Fünf US-Soldaten sind der Washington Post zufolge wegen Mordes an afghanischen Zivilisten angeklagt worden. Den Mitgliedern der Kampfeinheit werde vorgeworfen, drei Afghanen zwischen Januar und Mai diesen Jahres willkürlich getötet zu haben, berichtete die Zeitung in ihrer Frühausgabe unter Berufung auf Dokumente der Armee.

Die Morde seien "im wesentlichen aus sportlichen Gründen von Soldaten begangen worden, die einen Hang zu Haschisch und Alkohol haben". Unter den Angeklagten ist demnach auch ein Stabsunteroffizier. Sieben weitere Mitglieder der Einheit würden gleichfalls vor Gericht gestellt, allerdings unter schwächeren Anklagepunkten. Die Soldaten haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Dem Zeitungsbericht zufolge haben die fünf Hauptangeklagten im Dezember 2009 ein "Mordteam" gebildet. Ihre erste Tat hätten sie am 25. Januar in dem Dorf La Mohammed Kalay in der südafghanischen Provinz Kandahar begangen. Die Soldaten seien dort zum Schutz eines Treffens zwischen US-Offizieren und Stammesältesten eingesetzt gewesen.