Nahost Israelis und Palästinenser versprechen Frieden in einem Jahr

Inhaltlich liegen sie noch weit auseinander. Doch über diese Differenzen wollen Netanjahu und Abbas künftig alle zwei Wochen verhandeln. Das Ziel: Zwei Staaten in Nahost.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wollen ihre Verhandlungen über eine Friedenslösung am 14. September fortsetzen und auch danach alle 14 Tage zusammenkommen. Das vereinbarten sie zum Abschluss ihres Treffens in Washington, den ersten direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern nach zwei Jahren.

Beide hatten sich unter der Schirmherrschaft von US-Außenministerin Hillary Clinton auch zu einem Zweiergespräch zusammengesetzt. Dabei bekräftigten sie ihren Willen, innerhalb eines Jahres eine Friedenslösung zu erreichen. Der Sondergesandte George Mitchell sprach nach Abschluss der ersten Verhandlungsrunde von einer sehr konstruktiven und positiven Stimmung – trotz weiterhin "sehr ernster Differenzen" zwischen den Konfliktparteien.

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Wie Mitchell weiter berichtete, betonten Netanjahu und Abbas das Ziel einer "Zwei-Staaten-Lösung": Ein stabiler Palästinenserstaat solle neben einem in Sicherheit lebenden Israel existieren. Innerhalb eines Jahres sollten alle Kernfragen gelöst werden, sagte Mitchell. Bereits zuvor wollten die Konfliktparteien ein Rahmenabkommen vorlegen.

An der kommenden Verhandlungsrunde wollen auch Clinton und Mitchell teilnehmen. Die Gespräche sollen am 14. und 15. September in der Nahost-Region stattfinden, vermutlich im ägyptischen Scharm el Scheich.

Als Hauptkonfliktpunkte im Friedensprozess im Nahen Osten gilt neben der israelischen Siedlungspolitik der künftige Status Jerusalems. Israel hatte den Ostteil der Stadt 1967 im Zuge des Sechs-Tage-Krieges annektiert und betrachtet die Stadt als unteilbare Hauptstadt. Die internationale Gemeinschaft hingegen erkennt dies nicht an. Die Palästinenser wollen den Ostteil der Stadt zur Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates machen. Ungeklärt ist bislang auch die von den Palästinensern geforderte Rückkehr von Millionen Flüchtlingen.

Kurz nach Beginn der Nahost-Friedensgespräche in Washington hatten in Israel Berichte über einen angeblichen neuen Anschlag militanter Palästinenser für neue Beunruhigung gesorgt. Eine Armeesprecherin gab allerdings Entwarnung, ein Israeli im Westjordanland habe fälschlich über Schüsse berichtet, die er nahe der Siedlung Ofra gehört habe. Soldaten hätten bei Untersuchungen vor Ort aber keine Hinweise auf eine Gewalttat gefunden.

Bei zwei Anschlägen im Westjordanland waren am Dienstag und Mittwoch vier israelische Siedler getötet und ein Ehepaar verletzt worden. Zu den Bluttaten bekannte sich der bewaffnete Flügel der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas. Sie ist mit der gemäßigten Palästinenserfraktion von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verfeindet und lehnt Friedensgespräche mit Israel ab.

Mehrere bewaffnete Palästinensergruppen drohten Israel daraufhin mit neuer Gewalt. Insgesamt 13 bewaffnete Palästinensergruppen, darunter auch die Essedin-el-Kassam-Brigaden als bewaffneter Arm der radikalislamischen Hamas, verständigten sich nach eigenen Angaben darauf, ihre Aktionen künftig miteinander abzustimmen. "Wir haben beschlossen, ein Koordinationszentrum für unsere Einsätze gegen den (israelischen) Feind zu gründen", verkündete der Sprecher der Essedin-el-Kassam-Brigaden, Abu Obeida, vor Journalisten in Gaza. Der "zionistische Feind" solle "an jedem Ort und zu jeder Zeit" angegriffen werden, ergänzte Obeida. "Alle Optionen" seien möglich, auch Raketenangriffe von der Stadt Gaza auf Tel Aviv.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Israelis verstoßen permanent gegen Abkommen und Völkerrecht. Die Palästinenser, ohnehin ein zersplitterter Haufen, wird angesichts Israels Vergangenheit niemals Ruhe geben. All diese Treffen, die man zur Genüge kennt, haben etwas von Beruhigungspille und einem Kaffeeklatsch von Leuten, die sich wichtig fühlen. Da gibt es keine Lösung, außer vielleicht man diktiert ihnen unmissverständlich den Frieden samt aller Regeln. Aber selbst das ist unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass wir in ein paar Monaten viele weitere Berichte aus dieser an sich bedeutungslosen, winzigen Region hören und lesen, die von einem Scheitern sprechen. Möchte jemand mit mir wetten?

