Barroso-Rede "Visionär war das nicht"
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"Mister Europa hat mal wieder ein rhetorisches Feuerwerk abgezogen"

Thomas Händel (Die Linke)  

"Mister Europa hat mal wieder ein rhetorisches Feuerwerk abgezogen. Im Ernst: Eine visionäre Rede war das nicht. Es war eine ordentliche Rede mit viel Ankündigungspolitik.

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Es ist zwar wichtig zu hören, welche Arbeitsvorhaben die Kommission hat, doch das alles wird erst irdisch, wenn es an die Umsetzung geht.

Einige Teile seiner Rede waren durchaus interessant und begrüßenswert, zum Beispiel der Teil, in dem Barroso über die strengere Regulierung des Finanzmarkts sprach. Allerdings wissen wir auch, dass die schon geschaffenen Regeln zu viele Schwächen haben. Es bleibt also abzuwarten, was am Ende herauskommt.

Was uns völlig fehlte, war die Vision einer vernünftigen Beschäftigungspolitik in Europa, die über Minijobs hinausgeht. Wir hätten von Barroso ein Leitbild der Vollzeitbeschäftigung erwartet. "

Manfred Weber (CSU)

"Ich hätte mir einerseits einen ambitionierteren Präsidenten gewünscht, der konkretere Vorschläge präsentiert. Andererseits war das eine sehr realistische Rede, nach der Finanzkrise müssen wir aufarbeiten, welche Probleme die EU hat. Das hat Barroso getan.

Und er hat klar gemacht, dass Europa nicht die Ursache, sondern die Lösung dieser Probleme ist. Er hat das Parlament aufgefordert, nicht über neue Einnahmen nachzudenken, sondern vorher eine Ausgabenkritik gefordert.

Diese Rede mit den USA zu vergleichen, bringt niemandem etwas. Es ist gut, dass wir nun einmal im Jahr eine Grundsatzdebatte über die EU haben."

 
Leser-Kommentare
    • Chilly
    • 07.09.2010 um 16:10 Uhr

    erwarten, der im Wesentlichen aus zwei Gründen ausgewählt wurde:

    1. Er ist konservativ, wie die Mehrheit der Regierungschefs, die ihn ausgesucht haben und
    2. er ist mittelmäßig und somit keine große Gefahr ein wenig des Lichts der Sonne von den nationalen Potentaten nach Brüssel abzuziehen.

    Vor diesem Hintergrund war die Rede doch eher mutig, zeigt sie doch eine gewisse Bereitschaft der neuen Kommission, sich mit den - auch den großen - Mitgliedstaaten anzulegen. Allerdings darf auch eines nicht vergessen werden. Mit der EU-Steuer und der Möglichkeit von EU-Anleihen wird eine - durchaus auch im Interesse der Mitgliedstaaten liegende - neue Möglichkeit geschaffen, Refinanzierungsmöglichkeiten für weitere Beistandsinterventionen innerhalb der EU zur Sicherung des Euro etc. zu finden. Die nationalen Regierungen können dann immer wieder auf die "böse EU", die einmal wieder die Steuern erhöht, verweisen und sich in der Opferrolle "suhlen". Gerade für Deutschland könnte sich dies als Segen erweisen, wenn die EU über eigene Steuereinnahmen etc. verfügte, ist D doch der Hauptnettozahler. Aus Sicht der Bürger ist dies zwar "Linke-Tasche-Rechte-Tasche", aber wenn die Zahlungen nach Brüssel geringer werden, kann Guido vielleicht doch ein wenig die Steuern senken.

    CHILLY

    • TDU
    • 07.09.2010 um 16:27 Uhr

    Merkwürdig, nutzen die nicht die neuen Birnen? Und natürlich Eigensteuern der EU.

    Barroso hatte letzens doch mitgeteilt, es würden zu viel Klimaanlagen genutzt, deswegen Steuern drauf. Merkwürdig wo er doch in seinem Heimatland ein grosses Experimentierfeld für den umweltfreundlichen Schutz gegen Hitze hat.

    Aber dennoch, reden ist immer gut. Denn wer redet, kann sich nichts ausdenken. So wie die Tiere die, wenn sie bellen, ja nicht beissen.

  1. Wenn das gemeinsame Handeln beschworen wird, dazu in einer nie dagewesenen Form, dann müssen die Mitgliedsländer in letzter Zeit wohl sehr aus der Reihe getanzt sein. Und werden wohl ihre Gründe dafür haben.

  2. und die wird in der BRD genauso penibel und schnell umgesetzt werden wie die Umweltplakette.

    Zahlen bitte!

  3. ist sowieso fehl am Platz. Sprachkurse wird es genügend geben, sicher würde die EU diese auch bezahlen, wo ist Barrosos Problem?

    Die neue Amtszeit war sowieso unnötig in Anbetracht der Tatsache daß er in seiner letzten schon nichts bemerkenswertes geleistet hat.

    • kdbinf
    • 07.09.2010 um 18:29 Uhr

    Warum sollte Barosso "die Sprache der meisten Europäer" sprechen? Was bitte ist überhaupt die Sprache der meisten Europäer. Mir wäre nicht bekannt, dass es eine solche überhaupt gibt. Und was hat das mit seiner Rede zu tun?

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