Afghanistan Taliban schüchtern Kandidaten vor Parlamentswahl ein

Kandidaten der Parlamentswahl in Afghanistan leben gefährlich: Laut Human Rights Watch werden vor allem Frauen von Gegnern der Wahl bedroht. Kabul schaue untätig zu.

Gefährlicher Wahlkampf in Afghanistan: Viele weibliche Kandidatinnen (im Bild ein Plakat von Shukria Barakzai) werden bedroht

Gefährlicher Wahlkampf in Afghanistan: Viele weibliche Kandidatinnen (im Bild ein Plakat von Shukria Barakzai) werden bedroht

Am 18. September wählen die Afghanen ein neues Parlament und rund 2500 Kandidaten bewerben sich um die 249 Sitze des afghanischen Unterhauses. Einige von ihnen werden massiv bedroht – von den radikalislamischen Taliban oder Konkurrenten. Nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) gefährdet die zunehmende Gewalt die Gültigkeit der Abstimmung.

In einem in Kabul vorgestellten Bericht heißt es, Kandidaten und ihre Mitarbeiter würden eingeschüchtert und drohten von Taliban oder Konkurrenten ermordet oder entführt zu werden. Weibliche Kandidatinnen seien davon besonders betroffen. "Die Angriffe der Taliban und der große Mangel an Vertrauen in die Fähigkeit der afghanischen Regierung, die Sicherheit bei den Wahlen zu garantieren, stellen die Gültigkeit des Urnengangs infrage."

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Bislang wurden mindestens drei Kandidaten ermordet, andere wurden angegriffen und entführt. Auch zahlreiche Wahlkampfhelfer wurden attackiert. Die Taliban sehen die Wahl als Instrument der Einflussnahme des Westens auf das Land.

Die NGO wirft der Regierung in Kabul Untätigkeit vor. Die Behörden könnten in weiten Teilen des Landes die Sicherheit nicht garantieren, Hunderte Wahlbüros bleiben deshalb geschlossen. "Die Gewalt der Aufständischen, insbesondere gegen weibliche Kandidatinnen, war unvermeidbar", heißt es in dem HRW-Bericht. "Die schwache Antwort der Regierung war es nicht."

Unterdessen veröffentlichte Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar eine neue Botschaft, in der er eine baldige Niederlage der internationalen Truppen in Afghanistan ankündigt. "Der Sieg unserer islamischen Nation über die ungläubigen Eindringlinge steht unmittelbar bevor", hieß es in der Erklärung, die mehreren internationalen Medien per E-Mail zugeschickt wurde. "Die treibende Kraft ist unser Glaube in die Hilfe von Allah und unsere Einheit." Selbst diejenigen Experten, die die Strategie zum Afghanistaneinsatz entworfen hätten, würden nun einsehen, dass alle Strategien "komplett" gescheitert seien.

Insgesamt sind in Afghanistan rund 150.000 US- und Nato-Soldaten im Einsatz, um die Taliban zu bekämpfen . In den vergangenen Tagen haben mehrere westliche Politiker, Experten und Forschungseinrichtungen gefordert, die Ziele des Einsatzes in Afghanistan zurückzuschrauben , insbesondere beim Kampf gegen die Taliban.

 
Leser-Kommentare
  1. Die US-Krieger haben jetzt ja schon vor einem Feldprediger in den Sümpfen Floridas angst, der am Sa. 200 KORAN-Ausgaben dem Feuer übergeben will.
    2.000 US- und NATO-Soldaten sind in Afghanistan in den letzten knapp 9 Jahren schon gefallen und unsäglich viele Milliarden Dollar sind sinnlos dort verprasst worden und alles ist nur schlimmer geworden!
    Raus aus Afghanistan, dem Land des Islams und der Drogen!

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    Das Land der Drogen ist es wohl erst wieder seit Einmarsch der Amerikaner geworden, falls Ihnen dies noch nicht aufgefallen ist. Ca. 300 % Zunahme des Anbaus, soviel ich weiss...können Sie eigentlich überall nachforschen.

    Das Land der Drogen ist es wohl erst wieder seit Einmarsch der Amerikaner geworden, falls Ihnen dies noch nicht aufgefallen ist. Ca. 300 % Zunahme des Anbaus, soviel ich weiss...können Sie eigentlich überall nachforschen.

  2. 2. Hmm...

    Das Land der Drogen ist es wohl erst wieder seit Einmarsch der Amerikaner geworden, falls Ihnen dies noch nicht aufgefallen ist. Ca. 300 % Zunahme des Anbaus, soviel ich weiss...können Sie eigentlich überall nachforschen.

  3. und co. und befriedet ist das Land immer noch nicht. woran das wohl liegt. Vieleicht brauchen unsere Soldaten bessere Schaufeln, Backer und Zementmischer. Dann klappt es auch mit der Befriedung.
    Also ehrlich: Was machen wir da eigentlich ausser unsere Jungs in Gefahr bringen für Demokratie, Frauenrechte, Meinungsfreiheit usw.
    Nebenbei ist die Frage was wir dafür eigentlich bekommen ausser im Krieg gefallene Soldaten.

  4. sollten wir z.B. Frau Alice Schwarzer dort hin schicken zur Unterstützung der Bundeswehr. Die kann den gemässigten Taliban,welche keine Köpfe abschneiden sondern nur Leute steinigen, unser Grundgesetz und die Genfer Konvention näher erklären.

  5. ..koennen noch nicht einmal lesen und wir wollen, dass dieselben Leute waehlen? Der Westen war noch nie dafuer bekannt Dinge aus der Perspektive Anderer zu sehen. Warum auch? Wir haben ja die NATO, die jede kleinste Veraenderung kleinpruegelt.

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