Politik dort – hat man maechtige Maenner noch maechtiger gemacht – Warlords sind nun Landlords, die jederzeit wieder Warlords werden koennen. Diese Menschen haben das Land – die Bevoelkerung im Griff und als potentielle Feudalherren haben sie nicht das geringste Interesse an Fortschritt – geschweige denn Wiederaufbau. Ich waere eigentlich noch in Kabul, gaebe es nicht die Unfaehigkeit der westlichen Politik auch in den NGO’s dort, die letztlich durch das Hofieren der War- oder Landlords bewirkt, dass sich nichts bewegt. Dem neoliberalistische Geist, in den auch die meisten jungen „Manager“ westlicher NGO’s - egal, ob UN oder die vielen hundert Kleineren Organisationen dort hineingeboren sind – diesem Geist ist der Besitz des Besitzenden heilig – auch wenn dieser sich diesen widerrechtlich angeeignet hat – aber – was heisst das schon in einem erneut scheinbar zum Scheitern verurteilten totalen Macht- und Gesetzesvakuum. Die Bevoelkerung darbt deswegen und sieht und spuert mit Entsetzen, dass die Despoten, die sie vorher unterdrueckt und ausgebeutet haben immer maechtiger werden. Welch Wunder, dass die Baertigen also immer mehr Zulauf bekommen und die Frauen in dem Slum - also jenen vier Hektar zerstoerte Altstadt, in dem ich zuletzt eben gearbeitet habe immer heftiger hoerbar und nachher auch sichtbar geschlagen wurden.
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