Massenprotest Regimetreue Iraner protestieren gegen Nahost-Friedensgespräche

Irans Präsident Ahmadineschad hat am traditionellen Al-Kuds-Tag gegen Israel mobilisiert. Hunderttausende Regimeanhänger gingen auf die Straßen.

In Iran haben Hunderttausende Regimeanhänger gegen die Wiederaufnahme der Nahost-Friedensgespräche protestiert. Die iranische Führung forderte dabei einen Abzug Israels aus den Palästinensergebieten.

Ausgangspunkt der Demonstrationen waren die traditionellen Al-Kuds-Kundgebungen, die Ajatollah Ruhollah Chomeini während der iranischen Revolution begann. Sie sollen an die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel in 1967 erinnern und die Solidarität der muslimischen Welt mit den Palästinensern zum Ausdruck bringen. Seit 1979 finden sie jährlich am letzten Freitag des Ramadan-Monats statt. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

Anzeige

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad nutzte die Kundgebungen, um in Teheran gegen die Nahost-Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu protestieren. Die Entscheidung über einen zukünftigen Palästinenserstaat werde allein von den Palästinensern getroffen "und nicht in Washington, London oder Paris", sagte er in der Teheraner Universität.

Die von US-Präsident Barack Obama initiierten ersten Nahost-Friedensgespräche seit knapp zwei Jahren machten nur Sinn, wenn die Israelis aus den besetzten Palästinensergebieten abrückten. Ahmadineschad bezeichnete die Verhandlungen als "Totgeburt" und "zum Scheitern verurteilt".

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatten in Washington vereinbart, die Verhandlungen über eine Friedenslösung ab Mitte September im Zwei-Wochen-Rhythmus fortzusetzen.

Die Demonstrationen in Teheran wurden von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Sicherheitskräfte und Polizisten waren im Einsatz, um mögliche Proteste gegen die Regierung und Ahmadineschad zu verhindern. Regierungstreue Milizen hatten zuvor nach Oppositionsangaben das Wohnhaus des Regimegegners Mehdi Karrubi angegriffen, um dessen Beteiligung an Demonstrationen zu verhindern. Die Website des moderaten Klerikers Karrubi, Saham-News , berichtete, dass Islamisten Brandbomben auf sein Haus geworfen und einen der Leibwächter zusammengeschlagen hätten. 

 
Leser-Kommentare
  1. ob Opposition oder keine, sowie alle freien und mutigen Menschen dieser Welt für ihre unterstüzende Haltung zum palästinisischen Volk, in seinem gerechten und rechtmäßigen Kampf gegen Kolonialisierung, Landraub, Vertreibung, Demütigung und Massenmord.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • mkrm
    • 03.09.2010 um 18:29 Uhr

    danke dir. hast zu 100% recht. mehr kann ich dazu auch nicht sagen. nicht alle demonstranten sind gleich "regieme" anhänger!!!!

    "...in seinem gerechten und rechtmäßigen Kampf gegen Kolonialisierung..."

    Es ist wirklich mutig, sich in einem vollbesetzten Schulbus in die Luft zu sprengen. Ein Hoch auf den Widerstandskampf und auf verstümmelte Kinder!

    • mkrm
    • 03.09.2010 um 18:29 Uhr

    danke dir. hast zu 100% recht. mehr kann ich dazu auch nicht sagen. nicht alle demonstranten sind gleich "regieme" anhänger!!!!

    "...in seinem gerechten und rechtmäßigen Kampf gegen Kolonialisierung..."

    Es ist wirklich mutig, sich in einem vollbesetzten Schulbus in die Luft zu sprengen. Ein Hoch auf den Widerstandskampf und auf verstümmelte Kinder!

    • mkrm
    • 03.09.2010 um 18:29 Uhr

    danke dir. hast zu 100% recht. mehr kann ich dazu auch nicht sagen. nicht alle demonstranten sind gleich "regieme" anhänger!!!!

    • pooya
    • 03.09.2010 um 20:30 Uhr

    wieso sprechen Sie von Hunderttausenden, wenn es doch überhaupt keine Bilder von den Demonstrationen gibts. Sie haben diese Meldung von den amtlichen Propaganda-Agenturen der IR übernommen.
    Glauben Sie mir, es waren nicht mal Hunderte auf der Strasse. Es war eher so, dass die Städte, besonders Tehran voll von Miltiärs war um Regimegegnder vor Demonstrationen gegen die eigene islamische Regierung abzuhalten.

  2. "Die von US-Präsident Barack Obama initiierten ersten Nahost-Friedensgespräche seit knapp zwei Jahren machten nur Sinn, wenn die Israelis aus den besetzten Palästinensergebieten abrückten. Ahmadineschad bezeichnete die Verhandlungen als "Totgeburt" und "zum Scheitern verurteilt"."

    So sehen es die meisten pro-palästinensischen Aktivisten hierzulandewohl auch, denn: "einfach abwarten und zuschauen, wie sich Israel selbst demontiert" (http://www.zeit.de/politi...) ist wohl wesentlich einfacher, als einen Frieden anzustreben, der beiden Seiten ein erträgliches Leben ermöglicht, aber auch beiden Seiten einiges abverlangt. Denn: Wozu einen Kompromiss anstreben, wenn man den Endsieg erreichen kann?

    Die Gespräche müssen doch zum Scheitern verurteilt sein, wenn alle palästinensischen Machthaber schon von vornherein auf einen "Endsieg" durch Zeit und Demografie spekulieren.

    Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Abbas Forderungen stellt, die nicht mal durch Verhandlungen zu erreichen sind. Fast alle durch Verhandlungen zu erreichenden Ziele hat Abu Mazen ja schon als Vorbedingungen für Gesprächen genannt.

  3. "...in seinem gerechten und rechtmäßigen Kampf gegen Kolonialisierung..."

    Es ist wirklich mutig, sich in einem vollbesetzten Schulbus in die Luft zu sprengen. Ein Hoch auf den Widerstandskampf und auf verstümmelte Kinder!

  4. Erstaunlich, dass man dem Mann noch so viel aufmerksamkeit schenkt. Egal wie oft er droht Israel auszuradieren, er wird es NIE tun, nicht nur weil er Palästina mit zerstören würde, sondern, weil sein eigenes Land so nah an Israel ist, dass eine "Ausradierung" zwangsläufig auch Iran treffen würde.

    • Sufi
    • 04.09.2010 um 18:54 Uhr

    Von Gilad Atzmon über den Al-Ghuds Tag in Tehran.
    Ein Brief von Lauren Booth ( Schwägerin von Tony Blair ) an Tony Blair :

    www.intifada-palestine.co...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service