Fundamentalismus Asiatische Staaten fordern USA zu Stopp der Koranverbrennung auf

Die kruden Ideen eines Pastors in Florida bestimmen die außenpolitische Agenda weltweit. Immer mehr Staaten drängen die USA, eine Koranverbrennung am 11.9. zu verhindern.

Protestierende Muslime in Islamabad: Pakistan befürchtet wie Afghanistan, Indien und Indonesien weitere Unruhen

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All die Appelle und die Empörung weltweit – von den Vereinten Nationen über die US-Regierung bis hin zu Vertretern der Weltreligionen – verhallten bislang ungehört: Terry Jones, Pastor der evangelikalen Gruppe Christian Dove World Outreach Center , hält unvermindert an seinem Plan fest. Am kommenden Samstag, am neunten Jahrestag der Anschläge vom 11. September, wollen er und seine Mitstreiter in Gainesville in Florida rund 200 Ausgaben des Korans öffentlich verbrennen.

Verboten ist dieses Vorhaben nicht. Weder die Regierung in Washington noch die von Florida und der Stadt Gainesville können juristisch gegen die Aktion vorgehen: Gotteslästerung ist in den USA durch das Recht auf Meinungsfreiheit nach dem Ersten Verfassungszusatz geschützt. Dieser verbürgt auch die Religionsfreiheit. So bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als auf die Einsicht der Gläubigen zu hoffen.

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Nach dem Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General David Petraeus, der Außenministerin Hillary Clinton und dem Verteidigungsminister Robert Gates äußerte sich nun auch Präsident Barack Obama selbst und bezeichnete die geplante Koranverbrennung als "eine destruktive Geste", die "den Werten Amerikas völlig widerspricht". Der "zerstörerische Akt" sei ein "Glücksfall für al-Qaida, um Leute anzuwerben" und "könnte schwere Gewalt an Orten wie Pakistan oder Afghanistan nach sich ziehen". So wie Petraeus verwies auch der Oberbefehlshaber auf die Sicherheit seiner Soldaten im Irak und in Afghanistan, die durch das Vorhaben gefährdet sei.

Mehreren asiatischen Staaten gehen solche Mahnungen nicht weit genug. Sie forderten die USA auf, die radikalen Christen aufzuhalten und die Koranverbrennung zu unterbinden. "Die US-Regierung hat wiederholt versucht, ihr Verhältnis zur islamischen Welt zu verbessern", sagte etwa ein Sprecher von Afghanistans Präsident Hamid Karsai. "Diese Tat könnte dieses Verhältnis infrage stellen." Deshalb habe die Regierung in Kabul die amerikanischen Behörden darum gebeten, die Verbrennung zu verhindern.

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono wandte sich in einem persönlichen Brief an seinen Amtskollegen in Washington und forderte ihn auf, die Aktion zu stoppen. Yudhoyono äußerte seine Sorge über die Folgen der Aktion. "Dies könnte einen Konflikt zwischen den Religionen auslösen", schrieb er. Indonesien und die USA versuchten, Brücken zwischen dem Islam und der westlichen Welt zu bauen. "Wenn der Koran verbrannt wird, werden diese Bemühungen zunichte gemacht." Indonesien ist der Staat, in dem weltweit die meisten Muslime leben, gefolgt von Pakistan und Indien.

Auch diese beiden Staaten riefen ihren Verbündeten auf, die Aktion zu stoppen. "Wir hoffen, die US-Behörden werden entschieden handeln, um so eine Schandtat zu verhindern", sagte der indische Innenminister P. Chidambaram. An die Medien appellierte er, keine Bilder der Aktion zu veröffentlichen. Ziel der Koranverbrennung sei, "Verbitterung und Zwietracht" zwischen religiösen Gruppierungen zu verstärken. 

Leser-Kommentare
  1. Gott sei Dank sehen die Christen die Dinge gelassener, als die Muslime.
    Stellen sie sich vor, wir hätten die gleiche Einstellung, keiner würde
    mehr zum Arbeiten kommen, weil wir dauernd gegen die islamische
    Welt protestieren müßten.

