Die Staatsanwaltschaft in der Stadt Nahahat habe entschieden, den Kapitän des chinesischen Fischerbootes aus der Haft zu entlassen, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der 41-Jährige solle so bald wie möglich in sein Heimatland ausgewiesen werden, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Tokyo mit. Damit solle weiterer Schaden für die bilateralen Beziehungen abgewendet werden.

Der japanische Fernsehsender NHK hatte zunächst berichtet, der chinesische Kapitän sei bereits auf freiem Fuß. Später aber fügte er hinzu, der 41-Jährige sei wegen des bürokratischen Verfahrens offiziell noch nicht freigelassen.

Das chinesische Fischerboot war Anfang September mit zwei japanischen Patrouillenbooten nahe einer unbewohnten Inselkette zusammengestoßen, die beide Staaten und auch Taiwan für sich beanspruchen. Die japanische Marine nahm daraufhin den Kapitän und seine Mannschaft fest. Nach harschen Reaktionen aus China wurde die Mannschaft einige Tage später wieder freigelassen, der Kapitän aber blieb in Haft.

China reagierte empört, bestellte mehrfach den japanischen Botschafter ein und brach bilaterale Kontakte in vielen Bereichen ab. Vier japanische Experten, die mit der Beseitigung japanischer Chemiewaffen aus dem Zweiten Weltkrieg beauftragt waren, wurden unter dem Vorwand festgenommen, unerlaubt auf chinesisches Militär-Sperrgebiet eingedrungen zu sein.

Die japanische Handelskammer teilte zudem mit, dass China seit Tagen die Ausfuhr seltener Metalle für die japanische Hightech-Industrie blockiert – ein Vorwurf, den die chinesische Seite dementiert.

Trotz Japans Einlenken blieb Chinas Ton zunächst unversöhnlich. In einer ersten Reaktion bezeichnete das Außenministerium die Inhaftierungen erneut als "illegal und falsch". China werde ein Charterflugzeug entsenden, um den Kapitän heimzuholen, kündigte das Ministerium an.

Der Seestreit hatte auch die Tokyoter Börse belastet. China ist seit 2009 der größte Handelspartner Japans.