Spanien Die Eta legt die Waffen nieder
Die baskische Untergrundorganisation Eta hat offenbar einen Waffenstillstand verkündet. Sie will künftig auf bewaffnete Terroraktionen verzichten.
Wie aus einem Video hervorgeht, das die baskische Untergrundorganisation Eta dem britischen Sender BBC und später auch der baskischen Zeitung Gara zukommen ließ, will die Eta bis auf weiteres keine Anschläge mehr verüben. Die Organisation ließ jedoch offen, ob die "Waffenruhe" zeitlich begrenzt sein soll oder ob sie definitiv die Waffen niederlegen will.
Das Video zeigt drei Vermummte, die vor den Eta-Symbolen sitzen und eine Erklärung verlesen. Darin heißt es, die Entscheidung zu einer Waffenruhe sei schon vor einigen Monaten getroffen worden. Die Eta trete dafür ein, dass nun ein "demokratischer Prozess" zur Schaffung eines unabhängigen Staates im Baskenland eingeleitet werde.
Die spanische Regierung hatte nach dem Scheitern eines Friedensprozesses Ende 2006 neue Verhandlungen mit der Eta ausgeschlossen. Madrid verlangte von der Organisation, die Waffen bedingungslos niederzulegen. Die Eta war in den vergangenen Monaten durch eine Serie von Festnahmen beträchtlich geschwächt worden. Ihre letzten Terroranschläge liegen über ein Jahr zurück.
Die Eta kämpft seit vier Jahrzehnten für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und Südfrankreich und wird für den Tod von 850 Menschen verantwortlich gemacht. In den vergangenen Jahren ist der Polizei gelungen, die Gruppe durch die Festnahme führender Vertreter deutlich zu schwächen.
Im März 2006 hatte die Gruppe eine dauerhafte Waffenruhe verkündet. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte den Friedensprozess aber noch im selben Jahr für beendet erklärt, nachdem am Madrider Flughafen durch einen Anschlag der Eta zwei Menschen ums Leben gekommen waren.
- Datum 05.09.2010 - 13:57 Uhr
- Quelle AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 8
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Bisher lief alles nach dem dritten newtonschen Axiom ab, actio=reaktio.
Die Leidtragenden waren die Bürger, die die ETA auch leid waren.
Hoffentlich bleibt es nicht eine Absichtserklärung, sondern feste ABSICHT.
Die ETA hat hoffentlich endlich verstanden, dass sie bestimmt nicht im Namen des Volkes bombt.
Hoffentlich sehen die Verantwortlichen von der ETA endlich ein, dass Widerstand zwecklos ist. Dies könnte schließlich den Weg zur vollständigen Integration des baskischen Volkes in die spanische Leitkultur ebnen.
die weichen scheinen vllt auf waffenstillstand zu deutschen, fragt sich nur ob die eta den "nord-irischen" weg einschlagen will oder kann
die vorauasetzungen stehen meiner meinung nach gut.
ein unabhängiges baskenland wird weder auf spanischer noch auf französischer seite akzeptiert werden
also werden auch die demokratischen wege ins nichts führen
meiner meinung nach ist es nur eine frage der zeit bis die eta wieder mehr zulauf bekommt und sich dann vermehrt auf terrorakte konzentrieren wird
zumal dieser waffenstillstand der organisation wahrscheinlich nur zeit zur regeneration geben soll, denn sie ist ja - wie im artikel angeführt, zur zeit sehr geschwächt
ich meine die chancen stehen schlecht...
sry
ich meine die chancen stehen schlecht...
sry
So langsam werde ich das Gefühl nicht los, dass Spanien in Zukunft noch einige Probleme bezüglich ihrer Minderheiten zu bewältigen hat.
Die ohnehin ziemlich autonomen Katalanen motzen ja immer noch & wollen NOCH autonomer werden. Da sie stärkste Wirtschaftsregion sind, werden sie auch dementsprechend wahrgenommen.
Und früher oder später muss die Regierung auch für die Interessen der Basken ein offenes Ohr haben, ansonsten ist das mit der "friedlichen Lösung" wohl wieder nur auf Zeit.
Es wird sich rausstellen, welche Seite nur "so tut als ob", und welche auch wirklich hinter dem steht, was gesagt wurde.
Die Freiheitsrechte nach dem Ançiennitätsprinzip und die autochthone Unabhängigkeit der Basken ist unbestritten :
Dieser Dekolonialisierungsaufruf des baskischen Volkes habe
ich gestern auf folgendem Link gelesen:
http://www.apurtu.org/
ich meine die chancen stehen schlecht...
sry
sonst nichts.
Die Antwort 99.9% der Menschen in GANZ Spanien (auch in Katalonien und im Baskenland) ist eindeutig: Die Waffen abgeben, dem Terror abschwören. Punkt.
Diejenigen, welche da inzwischen bei der ETA das Sagen zu haben scheinen, haben nichts gelernt - außer zu terrorisieren. Jetzt, wo sie geschwächt sind, kommen sie wieder mit ihrem "Waffenstillstands"-gesabbel. Der amtierende Ministerpräsident Spaniens hatte seit langem den ersten ernsthaften Versuch gemacht, mit diesen Figuren zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen. Was war die Antwort dieser Verbrecher? - Eine Bombe auf dem Flughafen von Madrid.
In Katalonien übrigens, ist mit derartigen Dingen nicht mehr zu rechnen. Man beschwert sich über das "kastrierte" Autonomiestatut und wird weiter politisch für mehr Autonomie arbeiten. Ansonsten konnte man auffallend viele Spanische Flaggen sehen, während katalanische Fußballer die Weltmeisterschaft gewannen. Das war's. ;)
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