Fundamentalismus Radikaler US-Pastor verwirrt mit Ansagen zu Koranverbrennung

Terry Jones hatte nach internationalen Protesten die Ankündigung zur Koranverbrennung zurückgenommen. Nun droht er seine Entscheidung wieder rückgängig zu machen.

Hin und Her bei Pastor Terry Jones: ob er die Koran-Verbrennung nun durchführen wird, bleibt weiterhin offen

Hin und Her bei Pastor Terry Jones: ob er die Koran-Verbrennung nun durchführen wird, bleibt weiterhin offen

Pastor Terry Jones aus Florida hat seine geplante Koranverbrennung in ein absonderliches Verwirrspiel verwandelt. Kurz nach einer öffentlichkeitswirksamen Absage der weltweit kritisierten Aktion kündigte er schon wieder eine mögliche Kehrtwende an. "Wir sagen die Veranstaltung nicht ab, aber wir setzen sie aus", sagte Jones dem Fernsehsender NBC. Kurz vorher hatte er noch bekräftigt, das Vorhaben definitiv nicht umzusetzen.

Jones, dessen Gemeinde lediglich 50 Mitglieder hat, hatte die Koranverbrennung aus Anlass des Terrorangriffs auf das World Trade Center vor neun Jahren angesetzt.

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Das Hin und Her begründete er damit, dass sich die angeblichen Voraussetzungen für die Absage der Bücherverbrennung wieder geändert hätten. Sie beruhte nach seinen Angaben auf einer Vereinbarung mit der muslimischen Gemeinde in New York, dass der umstrittene Bau einer Moschee in der Nähe von Ground Zero an anderer Stelle verwirklicht werden soll. "Wir haben akzeptiert, auf das Ereignis zu verzichten, das wir am Samstag organisieren wollten", sagte Jones zunächst vor seiner Kirche in Gainesville. Er werde stattdessen am Samstag nach New York fliegen, um sich mit dem für das Moschee-Projekt verantwortlichen Imam zu treffen.

"Wir fühlten, dass das ein Zeichen ist, das Gott von uns wollte. Das amerikanische Volk will keine Moschee dort, und natürlich wollen die Muslime nicht, dass wir den Koran verbrennen." Dieser von Jones proklamierte Kompromiss wurde jedoch unmittelbar nach der Verkündung von allen Seiten dementiert.

Der für den Moscheebau in New York zuständige Imam Feisal Abdul Rauf sagte. "Ich bin sehr überrascht über ihre Ankündigung." "Wir werden nicht mit unserer noch mit irgendeiner anderen Religion spielen. Noch werden wir einen Tauschhandel treiben."

Auch die Entwickler des muslimischen Kulturzentrums "Park51" bezeichneten die Ankündigung als haltlos. "Es ist unwahr, dass "Park51" woanders gebaut wird. Das Projekt wird wie geplant fortgeführt", sagte Sharif El-Gamal.

Jones hatte in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz gesagt, sich in einem Gespräch mit dem Präsidenten der islamischen Gesellschaft von Zentral-Florida, Imam Muhammad Musri, über die Verlegung der geplanten Moschee verständigt zu haben. Dieser habe in Kontakt mit dem Imam der betreffenden New Yorker Gemeinde gestanden. Musri, der die Angaben bei der Pressekonferenz zunächst bestätigte, ruderte später zurück und dementierte, mit Rauf gesprochen zu haben.

Jones erklärte darauf, die Koranverbrennung sei nur "zeitweise" ausgesetzt. "Wir sind wirklich enttäuscht und sehr schockiert." Wenn es stimme, dass das Moschee-Projekt nicht gestoppt werde, sei er belogen worden. "Nach dem, was wir hören, sind wir gezwungen, unsere Entscheidung zu überdenken", sagte Jones. Da sich die vermeintliche Einigung scheinbar nicht verwirklichen lasse, sei nun alles wieder auf Anfang.

Die geplante Verbrennung des heiligen Buches der Muslime hatte die US-Regierung zunehmend beunruhigt. Auch Präsident Barack Obama hatte sich eingeschaltet. Er appellierte an Jones, auf den "zerstörerischen Akt" zu verzichten, da er islamischen Fundamentalisten in die Hände spiele und Gewalt erzeugen könne. Das Außenministerium versetzte mehrere Botschaften aus Furcht vor Protesten von Muslimen in Alarmbereitschaft. Interpol warnte vor Terroranschlägen weltweit.