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    Ja, wer möchte nicht mit Ihnen über das Leben der jenigen wetten, die dieser (permanente) Krieg betrifft...

    Ja, wer möchte nicht mit Ihnen über das Leben der jenigen wetten, die dieser (permanente) Krieg betrifft...

  2. Ja, wer möchte nicht mit Ihnen über das Leben der jenigen wetten, die dieser (permanente) Krieg betrifft...

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    Dass mein durch Lebenserfahrung so bittere Zynismus auch immer falsch verstanden wird...

    • hermse
    • 03.09.2010 um 8:27 Uhr

    Ich möchte nicht über das Leben andere Wetten.

    Aber trotzdem haben nur die Menschen vor Ort die Macht ihr Schicksal zu ändern. Und da muss ich Wahrsprecher recht geben, seit ich lebe habe ich noch keinen ernsthaften Versuch gesehen diese schreckliche Lage für alle zu ändern...

    "um" meinte ich natürlich!

    Dass mein durch Lebenserfahrung so bittere Zynismus auch immer falsch verstanden wird...

    • hermse
    • 03.09.2010 um 8:27 Uhr

    Ich möchte nicht über das Leben andere Wetten.

    Aber trotzdem haben nur die Menschen vor Ort die Macht ihr Schicksal zu ändern. Und da muss ich Wahrsprecher recht geben, seit ich lebe habe ich noch keinen ernsthaften Versuch gesehen diese schreckliche Lage für alle zu ändern...

    "um" meinte ich natürlich!

    • Fifty4
    • 03.09.2010 um 7:47 Uhr

    Allein ich glaub' es nicht!

  3. Dass mein durch Lebenserfahrung so bittere Zynismus auch immer falsch verstanden wird...

    Antwort auf "@Wahrsprecher:"
    • hermse
    • 03.09.2010 um 8:27 Uhr

    Ich möchte nicht über das Leben andere Wetten.

    Aber trotzdem haben nur die Menschen vor Ort die Macht ihr Schicksal zu ändern. Und da muss ich Wahrsprecher recht geben, seit ich lebe habe ich noch keinen ernsthaften Versuch gesehen diese schreckliche Lage für alle zu ändern...

    Antwort auf "@Wahrsprecher:"
  4. 6. HeyHey

    Lasst uns in einem Jahr machen, was in 50 Jahren noch nicht funktioniert hat. Klarer Fall von 'schön, dass wir mal drüber gesprochen haben'. Sie haben nur gesagt, was jeder hören wollte. Aber klar ist, dass noch lange kein Frieden in Sicht ist, wenn man sich die ganzen palestinensischen Extremisten ansieht und wie Israel ohne Rücksicht auf Verluste seine Interessen durchsetzt. Bei allem guten Willen der politischen Führer; ob die Bevölkerung mitzieht ist mehr als fraglich. Das einzige was sich an der Aktion gelohnt hat anzuschauen war Hillary Clinton, die für ihr Alter mal wieder ein echter Blickfang war. Von viel mehr habe ich von ihr als Aussenministerin aber noch nicht Notiz genommen.

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    jetzt verstehe ich ihren Nick !

    jetzt verstehe ich ihren Nick !

  5. Im Angesicht der vielen Probleme und Konfliktpunkte ist ein Jahr doch sehr optimistisch. Eine Lösung für den Nahost-Konflikt zu finden, gehört zu den größten Herausforderungen dieses Jahrzehnts. Der Konflikt wird nicht von einem auf dem anderen Tag gelöst werden. Die Friedensgespräche sind aber ein Anfang. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Einen interessanten Hintergrund-Artikel habe ich hier gefunden: http://bit.ly/caDGjy

  6. All die Zyniker unter den Kommentatoren mögen ja recht haben, dass dieses 1-Jahres-Ziel etwas hoch gegriffen ist, und natürlich ist mit einem ersten Gespräch noch kein Frieden geschaffen.
    Aber deshalb die Sache schon jetzt als Misserfolg zu diskreditieren, scheint mir nicht besonders klug. Sie sitzen wieder an einem Tisch! Das ist, angesichts jahrelanger Weigerung, ein Erfolg!

    Und wenn sie wirklich 14täglich sich treffen (das erscheint mir extrem oft) und dies trotz Streits durchhalten, sehe ich zumindest aus sozialpsychologischer Perspektive einen Hoffnungsschimmer. Denn allein der regelmässige Kontakt wird schon zu einer Annäherung führen.

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