Nahost-Konflikt Israel fliegt Luftangriffe im Gaza-Streifen

Zwei Tage nach dem Beginn neuer Friedensgespräche hat Israel Ziele im Gaza-Streifen bombardiert. Ein Palästinenser wurde getötet, drei weitere wurden verletzt.

Zwei Luftangriffe hatten nach Ägypten führende Schmugglertunnel in der Nähe von Rafah zum Ziel. Einer der Tunnel sei zusammengebrochen, berichteten palästinensische Rettungskräfte und Augenzeugen. Dabei sei ein in dem Tunnel arbeitender Palästinenser getötet worden. Ein weiterer werde vermisst und ein dritter sei schwer verletzt worden. Außerhalb der Tunnel wurden den Angaben zufolge zwei weitere Menschen verletzt.

Der dritte Luftangriff habe sich gegen einen früheren Stützpunkt des bewaffneten Arms der Hamas im Osten von Chan Junis gerichtet, erklärten Vertreter des Sicherheitsapparates der im Gaza-Streifen herrschenden radikalislamischen Hamas. Ein israelischer Armeesprecher bestätigte die drei Luftangriffe. Eines der Bombardements habe sich gegen einen Tunnel gerichtet, der in Richtung Israels gegraben worden sei. Die Luftangriffe seien eine Reaktion auf einen Raketenangriff aus dem Gaza-Streifen auf den Süden Israels wenige Stunden zuvor sowie auf mehrere Anschläge auf jüdische Siedler in den vergangenen Tagen. Die aus dem Gaza-Streifen abgeschossene Rakete verletzte den Angaben zufolge niemanden.

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der im Westjordanland regierende Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatten am Donnerstag die ersten direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern seit fast zwei Jahren geführt. Sie vereinbarten dabei, die Friedensgespräche im Zwei-Wochen-Rhythmus fortzusetzen.

Hamas drohte mit weiteren Angriffen auf Israel. Ihr bewaffneter Arm, die Essedin-el-Kassam-Brigaden, hatte sich zu zwei Anschlägen im Westjordanland bekannt, bei denen am Dienstag vier jüdische Siedler starben und am Mittwoch zwei weitere Israelis verletzt wurden.

 
Leser-Kommentare
    • mkrm
    • 05.09.2010 um 11:32 Uhr

    so viele tunnel und kanäle wie israel schon zerstört hat....so viele tunnel/kanäle hat nicht mal NewYork! so viele wie die schon zerstört haben, müsste die region schon in sich zusammenfallen. ich würde doch ganz gerne mal ein paar photos sehen. nicht immer die selben. komischerweise werden diese gleich nach 2-3 tagen nach den friedensgesprächen gefunden!!!

  1. Die Palästinenser erschießen Siedler und die Israelis bombardieren Palästinenser. Anschließend beklagt jede Seite die Untaten der anderen Seite, so wie es die Bibel beschreibt: Sie sehen den Dorn im Auge des anderen, aber nicht den Balken im eigenen Auge.

    Wenn nur Israelis und Palästinenser so wären, bestünde noch Hoffnung. Leider ist der Rest der Menschheit aber nicht besser.

  2. Bei dem zu verurteilenden Raketenangriff aus dem Gazastreifen kam glücklicherweise niemand ums Leben.

    Das Bombardement der israelischen Armee wird nun von dessen Sprecher als Reaktion auf diesen Raketenangriff "sowie auf mehrere Anschläge auf jüdische Siedler in den vergangenen Tagen" bezeichnet.

    Die israelischen Armee bekommt ihre Order von Ehud Barak und Netanjahu. Diese haben also ihr Einverständnis zu diesem sinnlosen Bombardement gegeben. Und zwar gerade jetzt, wo Friedensverhandlungen laufen.

    Abbas als Vertreter der Palästinenser hingegen hatte den Anschlag auf die jüdischen Siedler umgehend aufs Schärfste verurteilt und die Verfolgung der Mörder angekündigt.

    Das einzige, was Netanjahu mit dieser Aktion geschafft hat, ist die palästinensischen Terroristen zu provozieren:

    "Die im Gazastreifen regierende Hamas drohte unterdessen mit weiteren Angriffen auf Israel."

    Bravo Bibi!

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    Was hätten denn die Israelis Ihrer Meinung nach machen sollen?

    Israel kann seinen derzeitigen Status und die Rechtfertigung in der Weltöffentlichkeit nunmal nur durch eine starke, aggressive Hamas rechtfertigen, anders klappt's einfach nicht mehr.

    Was hätten denn die Israelis Ihrer Meinung nach machen sollen?

    Israel kann seinen derzeitigen Status und die Rechtfertigung in der Weltöffentlichkeit nunmal nur durch eine starke, aggressive Hamas rechtfertigen, anders klappt's einfach nicht mehr.

  3. Hat Israel überhaupt ein Interesse an einem dauerhaften Frieden? Blenden wir doch die gesamten Sichtweisen auf diesen Konflikt aus, die in irgend einer Form Menschenrechte oder humanistische Komponenten enthalten. Was übrig bleibt ist eine nüchterne Betrachtungsweise. Wirtschaftlich oder gar existentiell hat der andauernde Konflikt Israel nie ernsthaft bedroht, sondern ermöglichte sogar immer wieder Optionen zu Expansion diese jungen Staates, indem er immer neue casus belli generierte. Außerdem sicherte er auch im Innern den Zusammenhalt der (überwiegend jüdischen) Gesellschaft, ganz nach Orwell: Krieg ist Frieden!