Die Regierung hatte sogar persönlich Kontakt mit dem Pastor aufgenommen. Verteidigungsminister Robert Gates hatte Jones angerufen, um ihn von der Aktion abzuhalten, weil sie das Leben vieler amerikanischer Soldaten im Ausland gefährden würde.

 
Leser-Kommentare
  1. ... mir ist die Frage gekommen, ob sich auch weltweit Staatschefs, der Vatikan etc. eingesetzt hätten, wenn ein unbekannter Imam angekündigt hätte, 200 Bibeln zu verbrennen und dies ebenso prominent in der Presse / den Medien zu finden gewesen wäre?

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    das Christentum permanent als Opfer des bösen Islam dargestellt wird. Wie kann man nur so bigott sein. Und auch die Auszeichnung Westergaards mit dem Medienpreis M100 war scheinheilig. Merkel hätte sich ganz sicher nicht als Verfechterin der Meinungsfreiheit aufgespielt, wenn es sich um Jesus-Karikaturen handeln würde.

    Wer in Geschichte aufgepasst hat, weiß außerdem, dass Bücherverbrennung keine Demonstration der Meinungsfreiheit ist, sondern der Anfang von ihrem Ende.

    das Christentum permanent als Opfer des bösen Islam dargestellt wird. Wie kann man nur so bigott sein. Und auch die Auszeichnung Westergaards mit dem Medienpreis M100 war scheinheilig. Merkel hätte sich ganz sicher nicht als Verfechterin der Meinungsfreiheit aufgespielt, wenn es sich um Jesus-Karikaturen handeln würde.

    Wer in Geschichte aufgepasst hat, weiß außerdem, dass Bücherverbrennung keine Demonstration der Meinungsfreiheit ist, sondern der Anfang von ihrem Ende.

  2. ... die Ankündigung alleine hat genügt um die westliche Welt in Panik zu versetzen.
    Die Meinungsfreiheit - die auch für [...] Pastor Jones gilt - hat verloren.
    Um Ben Franklin zu bemühen:
    "Wer Freiheit im Namen der Sicherheit aufgibt, verdient beides zu verlieren."
    Bitte verzichten Sie trotz Kritik auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/vv

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    ...,wo die Rechte der anderen anfangen. Das sollte man nie vergessen.

    ...,wo die Rechte der anderen anfangen. Das sollte man nie vergessen.

  3. ...,wo die Rechte der anderen anfangen. Das sollte man nie vergessen.

    • Sonate
    • 10.09.2010 um 8:26 Uhr

    im Koran sind auch Teile der Bibel enthalten, der Islam erkennt Jesu als prophet an und maria genießt auch Anerkennung. Wenn dieser durchgeknallte , von Hass verzrrter Pastor( ist er ein Hirte?) den Koran verbrennt, so verbrennt er auch Teile der Bibel,,das hat er wohl noch nicht bemerkt.Und seine Äußerung, Köln ist das Einfallstor zur Hölle, das es zur zeit von Kaiser Nero gegründet wurde , muss doch jedem klar machen, wie durchgeknallt der Typ ist, und in Köln hatte er auch den Staatsanwalt am Hals , wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten .. Aber dies zeigt auch wieder, wie die monotoistischen religionen alles tun, um andesdenkende zu vernichten,

    • bayert
    • 10.09.2010 um 8:32 Uhr

    Künstler haben sich mit der Kirche auseinandergesetzt - alles ohne Todesopfer. Die Aktionen sind durch die Freiheit der Kunst gedeckt.
    [...]

    Bitte verzichten Sie auf die Verlinkung zu verfassungsrechtlich problematischen Seiten. Danke, die Redaktion/fk.

  4. beide müssten miteinander sprechen
    und die Befindlichkeiten des Anderen erkennen und versöhnlich handeln.
    Jones war bereit, seinen Schritt zu tun.
    Der Islam wird so etwas nie machen, die ander Meinung zu respektieren und sich neu vereinbaren.
    Anerkennen, dass es Teile der Bevölkerung gibt, die gerade an diesem Platz, wo Tausende im Namen dieser Religion den Tod fanden, kein Islamzentrum stehen sehen wollen, als Verhöhnung der Opfer und der Hinterbliebenen-
    Eine Religion, deren Anhänger in der heiligsten Feierzeit, Ramadan, andere überfällen und morden
    wird sich mit Feinheiten des zivilisierten Zusammenlebens mit Anderen nicht aufhalten.
    Sie wird ihren fundamentalistischen Weg fortsetzen, über Leichen hinweg.

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