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    Bitte argumentieren Sie differenziert und unterlassen Sie Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/vv/

    Bitte argumentieren Sie differenziert und unterlassen Sie Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/vv/

    • joG
    • 09.09.2010 um 16:42 Uhr

    ....nicht sonderlich geschätzt. Ich kann nur hoffen, dass man von Seiten der Regierung auf Forderungen sie in diesem Fall zu unterdrücken nicht mit Unterdrückung antwortet, sondern erklärt, wieso man auch besonders dumme Meinungen muss äußern dürfen.

    • huhi
    • 09.09.2010 um 16:46 Uhr

    Huntington lässt grüssen!
    Diese amerikanischen Fundamentalisten sind natürlich auf eine Stufe mit radikalen Islamisten zu stellen!
    Interessant ist allerdings, dass man im Westen so viel Angst hat und schon der vorauseilende Gehorsam allerseits in Form von Vorab-Entschuldigungen erklärt wird.
    Warum macht man es nicht so, wie 2007, als ein Hessischer-Rundfunk-Mitarbeiter für eine Sendung eine Bibel verbrannte? Kein Artikel in der ZEIT erschien und das war auch richtig so: eine kleine Notiz dazu reicht!
    Man sollte klar sagen, dass dies die Privatangelegenheit eines fundamentalen (vielleicht verwirrten) Christen ist und damit basta!
    Oder hat man Angst? Dann wäre die Frage: wie hoch wird freie Meinungsäusserung als Gut(inklusive Schwachsinn) angesehen? Lassen wir uns von Fundis aller Art einschränken?

  2. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten auf Äußerungen, die von anderen Kommentatoren lediglich als Provokation aufgenommen werden. Danke, die Redaktion/fk.

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    • huhi
    • 09.09.2010 um 17:00 Uhr

    Der Kommentar auf den Sie sich beziehen wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/fk.

    ich wäre aus ökologischen gründen ja dafür die bibeln, thoras (oder thoren?), korane und allen anderen entsprechenden schund lieber der altpapierverwertung zuzuführen, da könnte man noch viel klopapier drauss machen. und dann wie bei "mein kampf" ein paar exemplare zu forschungszwecken für historiker erhalten, damit man später nachvollziehen kann was die menschen früher so geglaubt haben.

    aber davon abgesehen: dass die amis sagen sie könnten es aus rechtlichen gründen nicht verhindern, halte ich für reine innenpolitisches kalkül. wenn sie wollten könnten sie alleine aus übergeordneten nationalen sicherheitsinteressen die verbrennung verhindern. damit würden sie aber zugeben dass diese nationale sicherheit bedroht wäre, wenn sie die meinungsfreiheit nicht einschränken... und das wäre innenpolitisch ganz ganz schlecht - denn "einknicken vor "dem feind" (wer immer das zur zeit ist) kommt in USA ganz schlecht an, wenn man demnächst wahlen gewinnen will.

    • huhi
    • 09.09.2010 um 17:00 Uhr

    Der Kommentar auf den Sie sich beziehen wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/fk.

    ich wäre aus ökologischen gründen ja dafür die bibeln, thoras (oder thoren?), korane und allen anderen entsprechenden schund lieber der altpapierverwertung zuzuführen, da könnte man noch viel klopapier drauss machen. und dann wie bei "mein kampf" ein paar exemplare zu forschungszwecken für historiker erhalten, damit man später nachvollziehen kann was die menschen früher so geglaubt haben.

    aber davon abgesehen: dass die amis sagen sie könnten es aus rechtlichen gründen nicht verhindern, halte ich für reine innenpolitisches kalkül. wenn sie wollten könnten sie alleine aus übergeordneten nationalen sicherheitsinteressen die verbrennung verhindern. damit würden sie aber zugeben dass diese nationale sicherheit bedroht wäre, wenn sie die meinungsfreiheit nicht einschränken... und das wäre innenpolitisch ganz ganz schlecht - denn "einknicken vor "dem feind" (wer immer das zur zeit ist) kommt in USA ganz schlecht an, wenn man demnächst wahlen gewinnen will.

  3. sollten lieber an die eigenen hysterische Teile der Bevölkerung gerichtet werden.
    [...]
    Bitte tragen Sie konstruktiv zur Diskussion bei. Danke. Die Redaktion/km

    • iDog
    • 09.09.2010 um 16:54 Uhr

    Bemühen Sie sich um Sachlichkeit und eine gepflegtere Wortwahl. Die Redaktion / mh

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