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    • DDave
    • 05.09.2010 um 14:33 Uhr

    Also eine Bedrohung des Staates Israels gibt es, neben dem iran, nämlich die Geburtenrate der Palästinenser. Die liegt ähnlich hoch wie in Entwicklungsländern. Demnach hat der staat Israel keine Möglichkeit zur Expansion, sondern muss sich wieder zurückziehen(wie z.B. Abzug aus dem Gazastreifen). Mit dem Rückzug kann Israel sich einem binationalen Staat erwehren und seinen jüdischen Charakter erhalten. Das Problem am Frieden ist weniger der Staat Israel als Terrororganisationen wie Hamas und Fatah (hier zu ein Link: http://philippika.blogspo... )

    Mfg DDave

    • DDave
    • 05.09.2010 um 14:33 Uhr

    Also eine Bedrohung des Staates Israels gibt es, neben dem iran, nämlich die Geburtenrate der Palästinenser. Die liegt ähnlich hoch wie in Entwicklungsländern. Demnach hat der staat Israel keine Möglichkeit zur Expansion, sondern muss sich wieder zurückziehen(wie z.B. Abzug aus dem Gazastreifen). Mit dem Rückzug kann Israel sich einem binationalen Staat erwehren und seinen jüdischen Charakter erhalten. Das Problem am Frieden ist weniger der Staat Israel als Terrororganisationen wie Hamas und Fatah (hier zu ein Link: http://philippika.blogspo... )

    Mfg DDave

  4. Was hätten denn die Israelis Ihrer Meinung nach machen sollen?

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    nicht schiessen! es ist doch so einfach. viel einfacher als schiessen!!!

    nicht schiessen! es ist doch so einfach. viel einfacher als schiessen!!!

  5. dessen Interesse an Friedensgesprächen ist gerade in der L.A. Times erschienen: http://www.latimes.com/ne...

    "The prime minister did not enter negotiations then (during the late 1990s), nor does he enter them now, in good faith. If he can derail the talks, he will."

    Die israelische Regierung hätte besonders in Anbetracht der Tatsache, dass jetzt gerade Verhandlungen laufen, auf so vollkommen unsinnige "Vergeltungsschläge" wie die gestrige Bombardierung verzichten sollen.

    Erst verspricht Netanjahu, dass der Mord von jüdischen Siedlern nicht die Gespräche gefährden würde, dann gibt er gestern aber sein Okay zu diesem "Vergeltungsschlag", der nur die palästinensischen Terroristen weiter provoziert und sonst nichts gebracht hat.

    Israel hat eine nicht zu vergessene Mitschuld an dem "Gazaproblem". Angefangen im Jahre 1967, wo es Gaza besetzte bis hin zur heutigen Blockade.

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    Lieber Friedensmacher,

    sehr interessanter Artikel, auf den Sie verlinken. Leider vergessen Sie ein kleines Detail: den Autor:
    "Ahmad Tibi is a Palestinian citizen of Israel and is deputy speaker of the Knesset, Israel's parliament"

    Das bedeutet:
    1. Dies ist ein op-ed Artikel.
    2. Dies ist ein vorzügliches Beispiel dafür, welche Rechte arabische Israelis in Israel haben, wenn hier der Stellvertretende Parlamentspräsident ein Araber sein kann und solche Dinge sagen kann. Kennen Sie viele arabische Staaten, wo so etwas möglich wäre?

    Lieber Friedensmacher,

    sehr interessanter Artikel, auf den Sie verlinken. Leider vergessen Sie ein kleines Detail: den Autor:
    "Ahmad Tibi is a Palestinian citizen of Israel and is deputy speaker of the Knesset, Israel's parliament"

    Das bedeutet:
    1. Dies ist ein op-ed Artikel.
    2. Dies ist ein vorzügliches Beispiel dafür, welche Rechte arabische Israelis in Israel haben, wenn hier der Stellvertretende Parlamentspräsident ein Araber sein kann und solche Dinge sagen kann. Kennen Sie viele arabische Staaten, wo so etwas möglich wäre?

  6. Lieber Friedensmacher,

    sehr interessanter Artikel, auf den Sie verlinken. Leider vergessen Sie ein kleines Detail: den Autor:
    "Ahmad Tibi is a Palestinian citizen of Israel and is deputy speaker of the Knesset, Israel's parliament"

    Das bedeutet:
    1. Dies ist ein op-ed Artikel.
    2. Dies ist ein vorzügliches Beispiel dafür, welche Rechte arabische Israelis in Israel haben, wenn hier der Stellvertretende Parlamentspräsident ein Araber sein kann und solche Dinge sagen kann. Kennen Sie viele arabische Staaten, wo so etwas möglich wäre?

  7. 8. Sicher

    ... und deshalb müssen Sie ja auch nicht damit leben, dauernd von der Hamas angegriffen zu werden, die bekanntlich a) jegliche Verhandlungen ablehnt und b) die Vernichtung des Staates Israel wünscht (Stichwort: Charta).

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